Moin!
Die Frage, was der TE davon hält, ist bereits dadurch beantwortet, dass er das neue Beispiel gepostet hat.
@montifya Gegenüber dem ersten höre ich deutliche Fortschritte im Timing, nur noch minimale Wackler, die ich eher unter Übungssache abheften würde. Allenfalls die Neigung, leicht vor dem Beat zu spielen, würde ich noch als etwas benennen, das Du zu kontrollieren arbeiten solltest. Es ist trotzdem grundsätzlich nichts dagegen zu sagen, sich vor den Beat zu platzieren. Es erzeugt eine aufgekratzte Grundstimmung und ist somit ein gutes Werkzeug, um damit verbundene Gefühle darzustellen.
Was mir ganz besonders im Beispiel mit dem Wah auf- und gefällt ist, dass Du eine Phrasierung umgesetzt hast, die ein musikalisches Grundprinzip ist: Forward Motion, d.h. Deine Melodie arbeitet auf einen Endpunkt hin. Hierzu hat Hal Galper, den ich weiter oben verlinkt habe, ein Buch geschrieben, in dem er intensiv darauf eingeht. Das Werk heißt, kein Zufall, "Forward Motion" und gehört meiner Meinung nach in jeden Musikerhaushalt, der sich mit Improvisation im Blues/Jazz-Kontext beschäftigt
https://www.amazon.de/Bach-Behop-Corrective-Approach-Phrasing/dp/1883217415
Vielfach höre ich anderswo den Ansatz, einen Startpunkt/Startton zu wählen und dann "irgendwo hin zu spielen". Bei Forward Motion ist es anders: Man begreift die Phrase quasi rückwärts und spielt auf einen Endpunkt hin. Und das hast Du getan, bewusst oder unbewusst, aber auf jeden Fall richtig. "Gute" Melodien funktionieren so, dass sie den Zuhörer antizipieren lassen. Und genau das passiert in Deinem letztem Beispiel.
Was die übrige Kritik angeht: Natürlich kann man sich alles mögliche Ausdenken, um interessanter zu klingen. Aber erstmal geht es um die Basics. Und da bist Du auf einem gutem Weg.
Grüße Thomas