Ist Alexander Rybak ein guter Musiker?

Aimee
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Guten Morgen! :)

Ich habe mich hier angemeldet, weil mich einmal die Meinung von Menschen interessieren würde, die mehr Ahnung von Musik haben als ich.
Ich hoffe, dass zumindest ein paar von euch Alexander Rybak kennen, der den diesjährigen Eurovision Song Contest gewonnen hat.
Seit diesem Auftritt ist er europaweit gefragt, seine Fangemeinde hat sich über Nacht bestimmt verhundertfacht.
Auch ich habe dieses Jahr den Song Contest gesehen - und war hin und weg. Ich habe mir gleich sämtliche Videos von ihm bei Youtube angesehen und mir das Album von ihm gekauft. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass zwei oder drei Lieder dabei sein würden, die mir nicht gefallen. Aber das ist nicht der Fall. Sie gefallen mir alle.
Nun ist es aber so, dass ich von sehr vielen Menschen höre, Alexander Rybak würde absolut überbewertet, seine Musik wäre nicht außergewöhnlich und höchstens Durchschnitt.
Mich interessiert es, ob daran etwas dran ist. Ich werde seine Musik auch weiterhin hören, einfach weil sie mir gefällt, aber ich würde gerne etwas über die Qualität seiner Musik wissen.
Was ich persönlich sehr gut finde, ist die Tatsache, dass er seine Lieder selbst komponiert und textet und auch den Großteil der Instrumente selbst spielt. Zudem muss man sagen, dass er aus einer Musikerfamilie stammt und bereits seit frühster Kindheit geübt, geübt und nochmals geübt hat. Er studiert ebenfalls Musik.
Das ist in meinen Augen schon mal in großer Unterschied zu vielen Sängern heutzutage, die einfach ins Musikstudio gehen und ein Lied singen, das jemand anderes für sie geschrieben hat und zu dem sie nur ihren Gesang hinzugeben.
Das alles würde ich persönlich als Zeichen dafür sehen, dass er gar kein schlechter Musiker sein kann. Ich gebe zu, seine Texte sind jetzt nicht unbedingt extrem gut, eher leicht und simpel. Allerdings muss man bedenken, dass er diese Lieder alle mit Anfang 20 geschrieben hat - er ist also noch extrem jung. Er steht noch ganz am Anfang, kann sich weiterentwickeln. Man könnte es auch so sehen, dass es einfach sein Stil ist. Dass er seine Lieder genau so haben will.
Ich kann das nicht beurteilen, aber ich mag seine Musik. Obwohl ich normalerweise insbesondere darauf wert lege, dass die Texte viel aussagen.
Für mich hat seine Musik etwas Außergewöhnliches. Er sagt, er wäre ein "Geschichtenerzähler", und dieses Gefühl habe ich auch wenn ich seine Lieder höre.

Könnt ihr mir vielleicht sagen, wie ihr seine Musik beurteilen würdet; unabhängig davon ob ihr sie mögt oder nicht? Ich frage mich einfach, ob meine Faszination gerechtfertigt ist, oder ob ich einfach nur zu diesen von einem süßen Jungen leicht zu beeindruckenden Mädchen gehöre, die keine Ahnung von Musik haben. :redface:

Liebe Grüße,
Aimee
 
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Ob deine Faszination gerechtfertigt ist, hast du ja schon beantwortet, indem du gesagt hast, dass dir seine Musik gefällt. Da kann dir ja auch keiner reinreden.

Ich kenne nur das eine Lied, was er beim Grand Prix vorgestellt hat und ich fand es langweilig und irgendwie einfallslos. Nur das Zwischenspiel mit der Violine hat mir gefallen. Da ist einfach nichts passiert, ich hätte mir nach zwei Minuten oder so schon ein wenig Abwechslung gewünscht. Mich haben weder die Melodie noch sonst irgendwas am Songwriting gepackt (das ist ja Geschmackssache) noch ist mir irgendwas besonderes oder Originelles aufgefallen. Seine Gesangsstimme ist auch normal und klang in meinen Ohren irgendwie nicht immer so toll, vor allem wenn er die Töne so lang rausgedrückt hat.
Aber man kann ja auch gute Sachen machen, die unoriginell sind.

