Ideen weiterspinnen

von GuitarDemon888, 30.05.18.

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  1. GuitarDemon888

    GuitarDemon888 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.05.18   #1
    Ich spiele oft abends nochmal Gitarre und habe dann die besten Ideen. Die halte ich meist kurz fest, indem ich schnell nochmal den Laptop raushole, den Amp einstöpsele und die Ideen aufnehme, dann noch fix im Laptop oder auf Papier die Akkorde oder wichtigsten Tabs festgehalten, abspeichern und ab ins Bett.

    Auf meinem PC tummeln sich nun mindestens schon an die 100 Riffs, Passagen und halbe Songs. Mein Problem ist oft, dass mir in erster Linie die Zeit fehlt um das alles auszuarbeiten und in zweiter Linie dann die Ideen, bzw das Know How fehlen.
    Ich habe schonmal meinen Lehrer gefragt, der Profi ist und der meint immer, dass es in puncto Songwriting kein Geheimrezept gebe und wenn man einen guten Part hat, dann solle man einfach noch einen anderen dazu spielen, der irgendwie ne Abwechslung dazu darstellt. Man müsse dann nur drauf achten, dass man ne Spannung aufbaut und dass die im Verlauf nicht völlig flöten geht, sondern sich immer weiter steigert, indem man mit Betonungen, Variationen und so weiter arbeitet. Wir haben nun das Thema Kirchentonleitern und Akkordaufbau am Bass und für Gitarre gehabt. Mir ist da nun auch noch mal einiges klarer geworden.

    Technisch bin ich mittlerweile ziemlich gut ausgestattet und ich habe alles, was ich brauche, um zuhause gescheit Songs in Wohnzimmerqualität produzieren zu können. Die Drums können von EZ Drummer 2 kommen, Gitarre und Bass kann ich über meine 2 Modeler einspielen und ich könnte nun beispielsweise auch noch Piano oder so dazu spielen, da ich mir diese Woche noch Magix Music Maker im Paket mit dem Midi-Keyboard geholt habe. Ansonsten benutze ich Reaper als DAW.

    Ich habe nun bald Urlaub und würde dann echt gerne mal mindestens 2-3 Songs fertig stellen.
    Ich bin mir sicher, dass es diverse Ecken gibt an denen man mal anpacken könnte. Klar, wenn man einfach irgendwo anpackt und lange genug rumprobiert, würde am Ende sicherlich irgendwas bei rumkommen, aber ich würde das echt gerne mal halbwegs gezielt angehen.

    Hat evtl. irgendwer eine Idee oder einen Tipp? Wie hat's bei Euch funktioniert? Was waren die zündenden Momente? Was hat Euch (stark) voran gebracht?
     
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  2. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.05.18   #2
    Hi GuitarDemon888,
    das Problem, was Du hast, hat sehr viele Aspekte und mögliche Anpackepunkte, vom musikalischen Wissen über Fragen der Arbeitsorganisation (es gibt beispielsweise die Methode des songspeedwritings) und der verfügbaren Technik bis hin zur Frage, ob oder ab wann man sich nicht mit anderen Leuten zusammen tun sollte, um dann vielleicht mehr gebacken zu bekommen. Und das waren bei weitem noch nicht alle Aspekte, die einen Einfluß darauf haben, ob es nun funktioniert oder nicht.

    Zudem kennen viele Musiker das Problem und deswegen gibt es auch schon viele threads dazu. Guckst Du hier:
    https://www.musiker-board.de/search/29692497/?q=von+der+idee+zum+song&o=relevance&c[node]=347

    Du kannst ja auch mal Suchworte Deiner Wahl in die SUFU (Lupensymbol oben rechts in der Menu-Leiste) eingeben.

