Improvisation klingt langweilig [Audio + Tabs inside]

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montifya
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Hallo zusammen,

habe jetzt mal aufgenommen was ich eigentlich spiele wenn ich Improvisiere.
Leider klingt das ganze noch nicht sonderlich schön:cautious:

Könnt ihr mir bitte sagen an was es da grob scheitert, komme einfach nicht weiter.

Hab das ganze mal in GuitarPro reingeschrieben falls es hilfreich ist.

Vielen dank :)
 

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Dr Dulle
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Hey

Also das klingt doch z.T. schon gar nicht schlecht. Ansonsten Versuche

a) noch melodischer zu spielen. Z. B. indem du auf starke Akkordtöne auflöst.
Also 1-3-5- die Durterz ist z.B. ein Knaller , wenn denn der Akkord auch Dur bzw ein Dominant 7 ist.

b) Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus das ist was dich sexy klingen lässt. Höre und spiele viel zu: Blues, Funk, Soul und Gospel u.ä. synkopiertem Kram !!

Viel Erfolg dabei
 
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Mister Spock
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Du verwendest an mehreren Stellen die Tonfolge c-d-g am Anfang einer Phrase. Das finde ich blues-untypisch. Ersetz die mal durch d-e-g und hör, wie das klingt.

Außerdem finde ich, quetschst du zuviel in dieses Stück rein. Die erste Phrase (Takt 2 und 3) ist sparsam, das finde ich gut, aber danach wirds abrupt hektisch, viele Noten und viele Sprünge auf- und abwärts.

Und noch eine Bitte zur Notation: Die A# tun im Auge weh. Was eine Bluenote im Zwölftonsystem ist, ist nicht so ganz klar, aber eine übermäßige Sekunde ist sie auf keinen Fall. Schreib da bitte ein bb.
 
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ich finde das auch überhaupt nicht schlecht. Schön auch, dass dus aufschreiben kannst, dann kannst du es ja vll auch analysieren.

Die Licks sind vll insofern etwas "langweilig" , weil sie nach True-Fire Blues-Kurs klingen und absolute Standard-Licks sind. Das macht aber ja erstmal nix, du spielst sie aber recht sauber und z.b. die Vierteltonbends kommen gut intoniert und Geschmackvoll. Da ist erstmal nix falsch oder schlecht dran, man kann schon auch so spielen. Damit es interessant wird muss man es halt, wenn man so spielt, sehr sehr gut spielen in Bezug auf Phrasierung und Intonation, Sound etc etc. Aber wie gesagt, da ist erstmal garnichts auszusetzen.

Was etwas stört, und wo Verbesserungsbedarf ist: Du spielst im Moment G7/G-Dur/Moll-Pentatonik über alles. Die Stellen die etwas komisch klingen sind dementsprechend die Passagen in denen C7 und D7 in der Begleitung liegen. Während der C7 Akkord schon liegt spielst du ein H (das wohl noch als Durterz von deinem Lick in G gehört) Spiel die Passage mal genau gleich und nimm ein Bb (als Septime von C7) dann ist es besser, weil du den Tonvorrat an die Harmonien anpasst. Zudem hast du einen Stimmführung gebastetl (H nach Bb). Im Takt danach hast du ein F drin, dass gegen die Terz E des C7 Akkords reibt, da gäbs wahrscheinlich einen besseren Weg das auszuspielen. Im nachfolgenden G7 kreist du hingegen schön die Terz H ein, das klappt gut. Du muss nur über C7 auf das Bb und aufpassen und das F eher vermeiden.

Genauso ist es beim D7 Akkord. Du kannst das F schon spielen, im Akkord ist aber ein F#. Also entweder das F schön Viertönig an-benden, oder per Slide von F nach F# rutschen. Insgesamt also einfach vorsichtig und bedacht damit umgehen, genauso wie mit dem Bb über D7. Das geht, aber man muss es gekonnt einbinden.

Dann hast du das gleiche "Problem" nochmal mit dem C zu Beginn von Takt 12 über G7. Im Akkord liegt die Terz H, du spielst das C, weil es Teil der Bluespentatonik ist, aber es ergibt eine Halbtonreibung H-C. Spiel an der Stelle also mal ein H oder ein nach oben gebendetes Bb oder umspiele das H in der Tonfolge: C-Bb-H, so dass die Betonung klar auf dem H liegt (anlog zum Übergang von Takt 7 zu 8, da hast du genau das gemacht....)