Kann sein, dass er ein guter Musiker ist, weil er studiert hat und Fachwissen besitzt, dass muss aber noch lange nicht heißen, dass er "gute" Einfälle hat, oder das sein Geschmack, nach dem sich ja die Musik, die er macht, richten wird, jedem gefällt.

Es ist immer schwer, über Qualität zu diskutieren, weil sich Qualität in vielerlei Hinsicht offenbaren kann und Hörerabhängig ist. Für dich mag er Qualität haben, weil dir seine Stimme einfach gefällt, bei anderen ist das vielleicht nicht der Fall.
Ich persönlich würde seine Musik auch eher dem Durchschnitt zuordnen, auch wenn ein so großer Hype um ihn existiert. Da ist er ja nicht der erste, sowas hat man ja kürzlich bei Peter Fox auch erlebt. Aber wenn sie dir gefällt, gefällt dir halt.
 
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So tiefgehend wie Du es darstellst kann ich eigentlich keine qualifizierte Meinung haben, denn.... ich habe mich nicht mit ihm befasst. Ebenso kenne auch ich nur dieses eine Lied, welches ich schlicht in die Schublade "nettes, belangloses Pop-Liedchen" stecken würde. Zu mehr als zur Radio-Hit-Hintergrundberieselung taugt es mir nicht, was aber ja gar nicht negativ zu werten ist.
Wie Kollege puppetofmasters schon treffend bemerkt: Entscheidend ist, was Dir gefällt. Dann hat es auch eine Qualität (und offenbar bist Du ja nicht die Einzige, die so denkt!).
 
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Hallo, Aimee!

Der Name sagte mir zunächst nichts, weil ich den Eurovision Song Kontest nicht mitverfolgt habe und auch keine gute Meinung darüber habe.
Hab mich eben mal reingehört in verschiedene Sachen von Alex.
Ich finde, er beherrscht das Instrument sehr gut - hat Feeling für das, was er spielt und kann auch noch singen. Im Bereich Klassik und Folk würde ich ihn als begabt ansiedeln.
Die Geige im Pop ist allerdings gewöhnungsbedürftig, und es geht in dem Genre nicht allzuviel mit dem Instrument. Ich denke, Alex sollte sich auf den Klassik- und Folkbereich konzentrieren, denn da kann er es zu was bringen.

Wenn Dich diese Art Musik interessiert - und sie von jungen knackigen:D Burschen dargebracht werden soll, will ich Dir die Gruppe NICKEL CREEK ans Herz legen. Ansonsten gibst es noch viele weitere junge und unverbrauchte Künstler, die das Genre auffrischen.

Gruß,
Joachim
 
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Was ich persönlich sehr gut finde, ist die Tatsache, dass er seine Lieder selbst komponiert und textet und auch den Großteil der Instrumente selbst spielt.
Das macht beispielsweise Prince auch. Der spielt übrigens mindestens 20 Instrumente. Prince war darüber hinaus stilprägend...
Es gibt viele Musiker, die mehrere Instrumente spielen, noch mehr schreiben ihre Songs selbst. Von daher ist das ganz normal, nichts Ungewöhnliches also.

...geübt und nochmals geübt hat.
Das ist völlig normal. Wer ein guter Musiker ist, hat jahrelang jeden Tag stundenlang am Instrument geübt. Sonst wird das nichts.

Er studiert ebenfalls Musik.
Auch das haben Abertausende von Musikern gemacht. Von daher nichts besonderes. Interessanter wäre, wenn er sich alles selbst beigebracht hätte. Zudem hatte er den Vorteil, in einer Musikerfamilie aufgewachsen zu sein, was mehr mit Glück als Können zu tun hat.

