Humbucker im Single Coil Format. Was ist wichtig bzw. richtig?

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Hallo zusammen,

ich würde gern an einer meiner Strats den Bridgecoil gegen einen HB im SC-Format tauschen.
Für eine Marke habe ich mich noch nicht entschieden. Musikalisch bleibt es bei Hardrock und Lightmetal 😁.
Also kein Highgain Gechugge.

Meine Fragen dazu wären:
Ist es hier auch sinnvoll sich wie bei einem normalen HB an dem Ohmwert zu orientieren, oder ist das bei dem SC-Format eher kontraproduktiv?
Für einen hohen Ohmwert brauche ich nach meinem Verständnis ja mehr Wicklungen, was bei einem SC-Format ja platztechnisch schwierig ist.

Sollte der neue HB (Rail) z.B. nur einen Wert von 7 kOhm haben, müsste ich dann trotzdem auf ein 500 kOhm Poti wechseln und reichen 7 kOhm für meine Bedürfnisse s.o. eigentlich aus?

Danke schon mal.
 
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Seymour Duncan gibt für die Hotrails Potentiometer mit 250k an. Die Hotrails haben eine Inpedanz zw. 14,5 und 16,8 kOhm.
 
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Ich habe auch keine Erfahrung mit Humbuckern im SC Format und würde mich gerne an die Frage dran hängen, wenn ich darf. Gibt es denn klangunterschiede zum HB Format?
 

Ich habe sehr günstige Hotrails aus China mit 10kOhm Gleichstromwiderstand verbaut und die 250k Serienpotis in der Strat belassen. Funktioniert einwandfrei
 
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Was euch gefällt kann hier niemand erahnen…

Die reine Lehre sagt, dass der Gleichstromwiderstand wenig über einen PU aussagt, da da noch der/die Magnete sind.
Die gefühlte Praxis sagt aber dennoch desto höher der Widerstand desto brat…

Da bei einem Himbucker im Singlecoil Format beide Spulen enger zusammen oder sogar übereinander liegen, ist der Abnahmebereich auch enger, was dazu führt, dass tendenziell z.B. ein Seymour Duncan JB jr auch schlanker als der klassische SH-4 klingt.

Die Abstimmung zwischen Bridge Humbucker und Singlecoils funktioniert bei HSS Strats idR ganz gut über die PU Höhe, solange da nicht ganz extrem unterschiedliche Lager kombiniert werden.
 
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Ich hab vor einiger Zeit den Stegtonabehmer meiner Strat mit einem DiMarzio Area61 ersetzt. Dieser hat lt. Beschreibung 6,43 KOhm.
Wobei das Ziel bei mir keine Klangänderung, sondern Brummfreihet war.
 
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Ich habe mich immer auf meine Ohren verlassen.

Vor wenigen Tagen habe ich eine ältere „Power Strat“ verkauft, in der drei Häussel Klingen ihren Diest taten. Wahlweise auch jeweils gesplittet.
Das war schon sehr ok, klang jetzt aber auch nicht ganz so wie ein Steg PU in einer klassischen LP. Nicht besser oder schlechter, einfach anders und halt mehr wie ein SC auf Speed. 😎
 
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Ich habe bei meiner "Metal-Strat" in der Mittelposition einen Texas-Spezial und an der Brücke einen Little 59.
Mein Texas-Special hat 8,95 kOhm der Little 59 hat ca. 9,95 kOhm.

Mit dem Sound bin ich sehr zufrieden. Die beiden harmonieren gut und (bei mir) passt das auch wenn ich umschalte (passiert sehr oft mittendrin).
Den Texas-Special hatte ich kurzzeitig mal gegen eine DiMarzio Area?? getauscht. Dann aber wieder meinen Texas-Special eingebaut, weil er sich bei meiner Mucke in Verbindung mit dem Sustainer besser schlug.

Aber alles natürlich Geschmackssache
 
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Habe in meiner Jannik Gers Strat je einen Seymour Duncan JB Jr am Steg und am Hals, dazwischen werkelt ein Hotrails. Verglichen mit einem Humbucker würde ich den Sound als etwas mehr luftiger beschreiben (sagt der Typ, der sich immer gewundert hat, wie Leute Sounds beschreiben). Also nicht das volle Humbucker Brett, sondern ein wenig darunter anzusiedeln. Potis wurden von Seymour Duncan 250er empfohlen und die sind auch eingebaut.
 
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  • #10
Na, "Humbucker im Single Coil Format. Was ist wichtig" lässt sich doch ganz einfach beantworten. Wichtig ist einzig und alleine, dass DIR der resultierende Sound gefällt. Was würde Dir mein Geschmack nutzen?

