hochgezogene Töne, wie kann man das abtrainieren?

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Tim
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Hallo,

ich habe vermutlich schon immer das Problem, das ich sehr hohe vollstimmige Töne oft hochziehe, also nicht sofort auf der Tonhöhe bin, die ich anstrebe.
Z.B. wenn ich ein C5 (c'') auf "LA" singen will, beginne ich meist mit dem "L" auf B (h') und schwinge mich dann sozusagen nach oben auf die gewünschte Tonhöhe, es war mir bisher fast immer unmöglich schon das "L" auf der gewünschten Tonhöhe zu haben, also sofort dort einzusetzen. Mein Gesangslehrer konnte mir damit auch noch nicht weiter helfen, meinte aber es sei nicht ungewöhnlich, gerade außerhalb der Klassik, daß Sänger die Töne auf diese Weise hochziehen.
Ist das wirklich so relativ normal und kann man damit leben, oder muß ich da was ändern?

Gibt es gezielt Übungen um sofort auf der angestrebten Tonhöhe bei jeder Note zu sein, auch bei sehr hohen vollstimmigen Noten?
Sollte ich z.B. versuchen das "L" dann in der Randstimme zu singen und beim "A" dann in die Vollstimme zu wechseln?

Gruß
Tim
 
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Mal ein paar Tipps die mir helfen:
- Ich stell mir den Ton vor dem Singen im Kopf vor. Das hilft mir schon ungemein beim Treffen. Wenn es jetzt immer noch nicht klappt stell Dir den Ton ein paar Cent höher vor.

- Den Ton (Zu)laut ansingen und dann gleich leiser werden.

- Mit Monitoring (über Kopfhörer) Üben und sich so in Echtzeit selber korrigieren. Alternativ Eimer auf den Kopf setzten oder ein Ohr zuhalten.

Wichtig ist Üben, üben und üben. Dann klappts auch.
 
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Alternativ Eimer auf den Kopf setzten oder ein Ohr zuhalten.

Klappt übrigens auch mit Gitarren :)

70-og.jpg
 
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Ne, weiter Runter. Der Rand vom Eimer sollte mindestens bis an das Kinn reichen.
 
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IMHO ist ein anschleifen der Töne in der Popularmusik nicht unüblich. In der Klassik allerdings ein No-Go.

Versuche, dir den Ton vorzustellen, und ihn dann "von oben zu greifen".
Das kannst du körperlich unterstützen: streck einen Arm hoch, und "greife" dir mit der Hand den Ton von Oben. Im Gegensatz von den Ton von unten rauf zu schieben, da schleift man meistens den Ton an.
Ich hoffe, das war jetzt halbwegs verständlich :)

Abgesehen davon, dass ich sowieso nie in Höhenbereiche wie du vordingen kann, habe ich durch meinen klassischen Unterricht meist eher das Problem, dass ich, wenn ich mich doch mal in die Popularmusik verirre, alle Töne zu gerade ansinge ...

lg Thomas
 
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IMHO ist ein anschleifen der Töne in der Popularmusik nicht unüblich. In der Klassik allerdings ein No-Go.

Also war die Aussage meines Gesangslehrers absolut korrekt.

Versuche, dir den Ton vorzustellen, und ihn dann "von oben zu greifen".

Werd ich morgen beim nächsten Üben mal probieren, ist auf jedenfall einen Versuch wert und klingt nach einem interessaten neuen Ansatz.

Das kannst du körperlich unterstützen: streck einen Arm hoch, und "greife" dir mit der Hand den Ton von Oben. Im Gegensatz von den Ton von unten rauf zu schieben, da schleift man meistens den Ton an.

Hand-/Armbewegungen mache ich meist eh instinktiv, hab immer Sorge das könnte bei Zuhörern nicht gut ankommen, weiß ja selbst nicht wie das aussieht... :ugly:
Meist hebe ich eine Hand etwa auf Kinnhöhe, würde ich beide Hände runter hängen lassen, hab ich das Gefühl nicht richtig locker singen zu können.

Abgesehen davon, dass ich sowieso nie in Höhenbereiche wie du vordingen kann, habe ich durch meinen klassischen Unterricht meist eher das Problem, dass ich, wenn ich mich doch mal in die Popularmusik verirre, alle Töne zu gerade ansinge ...

Es gibt bei mir sehr große Schwankungen, mal komme ich gut und leicht in die Höhe, mal eher zäh, entsprechend klingt es dann auch.
In Songs ist es aber meistens so, daß man nicht mit einem C5 anfängt, da gibt es fast immer einen Sprung von einer tieferen Note rauf in die extreme Höhe und dann fällt mein Problem gar nicht wirklich auf, anders aber wenn ich den Ton isoliert ansingen soll.
 
Hand-/Armbewegungen mache ich meist eh instinktiv, hab immer Sorge das könnte bei Zuhörern nicht gut ankommen, weiß ja selbst nicht wie das aussieht... :ugly:
Ja, diese Bewegungen sollte man auch nur beim Üben machen :D.

