ISP Decimator VS. Boss NS-2 -> mein erster Eindruck a.k.a. "Der Showdown"

  • Ersteller petereanima
  • Erstellt am
Danke Tobi Elektrik, das war eine sehr gute Erklärung! :great:
 
Ich würde den Decimator sogar dann gegenüber dem Boss vorziehen, wenn mich er nochmal das Doppelte kosten würde und es den Boss geschenkt gäbe ...

Für meine Zwecke (Metal, viel perkussives Spiel mit oberster Priorität auf schnelle Ansprache) ist der Decimator um Welten besser als der Boss. Wenn ich den Boss (und wir haben in der Band echt viel ausprobiert und verglichen, weil man Kollege auch erst noch den NS-2 hatte) so einstellte, dass er bzgl. der Nebengeräuschunterdrückung vergleichbar effektiv arbeitete wie der Decimator, wurde das Signal um die Hälfte bis zwei Drittel leiser (was Nachregeln und Soundveränderung am Amp zur Folge hatte), trotzdem sprach das Boss nie so schnell und akkurat an.

Beim Decimator war immer bei 11 maximal 12 Uhr Totenstille, OHNE dass das Signal leiser wurde, OHNE das sich der Sound veränderte und OHNE das (gewolltes) Feedback unschön abgeschnitten wurde.

Es mag sein, dass der Boss in etwas filigraneren Musikstilen, wo man mit weniger Gain- und Lautstärke-bedingten Problemen "zu kämpfen" hat, einen gleichwerigen oder - aufgrund seiner vielen Regelmöglichkeiten - besseren Job macht. Mag sein, da kann ich nicht mitreden.

Im "Metal-Kontext" jedenfalls ist der Decimator dicht an der Perfektion.
 
@Kasper:
ISP Decimator, oder ISP Decimator G-String?
 
Die einfache Ausführung genügte mir. Tatsächlich habe ich den Decimator im Studio auch im Effektweg des Amps benutzt, um Nebengeräusche und Brummen in Spielpausen gar nicht erst mit aufzunehmen. Das hat das nachträgliche Säubern am Rechner erspart.

Im Proberaum und live habe ich das Pedal aber immer vorgeschaltet gehabt, wegen der einfacheren Verkabelung. In beiden Situationen stören Brummen und Leerlaufrauschen ja nicht wirklich. Außerdem habe ich live immer mit Sender gespielt und damit fängt man sich ja auch schon mal das eine oder andere Geräusch ein. Der Decimator direkt dahinter macht dann besonders Sinn, denn was bereits vorm Amp herausgefiltert/unterdrückt wird, wird gar nicht erst verstärkt. Im Studio mit Kabel war das "was passiert vor dem Amp" wiederum unkritischer als im Proberaum oder live.

Das G-String schlägt natürlich beide Fliegen mit einer Klappe: "Säubern" des Einganssignals vorm Amp und dann noch mal Amp-Nebengeräusche im Effektweg eliminieren. Beim G-String würde sich allerdings aufzwingen, das Pedal nicht im Floorboard sondern in der Nähe des Amps zu platzieren, denn meterlange Kabelwege, nur um ein Pedal einzuschleifen, sind ja auch nicht das Gelbe vom Ei bzgl. der Signalqualität. Die "Königslösung" wäre sicher ein Rack mit 19"-Sender und 19"-G-String darin ...

Ganz interessant finde ich übrigens, dass beim Decimator "Noise Reduction" draufsteht, obwohl er ganz offensichtlich auch als Gate funktioniert, der "den Kanal dicht macht", solange kein Signal anliegt. Das macht er aber eben so fix, dass man selbst bei Stakkato-Riffs keinerlei "Latenz" bemerkt. Trotzdem filtert der Decimator parallel dazu Nebengeräusche auch während des Spielens heraus ... Und trotz dieser irgendwie komplexen Funktionsweise lässt er sich - eben anders als der Boss - mit einem einzigen Regler perfekt anpassen.