Jeder PU wird in jedem einzelnen Gitarrenexemplar irgendwie anders klingen, weil eine Gitarre kein 100 % determinierter Körper (natürlich einschließlich Hals und allem Kram, der sonst noch dran und drin ist) ist. Und natürlich hat alles hinter der Gitarre und um sie herum auch einen Einfluss auf den Sound, ganz abgesehen von der persönlichen Wahrnehmung. Zu allem Überfluss beeinflussen auch Spielfähigkeiten dann noch den Sound.

Ich hab nur zwei Gitarren, bei denen ich mit "Umbauten" experimentier(t)e. Dazu habe ich mir Tendenzen des erzielbaren Klangs auf den Seiten der Hersteller und Händler und auf youtube angehört (ja, das ist aufwendig, aber es ging/geht ja um meinen persönlichen Geschmack und nicht den von anderen Leuten). Dann hab ich in der Praxis ausprobiert, bis ich mehr als zufrieden war (auch das ist persönliches Maß).

Also: Beispiele kann man leicht selbst suchen und was andere empfinden oder meinen, hat für mich keine Relevanz. Es ist auch nicht wie bei moderner elektronischer Klangerzeugung, dass ich erfahre, mit welcher Hardware ein Sound gemacht wurde, mir dieselbe Hardware besorge und dann zwingend dasselbe Ergebnis erhalte. Da muss man schon viel Arbeit, Geduld und Fähigkeiten reinstecken und findet dann überraschenderweise, dass ein bestimmter Sound nicht nur mit einer Hardwarelösung zu erhalten ist :oops: (Leute, die sich mit der Bedienung von Equipment auskennen - man nennt sie meist Profis - kriegen nämlich ihre Sounds aus fast allem, was man ihnen in die Hände gibt ;), was die Vermutung nahelegt, dass es doch mehr auf Auskennen und Können ankommt, als z.B. auf ein paar Drähte).
 
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  • #11
Danke schon einmal bis hierhin.
Ich denke auch, ich werde mich für etwas mit nicht so hohem Output entscheiden und kein Keramik. Schlussendlich soll es für Hardrock taugen und soll den dünnpfiffigen SC adäquat ersetzen, vorallem ohne die bekannten Nebengeräusche.
Der Rest geht übers Pedal und den Amp.

Ich habe sehr günstige Hotrails aus China mit 10kOhm Gleichstromwiderstand verbaut und die 250k Serienpotis in der Strat belassen. Funktioniert einwandfrei
Welche hast Du genau verbaut?
 
  • #12
Mit den China hotrail bin ich zufrieden, klingt etwas anders als Singelcoil oder Hummbucker .
Die Gründe sind schon erwähnt.
Ich ab mich für 11k und 14k entschieden.
Hab die billigesten bestellt.
Einer davon mit Keramikmagnet wegen der Wirbelströme.
Ich finde nur, das Magnet Material in Kupfer zu wickeln macht die alnico Version zum Favoriten.
 
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  • #14
Ich hatte in den 1980ern mal Bill Laerence OBL Pickups in einer Strat verbaut.
Solche hier:

IMG_5600.webp


War okay, aber Du musst Dich davon verabschieden, dass deine Strat nach Strat klingt. Das solltest Du in Kauf nehmen. Sie klingen irgendwie noch nach Strat, aber sind halt keine SC mehr.
 
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  • #15
Habe in meiner Jannik Gers Strat je einen Seymour Duncan JB Jr am Steg und am Hals, dazwischen werkelt ein Hotrails. Verglichen mit einem Humbucker würde ich den Sound als etwas mehr luftiger beschreiben (sagt der Typ, der sich immer gewundert hat, wie Leute Sounds beschreiben). Also nicht das volle Humbucker Brett, sondern ein wenig darunter anzusiedeln. Potis wurden von Seymour Duncan 250er empfohlen und die sind auch eingebaut.
Ich like diese Empfehlung. Der SD JB Jr am Steg ist leiwand. Aber auch einen SD Hotrail würd ich in der Stegposition ungeschaut einbauen bei einer Strat...
 
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  • #16
Warum?
Ich habe mehrere G&L Legacy Special Gitarren, die haben Gotoh Twin-Blades in Halsposition und in der Mitte, am Steg den Power-Blade.


Die sind Made in Japan, nicht zu teuer und den Klang würde ich mal so in die Ted Nugent Ecke zu Zeiten seiner Platten "Ted Nugent", "Free for all" und "Cat Scratch Fever" einordnen.
 
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  • #17
Ist es hier auch sinnvoll sich wie bei einem normalen HB an dem Ohmwert zu orientieren, oder ist das bei dem SC-Format eher kontraproduktiv?
Für einen hohen Ohmwert brauche ich nach meinem Verständnis ja mehr Wicklungen, was bei einem SC-Format ja platztechnisch schwierig ist.
Ich habe da auch mal eine Weile herumexperimentiert und recherchiert. Ich bin dabei in ein ziemliches Nerd-Universum abgebogen.
Es gibt ja tatsächlich einige Pickups, die es sowohl als klassischen Humbucker als auch als Humbucker im Single-Coil-Format gibt, aber die SC-Versionen sind nicht einfach nur „derselbe Pickup im geschrumpften Gehäuse“.

