Höfner Green Line: Wer kennt sie, wer hat sie getestet?

von Doktor H., 12.02.17.

  1. Doktor H.

    Doktor H. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.17   #1
    Hi Folks,

    eigentlich war ich seither der Meinung, mit Konzertgitarren ausreichend versorgt zu sein, bis ich bei anderweitigen Recherchen über die "Green Line" von Höfner gestolpert bin. Es scheint normale Sereinmodelle zu geben, sowie auch Modelle, die gleichzetig als Limited Edition bezeichnet werden. In jedem Fall wirken diese Gitarren, was die Auswahl der Hölzer betrifft, sehr interessant, eben einheimische Hölzer. Diese Instrumente sind obendrein in Deutschland hergestellt ud dabei durchaus noch bezahbar, so dass man versucht ist sich zu fragen, wie denn so etwas überhaupt möglich sein kann!
    Die günstigeren Modelle bekommt man für unter fünfhundert Euro, und die etwas aufwändigeren Stücke kosten meist keine Sechshundert Euro.

    Für den Preis sind das wahrscheinlich keine Gitarren für den Meistervirtuosen, aber vernünftige Instrumente sollten es doch schon sein.
    Meine Frage: Besitzt jemand so eine Green Line Gitarre, oder hat sie jemand ausgiebig getestet? Kann jemand etwas zu seinen Erfahrungen schreiben?

    Grüße, euer Doc.
     
  2. rw

    rw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.17   #2
    Nicht sooo ausgiebig getestet, aber im Rahmen eines größeren Tests angespielt, sowohl günstige als auf teure. Pfiffige und sympathische Idee. Ansonsten recht normale Höfners. Wem die aktuellen Höfner gefallen (die zum Glück nur noch wenig mit denen aus den 1970ern zu tun haben, die kam einfach zu wenig Ton heraus), der wird an denen auch seine Freude haben, wer eher andere Klangcharakteristika oder einen anderen Hals mag, wird auch hier nicht zuschlagen. Ich fand die Unterschiede bei den günstigen GreenLines zu anderen Korpushölzern nicht soo ausgeprägt, Was aber wiederum bedeutet, dass man auch mit anderen Hölzern als Mahagoni und Palisander gute Instrumente bauen kann. Ihren Preis sind sie allemal wert.
     
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  3. Doktor H.

    Doktor H. Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.17   #3
    Danke rw,
    wahrscheinlich kann man in dieser Preisklasse viele Modelle als eine Art Folk-Gitarre mit Nylonsaiten sehen. Viel mehr brauche ich persönlich auch nicht...
    In den nächsten zwei Wochen werde ich nach Treppendorf kommen, ich hoffe, dort ergibt sich die Gelegenheit, eine oder mehrere von diesen Greenlinern anzuspielen.
    Eine pfiffige und symphatische Idee, ja, so sehe ich das auch. Für die Mitleser, die sich nichts darunter vorstellen können, gibt es hier mehr zu sehen:

    http://www.hofner-guitars.com/guitars-basses/classical-acoustic-guitars/classic-greenline.html

    und zu hören:

     
  4. rw

    rw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.17   #4
    Ja, das ist tatsächlich eine schöne Beschreibung, und zwar bei Höfner durchaus im positiven Sinn. Ein Instrument vielleicht weniger für Bach-Fugen, jedenfalls im Mid-Price-Bereich, dafür aber für folkloristische Stücke, Lateinamerikanisches, zur Liedbegleitung etc. Das ist auch gerade bei dem von Dir verlinkten Beispiel zu sehen. Wobei man mit Saiten sehr, sehr viel machen kann. Ich hatte neulich erstmals Optima Carbon auf einem höherpreisigen Instrument genutzt, das war nochmal eine ziemliche Klangveränderung gegenüber den vorher aufgezogenen Saiten. (Ob nun in jedem Fall besser, möchte ich nicht behaupten, aber deutlich anders.)

    Höfner ist mittlerweile übrigens (zu Recht) wieder in vielen Läden vertreten, auch außerhalb von Treppendorf.
     
  5. Kante

    Kante Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.17   #5
    Ich habe unlängst meinem Sohn eine solche Green Line Höfner gebraucht besorgt. Optisch ein echter Hingucker. Heimisches Holz und "Made in Germany" finde ich absolut klasse.
    Die Gitarre tönt schon ein Stück weit anders als Fichtendecke/Mahagoniezarge. Sie ist nicht ganz so laut und etwas dünner im Bass. Es fehlt für mein Geschmack ein wenig an Luftigkeit. Sie klingt aber gut, nur eben anders als mir Bekanntes. Die Gitarrenlehrerin meines Sohnes war auch recht angetan.

    Hofner1.JPG
     
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  6. rw

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    Erstellt: 13.02.17   #6
    Ist das die HGL-7? Ahornkorpus? Klingt mit Sicherheit anders als Mahagoni (nämlich so, wie Du es beschrieben hast), ist aber auch bei den teuren Instrumente so. Auch da klingt Ahorn deutlich anders als Palisander oder Mahagoni oder Walnuss oder ...
     
