Identifizierung Hohner Atlantic IV

von krainerlenz, 28.09.16.

  1. krainerlenz

    krainerlenz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #1
    Servus,

    ich komme bei der Identifizierung einer Hohner Atlantic nicht weiter. Ein Bekannter hat das Instrument für mich fotografiert, es steht in Italien. Es handelt sich um ein "früheres" Modell der Atlantic, noch mit der Holzkerntastatur und dem hölzernen Bassgehäuse, Stimmung in Musette. Hatten diese Instrumente eigentlich alle die etwas besseren Stimmplatten verbaut? Haben die vergoldeten Balgecken etwas damit zu tun?
    In welchen Farben wurde dieses Modell hergestellt?
    Es wäre sehr nett, wenn mir da jemand weiterhelfen könnte.

    krainerlenz
     
  2. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 28.09.16   #2
    Ohne Bilder und weitere Angaben tun wir uns da ziemlich schwer irgendwas vernünftiges und konkretes auszusagen - Kannst du uns da ein paar markante Bidler einstellen - falls vorhanden auch aus dem Innenraum , mit Blick auf die Stimstöcke und Stimmzungen?


    Das ist ein Hinweis, der mir einen Anhaltspunkt liefert.

    Bei der Atlantik IV (die "ganz neue" Atlantik IV ausgenommen) kann die Basshaube, die die Bassmechanik abdeckt, als Ganzes abgenommen werden und war aus (tiefgezogenem? ) Blech ... außer bei den allerersten Bauserien aus den 50-ern! Bei denen war das Bassgehäuse aus Holz und es konnte nur der Bassdeckel abgenommen werden.

    Wenn das bei dem hier diskutierten Instrument auch so ist, müsste dies ungefähr so aussehen:

    Atlantic IV Basshaube offen.JPG

    Wenn ja, dann müsste das Instrument auch eine Jalousie haben, die von der Diskantrückseite her bedient wird:

    Atlantik IV Jalousie .jpg - bei den späteren Bausereien saß die Jalousiesteuerung auf dem Diskantverdeck.l

    So "goldfarbene " Balgecken hatten meines Wissens alle früheren Atlantics, damit es besser zu den goldfarbenen Zierrippen auf dem Diskantverdeck passte. Mit echtem Gold hat dies allerdings rein gar nichts zu tun. Das war vermessingt, bzw. goldfarben eloxiertes Aluminium.


    Das kann ich nun nicht sicher sagen.

    Zum einen, weil der Begriff "besser" sehr allgemein ist. Besser als bei den gleich alten Tangos oder Verdis - das ja. Aber beser als in anderen Atlantics - das kann ich nicht so sicher sagen.

    Bei meiner sind jedenfalls diese goldfarbeneloxierten "Artiste" Stimmplatten drin. Allerdings hat meine Atlantic auch den Zusatz "De luxe" - was auch immer das genau bei der Atlantik bedeuten mochte.

    Die sehen so aus:

    Artiste-Atlantik-diskant.JPG

    Ob die aber auch in den Atlantics ohne Zusatz "De Luxe" verbaut waren, weiß ich nicht.
    Die hier gezeigten jedenfalls funktonieren ganz ordentlich. Da kann man nicht meckern. Dafür dass dies eigentlich maschinengefertigte Massenware war mit relativ großem Zungenspalt funktonieren die recht gut.

    Gesehen habe ich die bisher in den Farben schwarz und weiß.


    • Wenn das Instrument schon mal überholt wurde, dann ist das ein recht ordentliches Instrument mit angenehm weichen Klang und kräftigem Diskant und Bass. jedenfalls wesentlich weicher im Klang als die späteren Typen N, S und T.

    • Sollte die noch nicht überholt worden sein, dann muss man aufpassen, denn die Diskant und Bassklappen waren seinerzeit aus Schaumstoff gefertigt, der sich im Laufe der Jahrzehnte zersetzen und zerbröseln. Dann hat man alle Töne gleichzeitig, weil keine Klappe mehr dicht schließt.

    Zum Vergleich, wie die "alten" baufälligen und neue aussehen:

    Atlantik IV Bassklappen.JPG rechte Klappe alt mit Schaumstoff und zerbröselt, links neu belegt mit Filz und Leder (das "komische" Gestänge sind Pinzetten!)