Das ist in meinen Augen schon mal in großer Unterschied zu vielen Sängern heutzutage, die einfach ins Musikstudio gehen und ein Lied singen, das jemand anderes für sie geschrieben hat und zu dem sie nur ihren Gesang hinzugeben.
Da verstehst du etwas falsch. Es gibt Komponisten, die nichts anderes machen, als nur Songs oder Stücke zu schreiben. Manche treten nie auf. Andere sind "nur" Sänger, ihre Aufgabe ist es, ein Stück richtig zu singen, nicht mehr und nicht weniger, was wirklich eine große Kunst ist, wenn das jemand richtig kann. Singen heißt nicht nur, im Rhythmus singen zu können, den Ton genau treffen zu können, sondern bedeutet, ein Stück richtig interpretieren zu können, was überaus schwierig ist und was nur ganz wenige Sänger wirklich beherrschen, wie z.B. Joy Fleming, die eine grandiose deutsche Sängerin ist.

Rybak halte ich für einen mäßigen Sänger, allein deshalb, weil er Intonationsprobleme hat, d.h. er trifft nicht jeden Ton gut - zumindest live deutlich hörbar, aber auch auf den Aufnahmen immer wieder deutlich erkennbar... - der Klang seiner Stimme ist sicher unterdurchschnittlich, da gibt es viel schönere Stimmen. Auch andere technische Mängel, z.B. bei der Aussprache, sind mehr als deutlich zu hören. Er kann auch - wohl wegen seiner technischen Beschränktheit, keinen großen Bogen singen, auch nicht über ein ganzes Stück spannen. Außerdem höre ich die ganze Zeit einen Schnupfen, wobei ich nicht weiß, ob er krank war, oder ob er da gesangstechnisch bzw. anatomisch einfach Probleme hat. Bei leisen Passagen merkt man, daß der Stimme Substanz fehlt. Dann fällt mir noch auf, daß er sowohl in tiefen Lagen Probleme hat, und in hohen neigt er zum "Schreien".

Macht aber nichts, wenn dir die Stimme gefällt. Gefühl bringt er jedenfall rüber, auch wenn das sicher weit besser geht. Er singt aber, als ob er Geige spielt, er behandelt seine Stimme wie eine Geige. Eigentlich sollte man ja so Geige spielen, wie man singt - er spielt aber weitaus besser Geige als er singt, wohl deshalb sind die Rollen vertauscht...

Das alles würde ich persönlich als Zeichen dafür sehen, dass er gar kein schlechter Musiker sein kann. Ich gebe zu, seine Texte sind jetzt nicht unbedingt extrem gut, eher leicht und simpel. Allerdings muss man bedenken, dass er diese Lieder alle mit Anfang 20 geschrieben hat - er ist also noch extrem jung. Er steht noch ganz am Anfang, kann sich weiterentwickeln. Man könnte es auch so sehen, dass es einfach sein Stil ist. Dass er seine Lieder genau so haben will.
Gute Texte sind aber wichtig, wenn es Kunst sein soll. Vielleicht wäre es besser, wenn er nicht versuchen würde, die Texte selbst zu schreiben. Muß er auch nicht, warum denn soll einer alles perfekt können...

Ich kann das nicht beurteilen, aber ich mag seine Musik. Obwohl ich normalerweise insbesondere darauf wert lege, dass die Texte viel aussagen.
Für mich hat seine Musik etwas Außergewöhnliches. Er sagt, er wäre ein "Geschichtenerzähler", und dieses Gefühl habe ich auch wenn ich seine Lieder höre.
Ja, musikalisch ist er in Geschichtenerzähler. Lassen wir aber mal besser das Eurovisionstück weg, das ist sicher eines seiner schlechtesten Stücke. Deutlich wird das eher bei dem Stück "Song from a secret Garden", hier zeigt er wirklich Klasse, ein großartiges, wunderares, ja traumhaftes Stück, das weniger durch seine Originalität, sondern durch den authentischen Ausdruck auffällig glänzt und sich von daher von vergleichbaren Stücken deutlich abhebt.

Musikalisch fällt mir auf, daß man immer wieder Klezmer und artverwandte jüdische Musik heraushören kann, ein Musikstil, der seine ganze Musik durchdringt. (Wobei ich nicht weiß, ob er judischer Herkunft ist, ich würde es aber mal tippen, allein weil es zu authentisch klingt - auch wegen seine Bildung...) Wenn er sich auf diese Wurzeln besinnt, ist er richtig gut, sogar wirklich gut. Er sollte sich von allzu kommerzieller Musik fernhalten, was aber aus offensichtlichen Gründen nicht gut für seine Karriere wäre...