Du musst also einfach ein bissl besser drauf aufpassen, dass du entweder auf die Harmonien direkt eingehst, oder alternativ, dass du die problematischen Töne an den richtigen Stellen einfach umgehst/sie auslässt. Penatonik passt eben nicht automatisch über alles, in einem Moll-Blues eher, aber grade in einem Shuffle-Blues mit durchgehend Dominantseptakkorden eben nicht. Und darauf zu reagieren ist einer der Bausteine die einen dann "gekonnt" klingen lässt.

grüße B.B
 
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Dr Dulle
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Hi @montifya,
ich finde es wirklich ganz gut. Klingt ein wenig nach T-Bone Walker, der hat auch so lange Licks gespielt. Schön fände ich wenn Du die Licks noch ein wenig variierst und wirklich damit rumspielst. Vom Timing finde ich dein Spiel klasse.
 
TheSG
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Was meine Impro nach vorne gebracht hat, war ein ganz unkonventionelles Feedback einer Bassistin. Sie fragte:
„Was würde ein Saxophon spielen?“
Also checkte ich Saxophon-Solos aus und merkte, dass die viel mehr tonal springen, also größere Intervalle einbauen und gerne mal 1 bis 2 Oktaven wandern. Das bringt echt Farbe rein…

Und der Rhythmus ist natürlich Key! Wie Paul Gilbert es sagt:
“Lass den Drummer dein Solo pushen, indem du rhythmisch solierst!“
 
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Finde auch, das klingt schon gut so. Ich bin da aber auch sehr puristisch, ohne einen Hook, eine Melodie oder einen Song, sagt mir ein Solo recht wenig zu. Dann kann ich nicht gut was zu spielen. Wenn Du aber eine Melodie hast, kannst Du von da aus weiterwandern und wieder zurückkommen. Vielleicht hilft es Dir ja: Was ist die Melodie, was ist der Singalong, der im Ohr bleibt?
 
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montifya
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Danke für euren Input,
habe mich jetzt nochmal hingesetzt und mehr auf die Akkordtöne geachtet.

Bisschen saubriger hätte ich spielen sollen, geht aber nicht mehr heute :sleep:
 

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Moin!

Wenn Du Deine Improvisation als Einzeltrack aufgenommen hast und mit Cubase arbeitest, dann probiere mal folgendes:
Schneide Deine Spur auf das Time des Backingtracks und höre es Dir dann an. Dann solltest Du sagen können, wo es hakt. Selbst die leicht harmonisch versemmelten Noten klingen dann auf einmal (irgendwie) konsistent und in gewisser Weise gut gewählt, irgendwie interessant und vielleicht diskussionswürdig, aber nicht grundsätzlich falsch.

Was ich höre ist: Dein Mikrotiming ist nicht in Ordnung. Teilweise driftet es zum Backingtrack, es ist nicht ganz klar, ob Du davor, genau drauf oder dahinter spielen willst. Wahrscheinlich nichts davon, weil Du nicht auf den Puls einrastest, sondern abgekoppelt "über" dem Track spielst.

Was die anderen Dinge angeht, Tonauswahl, Phrasing, Artikulation und Dynamik würde ich sagen, dass das schon passt.

Um dahin zu kommen, dass Du exakt spielst, kann ich Dir keine genauen Tipps geben, weil es natürlich sehr stark vom Typ und Deinem innerem Musik- und Körperempfinden abhängt. Mein Jazzgitarrenlehrer gab mir den Tipp, absolut locker zu bleiben und nie mehr Kraft aufzuwenden als nötig. Das habe ich zuerst nicht eingesehen, aber es ist so, wie ich dann Jahre später gemerkt habe. Also: Schultern herunter, Bizeps und Oberkörper nicht anspannen, Wirbelsäule locker halten, eine gute Grundhaltung einnehmen und vor allem: Immer innerhalb der Skills spielen und sich nicht einzureden versuchen, dass man mit Kraft/Gewalt etwas erzwingen kann. Im Jazz geht man sogar soweit zu sagen, dass die Anschlagshand ohne Stütze spielen sollte, also frei schwingen kann. Das macht Sinn, weil dadurch die rechte Hand einfach auf den Groove einrasten kann und die Noten dann gefühlt "nebenbei" angeschlagen werden können. Meistens jedenfalls, solange keine Sweeps oder technische Eskapaden den Schwung unterbrechen. Für Rock mit hohen Lautstärken und eingeschränkter Dynamik/hoher Soundkompression geht das eher nicht, weil das ja ein Abdämpfen der Saiten erzwingt, wenn man nicht im Soundbrei untergehen möchte.

