Problem mit dem ansetzen hoher Töne

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Tyranny of Souls
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Hi,
also erstmal kurz zu mir ich bin 17 Jahre alt und singe jetzt erst seit einer relativ kurzen zeit (ungefähr 2 Monate).
Nachdem mir einige Leute versichert hätten das ich angeblich sehr talentiert wäre (was ich bis heute nicht so recht glaube^^) habe ich selbst ein wenig angefangen zu üben.

Ich nehme keinen Unterricht sondern mache das Audiodidaktisch und habe hier auch eine Lehrdvd (Zen of Screaming).
Ich will von der Musikrichtung richtung Heavy Metal gehen, wie z.B. Maiden, Priest usw.
Daher ist mein großes Idol auch Bruce Dickinson :D /worship

Durch das üben klappt das mit der Tonhöhe ansich schon ziemlich gut und auch mit der Atmung bin ich zufrieden, was aber wohl daran liegt das ich einige Jahre Erfahrung an der Klarinette habe und die Atemtechnik dort auch enorm wichtig ist.

Allerdings habe ich 2 Probleme.
Zum einen habe ich ab einer gewissen Höhe einfach Probleme einen "schönen" Tonansatz hinzubekommen. Also sprich so schnelle Songs wie The Trooper oder Aces High klingen im Ansatz (noch) nicht gut, weil da ja relativ hoher Gesang dabei ist und das bei solchen Songs auch sofort auf den Punkt kommen muss.
Ich meine damit nicht, dass ich ein Problem mit einer schwankenden stimme habe oder dergleichen, aber bei langsameren etwas tieferen Songs bekomme ich das einfach viel leichter hin da einen guten Tonansatz zu finden. Hat jemand eine Idee was man da im Tonansatz falsch macht und wie man das beheben kann?


So zum anderen habe ich das Problem, was jetzt so für das singen erstmal gänzlich unproblematisch erscheint solange ich meinen Ton treffe und meine Stimme "beherrsche", ich aber auch langsam das Gefühl habe das dieses Problem auch Bestandteil des ersten Problems ist.

Die Sache ist die, dass ich mich zwar über die verschiedenen Stimmregister informiert habe, ich aber nicht merke, dass ich z.B. in der Kopfstimme bin.
Ich verspüre kein brummen im Schädel oder dergleichen, daher bin ich ein wenig verunsichert, ob ich evtl noch nie in der Kopfstimme gesungen habe und gar kein Gefühl dafür habe wie das gehen würde , sondern das ich evtl dieses Belting im Unterbewusstsein bisher immer als meine Kopfstimme angesehen habe.
Ich spüre ja auch, dass wenn ich hoch singe, dass sich etwas ändert aber komischerweise spüre ich auch sehr selten eine Art Registerbruch sondern es geht relativ nahtlos über und ich bin ein wenig verunsichert, ob das nun die Kopfstimme ist in der höhe oder ob es Belting ist, wovon ich auch schon gelesen habe. Nur je höher ich gehe desto weniger spüre ich in der Brust von dem Ton.
Hat evtl jemand irgendein Hörbeispiel, wo man sich den unterschied zwischen Belting und der Kopfstimme anhören kann? Womöglich verwechsel ich da einfach etwas und bin einfach nur verunsichert.

Würde mich echt freuen, wenn jemand mir helfen könnte, ich bin noch Anfänger und Unterricht ist momentan leider nicht in meinem Budget ;)

LG Tyranny of Souls
 
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IcePrincess
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singe jetzt erst seit einer relativ kurzen zeit (ungefähr 2 Monate).
Das einzige was mir zu Deinem Problem einfällt ist: Üben, üben, üben, üben, üben...
Glaubst Du, dass die Gitarrengötter ihre Schredd-Soli nach zwei Monaten schon hinbekommen haben?

Je sicherer Du weißt, was Du tun mußt und je sicherer Deine Stimme weiß, wie sie welchen Ton zu nehmen hat.
Da sich der Stimmapparat eben kaum bewußt beeinflussen lässt, ist es beim Singen noch wichtiger als bei jedem anderen Instrument, diese ganzen Sachen so lange zu üben, bis sie unbewußt passen.

