Jazzig klingen lassen

Moerk
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Hallo zusammen!

Ich versuche seit geraumer Zeit, Jazz zu spielen (möglichst gut versteht sich) und habe auch mit der Spieltechnik (z.B. Sweepen bei Arpeggien) oder mit der Tonauswahl (Skalen, Arpeggien, etc.) kein Problem. Allerdings klinngt es nie wirklich nach Jazz. Auch solche Dinge wie chromatisch An- oder Umspielen oder die Benutzung zusätlicher Optionstöne (z.B. die 9 bei einem Cmaj7) will nicht so wirklich was bringen. Ich komme aus dem Blues- und Rockbereich und da muss man eigentlich nur ein paar Licks kennen und schon kann man sein Ding abziehen. Beim Jazz funktioniert das einfach nicht. Ich habe "Masters Of Jazz Guitar" und auch schon eine Menge daraus gelernt, aber auch das bringt es nicht so wirklich. Kennt irgendjemand von euch einen Weg, mir aus meiner Krise zu helfen?

Mörk
 
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chapter
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ich hoffe du machst es schon, aber immer gut ist, wenn man selber viel jazz hört. nicht nur "gitarren jazz" hör dir ruhig mal paar gute bläser an, akacarter / coltrane usw da kommse schona ufn geschmack und ansonsten üben üben ;)
 
Lasse Lammert
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bist aufm richtigen weg, aber mindestens genauso wichtig wie die richtigen töne, skalen und arps zu spielen ist es sie zur richtigen zeit zu spielen.
wo du im blues/rock sehr stark sauber viertel, achtel, 16tel und triolen und so spielst, wird beim jazz viel geschuffelt etc.
versuch doch mal ein arp zu nehmen und jeden zweiten ton zu verzögern (etwas mehr als du denkst, wenn du vom rock kommst) und die betonung auf diesen zweiten ton zu legen.
dabei ist es hilfreich das arp nicht zu sweepen, sondern im wechselschlag den upstroke zu betonen.
wirst dich wundern was das ausmacht.
2tens:
im rockbereich klammert man sich im solo oft stark an den grundton und die quinte, im jazz ist das genau falsch, da der grundton eh vom bass übernommen wird und die quinte nix über den chord aussagt.
die stärksten und aussagekräftigsten töne sind terz und sept, versuch mal die geziehlt anzuspielen, und dann deine optionstöne und chrom durchgangstöne einzuwerfen.
hoffe das hilft etwas.

besten gruß



chapter schrieb:
ich hoffe du machst es schon, aber immer gut ist, wenn man selber viel jazz hört. nicht nur "gitarren jazz" hör dir ruhig mal paar gute bläser an, akacarter / coltrane usw da kommse schona ufn geschmack und ansonsten üben üben ;)
 
Grey
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Die Gitarrentechnik ist sicher sehr wichtig, ich muss mich aber eher der Lösung von chapter anschließen. Befass dich mit der Musik! Du musst es fühlen, das Wissen ist da zweitrangig. Wenn du ganz und gar im Bewusstsein der Jazzgitarre beim spielen bist kommt der Rest ganz von selbst. Versuch dir vorzustellen, was du mit der Musik ausdrücken willst - der Rest kommt aus den Fingern.
Das gilt im übrigen nicht nur für den Jazz. ICh habe mir persönlich immer Mühe gegeben mit meinem spiel eine ganz bestimmte Emotion zu untermahlen. Wenn du das einmal hinkriegst bist du den Großen wie BB-King oder Beck näher, als wenn du 1:1 nachspielen kannst, was die spielen.

Viel Glück auf jeden Fall, und wichtiger viel Spass!!!!
 
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MatthiasB
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Such dir mal ein paar Passagen von Jazzliedern heraus, die dir, insbesondere von der Phrasierung her, gut gefallen und versuche sie herauszuhören. Versuche dann weitergehend immer wieder die Passagen, möglichst begleitend zum Original, zu spielen. So erlangst du, ergeht mir zu mindest so, ein ganz neues Feeling und ich denke auch neue Ideen. Oft bringen mich so kleine Parts ( es muss wirklich nicht ein ganzer Song sein!!) mit interessanten Verwendungen von Bendings etc. ungemein weiter. Also versuchs einfach mal.
 
mnemo
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mnemo schrieb:

Warum soll man bei Jazz in 16teln denken ? Ich dachte bisher immer, das Swing eher 8telmässig groovet.
 
mnemo
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Rock hat meistens gerade Takte, also z.B. 4/4 und da ist es nicht sonderlich schwer den Takt in den Fingern zu haben, ist absolut leicht. Man gewöhnt sich deswegen sehr schnell an überhaupt nicht "mitzuzählen", wieso denn auch wenns ohne geht? Das Feeling kann man beim Rock sehr schnell anlernen.