Ein anderer Punkt ist, die eigene Rhythmik im Verhältnis zum Rest wahrzunehmen. Also die Frage, wo liegt mein eigener Anschlag im Verhältnis zum Beat? Das sind fundamentale Fragen der Wahrnehmung. Steve Vai sagte irgendwann einmal in einem Gitarre&Bass-Interview, dass für ihn das genaue Hinhören auf das eigene Spiels essentiell ist. Wenn Du nicht genau hinhörst, wirst Du auch nicht wahrnehmen, wo Dein Anschlag platziert ist.

Des weiteren solltest Du Dir die Frage stellen, ob und wie Du Deinen inneren Puls triggern kannst. Für mich selbst weiß ich es, für mich ist es ist eine Art Körperwahrnehmung und hat bei mir mit Kontrolle des Muskeltonus gerade im Oberkörper zu tun. Der Puls legt sich dabei auf die Viertel oder die Achtel und bestimmt dabei das Raster.

Was mir hilft, ist ein Delay oder einen Looper beim Üben zu verwenden. Das Delay stelle ich auf die Länge eines ganzen Taktes, so dass ich direkt abhören kann, was ich gerade verbrochen habe.

Aber insgesamt: Es wird nicht von heute auf morgen gehen. Mikrotiming zu beherrschen gehört zu den Dingen, an denen man sein Leben lang übt.

Grüße Thomas
 
B.B
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lauter wichtige und gute Punkte.

aber.
Was die anderen Dinge angeht, Tonauswahl, Phrasing, Artikulation und Dynamik würde ich sagen, dass das schon passt.
das sehe ich anders, da gibt es schon konkrete Baustellen (wie oben im konkrete erläutert) die man angehen kann.


grüße B.B
 
OliverT
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Hi @montifya,

- unterschiedliche Geschwindigkeit, auch mal schnelle Licks zwischen rein
- eine weitere Lage der Pentatonik 1. Stufe Penta + z.B. 3. Stufe verbinden, das sorgt automatisch für starke Veränderung, da Du quasi gezwungen wirst anders zu benden, phrasieren usw.
- und auf keinen Fall an irgendwelche Regeln/Normen halten, mehr das Gehör einsetzen, ansonsten klingts du wie 99% der anderen die den gleichen Kram (Regeln, Norm) lernen
 
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@B.B Alles richtig, was Du geschrieben hast. Das würde ich nicht in Abrede stellen. Es gibt definitiv Punkte, die man verbessern kann. Manche Noten liegen nicht auf der gerade angesagten Skala, sondern stammen aus der vorherigen, sind also überhängig. Auch das ist ein Timingproblem, nämlich in der Form zu bleiben und jederzeit sicher zu wissen, wo die Eins ist.

Die Tonauswahl, auch mal andere Skalen einzuwerfen, Vibrato einzuführen, an der Dynamik zu arbeiten, kurze Themen zu entwickeln und zu wiederholen, Frage-Antwort.. das sind alles Punkte, an denen man arbeiten kann und der TE auch sollte, wenn er sich verbessern will.

Aber ich finde, der Kern des Problems liegt anders und liegt tiefer. Egal, wieviel Theorie oder Spielkonzepte sich der TE draufschaffen wird, es wird nie spannend werden, wenn er nicht am Timing arbeitet. Timing passiert nicht nebenbei, wenn man nicht zu den Glücklichen gehört, die es von vornherein immer richtig machen. Und dass er leider nicht zu den Glücklichen gehört, kann man in den mp3-Beispielen hören.

Also.. für mich ist es klar ein fundamentales Problem im Umgang mit Timing. Und ich kann leider nicht sagen, dass ich selbst es nicht kenne, deshalb bringe ich mich hier ein. Es gibt tausende Videos zu diesem Thema, aber nur wenige, die ich bisher gefunden habe, helfen wirklich weiter. Selbst Timingmonster wie Corey Wong scheinen etwas vorauszusetzen, das einfach nicht jedem von vornherein gegeben ist: Einen ständigen inneren Puls zu fühlen. Glückliche wie EvH, Hendrix oder Nile Rogders hatten hier einen klaren Entwicklungsvorsprung. Oder auch Freddy Mercury, so wurde die Pilotspur von Bohemian Rhapsody von ihm frei mit Piano eingespielt, die Drums und das restliche Arrangement kamen oben drauf. Brian May sagte in einem Interview, dass Freddy Mercury ein wandelndes menschliches Metronom gewesen sei. Er wird's wissen.