Es ist mir fast peinlich, denn ich neige eigentlich nicht zu Lobhudeleien … Gitarren, Amps, PUs - alles ab einem gewissen Punkt Geschmacksache und nicht objektiv bewertbar. Den Decimator halte ich schlicht für genial. Ein extrem gutes Werkzeug. Die haben da irgendwie "den Stein der Weisen" bzgl. der Nebengeräuschproblematik im Zusammenhang mit High-Gain-Sounds gefunden.

Ich hatte z.B. in den 90ern mal den 19" "Guitar Silencer" von Rocktron, der seinerzeit für Jahre als "Krone" der Hush-Technologie galt. Aber selbst das Teil war lange nicht so effektiv wie das kleine Decimator-Pedal und - ähnlich wie das Boss - eher unkomfortabel bei der Einstellung sich gegenseitig beeinflussender Parameter. Das war immer irgendwie Kompromiss auf Kosten von Sound und Spielgefühl, den ich beim Decimator gar nicht mehr sehe. Für mich war der Decimator jedenfalls eine der "befriedigendsten" Equipment-Investitionen überhaupt!!!


EDIT: Bei aller Lobhudelei stimmt mich aber doch der Ausgangsthread von "petereanima" nachdenklich, der von ganz anderen Erfahrungen berichtet. Der Thread ist von 2008, vielleicht war das eine frühe Version des Gerätes? Obwohl ich meines auch zu der Zeit gekauft hatte ... Ich kann den Bericht jedenfalls gar nicht nachvollziehen (außer den Erfahrungen mit dem Boss ...). Möglicherweise gibt es auch Equipment-Konsteallationen, in denen "selbst der Decimator" an Grenzen stößt!? Wie immer gilt: Am besten selbst unter Proberaumbedingungen testen ...


 
Zuletzt bearbeitet:
Mir ging es mit der Frage vor allem darum, ob du den Boss auch so getestet hast, wie er benutzt werden soll und nicht so, wie er leider immer wieder genutzt wird. Eben mit der 4-Kabel-Methode. Nutzt man die nämlich nicht, ist er nämlich um einiges schlechter.

Der G-String(den ich benutze) arbeitet übrigens anders, als du hier schreibst. Er säubert das Signal nicht vor dem Amp, sondern analysiert es dort nur. Dadurch kann er besonders gut im Loop reagieren, da (im Besten Fall) direkt hinter der Gitarre noch keine "Rauscherzeuger" durchlaufen wurden. Das ist durchaus nicht optimal, da bei viel Gain und schlechter Position zum Amp dann auch mal ein kurzes Feedback entstehen kann, bevor das Gate greift.
Optimaler wäre es eben, wenn an zwei Positionen ein Gate sitzen würde.
Ob das beim Boss NS2 besser ist, weiß ich nicht. Sollte man aber mal prüfen...

Als "beste" Variante für mich habe ich herausgefunden, mit der Gitarre direkt in ein normales Gate zu gehen und dahinter dann das G-String zu schalten, in dass dann der Amp eingeschliffen wird. Dadurch kann man den Threshhold vom G-String sehr niedrig halten und hat ein feedback- und rauschfreies Signal.

Ob ich das so auch auf meinem Board machen werde, weiß ich noch nicht. Wie gesagt, vieles kann man auch mit der Position zum Amp in den Griff bekommen.
Eine Anmerkung noch zu deiner Meinung, das G-String hätte den Nachteil, dass man extra dafür lange Kabel verlegen muss:
Das gilt natürlich nur, wenn man keine Effekte im Loop seines Amps benutzt, bei mir liegen die Kabel sowieso.
 
Ich hab langsam den Eindruck, dass nur ein Bruchteil der Leute, die jemals ein NS-2 am Wickel hatten, das Funktionsprinzip durchschaut haben.
Das ist fast so, als würde man sich einen Zweikanal-Amp zulegen und dann jammern, weil der voll aufgerissene Clean-Kanal kein bißchen an den Zerrsound von Slayer rankommt.

