Improvisation am Klavier

von ida hase, 29.07.12.

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  1. ida hase

    ida hase Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.12   #1
    hallo,
    also ich wollte mal fragen ob ihr ein paar tipps wisst wie man am klavier improvisierte lieder spielen kann. also nur so einfache wie allemeine entchen, aber mit beiden händen und das ses sich gut anhöhrt. ich spiele seit etwa 3 jahren klavier.
     
  2. Hobbypauker

    Hobbypauker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.12   #2
    Das ist ein berechtigtes Anliegen, Lieder Begleiten wird inzwischen sogar an Musikhochschulen unterrichtet, man hat also auch z. B. für die Schule den Stellenwert dieser Fertigkeit anerkannt.

    Ich denke, erste Amtshandlung ist, sich in die Grundlagen der Harmonielehre einzuarbeiten. Dafür reicht es meines Erachtens, Gitarrenakorde auf das Keyboard bringen zu können. Viele Songs sind ja als Leadsheet mit Melodie und eben Akkorden erhältlich. Dafür gibt es sicherlich Literatur (habe ich jetzt aber nicht im Detail parat), wenn du niemanden hast, der dir ein paar Stunden geben kann.

    Versuche auch, Melodien ohne Noten "aus dem Kopf" auf die Tastatur zu bringen, um später Begleit-Verzierungen improvisieren zu können. Das klappt nach und nach immer besser. Es ist ja kaum etwas peinlicher als wenn man die Melodie von "Alle meine Entchen" oder sonst einem einfachen Lied ohne Noten nicht einmal auf dem Klavier spielen kann ohne sich mehrfach zu vergreifen.

    Parallel dazu würde ich mir im Musikgeschäft oder online das eine oder andere Heft mit einfach gesetzten Songs für Klavier suchen. Da sind normalerweise eine Menge guter Ideen für die Begleitung (Harmonisierung und Linke-Hand-Pattern) drin.

    Mittelfristiges und Langzeit-Programm wird dann sein, z. B. Transkriptionen von mehr oder weniger aktuellen Songs für Piano aus dem Internet zu fischen bzw. als Noten zu kaufen und zu üben und natürlich nach alter Väter Sitte Aufnahmen anzuhören, also "mit den Ohren zu klauen", was Leute, die das besser können als wir, aus den Stücken machen.

    Bitte auch weiterhin konventionell Klavier üben, damit die Technik besser wird, das ist unverzichtbar.

    Ich selbst habe auch insgesamt nur 3 Jahre Klavierunterricht erhalten und als Schüler meine Eltern damit genervt, eben nicht nur die angesagten Sonaten und Etüden zu üben sondern immer so "Geklimpere" zu veranstalten. Heute staunen die Kollegen Musiklehrer sogar manchmal, wie man aus kryptischem Gekritzel eine vollständige Klavierbegleitung zaubern kann, wenn man weiß, wie.
     
  3. stuckl

    stuckl Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.07.12   #3
    Hi
    probier mal zu wire to wire zu improvisieren, von razorlight.
    das. Akkordschema ist ein takt dm und dann im halbtaktigen wechsel C und G.
    spiel erst die gesangsmelodie.
    zum improvisieren nimmst du dann die skala d f g a c.
    Spiel einfach drauflos, nicht zu verkopft angehen...
    es ist wie bei einer unterhaltung, es ist erstmal egal,mwas man sagt, um ins gespraech zu kommen. Zu ueberlegen, wie wuerde goethe jetzt sprechen hilft zunaechst nicht weiter.
    daher auch beim improvisieren zunaechst nicht zuviel drueber nachdenken sondern probieren und erste gute eigene ideen immer mal wieder aufgreifen.
    viels spass
    als naechstes spielst du die impro ueber das schema von sweet home alabama...
     
  4. McCoy

    McCoy HCA Jazz & Piano Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.07.12   #4
    Hallo Ida,

    mit dieser Anleitung kannst Du sehr viele Volks- und Kinderlieder auf dem Klavier begleiten:

    Zuerst spielst Du die Tonleiter die zu dem Stück gehört, wenn Du also Alle meine Entchen mit dem C beginnst, spielst Du die C-Dur Tonleiter. Dann spielst Du vom C aus einen Dreiklang, indem Du den 1. Ton der Tonleiter spielst, dann den 2. weglässt, den 3. wieder spielst, den 4. weglässt und den 5. wieder spielst. Dieses Spiel kannst Du nun von jedem Ton der Tonleiter aus machen, wir brauchen es aber nur von folgenden 3 Tönen aus: vom ersten Ton, vom vierten Ton und vom fünften Ton, in C-Dur sind das C, F und G. Diese Dreiklänge nennt man auch Akkorde, der mit dem C als tiefsten Ton ist der C-Dur Akkord (oder Dreiklang), der mit dem F als tiefsten Ton der F-Dur Akkord und der mit dem G als tiefsten Ton der G-Dur Akkord. In diesen 3 Akkorden sind alle Töne der C-Dur Tonleiter enthälten.

