Hohner ORT100 (Leslie) bleibt einfach stehen

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Hallo,
ich habe ein Problem mit meinem Hohner ORT100.

Es steht nun seit Monaten bei einem pensionierten Radio- und Fernsehtechniker, der schon einige Leslies und andere "antikere" Gerätschaften wieder zum Laufen gebracht hat, aber nun ist auch er mit seinem Latein am Ende.
Die Hohner-Schaltpläne liegen uns vor.

Folgendes Phänomen:
Das Gerät verweigerte mittendrin das Umschalten vom Langsammodus (Chorale) in den Schnellmodus (Tremolo). Zuerst hatten wir den Fußschalter im Verdacht, aber an dem lag es nicht. Auch bei einem zweiten Fußschalter trat das Problem sporadisch auf. Man konnte
hin- und herschalten was man wollte, es blieb immer bei der langsamen Rotation. Auch Ein-/Ausschalten brachte nichts, aber mittendrin gings dann wieder - mal schon nach dem ersten Ein-/Ausschalten, mal erst am nächsten Tag.
Das Gerät läuft in der Werkstatt des Technikers fast täglich 1-2 Stunden. Es läuft oft tagelang ohne Beanstandungen, er testet es immer wieder, wenn er in seiner Werkstatt arbeitet und schaltet hin und her.

Gestern wollte ich es abholen, da sagte er zu mir, dass es sich letzte Woche wiederholt 2-3x wieder nicht hat richtig schalten lassen. Es wollte dann immer aus dem Langsammodus nicht mehr in den Schnellmodus wechseln.
Wir redeten, was wir tun sollten, während die beiden Rotoren im Schnell-Modus liefen. Ohne Zutun blieben sie plötzlich komplett stehen!
Wir konnten dann schalten, wie wir wollten - die Rotoren blieben entweder stehen oder gingen in den Schnell-Modus, der Langsam-Modus war nicht mehr herzustellen.

Kältespray-Tests auf der Platine, auf der die verantwortliche Schaltung für Aus/Langsam/Schnell sitzen, brachten nichts, er hatte das schon öfters probiert.

Ich schaltete das ORT100 dann aus und wieder ein - und schon ging wieder alles!!!! Aus.....Langsam....Schnell............alles ging wieder!!!! :-(

Was kann das sein?
Der Techniker vermutet, dass auf dieser Platine mit den Triacs (?) etwas nicht stimmen würde. Zudem befinden sich auf dieser Platine ein paar Bauteile mehr, als im Schaltplan eingezeichnet sind. Offenbar hat man in der Serie oder erst später ein paar zusätzliche Bauteile mit in die Schaltung aufgenommen, ohne die Schaltpläne zu ändern. Im Internet findet man jedenfalls, egal wo man sucht, immer nur die Version der Pläne von 1981/1982. Aber der Techniker meint, daran kann es nicht liegen, irgend etwas verhindert in unregelmäßigen Abständen ein Umschalten und es kann seiner Meinung nach nur im Bereich dieser Triacs liegen.

Hat hier im Forum jemand einen Verdacht oder einen Tipp, wo wir weitersuchen oder vorgehen sollten? Vielen Dank!
 
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Habe die Schaltpläne im Moment nicht zur Hand. Ich meine, man könne sie sogar bei Hohner herunterladen, aber mir fehlt im Moment der Link.
Konnte jetzt nur in einer Onlineversion die Schaltpläne betrachten.

Da immer beide Motoren (oben/unten) betroffen sind, würde ich erst mal vermuten, daß die Steckverbindungen ST1/ST2 i.O. sind.
Klingt irgendwie nach kalter Lötstelle. Mal alle Lötstellen auf der Triacplatine nachgelötet? Sollten da irgendwelche Tantal- oder andere Elkos zusätzlich verbaut sein, diese auf jeden Fall vorsorglich wechseln. Auch die Widerstände kann man mal auswechseln.

Ich würde mir zunächst die Signale FAST und SLOW auf der Platine, direkt an den Eingängen der Opto-Triacs angucken (mit 2 DVMs). Die müssen ja auf 0V runtergezogen werden, im aktiven Fall. Nicht aktiv, sollten da +15V zu messen sein.

Das Triac-Board (in der Fassung von 1981/1982, wie Du schreibst) ist doch ziemlich simpel aufgebaut mit nicht allzu vielen Bauelementen. Und die Triacs sind doch schnell mal ausgewechselt.

Schick doch mal ein Bild von der Triac-Platine.

Eine Idee noch: untersuche doch mal die Klinkenbuchse, an die Du den Fußschalter anschließt, ob da vielleicht was lose ist, Wackelkontakt, Berührung.
 
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Hallo Don Leslie,
das ist ja schonmal eine Menge Input für mich bzw. den Techniker - vielen Dank!!!!!!
Anbei der Schaltplan, es geht (laut meinem Techniker) um die Schaltung auf Seite 2.
Ich werde das so weiterleiten und mich wieder melden.

Ein Bild von der Platine kann ich gerne machen, allerdings bin ich erst wieder am 9.11. bei dem Techniker (ist etwas weiter von mir weg....).
 

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Danke für das Hochladen des Schaltplans. Liest sich so etwas bequemer. Diode D8 (1N4148) wäre auch ein Kandidat. Die verhindert, daß bei FAST aus Versehen auch der SLOW Motor angehen kann. Warum die Schaltung diesbezüglich nicht symmetrisch ausgelegt ist - also SLOW auch gleichzeitiges FAST verhindert) -, verstehe ich im Moment nicht.
 
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Vielen Dank, Don!!! Deine Info gebe ich sogleich weiter an den Techniker. :)
 
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Man könnte parallel zur LED in den Optokopplern je eine externe LED löten. Dann wüsste man schon mal, ob die Ansteuerung bis dorthin funktioniert. Dies ohne, dass man irgendwo aufschrauben müsste.