Da verweise ich Dich, Kasper666, gerne nochmal zurück zu meinem vorigen Beitrag. ;)

Das der ISP Decimator ein hervorragendes Noisegate und der G-String quasi die Krönung der Noisegateschöpfung ist, steht außer Frage. Aber mit der 4-Kabel-Methode ist das Boss NS-2 eine sehr gute Alternative. Vor allem dann, wenn man nicht Krösus ist.
Das ISP zumindest mit dem G-String da auftrumpfen kann, sollte fast selbstverständlich sein: das NS-2 ist unverändert seit 25 Jahren auf dem Markt.
Wie gesagt: in Sachen Feedbackunterdrückung hab ich mit dem NS-2 aber sogar bessere Erfahrungen gemacht als mit dem G-String!
 
Ich hab langsam den Eindruck, dass nur ein Bruchteil der Leute, die jemals ein NS-2 am Wickel hatten, das Funktionsprinzip durchschaut haben.
Wir hatten uns seinerzeit schon sehr intensiv damit auseinandergesetzt und jede erdenkliche Verkabelungsvariante durchprobiert. Wie gesagt, es kam - für uns - halt kein befriedigendes Ergebnis dabei heraus, bei dem alle oben beschriebenen Anforderungen zufriedenstellend erfüllt waren.

Wie Du vermutlich zurecht feststellst, waren wir mit dem NS-2 überfordert ... Umso schöner, wenn es für Technik-Deppen dann ein Gerät gibt, das mit einem Regler zu bedienen ist und auch noch ganz unabhängig davon funktioniert, ob man es vorschaltet oder einschleift. Wie es das wiederum macht, ist mir aus "User-Sicht" in der Tat genauso egal wie das Zustandekommen des TV-Bildes ...

Wie gesagt: in Sachen Feedbackunterdrückung hab ich mit dem NS-2 aber sogar bessere Erfahrungen gemacht als mit dem G-String!
Wie ich schon oben schrieb: Meine bescheidene Erfahrung lehrt mich, dass man - wie meistens im Leben - auch bei Equipment-Fragen selten von sich auf andere schließen kann. Zu unterschiedlich sind die "Versuchsaufbauten", der individuelle Anspruch und vor allem: das Hörempfinden.

Insofern liegt es mir fern, jemanden anzuzweifeln, der mit dem NS-2 etwas hinbekommt, was mir nicht gelingt ...
 
Meine bescheidene Erfahrung lehrt mich, dass man - wie meistens im Leben - auch bei Equipment-Fragen selten von sich auf andere schließen kann. Zu unterschiedlich sind die "Versuchsaufbauten", der individuelle Anspruch und vor allem: das Hörempfinden.

Da hast Du natürlich absolut recht. Ich (und ein paar andere) sind beim NS-2 nur immer etwas "sensibel", weil man oft liest / merkt, dass die enttäuschten User das gute Stück gar nicht in der 4-Kabel-Methode benutzen, somit also nicht das wirkliche Potential von dem Ding ausschöpfen. Das es dann trotzdem nicht das optimale Ergebnis bringt, kann natürlich trotzdem der Fall sein.

Das Problem dabei ist auch ein eher unglückliches Vermarktungsproblem: Sowohl das NS-2 als auch das MXR oder eben der ISP G-String werden einfach als Gate verkauft sowie jedes andere Standardgate. Hätte sich da mal ein spezialisierter Name entwickelt ("Triggered Gate" oder was weiß ich), dann würden die Leute vielleicht eher drauf aufmerksam werden, dass es da einen entscheidenden funktionellen Unterschied gibt.

Als ich damals das NS-2 gekauft habe, wußte ich gar nicht, dass es überhaupt als normales Gate verwendbar ist. Als ich das erfahren hab, hab ich mich doch sehr gewundert, wie es mit zwei Kabeln überhaupt zu einem vernünftigen Ergebnis kommen soll.
An dieser Stelle würde mich dann auch mal interessieren, ob das ISP G-String auch so gedacht ist, dass ein Betrieb als normales Gate mit nur zwei Kabeln möglich ist und wenn ja, wie es sich da so schlägt...
 
An dieser Stelle würde mich dann auch mal interessieren, ob das ISP G-String auch so gedacht ist, dass ein Betrieb als normales Gate mit nur zwei Kabeln möglich ist und wenn ja, wie es sich da so schlägt...

Geht nicht.
 
Ah, danke für die Info.
 

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