    Alle meine Entchen steht im 4/4 Takt. Wir schauen uns jetzt aus dem Lied nur die Töne an, die in jedem Takt auf Zählzeit 1 und 3 liegen und suchen heraus, in welchem der 3 Akkorde diese Töne vorkommen und spielen diesen Akkord dann z.B. mit der linken Hand, währrend wir rechts die Melodie spielen. Wenn ein Ton in 2 Akkorden vorkommt, nehmen wir einfach den, der sich besser anhört.

    Bei dem Akkord, der vom 5. Ton der Tonleiter aus gespielt wird, kann man noch einen vierten Ton hinzunehmen, so daß aus dem Dreiklang ein Vierklang wird. Du lässt einfach über dem obersten Ton wieder die nächste Taste frei und spielst dann die übernächste. Das nennt man einen Septimakkord, in diesem Fall G7.

    Wenn das Stück in einer anderen Tonart steht, mußt Du das ganze Spielchen in dieser Tonart neu überlegen.

    Wenn Du das bei ein paar Stücken gemacht hast, kannst Du noch die Umkehrungen der Akkorde lernen, damit die Linke Hand nicht soweit springen muß.

    Du kannst Dir für die linke Hand auch Figuren überlegen, z.B. so etwas wie Alberti-Bässe. Erfinde oder improvisiere auch eigene Figuren oder spiele mit der Linken nur die Grundtöne des Akkordes und mit der Rechten den ganzen Akkord, währrend Du dazu singst oder ein anderer Musiker die Melodie spielt.

    Viele Grüße,
    McCoy
     
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  5. Don Leslie

    Don Leslie HCA Hammond/Leslie HCA

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    Erstellt: 30.07.12   #5
    Nehme an, Du suchst eine Akkordbegleitung zu einer Melodie, und das improvisiert, also aus dem Stehgreif. Du mußt die Melodie "harmonisieren", am Beispiel ,,Alle meine Entchen". Rechte Hand Melodie, Linke Hand Akkorde. Im einfachsten Falle und bei dem Beispiel, Annahme, Melodie sei in C-Dur. Du nimmst die Akkorde C- (c-e-g), F- (f-a-c) und G-Dur (g-h-d) und probierst diese den Melodietönen zu unterlegen. Dabei kannst Du noch die Lagen der Akkorde verändern. Das mal so als einfachste Übung.
     
  6. doloresse1

    doloresse1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.12   #6
    dazu gibts meiner Meinung nach 2 Wege:
    Entweder du bist so begabt, dass du einfach drauf losspielen kannst (vielleicht auch mit einem absoluten Gehör)
    oder
    es führt kein Wege an einem Mindestmaß an Harmonielehre vorbei (Tonleitern, 3/4 Klänge, Blues-Notes, ...)
    und dann der Invest unglaublich viel Begeisterung, Freude und vor allem Zeit, einfache Standards (1-4-1-5-1 oder 1-6-2-5 ud dgl.)
    einzustudieren und/oder nachzuspielen.

    Da gibts wenig Abkürzungsmöglichkeiten, aber dafür viel Freude über jeden kleinen Erfolgsschritt ...

    lgr
     
  7. Hobbypauker

    Hobbypauker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.07.12   #7
    Genau! Wenn ida hase das am akustischen Klavier machen will, gibt's wirklich keine Abkürzung.

    Die Alternative ist ein japanisches Keyboard mit Begleitautomatik, Intro- Break- und Schlusssequenzen inclusive, da muss man nicht einmal Dreiklänge beherrschen -- kann aber auch Spaß machen, ich will's nicht schlechtreden.

    Oder hitech-style (zum Üben) mit PC-Software wie Band-In-A-Box mit Notenausdruckmöglichkeit. Das ist aber auch wieder mit hohem zeitlichen Aufwand verbunden und ist immer noch nicht automatisch im Kopf und den Fingern abrufbereit.
     
  8. Tastendilettant

    Tastendilettant Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.08.12   #8
    Und wie "verjazzed" man Alle meine Entchen? ;)
     
  9. turko

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    Erstellt: 05.08.12   #9
    Reharmonisation, jazzmäßige Rhythmisierung, jazzmäßige melodische Gestaltung/Phrasierung.
    Aber eine Step-by-Step-Anleitung zu alledem wird man schwer in einem Forumposting unterbringen.

    LG, Thomas
     
  10. doloresse1

    doloresse1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.12   #10
    ich mach das ungefähr so:
    -> zuerst analysiere ich beim Original die Harmonien
    -> dann konzentriere ich mich nur mehr auf die Harmonienabfolge und kombiniere den Liedteil mit
    meinen (bereits eingefleischten:-) Blues/Boogie/Jazz Phrasierungen. Irgenwann bleibt der Liedteil
    dann liegen -> fertig.
    Geht auch super mit "Happy-Birthday" :-)

    Notwendig dafür sind:
    Harmonielehre (Tonleiteren, Vierklänge, Harmoniesequenzen, ....)
    ein bisschen Technik ;-)
    viel Zeit
    Ausdauer und Geduld
    und spielen spielen spielen spielen ...

    dann kommt das schon


    have fun

    randy
     
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