(Hilfe) Improvisation-Soli

von Marshall91, 18.05.08.

  1. Marshall91

    Marshall91 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #1
    Guten Tag liebes Forum,
    Ich bin etwas verzweifelt, denn ich möchte mich jetzt mit Improvisiere, Skalen, Pentatoniken und soweiter anfreunden. Das Problem ist (ich habe andere Themen shcon durchgelesen). Ich verstehe kaum etwas.
    Nun meine Bitte, könntet ihr mir von Anfang an alles kurz erklären. (Skalen für Dummies)?
    Sowas in der Art.
    Ich kann mir vorstellen, dass euch dieses lästige Gefrage nervt, aber es wäre sehr nett.
    Ich kenne bis jetzt nur 2 Blues Tonleitern und die C-Dur- Tonleiter, doch das einzige was ich mit denen Anfangen kann ist : Rauf- und Runter spielen . Und bissl improvisieren in dem ich keine bestimmte Reihenfolge spiele. Mich würde aber mal mehr das praktische als das theoretische interessieren.
    Danke im Vorraus
    P.S Tut mir aufrichtig Leid , angsichts vieler Threads zum Thema, noch eins zu eröffnen!
     
  2. Christof Berlin

    Christof Berlin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #2
    Das ist ein Riesenthema.

    Vielleicht helfen Dir ein paar Definitionen für den Anfang.

    Improvisation:
    - das Ziel. Du willst über einen Beat mit darüber gespielten Akkorden spontan Melodielinien erfinden. Melodien, nicht Skalen, Melodien!!!

    Wie macht man Melodien?
    - Spielen, spielen. spielen.
    - benutze Rhythmik, Phrasierung, Verzierung, Bendings, Sliding, Hammer-on, Pull-off, Doublestops, Arpeggios, spiele waagerecht, senkrecht, auf einer Seite rauf und runter, in einer Lage rauf und runter. etc... und mache Pausen, so als wenn Deine Melodie Luft holen muss. Das macht Melodien und Ideen erst zu Musik. Versuche zu verstehen, wie Sänger oder Bläser es machen. Luft holen, Melodien erzeugen, Pause machen und dabei erneut Luft holen.

    Skalen:
    - sind lediglich HILFSMITTEL, um sich zu verdeutlichen, welche der 12 Töne (Chromatik) man über gewisse Akkorde spielen kann/darf/sollte. Es sind nur Krücken, nicht der Sinn von Musik.

    welche Skalen gibt es?
    - Durskala
    - Mollskala
    - Pentatonik (eine verkürzte Form der Mollskala)
    - Penatonik plus verminderte Quinte, aka Bluesscale
    - harmonisch moll
    - melodisch moll
    - Halbton-Ganzton
    - plus ein paar andere.....

    Skalen? Was muss man wissen?
    Die Durskala hat eine Mollparallele. C-Dur ist genau das gleiche wie A-moll. D-Dur ist genau das gleiche wie H-moll. Und E-Dur ist genau das Gleiche wie... na? Und F.moll ist das Gleiche wie.... na? Genau!

    Fingersätze:
    Für alle Skalen findet man verschiedene Fingersätze auf der Gitarre. Du kannst eine C-Dur Skala auf alle möglichen Arten spielen. Du findest den Ton "C" und jeden anderen Ton ziemlich genau sechs mal auf dem Griffbrett zwischen dem 0ten und 12ten Bund, nämlich einmal auf jeder Saite. Daraus ergibt sich bei Saiteninstrumenten die Besonderheit, dass man die exakt gleiche Töne an ganz unterschiedlichen Stellen spielen kann. Was übrigens jedes mal irgendwie anders klingt.

    Das nur mal als Definitionen. Und jetzt versuche noch einmal, die Millionen von Tips in diesem Forum zu verstehen. Vielleicht kommst Du ein paar Schritte weiter....

    Und meine beste Empfehlung: gönne Dir einen guten Gitarrenlehrer!
     
  3. Marshall91

    Marshall91 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #3
    Danke aber das mit den Moll und Dur Skalen habe ich nicht verstanden.
    Wieso gerade C-Dur -A-moll, D-Dur-H-moll

    Ich habe auch einen guten Lehrer, nur ich habe ihn noch nicht wegen Imnprovisieren angesprochen, das ist bisschen schade!
    Ich werde es aber noch machen!
     
