Hohner Concerto 3: Bass klappert

von Tastenhuber, 15.03.19.

  1. Tastenhuber

    Tastenhuber Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.19   #1
    Hallo liebe Akkordeongemeinde,

    die oben benannte ist meine geworden - und klingt super.
    Jedoch klappert Sie um Bass — die Knöpfe sind nicht ausgefilzt.
    Weiß jemand wie ich die Gute ruhig stellen kann.

    Liebe Grüße
    Tastenhuber
     
  2. cantulia

    cantulia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.19   #2
    Salut,

    das kenne ich. Manchmal scheint mir das rythmische Geklappere im Bass lauter zu sein als die Musik. Doch dem Problem ist nur bedingt beizukommen. Klappern der Bassmechanik kann verschiedene Ursachen haben. Klappern welches entsteht weil Spiel in der Bassmechanik aufgrund von Verschleiß bzw. Sich-Setzen der Klappenbeläge ergeben hat. Klappern welches durch Aufschlagen von Metallmitnehmern auf seinen Gegenpart ensteht, Klappern welches durch das Nichtvorhandensein oder Verscheiß von Filzanschlägen bewirkt wird, Klappern der Knöpfe welches durch das Spiel in den die Knöpfe führenden Löchern entsteht. Die Konstruktion der Bassmechanik hat seit den 50ger Jahren durchaus Fortschritte gemacht, so daß mittlerweile die Knopfführungen wohl alle ausgefilzt sein sollten, genauso wie viele andere Maßnahmen, wie der Einsatz von Kunstoffteilen, Führungsröllchen, Achsen in Filz gleitend, Plast-Hülsen welche Drahtenden (Basswalzenstifte) umhüllen etc. Moderne Bassmechaniken sind erfreulicherweise erstaunlich leise.
    Einiges kann man versuchen in den Griff zu bekommen, so wie das perfekte Einstellen der Bassmechanik (Spielreduzierung). Anschläge, wenn noch keine Filzdämpfer am Werk sind, damit nachrüsten. Filze welche das Klappern der Baswalzen (die dicht nebeneinanderliegenden Wellen) lassen sich auch oft anbringen. Plast-Hülsen auf die Bass-Walzenstifte schieben, das bedingt natürlich dann eine Neu-Justierung der Mechanik. Kunstruktionsbedingt sind aber auch Klapperquellen welchen nicht beizukommen ist, wie z.B. wenn die Bassschieber aus Runddraht bestehen und einfach am Ende durch Durchstecken durch eine Bohrung und Umbiegen "befestigt" wurde. Das notwenige Spiel lässt unweigerlich Klappergeräusche entstehen, Spielfreiheit kann dort nicht erziehlt werden, da so eine unpräzise Verbindung dies nicht zulässt. Klar komplett umbauen, aufbohren, Teflon Buchse einpressen, Drahtenden genau justiert Durchstecken und eine verschiebbaren Hülse aufschieben und in "spielfreier" Position festlöten.....
    Auch die Durchführungen der Spielknöpfe sind so eine Geräuschquelle welcher nur schlecht beizukommen ist. Prinzipbedingt sind meine Cantulia Akordens auch solche Klapperkisten. Alles was innen erst Mal problemlos machbar war ist getan und trotz deutlicher Reduzierung des Klapperns ist dieses immer noch ganz schön nervig. Die Hauptursache der jetzigen Klappergeräusche sind in der Tat noch die Knöpfe in Ihren Führungsbohrungen. Ich habe mir schon einige Gedanken dazu gemacht. Eine Möglichkeit wäre eine Filzplatte mit dem entsprechenden Lochmuster zu versehen und von der Innenseite am Knopfbrett zu befestigen, doch dafür muß Platz vorhanden sein und vor Allem müssen die Knöpfe so lang sein, daß die Filzplatte dann auch als Führung fungieren kann. Notfalls könnte man längere Knöpfe anbringen. Eleganter wäre es die Führungsbohrungen im Knopfbrett aufzubohren und auszufilzen, so wie heutzutage üblich. Doch auch dies ist nicht so einfach. Erstmal müßte die gesamte Bassmechanik ausgebaut werden und dann exakt zentrisch zu den vorhandenen Bohrungen diese aufgebohrt werden. Einfaches freihändiges Aufbohren erscheint mir viel zu unpräzise und riskant. Das Holz kann splittern und ausreißen, die Bohrung kann zur Seite auswandern, Celluloid kann beschädigt werden. ganz abgesehen davon ist auch ein normaler Holzbohrer gar nicht in der Lage eine vorhandene Bohrung aufzubohren, da die mittlere Zentrierspitze keine Führung mehr hat, da ja schon ein Loch besteht. Am Besten wäre das Ganze dann auf einer Standbohrmaschine mit Kreuztisch zu tätigen, oder einer Fräse, so daß man präzise mittels des Kreuztisches die Bohrposition einstellen kann. Doch auch dort ist das winklige Einspannen des Bassgehäuses keine einfache Sache. Ich habe mir schon überlegt eine Art Stufenbohrer zu fertigen welcher an seinem vorderen Ende eine zylindrische Führung besitzt welche dem vorhanden Lochdurchmesser entspricht, davon ausgehend folgen dann die Schneiden welche in ihrem Winkel dem Material Holz entsprechend sein sollten. Durch Ausglühen sollte das Bearbeiten und Abändern eines HSS Stahl-Bohrers machbar sein. Das Schleifen der Schneiden bereitet mir noch Gedanken...
    Doch damit könnte es möglich sein wirklich freihändig zentrisch die Bohrungen zu erweitern um sie dann auszutuchen.
    Aber wie Du siehst ist das Alles nicht ganz so einfach. Erster Punkt wäre sicherzustellen daß die Bassmechanik perfekt eingestellt ist.
    Trost ist, daß das Klappern ja eigentlich auch im Rythmus des Stückes sein sollte, also praktisch ein kostenloses begleitendes Schlagzeug:).
    Als letztes: Die Bassmechanik ist ein recht komplexes und auch sensibles Teil, man sollte schon genau wissen was man machen kann und wo seine Grenzen sind.

