Ist dieser Verstärker-Schaltplan in Ordnung?

von TheByte, 28.08.10.

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  1. TheByte

    TheByte Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.08.10   #1
    Hi,

    da das Gehäuse meines grünen Selbstbau-Verstärkers soweit fertig ist:D, hab ich mich nun an die Elektronik gemacht.
    Bei meinen Überlegungen ist folgender Schaltplan für die Endstufe rausgekommen:
    Verstärker.jpg

    Aufgebaut hab ich ihn schon teilweise, d.h. nur die End-Transistoren und der 1k Widerstand sind noch nicht dran.
    An meinem Lautsprecher spielt der Verstärker gar nicht schlecht, Offset ist deutlich unter 50mV;)

    Allerdings hab ich schon ein paar Bedenken die (doch recht teuren Transistoren) anzuschließen:rolleyes:
    Denn alle meine bisherigen Konzepte haben sich mehr oder weniger in teuren Schall und Rauch aufgelöst:(
    (das waren aber -zu meiner Verteidigung- eher Nachbauten dürftiger Schaltpläne und mit billigen Transis).
    Hier werde ich noch eine Einschaltverzögerung mit DC-Schutz in die Lautsprecherleitung einbauen.

    Also, meine Frage(n):
    Sieht jemand noch etwas, was so nicht sein darf oder verbessert werden kann/sollte?
    Sollte ich den End-Transistoren (2SC... und 2SA...) noch Emitter-Widerstände geben? Wenn ja, 0.2Ohm?
    Gibt es noch mehr Schutzmaßnahmen, die ich einbauen sollte?
    Ich hab nämlich noch vor, einen Atmega zu beschäftigen, von daher geht noch mehr an Sensorik.

    mfG und wenn jemand noch Vorschläge/Verbesserungen hat, dann immer her damit:great:
     
  2. Holzauge

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    Erstellt: 28.08.10   #2
    Hallo,
    auf den ersten Blick ist der Plan doch in Ordnung.
    Allerdings kommt bei jedem Selbstbauer mal der Moment wo Du
    den Schalter umlegen musst und feststellst ob das Teil läuft oder
    sich einfach nur Spektakulär verabschiedet...

    Ich würde als Vorstufentransistoren (BC 546/556) eher die Typen
    BC550 und BC560 nehmen, die sind etwas Rauschärmer.
    Zum Testen ist das aber unerheblich.

    Ansonsten beim ersten Probelauf erstmal ohne Endtransistoren in Betrieb
    nehmen und die Spannungen messen bevor Du die Teureren Teile der Schaltung
    in die ewigen Jagdgründe schickst.
     
  3. 6Red6Dragon6

    6Red6Dragon6 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.10   #3
    Mir fehlt da irgendwie eine Möglichkeit zur Ruhestromeinstellung.
    Außerdem würde ich statt der zwei Dioden ein simples Bias-Servo einplanen, das sorgt für wesentlich bessere thermische Kopplung.

    Was mich aber wirklich verwirrt, ist die Schaltung der Endtransistoren.
    Wieso sind die komplett getrennt von dem restlichen Verstärker?
    Und warum sind sie in Class B geschaltet?
    Meiner Meinung gehören die in Darlingtonschaltung direkt hinter die BD139/140 oder sollten zumindest in die Gegenkopplung eingebunden werden, sonst kriegst Du Übernahmeverzerrungen mehr als alles andere.
     
  4. TheByte

    TheByte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.10   #4
    Hi an alle:)

    @Holzauge:
    der Probelauf ohne End-Transistoren ist erfolgreich verlaufen, alle Spannungen ok.
    Die Tatsache mit den BC546/556 in der Vorstufe hab ich auch schon auf dem Oszi bemerkt,
    aber es stört mich nicht, da man es nicht hört;) (außerdem sind die anderen grad nicht auf Lager;))

    @6Red6Dragon6:
    Zur Ruhestromeinstellung:
    die ist hier doch auch nicht nötig, oder?:gruebel:
    Was ist denn ein "Bias-Servo"? Gehört hab ich den Begriff zwar schon, aber hast du nen Schaltplan dazu?
    Der wird sich wohl positiv auf die Sicherheit auswirken, oder? :D
    Die Endtransistoren sind in der Tat falsch eingezeichnet!:eek:
    Der Gegenkopplungswiderstand (22k) kommt natürlich an die Emitter derselben und nicht an die der BDs.

    mfG
     
  5. 6Red6Dragon6

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    Erstellt: 29.08.10   #5
    Wenn Du des Englischen mächtig bist:
    http://sound.westhost.com/amp_design.htm#bias-servo
    (Die ganze Website ist übrigens extrem lehrreich)
    Der Servo-Transistor sollte vom gleichen Typ sein, wie der NPN-Treiber und wird dann mit selbigem thermisch gekoppelt, das verhindert "Thermal Runaway", und zwar wesentlich besser, als einfach die Dioden an die Treiber zu pappen.