  7. Doktor H.

    Doktor H. Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.17   #7
  8. rw

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    Erstellt: 14.02.17   #8
    Ob Haselfichte oder nicht, kann ich vom Bild her nicht erkennen. So richtig selten ist wäre Hasel insgesamt nicht, aber in der Preisklasse doch schon ungewöhnlich.

    Hast Du sie schon angespielt? Sie wird eher "schlank" klingen, der Korpus ist halt aus Ahorn. Das muss man mögen, ich selbst beispielsweise habe 2 günstige Instrumente mit Ahornkorpus und möchte meinen "Fuhrpark" irgendwann noch einmal in diese Richtung mit einer "richtig guten" erweitern. Sonst bietet Höfner ja noch genug Holz-Alternativen. Du solltest aber erst prüfen, ob Du generell mit den Höfner-Maßen (Korpus, vor allem aber Hals und Griffbrett) klar kommst (auch wenn man sich an vieles gewöhnen kann).

    Auch immer gut in der Preisregion als deutscher Anbieter: Hopf.

    By the way. Nicht alle Green Line-Instrumente sind auch Ltd Editions.
     
  9. Doktor H.

    Doktor H. Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.17   #9
    Der Test steht noch aus. In Kürze werde ich in der realen Welt testen gehen, und alles mögliche ausprobieren, von dem ich in letzter Zeit gedacht habe, es könnte fein sein, das zu haben :) Schon klar, ein Instrument kann einem noch so gut gefallen, wenn es sich nicht so anfühlt oder so klingt, wie man es erwartet hätte, so nützt das doch Alles nichts!

    Nochmal zurück zur Haselfichte: Ich bn relativ sicher, dass die Decke der Höfner weiter oben aus diesem Holz ist, weil ich eine Ukulele besitze, die vielleicht aus dem gleichen Stamm ;)gemacht ist. Du siehst sie im anhängenden Bild, die etwas Größere. Herr Pfeiffer von Brüko arbeitet ja zum Teil ebenfalls mit einheimischen Hölzern, und die Standorte der beiden Betriebe sind jetzt nicht sooo weit voeinander entfernt. Die Mooreiche, die bei Brüko immer wieder verwendet wird, stammt aus dem Main bei Kitzingen, sie ist rund zehntausend Jahre alt. Da könnte die von Höfner verarbeitete Mooreiche ebenfalls vom gleichen Standort stammen.
    Die Haselfichte ist in der Tat keine Hasel, sondern eine Fichte: https://de.wikipedia.org/wiki/Haselfichte
     

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  10. rw

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    Erstellt: 14.02.17   #10
    Letzteres war mir klar (da habe ich nur zu kurz geschrieben; Haselnuss wird m.W. im (Saiten-) Instrumentenbau auch nicht eingesetzt und unsere Haselnusszweiglein müssten noch etwas wachsen;-), ersteres kann ich auf dem Foto leider nicht erkennen. - (OT: Meine Brüko-Ukulele ist allerdings ein all-Mahagonie-Instrument.)
     
  11. OldRocker

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    Erstellt: 14.02.17   #11
    Hi,
    kenne diese Green Lines noch ganz gut aus meiner Zeit bei einem großen Musikladen. Die Ahornkorpus-Version klingt in der Tat recht schlank, dafür sehr definiert und stramm mit vielen schönen Klangfarben in den Mitten. Ich kenne die gleiche noch mit Nussbaumkorpus-die hatte dann noch ne schöne "Knorrigkeit" in den Tiefmitten und klang nur leicht weicher, nicht ganz so superdefiniert, dafür aber mit gut Bass. Ich glaube mich erinnern zu können, daß die teureren (bis auf die zwei höheren Modelle) gleich sind und lediglich Hochglanzlackiert, was ihnen eine feinere Klangnote verleiht. Man muss etwas aufpassen auf die Ahornhälse, die waren teilweise etwas verzogen (nach vorne abgeknickt kurz nach dem Halsfuss). Das war aber wenn es vorkam schon bei neuen Gitarren der Serie so, die die mit gutem Hals kamen waren auch stabil-war wohl eher ein teilweises Verarbeitungsproblemchen.

    Insgesamt: tolle Instrumente-vorallem die lackierte mit Nussbaumkorpus!

    Grüsse,
    Bernie
     
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  12. Doktor H.

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    Erstellt: 15.02.17   #12
    Danke, Bernie, man merkt, dass du die Möglichkeit hattest, viele Gitarren im Vergleich zu testen. Das hast du sehr gut beschrieben, damit kann man sich etwas vorstellen.Jetzt werde ich immer neugieriger!
     
  13. Doktor H.

    Doktor H. Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.17   #13
    In der Zwischenzeit hatte ich die Gelegenheit gehabt, verschiedene Modelle der Serie auszuprobieren, eine in ähnlicher Preislage aus exotischem Holz habe ich zur Vervollständigung noch in die Testserie mit hinein genommen. Beeindruckt haben sie mich allesamt, ich habe mich allerdings noch nicht zum Kauf entschlossen, das lag allerdings daran, dass die Priorität im Moment nicht so sehr auf der Konzertgitarre liegt. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben....
     
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