Ein paar Beispiele:
Seymour Duncan JB SH-4 ↔ JB Jr. SJBJ-1
DiMarzio Tone Zone DP155 ↔ Tone Zone S DP189
DiMarzio Air Norton DP193 ↔ Air Norton S DP180
Seymour Duncan ’59 SH-1 ↔ Little ’59

Weitere Kandidaten wären z. B. Seymour Duncan Hot Rails oder DiMarzio Super Distortion/Chopper/Fast Track.

Die "elektrischen" Werte sind teilweise deutlich unterschiedlich. Die Hersteller versuchen nicht, die Konstruktion 1:1 zu kopieren, sondern eher den Charakter des großen Humbuckers ins kleinere Format zu übertragen.

Zum Vergleich (jeweils Bridge):
Der Seymour Duncan JB SH-4 liegt bei ca. 16,4 kΩ, der JB Jr. bei etwa 12–13 kΩ.
Der DiMarzio Tone Zone DP155 kommt auf ca. 17,3 kΩ, der Tone Zone S auf ca. 12,4 kΩ.
Der DiMarzio Air Norton DP193 liegt bei ca. 12,6 kΩ, der Air Norton S ungefähr bei 10–11 kΩ.
Interessant ist der Seymour Duncan ’59: Der große SH-1 liegt bei ca. 8,2 kΩ, während der Little ’59 bei rund 11,7–11,8 kΩ liegt. Der ist also nicht einfach ein kleinerer ’59, sondern eher ein „PAF im SC-Gehäuse“.

Wenn also das Ziel ist: „Ich habe eine Strat-Fräsung und möchte möglichst nah an einen klassischen Humbucker-Sound kommen“, würde ich nicht nach dem kΩ-Wert auswählen. Der Wert alleine sagt relativ wenig aus, sonst wäre die Pickup-Auswahl ja auch viel zu einfach. :)

Entscheidend ist eher der gewünschte Charakter.
Für Highgain/modern wären z. B. JB Jr., Tone Zone S oder Hot Rails wahrscheinlich die naheliegenderen Kandidaten (wobei ich persönlich mit Hot Rails nie wirklich warm geworden bin; das ist natürlich Geschmackssache 😉).


Gibt es denn klangunterschiede zum HB Format?
Ja, ich finde, die Humbucker im SC-format haben mehr attack, einen eher "drahtigen" Klang.
Das ist aber nur mein subjektiver Eindruck, keine Empirie ... :D
 
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  • Ersteller
  • #18
@dubbel 👍


Gibt es eigentlich einen Unterschied bei den Wicklungen verschiedener Modelle? Es gibt ja das tatsächliche SC-Format, wie oben im Bild von Stratomano und die Seymour Duncans z.B. mit jeweils einer Rundung pro Rail? Oder ist das nur optisch? Jetzt wird es auch nerdig 😄!
 
  • #19
Ja, Haupttypen sind entweder zwei Spulen eng nebeneinander oder zwei Spulen übereinander (Stacked). Klingen-PU oder solche mit 12 Polschrauben sind idR Doppelspulen nebeneinander. Stacked Modelle gehen meiner Erfahrung nach klanglich bzw. haben die Zielrichtung eher brummfreie „Singlecoils“.
 
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  • #20
Die reine Lehre sagt, dass der Gleichstromwiderstand wenig über einen PU aussagt
Da habe ich ein ganz aktuelles Beispiel für.
Ich habe einen Satz SCs von Alan Entwistle (leider Anfang des Jahres von uns gegangen) bekommen (new old stock).
Der hatte diesen Typ für Jack White entwickelt.
Lautstärke und Klang nahezu identisch zu meiner Am Pro 2, aber weniger Brummen und NUR 3,4 kOhm.
Der hat ne breite Klinge in der Mitte, die aber voll mit vergossen ist und nicht aus einem Teil, sondern 8 dünnen Trafoblechen besteht. Was für Magnete verbaut ist weiß ich nicht ( 2 Balken seitlich unter der Spule an der Rail ).

Zurück zum Thema: der in #13 genannte Hotrail mit 10kOhm ist auch nicht merklich lauter, neigt aber eher zum Zerren als ein echter SC
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Mit der Hauptgrund, warum ein normaler Humbucker anders klingt als ein HB im SC-Format ist der Abstand zwischen den Spulen bzw. Klingen oder Polepieces im Zusammenspiel mit der schwingenden Saite. Je nachdem wo gerade die Schwingungsbäuche oder -Knoten bei dem jeweiligen Ton einer Saite liegen
 
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