    Roland
     
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  3. Redo

    Redo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.19   #3
    Hallo Tastenhuber,

    im Prinzip mußt Du damit so weiter leben, was für tausende Spieler eben auch als normal angesehen wird, auch wenn die meisten noch dazu ein höherwertiges Instrument (meist größeres Modell) zur Verfügung und einen direkten Vergleich selber ständig vor Augen haben. Es wird halt so aktzeptiert....
    ..oder, anstatt das Modell aufzurüsten/umzubauen, eben sich gleich nach dem modifizierte Concerto III Modell umschauen.

    Produktionsreihenfolge:
    HOHNER Concerto III / 1. Design (= Concerto I und Student V Verdeck-Design): Holz-Baßstufen-Platte, Holzbodenverdeck
    HOHNER Concerto III / 2. Design (gold/silber Verdeck, goldene Registerdrücker): Holz-Baßstufen-Platte, Holzbodenverdeck
    HOHNER Concerto III / 1. Mopf 2. Design (gold/silber Verdeck, aber mit weissen Registerdrückern): Holz-Baßstufen-Platte, Holzbodenverdeck
    HOHNER Concerto III / 2. Mopf 2. Design (gold/silber Verdeck, mit weissen Registerdrückern): nun mit Metall-Bass-Stufen-Platte und Filz-Führungsplatte für die Baßknöpfe, erkennbar auch an dem Metallbodenverdeck (Längsschlitze)

    Diese letzte Modifikation der Concerto III greift dem Nachfolge-Modell "Concerto III N" schon vor und Du hättest somit die Baßmechanik deutlich ruhiger.....

    Klar, wer handwerklich geübt ist, kann sich natürlich auch die HOHNER 72-Bass Metallbaßstufe (mit hinterlegter Filz-Platte) besorgen und selber einbauen/integrieren. Das alte Holzbodenverdeck passt aber nur bedingt und muß über die Länge der Baßstufe abgesetzt werden...außer man kauft sich das Metallbodenverdeck ebenfalls noch dazu... dann wiederrum wird´s halt allmählich immer unwirtschaftlicher...

    Nachfolger Concerto III N / III S / III T und wiederrum Nachfolger Bravo III 72 (und selbst die kleinen Bravo II 48) haben diese geräuschärmere Basseinheit als Standard ab Werk verbaut...

    Gruß
    REDO
     
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