Ich spüre ja auch, dass wenn ich hoch singe, dass sich etwas ändert aber komischerweise spüre ich auch sehr selten eine Art Registerbruch sondern es geht relativ nahtlos über
Es gibt tatsächlich Sänger die ihren Bruch nicht oder nur sehr wenig wahrnehmen. Die beneide ich zutiefst.
Belting erkennst Du als derjenige der's Betreibt einfach daran, dass mehr Kraft im Spiel ist. Wenn Du die hohen Töne mit dem gleichen Kraftaufwand singst wie die Tiefen - oder sogar mit weniger - dann bist Du in der Kopfstimme. Wenn Du je höher Du rauf kommst immer mehr Kraft brauchst, bist Du im Belt.

Grüße

Ice
 
Bell
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Hallo !
Ein hoher Ton als Anfangston ist sozusagen die Königsdisziplin - das fällt auch erfahrenen Sängern nicht immer leicht. Wenn Du erst seit zwei Monaten singst, wird es noch ein Weilchen dauern, bis Du den Ansatz sicher hinbekommst. Es gibt zwar eine Menge Hilfsvorstellungen - der Ton fließt am Boden entlang, der Ton wird zwischen den Schulterblättern angesetzt und quasi dort "angelehnt", Du "setzt" Dich auf den hohen Ton, etc. - aber man muss erstmal die richtigen Bilder für sich finden, was gar nicht so einfach ist.
Ein gut trainierter Atem ist ebenfalls eine Grundvoraussetzung für sichere Höhe.
Dass Du keine Registerübergänge bemerkst, ist eigentlich sehr erfreulich ! Es kann sein, wie Ice schon schreibt, dass Du im Belt bleibst, d.h. immer mit Bruststimmanteil singst.
schöne Grüße
Bell
 
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Tyranny of Souls
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Ok vielen Dank schonmal. Ich denke den Unterschied zwischen Belting und Kopfstimme habe ich nun verstanden. Ich denke mal üben üben und nochmals üben wie IcePrincess das schon gesagt hat wird der Schlüssel dazu sein um sicherer im Ansatz zu werden. Gibt es eigentlich speziell irgendwelche Übungen für den Tonansatz außer Hilfsvorstellungen oder irgendetwas bestimmtes was man einem Anfänger wie mir noch empfehlen könnte? xD
 
erdbeer-shisha
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Hmm, hab das mal so in meinem Kopf durchgespielt mit dem hohen Ansatzton und was mir helfen würde, wenn ich Schwierigkeiten damit hätte, wäre folgendes: Den hohen Ton zur Übung mal auf einem Plosiv-Laut beginnen, am besten p oder t, k geht auch. Durch diese Laute aktivierst du deine Stütze nochmal extra, und die muss ja bei dem hohen Anfangston wirklich 100% präsent sein, sonst bricht der Ton dir weg. Also den hohen Ton auf Pa,Ta,Ka, und mit den anderen Vokalen noch kombinieren, immer bewusst das Zwerchfell dabei fühlen...und natürlich auch ein wenig üben ;)

Viel Spaß dabei,

...
 
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Tinitus
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Ich schummel da oft ein bisschen, da mir gerade der hohe Ansatz auf Vokale auch schonmal schwerfaellt.
Dann summe ich erst auf "nnnn" und gehe von da in den offen gesungenen Vokal.
Ist natuerlich nicht ideal, aber ein Notbehelf so lange es noch nicht rundlaueft oder wenn die Stimme etwas angeschlagen ist.
 
IcePrincess
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Beide Ansätze sind im Prinzip gute Tipps - "m" oder "n" um den Ton hinter die Zunge zu fokussieren und somit den Sitz zu verbessern - die Plosive um wie oben schon gesagt die Stütze zu aktivieren.
 
Bell
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Kleiner Einwurf, Euer Ehren.... man muss aber darauf achten, dass der Ton durch eine zu starke Gaumen/Zunge-Fokussierung nicht zu sehr eingeschränkt wird, d.h. dass nicht nur der Mund als Resonanzraum genutzt wird. Das kann dann nämlich auch passieren.... also nicht die hinteren Räume vergessen :) - es sei denn, man will immer einen eher eindimensionalen, flachen, scharfen Klang, der ja für bestimmte Musikrichtungen auch sehr gut passt - aber eben nicht für alle.
schöne Grüße
Bell
 
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Also die ganzen Tipps hier haben mich schon wirklich weiter gebracht. Die Musikrichtung in der ich singen will wird wohl auch eher klassische Metal/Rock (sowas wie Led Zeppelin oder Deep Purple, klassiker halt ;) ).
Was besonders in Sachen klassischen Metal auch wirklich meiner Stimmlage absolut entspricht und ich mich da auch stimmlich recht wohl fühle.

