Ich habe der Übersichtlichkeit halber mal ein paar Zitate zusammengefasst, die meiner Meinung nach thematisch zusammenpassen. Ich hoffe, ich habe sie nicht zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen, falls doch - entschuldige, das war nicht meine Absicht. Das ist auch nicht als Angriff oder ähnliches gedacht, es ist einfach nur übersichtlicher und meine Antworten wiederholen sich wenigstens nicht bzw. überschneiden sich nicht thematisch.
nach deren argumentation müßte aber ein linkshänder auf einer rechtshändergitarre besser zurecht kommen und umgekehrt. (wo wird der ton beim gitarre spielen erzeugt ? wo hat man in der regel mehr feingefühl und feinmotorik ? braucht man wirklich "finger", um die saiten zu greifen, oder würde da, zumindest theoretisch, nicht auch anderes für herhalten können ?)
Ehrlich gesagt halte ich das für eine plausible These. Manchmal frage ich mich, wie Rechtshänder bei rechter Spielweise mit der doch recht komplexen Aufgabe des Greifens zurecht kommen (was für ein Satz). Sie tun dies ja mit ihrer "schwachen" (im Alltag weniger benutzten) Hand und ich für mich denke mehr darüber nach , wie ich etwas greife als wie ich etwas anschlage, und halte ersteres daher auch für die komplexere /schwierigere Aufgabe. Ich habe auch eher Probleme damit, ein neues Riff / eine Tonfolge / einen ungewöhnlichen Akkord zu greifen, als ihn von der Anschlagstechnik her gebacken zu bekommen. Der Anschlag geht bei mir wie von allein und ich verschwende nciht einen Gedanken daran. Daher ist für mich als Linkshänderin die rechte Spielweise eigentlich optimal: Ich kann meine starke Hand für die für mich komplexere Aufgabe des Greifens benutzen und die schwache Hand schlägt wie von selbst die Seiten an.
Von daher ist die Frage nach der Erzeugung des Tons bzw. in welcher Hand man mehr Feinmotorik benötigt, absolut relativ.
das liegt daran, daß es viel zu viele rechtshänder gibt, die das linkshänder sein nicht nachvolliehen können, und es eben dann dadurch runterzuspielen versuchen, indem sie argumentieren, daß es mit etwas übung ja auch rechts gehen würde.
daß es dabei rechtsspielende linkshänders gibt ändert nichts am kern dieser aussage. jeder tickt halt auf seine art. dennoch halte ich persönlich so einen fall immer noch für eine ausnahme.
Aber es geht doch auch mit rechts. Das hat nichtmal was mit herunterspielen zu tun. Wie schonmal erwähnt wurde, ist es bei den meisten wohl so, dass die Haltung an der Gitarre zunächst sowieso ungewohnt ist, weils einfach fremd ist, egal in welcher Lage. Die meisten würden wohl mit beiden zurecht kommen. Linkshänder mit rechter Lage, als auch, so möchte ich behaupten, Rechtshänder mit linker Lage.
Ich wusste damals auch gar nicht, dass man auch links spielen kann, das ist mir auch nie in den Sinn gekommen. Trotzdem habe ich superschnell alles auf die Pfanne bekommen, mein Lehrer hat regelmäßig gestaunt. Und erst recht als ich ihm dann mal eröffnet hatte, dass ich Linkshänderin bin.
Seitdem die Industrie nun aber auf den Trichter gekommen ist, dass man auch Linkshänder-Gitarren anbieten könnte (und scheinbar ja auch lukrativ verkaufen kann), gibt es diese elenden Diskussion ob links oder rechts oder oder oder. Dabei ist das bei den meisten wirklich egal. Man probiert einfach beides aus und wenn einem eine Seite eher zusagt, dann nimmt man diese. Ist es gleich, dann würde auch ich aus schon genannten Gründen wie Modell-Auswahl und preislicher Aufwand die rechte Lage empfehlen.
Ich kenn ehrlich gesagt auch mehr rechtsspielende als linksspielende Linkshänder und halte daher eher Deinen Fall, der ja mit einer Seite partout nicht klargekommen ist, für die Ausnahme.
leute, die schon jahrelang "falsch" spielen möchte ich nicht gelten lassen, da das hirn eben auch sehr anpassungsfähig ist. klar geht das dann nach einer gewissen zeit, aber "richtig" wäre es vielleicht schneller gegangen. im extremen erreicht man so nie das niveau, daß evtl. möglich wäre.
Diese Aussage halte ich für überzogen und irreführend. Linkshänder MÜSSEN nicht links spielen, in meinem Fall bspw. komme ich mit der rechten Spielweise sogar besser klar. Sicher, ich weiß nicht, wie es gewesen wäre, hätte ich es anders gelernt, aber hey, es ist doch überall im Leben so, dass man niemals die Alternative kennenlernen wird, für die man sich nicht entschieden hat
ein linkshänder wird regelrecht dazu gezwungen seine rechte, schwache hand zu benutzen und damit, extrem ausgedrückt, gegen sein eigenes hirn zu arbeiten. muß ja eigentlich nicht sein...ihr könnt euch doch gar nicht vorstellen, was es bedeutet linkshänder zu sein ! aber verdammt viele meinen, es sich einbilden zu können.
Nu lassen wir aber mal die Kirche im Dorf

Als Linkshänder wird man zu nichts gezwungen, man muss einfach nur clever sein und mit den Gegebenheiten umgehen können. Es ist klar, dass der Alltag / die Umwelt (ich hoffe ihr wisst, was ich meine) auf Rechtshänder ausgelegt ist, es gibt ja auch deutlich mehr Rechtshänder (oder irre ich?). Mein Opa musste früher in der Schule sogar auf rechts umlernen, weil links ganz einfach nicht geduldet war.
Jedenfalls halte ich mich auch nicht für so behindert, mit der "Rechtshänder-Welt" nicht zurechtzukommen. Ich kann sogar mit Rechtshänderscheren schneiden. Bis auf Küchenscheren, die ein rundliches Loch für den Daumen und ein größeres, ovales Loch für die restlichen Finger haben - die sind fies. Aber mein Gott, dann schneid ich halt mit rechts - ne gerade Linie krieg ich mit ach und krach noch hin, bei Formen ist es schon schwieriger bzw. Schluss.
"Gegen sein eigenes Gehirn zu arbeiten" klingt außerdem so ungesund - eher ist doch das Gegenteil der Fall. Man muss spitzfindig sein und für sich seine kleinen Alltagslösungen finden, aber mir macht das eher Spaß als dass es mich ärgert oder stört und es trainiert das Gehirn

Nicht umsonst sind Linkshänder cleverer als Rechtshänder
Gruß,
Eine stolze Linkshänderin