Ich soll/muss meine Unterrichtsstunden mitfilmen um sie zuhause in Ruhe analysieren zu können. Ein netter Nebeneffekt dabei ist, zu sehen wie blöd manche Bewegungen und Gesten wirken, obwohl sie sich doch so toll anfühlen :eek:.
lg Thomas
 
IMHO ist ein anschleifen der Töne in der Popularmusik nicht unüblich.
Stimmt schon so. ich schleife auch ab und zu ganz gerne als Effekt.

Allerdings bin ich der Meinung das das Handwerk den Ton zu treffen zuerst gelernt und gefestigt werden muß.
Wenn das dann sitzt kann man mit dem "spielen" der Stimme anfangen und so ein paar Akzente setzen.
 
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Ja, diese Bewegungen sollte man auch nur beim Üben machen :D.

Ich halte es aber für sehr schwierig, sich etwas was man täglich so macht plötzlich wieder abgewöhnen zu können, wenn mal ein Auftritt ansteht, ohne daß dann der Gesang selbst drunter leidet.
Ich merke ja schon große Unterschiede, wenn ich zu Hause alleine und ganz unbeobachtet üben kann, gegenüber dem Gesangsunterricht, obwohl ich da keine Hemmungen haben muß, meinen Gesangslehrer seit 2015 kenne und wir uns sehr gut verstehen, bin ich dort immer noch deutlich gehemmter und weniger frei als zu Hause alleine.
Ich führe das auch darauf zurück, daß ich mich im Unterricht oft nicht traue diese Gesten und Bewegungen zu machen, die ich zu Hause alleine beim Üben mache und die mir ein freieres und emotionaleres Singen ermöglichen.
 
Da musst Du einfach freier werden und Dir ein dickeres Fell zulegen.
Speziell beim Einsingen mach ich manchmal so komische Geräusche das ich ab und an schonmal irritierte Blicke und auch mal einen schnippischen Kommentar abbekomme. Da steh ich aber drüber, das macht mir nichts.
Die Kommentare kamen auch ausnahmslos von Nichtsängern.

Und zwischen Üben und Gig kannst Du auch lernen ganz schnell umzuschalten. Ist nur eine Kopfsache.

Das klappt schon alles, keine Sorge!
 
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...halte es aber für sehr schwierig, sich etwas was man täglich so macht plötzlich wieder abgewöhnen zu können,...
Diese Bewegungen dienen ja "nur" dazu, deinem Körper zu helfen das Gewünschte zu erreichen. Manche Muskeln kann man nicht bzw. nur bedingt willentlich steuern. Mit Hilfe solcher Bewegungen macht der Körper was wir von ihm wollen und speichert durch ewiges wiederholen die Abläufe ab und sie werden automatisiert.

Vorige Woche hat die Referentin bei einem Vortrag bei uns am Kons in etwa folgendes zum Üben gesagt:
"Beim Üben holen wir einen einzelnen Aspekt aus dem Gesamtprozess an die Oberfläche und üben diesen so lange, bis wir ihn so weit haben, dass wir ihn getrost wieder ins Unbewusste absinken lassen können."

Und darum geht es auch bei solchen Bewegungen. Sie helfen uns, das gewünschte zu erzielen, und das machen wir solange, bis das automatisiert ist und auch ohne dieser Bewegung abrufbar ist.
Wenn du beim Vortrag irgendwelche Sachen machen musst, um den gewünschten Ton oder Klang zu erzeugen, dann schaut das immer komisch aus!

Auf der Bühne solltest man das Stück interpretieren können, und nicht über die Technik nachdenken. Alles was nicht automatisiert wurde wird auf der Bühne sowieso nicht ordentlich funktionieren.

lg Thomas
 
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Ich hab es die Tage nochmal intensiv versucht, es ging immer um die Tonfolge C5 -> Bb4 (c'' -> b'), jeder Ton soll etwa 3 Sekunden gehalten werden und jeder Ton soll Vibratro haben. In der Randstimme ist das kein großes Problem, aber in der Vollstimme doch schon sehr schwierig (für mich). Letztendlich hab ich es einigermaßen geschafft, dennoch braucht es immer ca. 1 Sekunde bis das c'' richtig auf Höhe ist und schwingt.
Wenn ich versuche sofort auf der Höhe zu sein, gehe ich dazu über noch mehr Druck drauf zu geben, was sicherlich falsch ist.

Jetzt die Frage, die ich noch habe, sind solche vollstimmingen Highnotes nicht eigentlich immer Belting?
Ist es dann überhaupt möglich, da sofort auf der Höhe und voll im Klang zu sein?
In den meisten Songs oder auch klassischen Arien, die ich kenne wird die Note ja nicht isoliert gesungen, sondern in Folge anderer Töne, womit der Übergang erleichtert wird.
 
Ich hake hier mal mit einem praktischen Beispiel nochmal ein.
Ist es normal und üblich den Ton, hier ein d'' in dieser Art hoch zu ziehen?
Ist das extra so gemacht in dem Lied oder geht es technisch bedingt nicht schneller in diese extreme Höhe?
Ab etwa 3:54:
 

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