  4. Christof Berlin

    Christof Berlin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #4
    C-Dur - c,d,e,f,g,a,h,c,
    A-moll - a,h,c,d,e,f,g,a

    Fällt Dir etwas auf, wenn Du die beiden Skalen miteinander vergleichst?


    Genau!
     
  5. Marshall91

    Marshall91 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #5
    Ja ich glaube C-Dur und A-moll sind die gleiche Skala, nur dass eine früher anfängt (von der höhe und die andere Skala später, ist dasrichtig? Denn c,d,e,f,g,a,h sind in beiden gleich!
     
  6. yrt

    yrt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #6
    Christof Berlin hat dir da schon mal ein knappe Zusammenfassung gegeben, die könnte man vermutlich auch um Seiten erweitern und sie wäre immer noch knapp. Einige wichtige grundlegende Aspekte findest du auch hier im Board in einem Workshop schön erklärt. Den würde ich auf jeden Fall mal überfliegen.

    Aber eigentlich hast du schon alles was du brauchst um mit dem Improvisieren anzufangen. Am meisten bringts dir vmtl. erst mal Melodie in Angriff zu nehmen. Statt improvisieren könnte man ja auch sagen, sich spontan auszudenken was man spielt. Sich Melodien ohne Gitarre in der Hand auszudenken und dann versuchen das, was man im Kopf hatte, am Instrument umzusetzen, ist auf jeden Fall eine Gute Übung. Je mehr man das übt, umso spontaner geht das dann auch.

    Wenn du das nicht nur alleine machen willst, dann werden die Skalen interessant. Aber, da du ja schon drei kennst, hast du schon mal genug Material für den Anfang.

    Als nächsten Schritt kannst du versuchen deine ausgedachten Melodien ausschließlich mit den Tönen einer Skala zu spielen. Das wird nicht uneingeschränkt möglich sein, manchmal wirst du Tonfolgen haben die sich in der jeweiligen Skala nicht wiederfinden. Versuch deine Melodien auch da an die Skalen anzupassen. Später mal wenn du deinen theoretischen Horizont erweiterst, wirst du vielleicht verstehen warum nicht jede Tonfolge in jeder Tonleiter möglich ist.

    Ok, der nächste Schritt ist eine Begleitung aufzutreiben, zu der deine Skala harmonisch paßt. Für die C-Dur Skala brauchst du eine C-Dur Begleitung. (Z.B. eine mit den Akkorden C-Dur, F-Dur, und G-Dur. Möglicherweise auch nur mit einem einzigen Akkord.) Du kannst dir deine Begleitung selber aufnehmen, von einem Computer erzeugen lassen, usw.
    Jetzt spielst du dazu deine ausgedachten Melodien in der passenden Skala. Vielleicht fällt dir auch spontan etwas ein.

    Ich halte das für einen guten Einstieg ins Improvisieren. Du vermeidest damit auch ein paar verbreitete Probleme. (Du improvisierst Melodien, anstatt immer wieder leer Tonleitern zu variieren. Du hast u.U. einen guten Einstieg in die Theorie. Es werden dir vermutlich Dinge von selber auffallen, die später von der Musiktheorie erklärt werden. So vermeidest du dir ne Menge Regeln einzupauken die für dich geringe Bedeutung haben.)

    Die meisten Ausführungen zur Improvisation konzentrieren sich schnell auf Theorie und Harmonielehre. Meines Erachtens, weil es zur Improvisation selber nicht so viel zu sagen gibt.

    Ein weiterer Tip zur Einführung in die theoretischen Aspekte wäre das Wikibook zum Gitarrenspielen (schau bei Wikipedia). Aber wie gesagt, mit drei Skalen kannst du schonmal in drei Tonarten anfangen zu improvisieren.

    Um das auf mehr Tonarten auszuweiten, brauchst du dir nur Folgendes klar machen: Wenn du jeden Ton deiner C-Dur Skala um einen Bund nach oben verschiebst hast du eine C#-Dur Skala (mit genau den gleichen Fingern, nur jeweils einen Bund höher). Von dort aus noch einen Bund nach oben und du bist in der D-Dur Skala.
     