Wie hatten hier im MB schon des öfteren Diskussionen um dieses Thema und ich kenne zumindest zwei Leute, die nach einigem Hin und Her gesperrt wurden, weil Diskussionen um das Timing immer irgendwie schnell toxisch zu werden drohen. Beide sind übrigens exzellente Gitarristen mit messerscharfem Timing, die wussten, wovon sie sprachen.. Das Hauptproblem ist, dass man schlechtes Timing nicht sehen, schmecken oder riechen kann. Man kann halt nur nicht danach tanzen. Oder anders gesagt: Der Körper selbst ist das Wahrnehmungsorgan. Er wird in Resonanz versetzt, wenn der Rhythmus stimmt. Es gibt ganze Abhandlungen und Bücher darüber, ich las mal eine Doktorarbeit darüber, die auf einer Jazzsite ins Deutsche übersetzt wurde. Das half leider nur bedingt, weil.. als Musiker hat man keinen zweiten Schuss. Jede Note sollte beim ersten Schuss so gut wie möglich sitzen (Cubase Time Warp und so höhlen das zwar aus, aber live bleibt es so). Schlechtes Timing klingt langweilig, wirkt nicht schlüssig und kann nicht in die Musik eingebettet werden. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären.

Hier vier Videos, die das Thema gut beleuchten, wie ich finde

Bumblefoot hat ein kurzes Video gemacht unter dem Namen, es sei die wichtigste Lektion überhaupt. Hierbei geht es darum, seine eigene Noten bewusst hinter den Beat zu setzen und vor allem, das auch direkt wahrzunehmen und nicht erst, wenn man sich aufgenommen hat und abhört. Ist brutal hart, wenn man damit anfängt.


Josh Smith ist ein klarer Goto-Kandidat, wenn es um rhythmisches Spiel geht. Man sollte in seinen Videos nicht die Greifhand, sondern vor allem den Groove bzw. seine Anschlagshand beachten


Ein bisschen von Gitarre entfernt gibt es auch interessante Lessons. Z.B. behandelt Pianist Jeremy Siskind hier die Frage, wie man sich rhythmisches Vokabular aufbaut. Ist zwar Jazz, aber trotzdem schon allgemeingültig für alle Musikrichtungen, die vom Blues und Jazz abstammen. Das Video ist leider qualitativ nicht besonders gelungen, sehr leise. Aber es ist hilfreich und hat Stoff für Monate


Und hier noch Hal Galper mit seinen Worten fürs Gebetbuch aus einer seiner Masterclasses über Rhythmus und Synkopation


Grüße Thomas
 
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Es gibt definitiv Punkte, die man verbessern kann. Manche Noten liegen nicht auf der gerade angesagten Skala, sondern stammen aus der vorherigen, sind also überhängig. Auch das ist ein Timingproblem, nämlich in der Form zu bleiben und jederzeit sicher zu wissen, wo die Eins ist.
so kann man das natürlich sehen, ganz klar. Wenn man so weit neben dem Beat liegt, dass der "gemeinte" Ton schon über die nächste Harmonie erklingt dann ist es natürlich ein Timing-Problem oder ein Problem der Formübersicht. Schon möglich, darüber habe ich ehrlichgesagt garnicht nachgedacht.

grüße B.B
 
gregoriw
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Ich finde die Soundbeispiele teilweise ganz gut. Allerdings empfinde ich das Ganze als rhythmisch nicht immer sauber gespielt. Auch könntest du eventuell etwas am Phrasieren üben. Ein Solo braucht eine gewisse Spannungskurve, die du zum Beispiel dadurch erreichen kannst, dass du im Verlauf zu den höheren Saiten übergehst und mehr Bendings einbaust. Das nur so als kurzer Ersteindruck. Übung macht den Meister!
 