    Dort entdeckst Du eine wahre Fundgrube an Ideen, Tipps und Ansatzpunkten.

    x-Riff
     
  3. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.05.18   #3
    :great:

    Nur einen "Tipp" noch vorab: Nimm' Ideen nicht auf, bis sie nicht eine gewisse Reife haben. Sonst besteht besteht die Gefahr, dass genau das passiert, was Du oben beschreibst: Jäger/Sammler auf Festplatte.
    Die Frage, warum das so ist, habe ich mir schon oft gestellt. Meine Hypothese: Zu den kleinen Happen fehlt jede Beziehung. Wenn eine Idee aber einen gewissen Grad an Reife hat, entwickeln kreative Menschen eine Beziehung zu dieser Idee. Und die lässt einen nicht mehr los.
    PS: Den Patchworkansatz Deines Lehrers finde ich nicht schlecht, es fehlt uU aber das Organische
    Das kann dann bedeuten, dass es viel (!) mehr Arbeit erfordert, die unterschiedlichen Teile irgendwie zusammenzubringen, als eine neue halbwegs reife Idee zu entwickeln.
     
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  4. DandyKong

    DandyKong Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.05.18   #4
    Hi,

    nun bin ich nicht der Fließbandsongschreiber, kann deshalb aus meiner Sicht vielleicht nur noch raten, lass es doch so wie es ist. Die Songs, die ich nach Schema (Intro, Pre-Chorus, Verse, Chorus, Verse, Chorus, Verse ) geschrieben habe, waren nicht besonders vorzeigbar, haben aber den Druck, einen Song schreiben zu müssen, abgebaut. Inzwischen handhabe ich musikalische Ideen, Riffsammlungen, Liedtextschnipsel,..wie Skizzen und Zeichnungen auf Papier, die ich in eine Zeichenmappe einsortiere.

    Sicher, eine Papiercollage ist was anderes als ein Aquarell, als ein Ölgemälde, als eine Statue, aber dass sich damit beschäftigen und das Festhalten der Ideen ist ähnlich.

    Um nun deine 2-3 Songs zu schreiben, kannst du entweder auf deine Sammlung zurückgreifen, in Erinnerungen baden, oder du bedienst ein Muster und schreibst dir die Lieder und arrangierst die Instrumentierung ohne auf dein bisher Erarbeitetest zurückzugreifen. Beides habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt ausprobiert...

    Würde ich einen Gitarrenamp entwerfen, wäre mein erstes Anliegen die Erdung und Nulllleitung. Erdstromkreise und ähnlich geripptes ausschließen . Ein Checkliste, die du während deiner Songschreibarbeit als Erdung nutzt, war für mich ein wichtiges Muss. Allerdings war mein Anliegen auch nicht den Überfliegersong zu schreiben, sondern nur das endlich FERTIG.

    Gruss
     
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  5. GuitarDemon888

    GuitarDemon888 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.05.18   #5
    Da würde ich dann gerne auf bereits vorhandene Ideen zurückgreifen und die ausarbeiten.
    Für mich ist hauptsächlich die Frage ... wie baue ich bereits vorhandene Schnipsel zu einem Song aus? ... wie finde ich einen zweiten Part der gut passt? ... gibt's da ein Schema F?
     
  6. DandyKong

    DandyKong Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.05.18   #6
    ??

    Chez Mao - wie Ordnung. Sortiere deine Riffs, Passagen und halbe Songs. Um dir eine Übersicht und direkteren Zugriff zu geben, nummeriere sie.
    Schnapp dir Würfel. soviele, wie ein notwendiges Würfelergebnis verlangt und lass den Zufall für dich entscheiden. Nichts anderes macht übrigens auch Magix 'Song Maker'

    Nimm dir die Zeit, bis deine Ideen deiner momentanen Vorstellung genügen: das kann schon einiges an Arbeit bedeuten. Bis zur Routine gilt immer: Aller Anfang ist schwer.

    Deine Ideensammlung ist ja irgendeines Ursprunges beziehungsweise haben in irdendeiner Form ein entsprechendes Gegenstück. Ein Lied, dass dich zum klimpern oder zupfen anregte, Strike-Rolls und Paradiddles, die dich zu gewagten Passagen ermutigten, Wortfetzen, die dich träumen liessen. Nun, die Lieder liegen also in Einzelteile vor dir und es liegt eben auch nur an dir dein Schema für den Zusammenbau zu finden.
     