  7. Marshall91

    Marshall91 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #7
    Dankesehr, also je weiter ich die Bünde rutsche und sonst nix verändere, verändert sich automatisch die Tonleiter und ich kann automatisch mehr tonleitern?

    Gibt es auch die Möglichkeit, bissl an der Gitarre einfach rum zu spielen zupfen hammer on, usw.) und jenachdem ob es sich gut anhört kann ich schon improvisieren?

    Denn Melodien aus dem Kopf auf die Gitarre umzusetzen ist für mich etwas schwierig, liegt am Gehör :confused::( weiß nicht wie ich das Gehör trainieren kann!

    naja danke im Vorraus!
     
  8. yrt

    yrt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.08   #8
    :great:

    Ja. Aber das meinst du wahrscheinlich nicht. Ich vermute du willst zu einer Band improvisieren. Dann ist üblicherweise die Frage ob's dazupasst. Die beantworten die meisten Musiker indem sie sich auf Harmonie einigen. Z.B. indem sie sich auf eine Tonart festlegen. Wenn's das ist was du willst, eignest du dir am besten mal die Pentatonik Skalen an, denn die ist am flexibelsten, bzw. am "sichersten". Dazu, wie gesagt, der Workshop hier im Board und das Wikibook. Letztenendes kommts darauf an, daß du entscheiden kannst was dazu paßt und was nicht. Die ganze Harmonielehre ist letztenendes auch nichts anderes als musikalisches Empfinden das formalisiert und konventionalisiert ist. Aber für dich ist vielleicht erst mal wichtig die Möglichkeiten einzuschränken und so überschaubar zu machen. Also: Pentatonik!

    Yup. Schwierig ist es auch. Manchen fällt es leicher, andern (wie mir) fällt es eher schwer. Was ich weiter oben geschrieben hab (Melodien aus dem Kopf) ist ein Weg um das zu trainieren. Dabei ist es auch erst mal nicht so wichtig ob du genau die gleiche Melodie auf deinem Instrument wiederfindest oder nicht. Wenn's dir gefällt, ist es gut.

    Zusätzlich kannst du versuchen Melodien die du gehört hast umzusetzen. Und wieder: Ob du das was du gehört hast auch triffst ist erstmal nicht so entscheidend. Sobald du etwas hast was dir gefällt hast du schonmal was davon. Melodien sind übrigens viel leichter als Harmonien (Akkorde). Und falls du dein Gehör trainieren willst, es gibt keinen Grund sich auf eine Stilrichtung, oder ein Instrument festzulegen. Jede Melodie die du jemals gehört hast ist Freiwild! Je einfacher umso besser.
     
  9. schlorsten

    schlorsten Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #9
    Noch ein Tipp: Auch lediglich eine zB. Moll-Pentatonik in einer Lage kann schon interessant werden. Das funktioniert ein bisschen nach dem Prinzip "Not macht erfinderisch". Wenn du jeden Tag improvisierst, mit Musik am besten, und wenn du jeden Tag nur eine Pentatonik spielst, fallen dir bestimmt iwann Licks ein die interessant sind, obwohls im Prinzip die gleichen Töne sind. Je öfter du improviesierst, und auch wenns eingeschränkt ist, iwann bekommst du ein Gefühl dafür, und es wird interessanter. Die verschiedenen Lagen einer zB Pentatonik oder andere Tonleitern die kommen eben auch dazu ohne gehts nicht. Aber es wird schon einiges verbessern, das kommt nicht sofort, spiel von mir aus 1 Std nur ne Pentatonik über Another Brick in the Wall, das hilft. Also: Viel improvisieren!
     
  10. wishboneX

    wishboneX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #10
    Hi,

    es wurden ja schon sehr hilfreiche Beiträge geschrieben, alle Achtung.

    Dein Problem kenne ich auch, die Skala sitzt, aber was damit tun? Das kommt mir der Zeit, stelle ich fest (ich stehe selbst erst am Anfang meiner Impro.-"Karriere"). z.B. bei der Pentatonik, nehmen wir Am, bietet es sich an, ein gewisses Grundrepertoire an Mini-Licks zu erarbeiten, die man dann nach und nach immer mehr und immer besseren "eigenen" Melodien zusammensetzen (am besten mit einem Backing Track in der passenden Tonart).

