Höhe der Stimme durch üben ändern

von Vamp898, 17.10.07.

  1. Vamp898

    Vamp898 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.07   #1
    Ich wurde das bereits schon von mehreren gefragt und hab auch ein bisschen darüber philisophiert, aber ich bin zum entschluss gekommen.

    Man kann seine stimme nicht stark höher oder tiefer machen durch üben.

    Wenn jetzt jemand von natur aus ne sehr hohe stimme hat und die schon fertig gebildet ist und er nicht wirklich tief singen kann, dann kann er das auch nicht durch üben komplett ins gegenteil umschlagen.

    Ob das in der anderen richtung auch so klar ist bin ich mir nicth so ganz sicher. Aber sehr viel kann man wahrscheinlich auch nicht machen.

    Jetzt meine frage. Liege ich da jetzt total falsch und irre mich (wobei ja beides das selbe ist)?
     
  2. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 18.10.07   #2
    Leider kein Thema für den Workshop-Bereich.

    Der Stimmumfang jeder Person ist anatomisch begrenzt. Sowohl der absolut tiefste mögliche Ton, als auch der höchste mögliche Ton sind vorgegeben. Ob man diese Töne tatsächlich singen kann, ist eine Frage des Trainings.
    Aus einem Alt machst Du keinen Koloratursopran, aus dem Tenor keinen Bass.

    Auch das Grundtimbre jeder Stimme ist vorgegeben. Aus einem lyrischen Tenor machst Du keine kratzende Rockröhre.
     
  3. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 18.10.07   #3

    Ja ....

    Du kannst sowohl den Klang als auch den Tonumfang durch Techniken ändern.

    Ice hat zwar recht damit, dass der Tonumfang anatomisch vorgegeben ist. Aber ohne Übung weisst Du nicht, wann diese Grenze erreicht ist. Der größte Teil des anatomisch möglichen liegt sozusagen am Anfang noch brach.

    Wenn man anfängt mit dem Singen, singt man meist mit untrainierter Sprechstimme im Brustbereich. Die Lautstärke ist mäßig, der Tonumfang gering.

    Wenn die These zuträfe, dass man durch Übung den Bereich nicht erweitern kann, würden alle Sänger genau an dieser Stelle stehen bleiben. Erst durch Übung erfährst Du, wo Deine anatomisch vorgegebene Grenze liegt und kannst diese voll nutzen.

    Hier liegt der Hase im Pfeffer. Was meinst Du mit "gebildet"? Gesanglich geschult? Oder einfach nur "altersmäßig" ausgereift? Also "nach der Pubertät"....

    Die Stimme verändert sich auch nach der Pubertät noch. Viele Klassiker wechseln ihr Stimmfach mehrfach im Leben. Riesensprünge sind das zwar in der Regel nicht. ... dennoch: der Stimmumfang kann sich sowohl durch Übung als auch durch das Altern durchaus verändern.
     
  4. jdarkeyez

    jdarkeyez Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.10.07   #4
    Anatomisch gesehen schließe ich mich auch meinen Vorrednern an, der Stimmapparat hat bestimmte anatomische Vorraussetzungen, die bei jedem anders sind, aber eben Möglichkeiten und Begrenzungen vorgeben.
    Jemand der von Haus aus sehr tallentiert ist und ein gutes Gefühl dafür hat wie er mit seiner Stimme umgehen kann, wird die Ausbreitung seines Stimmumfangs vielleicht als geringer erfahren als jemand anders, der bei null anfängt und dann eben verhältnismäßig große Sprünge macht, aber letztlich doch im gleichen tonalen Bereich endet.

    Was die klassische Einteilung von Bass- Sopran angeht bin ich nicht der gleichen Meinung, weil man z.B. einen lyrischen Sopran nicht mit einer Rockröhre vergleichen kann, da im Pop/Rock Bereich diese Einteilung nicht vorkommt. Die Bezeichnungen gehen mehr auf den Klangcharakter der STimme zurück und geben für den Klassischen Sänger den Bereich vor in dem er am Besten singen sollte, was nichts mit dem Stimmumfang ansich zu tun hat.
    Im Pop/Rock/Jazz/etc Bereich kann man den gesamten Stimmumfang nutzen, allein dadurch werden die Bezeichnungen schon hinfällig.
    Natürlich ist es auch die Frage was ein lyrischer Tenor wollen würde, ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen dass er gern Rocker werden möchte, ist ja auch nicht nötig;-) Das hängt dann aber denke ich mit der Gesamteinstellung zusammen und nicht mit der Stimme.

    Also wenn man das Stimmfach im klassischen Sinne meint, dann glaube ich gern dass man nicht schnell vom lyrischen Tenor zum Bass wechselt. Wenn man allerdings Pop etc. singt kann man seinen kompletten Stimmbereich ausschöpfen und auch mit den verschiedenen Färbungen der Stimme spielen. Wodurch man natürlich nichts an der anatomisch vorgegebenen Höhe oder Tiefe schraubt, aber die Stimme doch wandelbarer macht.

    Lg Julia
     
  5. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 18.10.07   #5
    Hallo !
    Auch ich schließe mich meinen Vorrednern an: der individuelle Stimmumfang ist anatomisch vorgegeben, u.a. hat er mit der Länge und Dicke der Stimmlippen zu tun, und die lassen sich nicht verändern. Erfahrungsgemäß ist es so, dass durch Training und Unterricht meist einiges an Höhe dazukommt, in der die Tiefe ist die Grenze hingegen schneller erreicht.
    schöne Grüße
    Bell
     
  6. Foxx

    Foxx Pop/Rock-Gesang HFU

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    Erstellt: 18.10.07   #6
    @ Julia: Sicher kann man mit der Färbung der Stimme spielen, aber der Grundcharakter bleibt immer derselbe. Wenn ich (Bariton) und ein Bekannter von mir (Bass) den gleichen Ton singen, wird er immer eine grundlegend verschiedene Klangfarbe haben, egal wie sehr meine Stimme abdunkele.

    Was die Stimmfächer angeht, kursieren hier eine Menge verschiedener Meinung - ich für meinen Teil verwende die gängigen Stimmfächer vor allem, um den grundlegenden Stimmklang zu beschreiben, ganz unabhängig von den erreichbaren Tonhöhen. In diesem Kontext verbietet sich das IMO auch nicht im Rock/ Pop Gesang.
     
  7. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 19.10.07   #7
    Das mit den Stimmfächern benutze ich genauso wie The Olive Foxx. Es geht um den Grund-Stimmklang, die Klangfarbe (daher die schönen klassischen Wörter wie lyrisch oder dramatisch).

    Es geht mir in Maßen auch im Extremtöne, die man eben mit dem Falschen Werkzeug (also dem falschen Stimmfach) nicht mehr produziert bekommt.
    Eine echte Altistin wird nie in die Höhen vorstoßen können, die ein echter Sopran singt. Ein echter Sopran wird nie so weit in den Keller kommen, wie eine echte Altistin. Bei Männern ist das analog.

    Auch die "Butterlage" ist in der Pop-Musik nicht so irrelevant und lässt sich meist ganz passabel an den klassischen Stimmfächern festmachen.

    Auch der Aussage, dass man mit den richtigen Gesangstechniken schon jeden Klang erzeugen kann stimme ich nicht zu. Es gibt Naturbelter, die mit solchen Zerren ganz gut zu Rande kommen. Es gibt aber eben auch Sänger, denen das Belten sehr schwer fällt, die so was gar nicht hinbekommen.
     
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