Könnt ihr mir vielleicht sagen, wie ihr seine Musik beurteilen würdet; unabhängig davon ob ihr sie mögt oder nicht?
Mein Fazit in Kürze:
Die Songqualität steigt, je weniger kommerziell das Stück ist. Die Arrangements sind einwandfrei, gut gespielt, wenn auch nicht überaus virtuos, was aber kein Fehler sein muß. Harmonisch sind einige Stücke durchaus interessant, wenn auch die Komplexität teilweise gut versteckt ist. Sein Geigenspiel finde ich schön, er hat einen guten Ton, teilweise interpretiert er auch sehr gut, wobei ich sagen muß, daß ich kein Streicherexperte bin, vielleicht kann dazu nochmal ein Geiger etwas sagen. Stimmlich muß er aber nochmal zulegen, damit das Gesamtbild paßt. Aber er bringt zweifelsfrei viel Gefühl mit...

Man wird sehen, wie er mit dem Ruhm klarkommt, das wird das Entscheidende sein, ob er musikalisch überlebt oder nur eine Eintagsfliege bleibt. Andereseits bleibt ihm viel Entwicklungsspielraum, denn es ist schwer, mit einem perfekten Debüt sich nochmal steigern zu können, was ich ihm auf jeden Fall zutraue, ganz klar!

Zuletzt: Für seine Musik müßte ich mich nicht schämen, keineswegs, hätte ich sie im Plattenschrank.
 
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Deutlich wird das eher bei dem Stück "Song from a secret Garden", hier zeigt er wirklich Klasse, ein großartiges, wunderares, ja traumhaftes Stück, das weniger durch seine Originalität, sondern durch den authentischen Ausdruck auffällig glänzt und sich von daher von vergleichbaren Stücken deutlich abhebt.

Ähm, wenn ich eine Anmerkung machen darf. Song from a secret garden ist ein Lied von Rolf Lovland, dem Pianisten der Gruppe Secret Garden und ist im Original um ein vielfaches besser. Fionualla Sherry spielt auch viel gefühlvoller Geige. http://www.youtube.com/watch?v=wasYNNfnfVE
Secret Garden hat übrigens für Norwegen beim Eurovision Song Contest den ersten Platz belegt.


Ansonsten stimme ich PVaults zu. Für mich ist Alexander Rybak ein durchschnittlicher Musiker. Schlecht ist er nicht, aber auch nicht auffällig gut. Schön, dass er seine Lieder selbst schreibt, aber das macht einen nicht besonders. Gesanglich fand ich ihn in Fairytale unterdurchschnittlich. Er schiebt die Töne irgendwie. Die Intonation war teilweise nicht so toll und die Tonqualität nicht immer berauschend. Geige spielt er ganz ordentlich, besser als viele Musikschüler, würde ihn allerdings nicht als besonders talentiert bezeichnen, schon gar nicht in der Klassik. Geige in der Pop- und Rockmusik finde ich übrigens toll und finde schon, dass es passt. Ich verweise nur auf den entsprechenden Thread. Ansonsten nicht mein Musikgeschmack, obwohl ich auch was mit Folkpop anfangen kann. Aber wenn du ihn toll findest, dann kann dir das eigentlich egal sein. Hauptsache es gefällt.
Ich bin ehrlich, ich hätte Yohanna den Sieg eher gegönnt. Tolle Stimme, nettes Lied.
 
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Ähm, wenn ich eine Anmerkung machen darf. Song from a secret garden ist ein Lied von Rolf Lovland, dem Pianisten der Gruppe Secret Garden und ist im Original um ein vielfaches besser. Fionualla Sherry spielt auch viel gefühlvoller Geige. http://www.youtube.com/watch?v=wasYNNfnfVE
Secret Garden hat übrigens für Norwegen beim Eurovision Song Contest den ersten Platz belegt.
Natürlich, du darfst, klar, gerne!