Bei Jaaaaaaaaaazz hingegen gibts schon öfters mal ungerade Takte, beispielsweise 7/8. "Auf/Ab" ist dann sehr wichtig, wenn man dann nur "Ab" schlägt kommt man ins trudeln und wird schnell unsauber. Muss halt wie ein Uhrwerk sein, und immer die ungeschlagenen Schläge sich im Kopf mitdenken, damit man entweder auf das "Ab" oder "Auf" kommt.

Was auch hilft, ist einfach die Hand immer mitschwenken lassen, obwohl man gar nicht anschlägt. Hilft dann auch ungemein bei Triolen etc.

Deswegen hab ich hingeschrieben immer schön in 16tel denken. Ist irgendwie schwer zu beschreiben... im Endeffekt hat die Aussage eigentlich gar nichts mit der Musikrichtung zu tun, sondern wie man es dazu bringt bzw. anpackt, dass es groovt!
 
Moerk
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Hallo!

Danke erstmal für die Antworten.

Ich hatte mich wohl etwas einseitig ausgedrückt: Ich bin jemand, der zwar wissen möchte, was er wie spielen kann, und der auch mal gerne über Technik quatscht, aber letztendlich geht es mir doch nur ums Feeling. Das kam bei meinerm Eröffnungsthread wohl nicht ganz rüber.

Dummerweise komme ich in genau dieses Gefühl nicht rein. Ich werde daher die bereits erwähnten Tips (insbesondere die andere Akzentuierung und die anderen Optionstöne) anwenden und sehen, wie es weiter geht. Wenn es euch interessiert, kann ich ja mal schreiben, was das geändert hat.

Vielen Dank!

Mörk
 
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Was im Jazz auch gut klingt, ist die Töne zu oktavieren.
Nein - KEIN Effektgerät sondern per Greifhand (und zupfen).

Gruß - Löwe :)
 
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Hi, ich spiele selbst Jazz auf der Gitarre und hab ehrlich gesagt kein Problem damit.

Was das Oktavieren angeht, so ist es im Jazz eher üblich, die Töne per Abschlag mit dem Daumen zu spielen und die zwangsläufig dazwischenliegende Seite mit dem Finger der tieferen Saite abzudämpfen, so hat es Wes Montgomery, der diese Technik kultiviert hat, gemacht.

Was das Feeling angeht:

-Gezielt II-V-I-Verbindungen üben und sich näher mit den einzelnen zur Verfügung stehenden Tönen der Verbindung beschäftigen.

-Rythmus (Swing-8el, 8el-Triolen, 4tel-Triolen, Pausen) üben und kreativ in die Improvisation einbringen.

-Hören, hören, hören...Swing, Latin, Modern Jazz, Jazz-Rock, Experimental...

-Mitsingen

-Nachspielen, auch Soli anderer Instrumente.
 
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Lutz
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Moerk schrieb:
Hallo!

Danke erstmal für die Antworten.

Ich hatte mich wohl etwas einseitig ausgedrückt: Ich bin jemand, der zwar wissen möchte, was er wie spielen kann, und der auch mal gerne über Technik quatscht, aber letztendlich geht es mir doch nur ums Feeling. Das kam bei meinerm Eröffnungsthread wohl nicht ganz rüber.

Dummerweise komme ich in genau dieses Gefühl nicht rein. Ich werde daher die bereits erwähnten Tips (insbesondere die andere Akzentuierung und die anderen Optionstöne) anwenden und sehen, wie es weiter geht. Wenn es euch interessiert, kann ich ja mal schreiben, was das geändert hat.

Vielen Dank!

Mörk


Wenns feelingmäßig hapert, zieh dir das rein, was Andere vor dir gemacht haben. Jazz ist ein weites Feld. Zum Reinhören empfehle ich zu Beispiel:

Kind of Blue (Miles Davis)
Concierto (Jim Hall)
Big Blues (Art Farmer)
Alles von Django Reinhardt
Alles von Ralph Towner
oder: Caribbean Jazz Projekt ....Latin meets Jazz



Grusz Lutz
 

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