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  7. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.05.18   #7
    Ja - und dann klingt´s wie Schema F.
    Nur schlechter gespielt, arrangiert und produziert, weil:
    Was spricht eigentlich dagegen, in eine Band zu gehen?

    x-Riff
     
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  8. GuitarDemon888

    GuitarDemon888 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.05.18   #8
    Naja, ganz so ist das nicht ... ich bin da oft eher minimalistisch, mir reicht persönlich oft schon ein richtig packendes Riff oder zwei, wenn die bei mir im Kopf so feuern und mich faszinieren ... auf die meisten Menschen wirkt das aber langweilig, da kann das Riff noch so gut sein.

    Ich bin froh um ehrliches Feedback und war neulich ziemlich überzeugt, hatte ein paar Sachen aufgenommen, drei Stücke aufgenommen. Davon war ein im Stil von Chevelle aus der Zeit um Vena Sera oder Sci-Fi Crimes, ein anderes ging eher modern grungig in Richtung Seether und das dritte Ding war im Stil älterer Sachen von Kid Rock.
    Hab die voll Feuereifer und Stolz zu meinem Lehrer mitgenommen. Seine Wertung - die Sachen sind gut, die Aufnahmen waren auch gut, es gab überall nur ein wenig Kleinkram zu verbessern, aber über ein solides Normallevel ging das nicht raus. Da kam eben sein Ansatzpunkt, dass ich nicht nur Stur nach A B A B oder anderen gleichen Schemata verfahren dürfe, sondern auch viel mit der Erwähnten Dynamik und anderen Arrangements etc. spielen solle, um da mehr draus zu machen. Sein Endkommentar war - gutes und solides Grundlevel, aber wenig reizvoll, da keine Steigerung drin sei. Die Riffs fand er an sich super, hätten aber quasi kein Hitpotenzial ... nun, ich habe ja nicht vor Hits zu schreiben, zumindest nicht absichtlich, aber es wäre schön, wenn man mal irgendwann ein Programm von 25 - 45 Minuten hätte, was man sich anhören kann ohne rauszurennen.

    Dagegen spricht einerseits die Zeit und ehrlich gesagt habe ich kaum wieder Lust auf den ganzen Bandstress. Ich habe zuletzt 10 Jahre lang in drei Bands gespielt, die letzte ziemlich erfolgreich mit vielen Auftritten und dergleichen und es gab irgendwo immer Ärger und ich kann und möchte dann ohne Druck arbeiten. Das war in der letzten Band sehr cool, aber auch sehr nervig. Wir haben einerseits bestens zusammen funktioniert, waren aber alle ganz unterschiedliche Charaktere und hatten aber alle ganz unterschiedliche Ambitionen und dann kam die Sache mit einem Plattenvertrag, im Endeffekt haben wir den abgelehnt, da zwei sich wegen der gemischten Ansichten nicht sicher waren, aber eigentlich gerne wollten - ich war einer davon, zwei waren total heiß drauf und hätten sofort alles ohne Bedenken unterschrieben und einer hätte es gerne gemacht, aber dem war irgendwie auch fast alles egal, da das Studium absoluten Vorrang hatte. Dann hat sich noch die Freundin des einen als Yoko Ono entpuppt und da zwischen uns kräftig Gift gestreut und intrigiert. In den anderen Bands gab es dann auch diverse Eitelkeiten und dauernd Zoff. Mein Highlight war die Schlägerei zwischen Drummer und Leadgitarrist in einem Restaurant bei einem Festival, wodurch wir 45 Minuten vor unserer Show den Auftritt absagen mussten. ... das war ne top Situation!
    Hier zuhause in meinem Arbeitszimmer kann ich alles ohne Druck und Erwartungen machen und vor allem ohne stilistische Grenzen.

    Die meisten wollen dann ja ganz dringend möglichst viele Gigs spielen. Andererseits ist das in unserer Stadt und der Umgebung sowieso ein Manko, es gibt viel zu viele Bands und Musiker, aber keine Proberäume und erst recht keine Locations zum Auftreten. Die Warteliste für etablierte Proberäume ist sehr lange.

    Da ist was dran. Danke!

    Momentan ist es auch so, dass mir oft Sachen in den Kopf kommen und meist klingen meine Sachen dann auch wie von einer anderen Band, zumindest vom Vibe der rüber kommt, aber alle eben unterschiedlich. Von Rock über Grunge und bis Metal ist da alles vertreten.
     
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