Ich habe nur noch ein Problem. Ich habe mich bereits mit Resonanzräumen etc befasst, allerdings finde ich nicht so ganz des Rätsels Lösung.
Beim Singen habe ich oft einen ziemlich "offenen" und "weichen" Ton, fast wie ein Opernsänger ;)

Ich will aber den Ton teilweise "härter" und kurz ansingen. Aam besten ich gebe mal ein Beispiel weil ich nicht so recht weiß wie ich das erklären soll. http://de.youtube.com/watch?v=jgqxQmAbTBc
so in etwas sollte das dann am Ende aussehen. Hat jemand ne Idee wie man aus einem offenen weichen Ton einen härteren wie in diesem Beispiel besser erzeugen kann?


Mfg Tyranny of Souls

PS: Ja ich finde die Outfits in dem Video auch furchtbar.
 
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Tinitus
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was genau Du "falsch" (vielleicht auch eher "richtig" ;) ) machst, kann man auf die Entfernung nur raten. Vielleicht gehst Du in Falsett oder mischt es zu sehr rein.
Oder Du nutzt tatsaechlich Deine Resonzanraeume aehnlich dem Operngesang.
Versuch vielleicht mal einfach Deine Sprechstellung beizubehalten und ganz bewusst "flach" zu singen. Gerade Bruce Dickinson ist ja dafuer bekannt, dass er oft flach und nasal klingt.
Andererseits kann nicht jeder alles singen, jeder hat nunmal seine individuelle Stimme.

Hier mal Bruce etwas trockener (ohne Effekte) und solo:
http://de.youtube.com/watch?v=1hfPm-Pa8Lk&feature=related
Ab ca 7:10 Wie er selbst sagt ist da einfach auch eine Menge Kraft/Gewalt dahinter.

Mittlerweile hat er das auch besser im Griff als frueher und hat sich wohl auch von der Technik her verbessert. Gesund ist das aber nicht und er musste sich auch mal Saengerknoetchen wegoperieren lassen. Als abschreckendes Beispiel mal das hier:
http://de.youtube.com/watch?v=FJq1eJe-sto
Total abgesungen waehrend der world-slavery tour und teils um jeden Ton kaempfend und japsend. (z.B. ab 1:27). Aber das Gefuehl kann glaub auch jeder nachvollziehen, der seine Stimme manchmal ueberansprucht. Manchmal verkrampft man dann erst recht und kann nur noch die falsche Technik und verbraucht Luft ohne Ende. Interessanterweise hat er sich waerend des Konzerts auch wieder gefangen und deutlich besser gesungen.
 
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Tyranny of Souls
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ok zuerst schonmal danke für die schnelle antwort ich hab heute mich ein wenig schonmal dran gesetzt. zu link nummer 2 ja aces high klingt hier nich gut.
Wenn man aber den tourplan sich von damals anschaut, dann ist es auch nicht verwunderlich zumal sie davor 3 Abende schon hintereinander gespielt hatten, allerdings musste ich auch zugeben das ich leicht enttäuscht war als ich es mir das erste mal angehört hatte, weil viele die live after death Aufnahmen als die live aufnahmen schlechthin anpreisen. Aber bleiben wir lieber beim Topic

Zu link nummer eins ja der typ ist einfach der hammer ich liebe diesen song.

Um so mehr hab ich mich vorhin wie ein Schnitzel gefreut als ich es wirklich auch so hinbekommen habe nach deinen Tipps. Das war wohl wie eine Art Schalter im Kopf der Klick gemacht hat, denn es war wohl eine reine Kopfsache. Die Sprechstellung beibehalten und dieses evtl mehr nasale und flachere hat nach ein wenig Übung schon den gewünschten Effekt erbracht. Du hast allerdings recht für so etwas wie in dem ersten Video braucht man ne Menge Kraft ansonsten klingt es einfach nicht.

Auf jedenfall vielen vielen Dank für die Tipps ich bin jetzt so schon ziemlich zufrieden mit meiner Stimme und freue mich schon auf die nächste Bandprobe :)
 
Buddy Polly
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Die Schwierigkeit bei so kraftraubenden Passagen ist: Manchmal hat man diese Kraft einfach nicht. Bruce is da ein prima Beispiel, bei Sebastian Bach ist es live ähnlich. Wenn man einmal falsch atmet, kann man schon draußen sein. Du kannst froh sein, dass die Töne bei dir drin sind, bei mir ist schon etwas früher Schluss:)
 

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