Dankeschön, hatte ich nicht gewußt bzw. nicht recherchiert, ich kannte den Song auch nicht, die Band auch nicht. Mit dem GP habe ich es auch nicht so, drum wohl. Wie man aber sieht, schreibt auch Ryback nicht alle Songs selbst, schauschau...
Das Stück ist aber so oder so gut, egal wer es spielt, ein Zeichen für die Qualität des Stückes.

Ja, du hast recht, das Mädel spielt das Stück besser, allerdings muß man auch die fette Orchestrierung nicht außer acht lassen, ein "vielfach besser" sehe ich da deshalb nicht.

Trotzdem, ich bleibe dabei. Schämen muß man sich nicht, wenn man die Platte im Schrank hat. Da gibt es ganz andere, richtig miese Beispiele (Monrose und diese ganze Fansenparade!). Ob ich sie mir mehr als einmal gut anhören würde, würde ich aber auch bezweifeln, wenn man doch weitaus bessere Musik im Schrank hat.

PS: Jedes Instrument paßt in jede Musik, wenn man nicht nur Klischeehaftes als "amtlich" akzeptiert, das nur zu Geige und Pop-Musik...
 
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Die Geige im Pop ist allerdings gewöhnungsbedürftig, und es geht in dem Genre nicht allzuviel mit dem Instrument.
Hmm, der Aussage würde ich so nicht zustimmen.
Es gibt kaum noch Pop und Rock-Produktionen, in denen nicht irgendwo Streicher unterlegt werden.
Einfache Melodien mit einer Solo-Geige klingen zwar schnell in Richtung Folk, aber die Geige kann von Riffs über Untermalung bis hin zu Soli höchst verschieden eingesetzt werden und wird sie auch.
Ich würde eher sagen, dass die (vielfältige) Geige (zurecht) immer mehr im Kommen ist. ;)
 
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Hmm, der Aussage würde ich so nicht zustimmen.
Es gibt kaum noch Pop und Rock-Produktionen, in denen nicht irgendwo Streicher unterlegt werden.
Einfache Melodien mit einer Solo-Geige klingen zwar schnell in Richtung Folk, aber die Geige kann von Riffs über Untermalung bis hin zu Soli höchst verschieden eingesetzt werden und wird sie auch.
Ich würde eher sagen, dass die (vielfältige) Geige (zurecht) immer mehr im Kommen ist. ;)


Hallo, GEH!

Und doch wird sie wegen unserer Hörgewohnheiten nie in modernen Genres heimisch werden, sondern immer als eine klassische Stimme empfunden werden.
Die Untermalung von Streicherharmonien finde ich sogar extrem bereichernd bei balladigen Songs unter anderem. Es hat aber immer etwas von "classic meets pop", und gibt dem Ganzen eine nostalgische, eposartige Note.
Die Geige als Leadinstrument im Rock-Pop-Bereich finde ich eher unpassend. E-Gitarren singen ebenfalls, und das in erheblich flexiblerer Weise.:D


@Aimee: Mit der Zeit wächst auch der Anpruch an die Musik, und man wird einige Stücke, die man einmal vergöttert hat, später in einem anderen Licht sehen.
Wenn sie wirklich gut sind, werden sie ihren Zauber nie verlieren und immer für eine Überraschung sorgen.

Gruß,
Joachim
 
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Aimee
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Wow, ich hätte nicht erwartet, noch so viele Antworten zu bekommen! :)
Ich freue mich sehr darüber, dass ihr euch so intensiv damit befasst habt - danke!

Für mich sind Diskussionen über Musiker immer schwierig, weil ich selbst so gar keine Ahnung von Musik habe, leider. :( Und wenn dann irgendjemand sagt, dass beispielsweise Alex ein schlechter Musiker wäre, nicht singen und erst recht nicht Geige spielen könne, weiß ich nicht, was ich entgegenen soll. Klar, ich mag ihn einfach, finde seine Lieder schön - aber ob seine Musik auch qualitativ gut ist, das kann ich selbst nicht beurteilen. Dennoch möchte ich mich mit dieser Kritik beschäftigen.

Song From A Secret Garden finde ich sehr, sehr schön - auch wenn er es nicht selbst geschrieben hat. Einfach wie er da spielt... da ist so viel Gefühl... zumindest empfinde ich das so.