    Wenn also die Klappenbeläge noch nie getauscht wurden, dann muss hier auf alle Fälle eine Belegung der Klappen mit eingerechnet werden, denn selbst wenn die alten Beläge noch dichten, so sind die definitiv schon am zerfallen und werden in Kürze "kommen".

    Das sollte zumindest schon mal reichen, um ein gewisse Vorsortierung zu erlauben - aber man sieht , dass es schnell um Details geht, so dass nur Bilder von außen, ohne Blick auf s Innenleben keine genaue Aussage über Zustand und Ausführung zulassen. Wirklich sagen, was man vor sich hat, kann man eigentlich sowieso nur, wenn man das Teil in der Hand hat.
     
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  3. krainerlenz

    krainerlenz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #3
    Servus nochmal,
    vielen Dank für die Antwort und die schönen Bilder!
    Ich bin auf diese spezielle Atlantic aus den 50 igern durch die site "Akkordeonmuseum" gekommen. Beide der vorgestellten Atlantics aus den 50 igern haben diese Artiste Stimmplatten verbaut und beide sind in Musette ausgelegt.
    Mein Spezi spielt selbst Akkordeon und wird sich das Instrument schon noch mal genau anschauen. Beim Aufmachen und reinschauen sträubt sich allerdings der Besitzer, wohl eher aus Angst es könnte etwas beschädigt werden. Diskantklappenbeläge sind jedenfalls gemacht, die Diskantabdeckung durfte er noch abnehmen und nachsehen.
    Ich habe schon öfter aus der Gegend (Südtoscana) ein Akkordeon aus dem Urlaub mitgebracht und hergerichtet, aber nur italienische Fabrikate. Da waren bei keinem einzigen die Stimmplatten verrostet, liegt wohl auch ein bisschen am Klima.
    Jetzt habe ich mich halt auf diese spezielle Atlantic eingeschossen, da ich u.a. auch in einer Dreierkombo spiele wo das Instrument gut passen könnte und die Morino einfach zu schwer ist.
    Ich muss nicht unbedingt ein Schnäppchen machen, aber mir macht das Herrichten auch großen Spaß. Nach der Antwort von maxito habe ich Ebay und ebay Kleinanzeigen etwas durchgeforstet und bin tatsächlich fündig geworden.
    Bei ebay ist sogar ein rotes Exemplar eingestellt, bei ebaykleinanzeigen steht eine schwarze drin, allerdings zu einem Preis aus dem Phantasieland.
    Wenn nun der toscanische Weinbauer allerdings keine Blicke ins Innere der Atlantic zulässt wird's schwierig, auch bei einem Preis von 400 EUR.
     
  4. lil

    lil Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.09.16   #4
    Idee: wenn Dein Bekannter ein eigenes Akkordeon mitnimmt und an dem demonstriert, dass er ein Akko öffnen kann, ohne es zu zerstören - dann darf er anschließend vielleicht auch das der Weinbauern aufmachen :D
     
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  5. krainerlenz

    krainerlenz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #5
    Ha! Tatsächlich würde ich keines meiner Akkordeone von ihm öffnen lassen, weil er schon beim Zusammensetzen eines Kugelschreibers Probleme hat. Seine Klampfe hat er auch nicht dabei.:)
     
  6. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 28.09.16   #6
    Na dann ists wohl besser, er lässt die Finger weg.

    Diese ganz alte Atlantikserie hatte übrigens noch nciht diese berühmte Schnellverschlüsse. - Die war noch zugeschraubt!

    Diskantbefestigung.jpg am oberen Bildrand sieht man eine der zwei Schrauben, mit denen der Diskant am Balg festgeschraubt ist.

    Und zwar mit zwei Schrauben an der Oberseite (unter dem Diskantverdeck) Auf der Rückseite waren zwei Scharniere, in die man den Diskantteil einhängen konnte. Somit muss man die Zwei Schrauben lösen, dann kann man das Gehäuse aufklappen und aus den Scharnieren aushängen. Geht sehr schnell und bequem - muss man aber wissen, dass es bei den Kisten auf die Art geht, sonst sucht man erstmal ne Weile!


    Na das klingt schon mal gut.


    ja, für den Zweck kann ich mir das Teil gut vorstellen.
     
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