    Hier werden einige Minilicks ganz gut erklärt:
    http://www.justinguitar.com/en/BC-014-ExplorePentatonic.php
    http://www.justinguitar.com/en/BC-000-BeginnersCourse.php
    Diese Versatzstücke lassen sich gut kombinieren. Du wirst Dich wundern, wieviele großartige Soli mit einfachsten Mitteln (wie eben der Pentatonik Am) auskommen. Das beschäftigt einen am Anfang schon ordentlich.

    Und Schlorstens Tip ist auch gut! Zu irgendwelchen Songs einfach irgendwas mitspielen! Auch wenn es furchtbar klingen sollte zu Anfang.

    C.
     
  11. RG-Jule

    RG-Jule Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #11
    Hallo :),

    ich habe vor einigen Wochen die Pentatonik im Unterricht kennengelernt und eigentlich klappt das Improvisieren auch schon ganz gut (macht auf jeden Fall Spaß :great: ), allerdings habe ich noch ein paar Fragen ...

    1. Es gibt ja verschiedene Griffmuster. Kann ich während einer Improvisation auch das Griffmuster wechseln? Ich weiß, dass man sich nicht stur an diese Muster halten muss, aber erstmal werde ich mich daran halten, bevor ich ein Gefühl dafür bekomme ;).
    Ich verstehe sowieso nicht ganz, warum man nicht die Töne der verschiedenen Griffmuster miteinander kombinieren kann ... oder harmonieren die nicht miteinander?

    2. Inwieweit verändert sich das Griffschema, wenn der Grundton auf der A-Saite liegt? Verschiebt sich der Fingersatz einfach um eine Saite nach oben? Aber welche Töne werden dann auf der tiefen E-Saite gegriffen?
     
  12. 7#9

    7#9 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #12
    Hi,

    Ich hoffe, ich verstehe Deine Frage richtig bezüglich der Griffmuster. Jede Tonlage hat eine bestimmte Anordnung von Griffbildern, die man in Umkehrungen einteilen kann. Eigentlich hast du Dir die Antwort, wenn ich Dich richtig verstehe, ja bereits selbst gegeben. Zuallererst gibt es eine wichtige Regel:Alles ist beim Improvisieren erlaubt, was gefällt. Die Pentatoniken können hierbei eine sehr gute Ausgangslage sein, aber sich sklavisch daran zu halten ist nicht der Sinn der Sache. Das ist eben das, was ich kritisch sehe: das man als Anfänger bei vielen seiten und Videos im Netz den Eindruck vermittelt bekommt, nur die Töne dieser Tonleiter seien "erlaubt". Aber eben das ist nicht der Sinn von Improvisation. Um aus den Skalen einmal auszubrechen, sind zum Beispiel die so genannten Blue Notes ein erster Schritt. Aber eben alle Töne können zur Erweiterung genutzt werden. Ob sie klingen, muss man eben situativ beurteilen. Natürlich sollte man alle Griffbilder der einzelnen Umkehrungen der Penatoniken auf dem Griffbrett kennen und zwischen ihnen während des Spiels wechseln. Mann kann die auch spielerisch üben, indem man selber dazu zwingt, nicht mehr als sagen wir mal 4 Töne in jeder Umkehrung zu spielen. Man kann aber auch ganz "spartanisch" sein und ganze Improvisationen in nur einer Umkehrung spielen. Das alleine kann auch genial klingen. Sicherlich ist es nicht schlecht, erst einmal in einer zu verweilen, wie du es tust, um diese kennenzulernen. Aber lass eben nicht die anderen Umkehrungen aus den Augen...

    Ganz ehrlich: Ich verstehe Deine Frage leider nicht. Vielleicht kannst Du sie noch einmal anders umschreiben? Ansonsten stehe ich vielleicht auf dem Schlauch und ein anderer User kann weiterhelfen.

    Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Blues you can use-Reihe von John Ganapes verweisen. Es gibt imho kein besseres Buch, um die Pentas spielerisch kennenzulernen. Ein geniales Lehrbuch!