Ich vermute, dass ich ihn allein als Sänger nicht so interessant finden würde. Bei ihm ist es einfach das Gesamtbild: sein Geigenspiel, seine Art, das, was er rüberbringt. Er hat soetwas verträumtes, irgendwie unschuldiges, naives an sich. Das mag ich irgendwie.
Deshalb klingen seine Lieder für mich auch authentisch. Ich habe das Gefühl, dass es wirklich "seine" Geschichten sind.

Mit den Aufzählungen (dass er seine Lieder selbst schreibt, stuidiert etc.) wollte ich nicht sagen, dass er damit außergewöhnlich ist. Ich habe nur das Bild, dass das eigentlich Grundvoraussetzung dafür ist, dass man ein guter Musiker ist.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch Menschen gibt, die nur Sänger sind, nur Pianisten, nur Songwriter etc., und die wirklich etwas können.
Ich habe damit eher auf die Leute angespielt, die einfach alles singen, nur weil die Plattenfirma es ihnen sagt. Wo jegliche Authentizität oder persönliche Note fehlt.

@PVaults: War das mit dem "Schnupen" auf ein bestimmtes Lied bezogen oder auf alle? Ich weiß, dass er bei dem Auftritt, der als offizielles Video zu "Fairytale" verwendet wurde, definitiv krank war (da singt er selbst meiner Meinung als Nicht-Musikerin nach sehr schlecht :redface: ). Zu anderen Aufnahmen kann ich nichts sagen...
 
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Falls es jemanden interessiert, ich habe mal die Angaben zu den einzelnen Liedern seines Albums abgetippt:


Roll With The Wind
Music and lyrics by Mårten and Lisa Eriksson
Alexander Rybak: Violin, Vocals, Strings
Amir Aly: Guitar, Bass, Programming

Fairytale
Music and lyrics by Alexander Rybak
Alexander Rybak: Violin, Piano, Vocals, Strings
Kim Edward Bergseth: Bass, Programming
Jorunn Hauge: Background vocals
Karianne Kjærnes: Background vocals

Dolphin
Music and lyrics by Alexander Rybak
Alexander Rybak: Violin, Piano, Vocals, Strings
Kim Edward Bergseth: Guitar, Bass, Programming
Mattis Lerbak: Drums

Kiss & Tell
Music by Alexander Rybak and Kim Bergseth
Lyrics by Alexander Rybak and Piotr Andrej
Alexander Rybak: Violin, Piano, Vocals, Strings
Kim Edward Bergseth: Guitar, Bass, Background vocals, Programming
Kai Morten Berg: Percussion

Funny Little World
Music and lyrics by Alexander Rybak
Alexander Rybak: Violin, Vocals, Strings
Amir Aly: Accoustic guitar, Bass
Henrik Wilström: Keyboards, Programming

If You Were Gone
Music by Henrik Sommero
Lyrics by Alexander Rybak
Alexander Rybak: Violin, Vocals, Strings
Amir Aly: Guitar, Bass, Programming

Abandoned
Music by Alexander Rybak and Kirill Moltchanov
Lyrics by Alexander Rybak and Piotr Andrej
Alexander Rybak: Violin, Piano, Vocals, Strings
Kim Edward Bergseth: Guitar, Bass, Background vocals
Laila Samuels: Background vocals

13 Horses
Music and lyrics by Alexander Rybak
Alexander Rybak: Violin, Piano, Vocals, Strings
Kim Edward Bergseth: Programming

Song From A Secret Garden
Music by Rolf Løvland
Alexander Rybak: Violin
Gunnar Flagstad: Piano
 
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@PVaults: War das mit dem "Schnupen" auf ein bestimmtes Lied bezogen oder auf alle? Ich weiß, dass er bei dem Auftritt, der als offizielles Video zu "Fairytale" verwendet wurde, definitiv krank war (da singt er selbst meiner Meinung als Nicht-Musikerin nach sehr schlecht :redface: ). Zu anderen Aufnahmen kann ich nichts sagen...
Auf alles, was ich gehört habe, nicht nur bei diesem Fairytale-Song. Schnupfen bzw. Erkältung ist aber völlig normal bei einem solchen Event - das Lampenfieber läßt grüßen, und ich wage zu behaupten, daß alle anderen auch die "Grippe" hatten...:)
 