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Hi Montifya,

Dein Problem kenne ich nur zu gut!
Vorneweg: ich finde Deine Improvisation an sich sehr gut- schöne Läufe und Licks, aber es fehlt noch ein wenig Salz und Pfeffer in der Suppe, wie Du ja selber sagst.
Genau diese Frage wollte ich auch schon mein Spiel betreffend ins Forum stellen- vielleicht mache ich es auch noch, jeder hat andere Schwächen. Würde mich vom Spielen her ungefähr in der gleichen Lkga sehen wie Du.
Ich bin begeistert, was die Leute hier schon geschrieben haben, wirklich tolle Tipps, da kann ich auch noch viel mitnehmen- also Danke!:claphands:
Neben Länge der Phrasen und dem Timing etc ist der Gesamteindruck wichtig- es gibt simple Soli, die so gut sind zb in a Girl like you von Edwin Collins
Eine Sache möchte ich noch Ergänzungen:
Feeling- Emotionen- klingt sehr pathetisch, sorry
Daran arbeite ich nämlich gerade bei meinen Improvisationen
Man kann jetzt ganz viele berühmte Gitarristen mit unzähligen Beispielen aufführen- und bei mir war es Angus Young.
Diese Energie, die er in seine Soli packt fasziniert mich. Oder the Sky is crying von SRV- Da hört man das Herz und die Emotionen 1:1 aufs Griffbrett gezimmert. Es ist als ob er sagt, Hör mir zu, was jetzt kommt ist wichtig!
Ja Phrasierung wurde schon angesprochen, aber damit bringst Du in Dein Solo Emotionen, dann wird es phantastisch mit dem was Du kannst.
Anders gesagt- jetzt mal völlig überzogen:
Wenn ein 4. Klässler ein Gedicht herunterleiert oder ein professioneller Sprecher ein spannendes Hörbuch liest, hörst du einen gewaltigen Unterschied, so stelle ich mir Dein Problem in etwa vor -wie gesagt, sehr stark übertrieben! Ich will niemanden beleidigen.
Also was Du da spielst, ist ein tolles Solo dem einfach nur ein wenig Bluesfeeling fehlt…

Ein paar Beispiele, was ich gerade übe:
kurze und einfache Phrasen, welche man am besten ohne Nachdenken wiederholen kann mit unterschiedlichen Emotionen durch unterschiedliche Phrasierung zb
einem Ton beim Bending ein Vibrato geben und dann den Ton vielleicht noch höher zu ziehen. Denk dabei vielleicht an etwas was Du liebst, dann an etwas, was Dich wütend macht, was Dich traurig macht, vielleicht alles zusammen?
Dazu am besten einen guten Sound einstellen, der Dich inspiriert.
Nicht alle Töne ausklingen lassen sondern durch Muting am Ende des Tons ganz kurze Pausen zu erzeugen, damit der nächste Ton kraftvoller beginnen kann.
Kurze Läufe mit Palm Muting -
Den Kopf abschalten und die Sau rauslassen- damit habe ich die meisten Probleme- daher einfache Licks üben, damit der Kopf gar nicht mehr sagen muss, wo es lang geht.
Das in Abwechslung mit vom Kopf gesteuerten Läufen bringt Abwechslung zwischendurch sehr rhythmisch spielen zb Double Stops…Usw..

Ich hoffe, es ist einigermaßen verständlich , vielleicht kannst Du etwas damit anfangen,
Gruss, Player1
 
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Poppotov
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Nicht schlecht, aber die "Langeweile" kommt daher, dass alle Töne identisch intoniert werden. Nimm den Track und schieb ihn in der DAW nach rechts, dann siehst Du optisch das fehlende Laid-Feeling. Insgesamt klingt es zu kopflastig, und "bemüht", dadurch entsteht eine Verkrampfung, die zu Unsauberkeiten und Schwankungen führt. Solieren ist eine Kunst, die ganz wenige glaubhaft beherrschen. Die muss man kennen. Du bist auf einem guten Weg. Spiel das ganze Stück mal mit Palmmute, zum Vergleich.
 
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montifya
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Hallo zusammen,
danke für all die Posts, sehr konstruktive Kritik, danke dafür!

Vorallem Rhythmus > wie Noten. Ist so naheliegend, aber irgendwie denkt man dank Youtube immer an Skalen, Theorie,... Da spricht selten wer Rhythmus an.

Hier mal was neues: RhytmusGitarre + Solo + Bass selbst eingespielt :prost:
 

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So, jetzt kommt noch ein Tip (oder ein paar Tips) von mir:

Du spielst zu viele Noten. Die Pausen sind wichtig. Versuche mal zu spielen, wie Du atmest. Wenn Du einatmest, machst Du eine Pause.

Man kann auch mit einer Phrase (Lick) laut einsteigen und dann leiser, sanfter die nachfolgende Phrase spielen - Dynamik.

Man muss nicht immer auf der 1 beginnen. Das kann sich während des Solos auch verschieben... Orientiere Dich mal an der Snare anstatt der Kick, das könnte helfen.
 
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