    Viele Grüße
     
  13. Christof Berlin

    Christof Berlin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #13
    Hmmm, ich versuche es auch mal.....

    zu 1.)
    Deine "Griffmuster" sind nichts weiter als Fingersätze zum Spielen bestimmter Noten. Wenn Du zB in A-moll ein pentatonisches "Griffmuster" benutzt, dann sind das die Noten a,c,d,e,g, (und wieder) a. Diese Töne findest Du überall auf dem Griffbrett - auch in verschiedenen Oktaven und nicht nur in Deinem einen "Griffmuster". Das heisst dann logischerweise natürlich auch, dass Du verschiedene Griffmuster spielen kannst. Ahaaaa!

    Aber: Du solltest nicht irgendetwas irgendwo spielen, sondern die "richtigen" Töne finden. In Amoll also a,c,d,e,g.. Suche sie Dir aus, sie sind überall und man darf sie benutzen - dafür sind Noten da.... :)

    Mach Dir vielleicht eine Zeichnung, wo überall die Töne der Skala, die Du suchst, zu finden sind. Damit erweiterst Du Deine Möglichkeiten immens. Wenn Du also o.g. Töne suchst, findest Du sie auf der tiefen E-Saite (und auch der hohen E-Saite) also wo?

    Genau: leere E-Saite, 3.Bund,5.Bund, 8.Bund, 10.Bund, 12.Bund und 15.Bund, 17.Bund

    Auf der A-Saite dann auf der Leersaite, dem 3.Bund, dem 5.Bund, dem 7.Bund, dem 10.Bund, etc....

    Das jetzt noch für D,G,H-Saite und - zack. Da sind alle Töne von Amoll Pentatonik vor Deinen Augen.

    Zu verstehen?
     
  14. RG-Jule

    RG-Jule Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.08   #14
    Danke erstmal für eure Antworten :).

    Ich glaube aber, dass ihr meine - wirklich etwas komisch formulierten Fragen - falsch verstanden habt ;).

    Zur Frage 1.)
    Speziell für die Moll-Pentatonik gibt es ja verschiedene Fingersätze/Griffmuster, zB :

    ---------------------------------------------5----8------
    ------------------------------------5---8--------------
    --------------------------5---7-----------------------
    ------------------5--7---------------------------------
    ----------5--7----------------------------------------
    ---5--8-----------------------------------------------

    oder

    ----------------------------------------------6----8----
    --------------------------------------6---8------------
    -----------------------------5---7---------------------
    --------------------5---8-------------------------------
    -------------5--8---------------------------------------
    ---6---8-----------------------------------------------

    In dem zweiten grifftyp sind ja zB Töne enthalten, die im 1. garnicht vorkommen, oder? Und deshalb versteh ich nicht, warum man nicht die Töner von zB diesen beiden Grifftypen kombinieren kann bzw. warum man nicht die Töne beider Typen (eigentlich gibt es ja noch mehr Typen) in seine Improvisation einbauen kann. Und wenn das doch geht, dann verstehe ich nicht, warum es diese vorgegebenen Fingersätze überhaupt gibt.
    Irgendwie kann ich mein problem nicht richtig in Worte fassen ;). Vielleicht ist es ja jetzt verständlicher.


    Zu Frage 2)
    Ich nehme als Beispiel mal als Grundton a. Diesen gibt es ja mehrmals auf dem Griffbrett, unter anderem im 5. Bund E-Saite und im 12. Bund A-Saite. Auf der E-Saite ist mir der Fingersatz ja klar, aber wie sieht er dann im 12. Bund aus (wenn wir mal von dem 1. grifftyp ausgehen, den ich vorhin gepostet habe)?

    -----------------------------------------------------12---15
    ---------------------------------------12---14---
    --------------------------12---14--------------
    -------------12---14-----------------------------
    --12---15----------------------------------------
    ---------------------------------------------

    So? Aber welche Töne auf der tiefen E-Saite?


    Unteranderem ist noch der Begriff Umkehrung gefallen, mit dem ich noch nichts anfangen kann.

    Jedenfalls werde ich nächste Woche meinen Lehrer dazu nochmal befragen, der das vor Ort sicher unkomplizierter erklären kann :great:.