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Die Geige als Leadinstrument im Rock-Pop-Bereich finde ich eher unpassend. E-Gitarren singen ebenfalls, und das in erheblich flexiblerer Weise.:D

Eine Geige oder generell Streicher geben einem Song aber doch ne ganz andere Würzung als z.B. irgendein 08/15 Gitarrengeschrammel welches man bei jeder millionsten Rockband hört ;)
Und wenn die Geige zur Pop/Rock/Metalband passt, ja warum denn nicht :)

Ein Geiger bzw. eine Geigerin in einer Band wäre doch cool wenn es zur Musik passt (alleine schon weil die Geige mal ein anderes Soundspektrum erfüllt als eine Gitarre und es anders klingt).
Für Unplugged Sachen könnte nan ja auch prima eine Geige einsetzen.

Ob Alexander Rybak ein guter Geiger ist, das müssen andere Geiger/innen beurteilen.
Was soll denn überhaupt einen guten Musiker auszeichnen? Muß ein guter Musiker notenfest sein? Oder muß er in der lage sein auf seinem Instrument ohne Noten zu improvisieren? Oder beides? Muß ein gute Musiker jeden Song nach dem Gehör nach spielen können?
Das kann sich ja jetzt jeder so auslegen wie er lustig ist, denn Musik is ja nu Geschmacksache und Meinungen können da ja sehr stark auseinander gehen.
Für den einen sind Jimi Hendrix, Eddie Van Halen usw. gute Musiker.
Für die anderen ist Musik ala Hendrix, Van Halen und co die reinste Körperverletzung (vor allem auch wegen dem verzerrten Gitarren-Gedudel). Aber wer hat denn nun Recht?
Im Endeffekt ist es vielleicht auch irgendwo ne Geschmacksache wen man alles als einen guten Musiker bezeichnet.
 
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Eine Geige oder generell Streicher geben einem Song aber doch ne ganz andere Würzung als z.B. irgendein 08/15 Gitarrengeschrammel welches man bei jeder millionsten Rockband hört ;)
Und wenn die Geige zur Pop/Rock/Metalband passt, ja warum denn nicht :)

Ein Geiger bzw. eine Geigerin in einer Band wäre doch cool wenn es zur Musik passt (alleine schon weil die Geige mal ein anderes Soundspektrum erfüllt als eine Gitarre und es anders klingt).

Ein Cello funktioniert als Leadinstrument erheblich besser, weils einen größeren und passenderen Oktavbereich abdeckt, so gibt es auch viel mehr Produktionen, wo ein Cello als ergänzende oder dominierende Stimme eingesetzt wird. Der Geige fehlt es an maßgeblichen Dingen in diesem Bereich, sonst wäre doch schon längst etwas in dieser Richtung passiert.

Cello Rock Beispiel
http://www.youtube.com/watch?v=c7Yc2cp6ekM
Mit dem bauchigen Sound läßt sich im Pop-Rock arbeiten, zumindest bekommt man damit sehr gute Fills hin.

Geige Rock Beispiel
http://www.youtube.com/watch?v=qYGvGWY1FDs&feature=related
und wie man hört, bekommt man aus der Geige die Klassik und den Folk nicht heraus.


Übrigens - Fairytale ist ein Folkstück, kein Pop. Es gibt nur einige Folkrichtungen und eben die Klassik, in denen die Geige eine vordergründige Rolle spielen kann.
 
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Du bringst nicht sehr gute Beispiele. Natürlich hat ein Cello untenrum mehr wumms.

Besser man schaut sich Bands an, die das mit Geige bzw. Cello realisiert haben. Ich finde, man merkt, dass beide Instrumente sehr gut passen und ein großes Klangspektrum zeigen.
https://www.musiker-board.de/vb/helden-auf-dem-instrument/110193-cello-meets-rock-meets-metal.html
https://www.musiker-board.de/vb/helden-auf-dem-instrument/195220-violin-meets-rock-meets-metal.html
Insbesondere verzerrt klingen beide Instrumente sehr nach Rock und Metal. Ich persönlich bevorzuge die cleane Variante. Habe selbst Geige in einer Metalband gespielt und weiß wovon ich spreche. Niemand empfand die Geige als seltsam oder unpassend. Und nein, das war keine Symphonic Metal Band.