    Eine Möglichkeit zur Ruhestromeinstellung sollte immer vorhanden sein, weil man nie genau weiß, auf welchen Wert sich der Ruhestrom nach dem Einschalten stabilisiert. Ist er zu niedrig, hat man Übernahmeverzerrungen, ist er zu hoch, gehen die Endtransis durch.

    Wenn es allerdings beim Trockenlauf noch keine Probleme damit gab, wird es auch, denke ich, mit eingebaute Endtransistoren keine geben, da diese überhaupt keinen Ruhestrom bekommen - was mich zu meiner Frage zurückführt: Warum?
    Was Du da baust ist ein Class-AB-Treiber, der eine getrennte Class B Schaltung treibt und eine Gegenkopplung drüber.
    So was kenne ich aus Anwendungen für Kopfhörerverstärker, allerdings besteht da die Differenzstufe aus einem Opamp mit riesiger Leerlaufverstärkung.
     
  6. TheByte

    TheByte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.10   #6
    Hi,

    zu der Website hab ich mir gleich mal ein Lesezeichen gesetzt;) Ist auf den ersten Blick schon mal sehr interessant.
    Zu meiner Schaltung:
    hier wird doch m.E. nach keine Ruhestromeinstellung benötigt, wenn die Endtransistoren mit in der Gegenkopplung sind, oder sehe ich das falsch?
    Dass hier die Verzerrungen im Hochtonbereich zunehmen ist mir klar, da der Verstärker ja nur eine begrenzte Slewrate hat;
    dies ist mir -in dem Falle- aber weniger wichtig, da der Verstärker "nur" als Gitarrenamp eingesetzt wird.
    Oder gibt es dadurch gravierende Nachteile?

    Zur Frage "warum?":
    Tja, ich hatte meine Erfahrungen bisher mit Operationsverstärker-Schaltungen, die die Endtransistoren in die Gegenkopplung miteinbezogen.
    Da die Schaltungen auch gut funktionierten, hab ich mich an das Design eines diskreten OpAmps gemacht und dabei ist dann der Schaltplan herausgekommen;)
    Auch aus dem Grund, weil die anderen Designs mit Ruhestrom immer versagt haben.
    Deswegen wollte ich es ohne Ruhestrom versuchen (zumindest durch die End-Ts).

    mfG und Danke für die rege Beteiligung:)
     
  7. 6Red6Dragon6

    6Red6Dragon6 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.10   #7
    Ok, wenn Du das weißt und das Absicht ist, dann ist es ja OK.:)
    Ich denke aber nicht, dass das Design wirklich genug Leerlaufverstärkung bringt, um die Übernahmeverzerrungen wirklich unhörbar zu machen.
     
  8. TheByte

    TheByte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.10   #8
    Das wird der erste Test zeigen;)
    Wobei ich da optimistisch bin, da auch die Simulationen ein (für mich) gutes Resultat vorhersagen
    (sogar als ich -mehr aus Interesse, was passiert- anstatt BJTs MOSFETs eingesetzt hab).

    Gibt es noch etwas, oder kann ich mich schließlich dransetzen?:D

    mfG, TheByte
     
  9. OneStone

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    Erstellt: 30.08.10   #9
    Bis auf die Tatsache, dass die Endstufe keine Strombegrenzung hat, nicht kompensiert ist und wenn du in der Nähe irgendwo einen Sender hast, wahrscheinlich hochgehen wird und die reine Klasse B-Schaltung (bzw eigentlich C...) Übernahmeverzerrungstechnisch nicht optimal ist (...wobei das hier nicht so krass wird, da die Treiber auf den Ausgang durchgreifen...), kann man es lassen :)

    Nebenbei: Warum teure Transistoren? Nimm doch irgendwas mit großem Beta, das kein Darlington ist und die Spannung und den Strom kann...

    MfG Stephan
     
  10. TheByte

    TheByte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.08.10   #10
    Hi,

    Wieso das denn? Sender hab ich in der Nähe genug. Schwingungsgefahr?

    Die Transistoren hab ich deswegen genommen, da mein Elektroladen die Teile bestellt hat und mir vorher den Preis nicht nennen konnte.

    mfG

    EDIT:

    Es leeebt:D
    Keinerlei Funkenflug, auch die Sicherung ist dringeblieben:great:
    Ebenfalls sehe ich kein Schwingen oder Einstreuungen.
    Also, hier bin ich dann mal fertig;)
     
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