    LG,
    Jule
     
  15. Lehrgut01

    Lehrgut01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.08   #15
    Aaalso... du machst einen kleinen denkfehler in Frage eins... klar sind beides moll-pentatoniken, jedoch sind sie nicht in der selben tonart.. Beispiel 1 gehört nämlich der a-moll pentatonik an und beispiel zwei der g-moll (wenn ich nicht falsch gedacht hab^^, auf jeden fall aber NICHT der a-moll) pentatonik an. Wenn du Beispiel zwei aber um zwei bünde nach oben verschiebst, dann bist du auch mit diesem Griffbild in der a-moll pentatonik... ich denke der tipp mit wikibooks.org war gar nicht schlecht, vlt. solltest du dir mal folgenden link anschauen, welcher vlt. noch etwas klarer ist: http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Die_Moll-Pentatonik

    Auch Frage zwei sollte in diesem Link beantwortet werden, auch hier machst du einen Fehler: Du berechnest (ja musik ist auch mathematik^^) mit ein, dass e und f sowie c und h jeweils nur einen Halbtonschritt voneinander entfernt liegen bzw. die in der normalen stimmung der gitarre die h-seite nur vier halbtonschritte von der g-seite "entfernt" liegt anstatt der bei den anderen seiten fünf halbtöne... dadurch verändert sich das Griffbild je nach Lage... wie, das siehst du in dem Link ;)

    hoffe, das ist jetzt einigermaßen verständlich rübergekommen ;)
     
  16. yrt

    yrt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.08   #16
    Ich glaube dieser Thread dreht sich hauptsächlich um zwei Fragen: Wie improvisiert man, und wie spielt man ein Solo?

    Dazu gibts technisch/theoretische Antworten, und zwar eine ganze Menge. Den Link zum Wikibook hat Lehrgut01 schon gepostet. Das halte ich für eine schön übersichtliche und daher sehr empfehlenswerte Einleitung.

    Hier im Board hat relact viel Mühe in eine solche Einführung investiert. Die ist sehr beliebt und im Workshopbereich zu finden. Die sollte man sich unbedingt mal anschauen. Der Diskussionsthread dazu enthält den ganzen Workshop nochmal, auch die Anhänge (welche im andern Thread fehlen):
    https://www.musiker-board.de/vb/tab...chmelzen-tonleitern-auf-basis-pentatonik.html
    Das ist auch ein super Ort um Fragen zu Tonleitern und ihrer Anwendung zu stellen!

    Ich finde Marshall91 hat da eine sehr interessante Frage gestellt. Man braucht nämlich nur ein einziges Pentatonikgriffmuster. Wenn man dann noch weiß wo in diesem Muster der Grundton liegt, hat man schon genug theoretisches Wissen um in so ziemlich jeder Tonart zu improvisieren.

    Und genau das sollte man an dieser Stelle sofort tun. Die Neigung Vieler ist bei diesem komplizierten Thema erstmal mehr zu lesen und alle Zusammenhänge zu verstehen. Mit diesem Ansatz kommt man eventuell nie zum Improvisieren. Je früher man anfängt mit einfachsten Mitteln zu improvisieren umso schneller und besser lernt man's.

    Also irgendwo eine Begleitung in auftreiben, deren Tonart man kennt, und loslegen! So übt man das Improvisieren. Und auch sein Gehör. Und man bekommt vielleicht sogar ein "natürliches" Verständnis der Theorie. Das macht's erheblich leichter seinen Theoriehorziont zu erweitern - später, wenn's auch wirklich etwas bringt!

    Die andere Frage: Wie spielt man ein Solo ist mit der Frage nach Improvisation verwand, aber nicht die gleiche Frage. Nicht jeder improvisiert seine Soli, die sind manchmal auch komponiert. D.h. der Musiker denkt sich vorher etwas aus und spielt das dann immer (mehr oder weniger) gleich. Sogar improvisierte Soli sind weniger improvisiert als man denkt. Die meisten haben "Licks" (bestimmte Tonfolgen) die sie immer wieder benutzen, als Bauklötze wenn man will, aus denen sie dan ihre Solos spontan konstruieren. Trotzdem ist der Einstieg ins Solo Komponieren auf die gleiche Art machbar. Begleitung im Hintergrund mit einer passenden Pentatonik rumprobieren.