Was Alexander Rybak betrifft, er spielt ja Folkpop. Da passt eine Geige sehr gut hinein ohne dass es "komisch" klingt. Und ja, er spielt sehr gut Geige. Ob er jetzt technische Raffinessen a la Paganini drauf hat, mag ich zu bezweifeln, aber darauf kommt es überhaupt nicht an. Er setzt die Geige richtig ein und kann insbesondere in den melancholischen Songs gut Gefühl reinbringen. Nicht so wie die meisten, die Vibrato mit Gefühl verwechseln.
Wie gesagt, gesanglich finde ich ihn nur mittelmäßig. Seine Songs sind ganz nett und wenns gefällt, ist das gut. Man kanns ja nicht jedem recht machen.
 
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Öhmm, ja - Geige oder Cello meets Metal - da besteht kaum ein Unterschied zum verzerrten Metal-E-Gitarren Sound, sonst würde es ja auch nicht passen und sich nicht Metal nennen dürfen. Eine Bereicherung ist das nicht gerade, höchstens ein Ersatz für nen abgerauchten Verstärker.
 
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Ich glaube auch nicht, dass der 08/15 Popmusik-Hörer was gegen den Klang einer gut reingemischten Geige hat, oder ein Cello dieser vorziehen würde.

Warum man jetzt mit ner Geige aus der Klassik nicht rauskommt, mit nem Cello aber schon, würde mich jetzt auch mal interessieren.
Jeweils ein Video wo das Instrument gespielt wird.... keine Ahnung, was du jetzt damit sagen willst.

Ich will jetzt nicht sagen, dass es statistisch relevant ist, aber von den Rock/Pop/Metal-Bands, die ich kenne, bei denen es jeweils ein Streichinstrument gibt (oder öfter eins eingesetzt wird), spielen in acht davon Violionen, in einer eine Bratsche und in vier ein Cello.
 
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Die Geige hat schon einen aufdringlichen Diskant, wogegen das Cello sehr warm und voll klingt.
Es geht einfach mehr auf dem Cello, was z.B. schonmal Bassläufe angeht wie bei einer Gitarre.

Reinmischen ist eine Sache. Das Instrument in den Vordergrund zu stellen, die andere, dann kommt zwangsläufig die Assoziation zu dem, wo es eigentlich die tragende Rolle spielt - in der Klassik und im Folk, denn die Ausdrucksmöglichkeiten solcher Instrumente im Melodiespiel sind begrenzt.

Ein Musikstil wird auch stark von der Instrumentierung bestimmt und geprägt, weil er ohne dies nicht existieren kann.
 
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Die Geige hat schon einen aufdringlichen Diskant, wogegen das Cello sehr warm und voll klingt.
Aber warum ist es jetzt mehr geeignet für Rock und Pop, nur weil es wärmer klingt.?
Und warum die Geige für klassische Musik nicht, klingt die immer scharf oder wie?

Es geht einfach mehr auf dem Cello, was z.B. schonmal Bassläufe angeht wie bei einer Gitarre.
Das spricht doch eigentlich dafür, dass die Geige eine Rockband viel besser ergänzt, weil sie in anderen Lagen agiert.

Ein Musikstil wird auch stark von der Instrumentierung bestimmt und geprägt, weil er ohne dies nicht existieren kann.
Dem will ich gar nicht widerpsrechen, aber Geige und Cello sind ja gleichermaßen Rock/Pop-untypisch.
 
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Servus,

Ist zwar Offtopic aber ...
weil Puppet & Joa so schön über die Geige disskutieren:
Ich hab mal in einer Gothic Metal Band gespielt die auch ene Geigerin beschäftigt hatte.
Wenn es jemanden interessiert was die da so gemacht hat:
http://ul.to/3om6zr
Ich finde das das mal so garnicht folkig ist (war) ...

LG - Captain-P
 

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