Michael
 
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Man könnte parallel zur LED in den Optokopplern je eine externe LED löten. Dann wüsste man schon mal, ob die Ansteuerung bis dorthin funktioniert. Dies ohne, dass man irgendwo aufschrauben müsste.

Michael
Um parallel zu den LEDs in den Optokopplern etwas anzulöten, mußt Du doch massiv aufschrauben und offen lassen, um die LEDs zu betrachten.
Ohne Aufschrauben geht's mit DVM an 1-6 und 1-7 am 9pol. Anschluß des ORT.
 
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Das könnte man tun Don. Dann wüsste man, ob die Pins 6 und 7 auf Masse gezogen werden.

Und das Aufschrauben...klar muß man zuvor aufschrauben und die LED´s mit Kabeln anlöten und diese nach aussen führen. Aber wenn dann die Kiste wieder aussetzt, weiß man schon mal bis wohin die Schaltung funktioniert.

Michael
 
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Das könnte man tun Don. Dann wüsste man, ob die Pins 6 und 7 auf Masse gezogen werden.

Und das Aufschrauben...klar muß man zuvor aufschrauben und die LED´s mit Kabeln anlöten und diese nach aussen führen. Aber wenn dann die Kiste wieder aussetzt, weiß man schon mal bis wohin die Schaltung funktioniert.

Michael
Aber ob die Optokoppler funktionieren, weißt Du damit auch noch nicht. Du beweist damit nur, daß Deine LEDs in Ordnung sind und die Pins 6 und 7 auf Masse gehen. :)
 
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Hallo liebe Mithelfenden!
Gestern war ich wieder in der Werkstatt des pensionierten Radio- und Fernsehtechnikers, eure Infos hier hatte ich damals schon an ihn weitergegeben. Ich habe dann mal zwei Bilder von der Platine gemacht, auf der sich wesentlich mehr Bauteile befinden, als im Plan. So sind z.B. diese acht Wiederstände in der Bildmitte nicht in der Schaltung, ebenso dieses "große, grau längliche Teil" unten rechts (sorry, ich konnte mir den Begriff nicht merken), dort liegen nach seiner Aussage 220V Spannung an. Seit zwei Wochen läuft das Ding wie es soll, der Techniker wartet auf den nächsten "Ausfall", um dann die Spannungen an den Bauteilen zu messen, wenn die Rotoren plötzlich wieder stehen bleiben. Ich soll aber die Bilder hier mal hochladen in der Hoffnung, dass jemand was dazu sagen kann.
Kann es sein, dass damals die Schaltpläne gezeichnet wurden und in der Serie hat man dann nachträglich noch Sachen ergänzt oder hinzugefügt oder geändert, hat aber nie diese Pläne irgendwo veröffentlicht? Anders kann ich mir das gar nicht vorstellen.

img_7405-jpg.824069

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Das sieht doch nach einer völlig anderen Schaltung aus, die in den bisher vorliegenden Schaltplänen nicht dokumentiert zu sein scheint. Das "graue längliche Teil" ist ein Leistungswiderstand, hier 12KΩ. Solche Bauelemente entwickeln Wärme und die Lötstellen tendieren schonmal dazu, wackelig zu werden, Was auch zu Ausfällen führen kann. Aber diese Schaltung ist nicht einfach die uns bekannte, zu der ein paar Baelemente hinzugefügt wurden. Interessant wäre es, den Schaltplan hierzu irgendwo aufzutreiben.

Es gab mal eine Seite von Hohner im Web, wo man die Schaltpläne herunterladen konnte. Existiert diese noch?
Könnte sowas wie old-hohner.de sein. Dort will man aber ein Login haben.
 
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Danke für deine Antwort!
Ja, mein Techniker sagte mir, dass das Ding "heizt" und eigentlich "nur warm macht" und er auch nicht nachvollziehen kann, warum das Ding dort verbaut ist - aha, Leistungswiderstand. Bezweifle, dass ich mir das bis zum nächsten Mal merken kann, ich bitte um Nachsicht :)
OK, ich werde mal noch weiter durch das Web surfen und schauen, ob ich irgendwo was auftreiben kann. Vielleicht wissen ja andere Mitlesende hier noch weiteren Rat oder kennen Quellen.
 
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Das könnte ein Bremswiderstand für die Motoren sein.
Die 8 Bauteile in der Mitte sind keine Widerstände sondern Dioden (DO41 Glasgehäuse).
 
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Danke für deinen Hinweis, gebe ich so weiter.
Hohner habe ich gestern angeschrieben, die haben auch prompt schon geantwortet. Zitat: "Nachdem unsere Elektronikabteilung bereits vor 25 Jahren geschlossen wurde, sind leider nicht mehr alle Schaltpläne verfügbar. Lediglich der anliegende Plan ist noch vorhanden".
Tja, in der Anlage war dann der bereits bekannte (von mir weiter oben angehängte) Plan, der leider nicht weiterhilft.
In den Weiten des webs habe ich dann gestern noch eine Seite gefunden, da hatte jemand bebildert und beschrieben, wie er das ORT100 mit einer anderen Ansteuerung versehen hat, um es mit Hammond-Clones ansteuern zu können. Dort sieht man deutlich, dass auch in dessen ORT100 die selbe Platine wie bei mir verbaut ist. Auch mit ihm hatte ich Kontakt, er wusste aber leider auch nicht mehr und hatte ebenfalls nur den bekannten Schaltplan. Er empfahl mir, alle Komponenten der Platine zu erneuern und er würde mit den Optokopplern anfangen, da man vermuten könnte, dass die darin verbauten LEDs von Zeit zu Zeit spinnen könnten.
 

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