    Und um die notwendigen Informationen an einem Ort zu sammeln:

    Quelle für Begleitungen (Link aus relacts ausgezeichnetem Workshop):
    JamStudio: http://www.jamstudio.com/Studio/index.htm

    Dur Pentatonik in C:

    Lage V...VI..VII.VIII
    E|-a-|---|---|-C-|
    H|-e-|---|---|-g-|
    G|-C-|---|-d-|---|
    D|-g-|---|-a-|---|
    A|-d-|---|-e-|---|
    E|-a-|---|---|-C-|

    Saitennamen stehen ganz links in Großbuchstaben.
    Lage (=Bundstab) ist in römischen Zahlen (V=5).
    Grundton ist fett und in Großbuchstaben.


    Das ist nur ein Griffmuster. Es gibt auch andere. Die kann man für den Anfang aber getrost vergessen. Hier ist der Grundton also auf der tiefen E-Saite im 8. Bund. Die Greiffinger kann man sich so einteilen:
    ZF = 5. Bund
    MF = 6. Bund
    RF = 7. Bund
    kF = 8. Bund

    Ihr Findet C-Dur doof? Wie wär's mit A-Dur?
    Bei diesem Griffmuster ist der Grundton mit dem kF auf der E-Saite.
    C liegt auf der E-Saite im 8. Bund. Im 5. Bund findet man ein A.
    Man rutsche mit dem kleinen Finger drei Bünde tiefer und man befindet sich in der
    A-Dur Pentatonik:

    .....II..III.IV..V
    E|-f#|---|---|-A-|
    H|-c#|---|---|-e-|
    G|-A-|---|-h-|---|
    D|-e-|---|-f#|---|
    A|-h-|---|-c#|---|
    E|-f#|---|---|-A-|


    Damit kennt iman zu jeder Durtonart eine Skala. Verdoppeln wir doch gleich noch die Anzahl der Skalen. Zu jeder Dur-Tonart gibt's eine Mollparallele, die heißt zwar anders (anderer Grundton) aber enthält genau die geichen Töne. Mit anderen Worten sie kann mit genau den gleichen Griffmustern gespielt werden. Nur muß man den Grundton an einer anderen Stelle suchen. Die Mollparallele zu C-Dur heißt a-Moll

    Moll Pentatonik in A:

    .....V...VI..VII.VIII
    E|-A-|---|---|-c-|
    H|-e-|---|---|-g-|
    G|-c-|---|-d-|---|
    D|-g-|---|-A-|---|
    A|-d-|---|-e-|---|
    E|-A-|---|---|-c-|


    Wolltet ihr jetzt aber lieber c-Moll, so müsstet ihr die ganze Position einfach drei Bünde höher schieben. (Zeigefinger im 8.Bund.) Oder für e-Moll den Zeigefinger in den 12. Bund.
     
  17. RG-Jule

    RG-Jule Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.08   #17
    Danke :great: ... du hast vollkommen Recht! Ok, also meinen Denkfehler in Frage 1 habe ich verstanden :D.
    Allerdings verstehe ich deine Antwort auf Frage 2 noch nicht wirklich :o. Wie sieht denn zB das Griffmuster aus, wenn der Grundton a auf der A-Saite liegt?
    Naja, ich werde mir nochmal diesen Link durchgucken, der scheint sehr hilfreich zu sein, danke :great:

    EDIT: Ich glaube, mir ist jetzt klar, was du mir in deiner Antwort auf Frage 2 sagen willst ;). Das Griffbild ändert sich also je nach Lage, okay ... Aber wieso ist das nicht so, wenn der Grundton auf der E-Saite liegt?
     
  18. Lehrgut01

    Lehrgut01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.08   #18
    hmm.. ich weiß nicht so richtig, ob ich dich grad versteh^^, aber ich wage trotzdem einen erklärungsversuch...

    wenn du den Grundton auf der e-Seite hast, hast du immer den selben Fingersatz, da die abstände zwischen den Noten, die du über einen akkord spielen "kannst" (nach der pentatonik eben, erlaubt sind natürlich noch ein paar andere, aber das steht ja hier nicht zur debatte), ja immer gleich bleiben.
     
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