Jazzskalen?

von mnemo, 24.04.05.

  1. mnemo

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    Erstellt: 24.04.05   #1
    Mir fehlen noch Skalen für Jazzimprovisation. Ich kenne bis jetzt "nur" Dur-Bebop, Dominant-Bebop, Moll-Bebop, Melodisch-Moll-Bebop und Dorisch-Bebop... ich meine, das kanns doch nicht sein, oder? Es gibt bestimmt noch mehr spezielle Tonleitern?
     
  2. Hans_3

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    Erstellt: 24.04.05   #2
  3. mnemo

    mnemo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.04.05   #3
    Ich hab die ganzen Bebopskalen von der Seite: http://www.abi02.de/msjipde/ms-primer-4-6.html#BebopScales

    Aber was komisch ist, wenn ich die mit der oben angegebenen Seite vergleiche, hab ich etas entdeckt:

    Bebop Durskala: C D Eb E F G A Bb C, dann sind also die Halbtonschritte bei 2/3, 4/5 und 7/8

    und ich hab da: C D E F G G# A H C, hier sind die aber die Halbtonschritte bei 3/4, 5/6/7 (8/9)

    Was ist n nun richtig?
     
  4. Cudo

    Cudo Mitgliedschaft beendet

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    Erstellt: 25.04.05   #4
    Hallo mnemo,

    Gebräuchlich „Bebop Skalen“ sind:

    Dominant Bebopskala = Mixolydisch + chromatischer Durchgangston zwischen b7 und 1.
    Dorische Bebopskala = Dorisch + chromatischer Durchgangston zwischen b3 und M3.
    Dur Bebopskala = Ionisch + chromatischer Durchgangston zwischen 5 und 6.
    Melodisch Moll Bebopskala = Melodisch Moll + chromatischer Durchgangston zwischen 5 und 6.

    All diese Skalen unterliegen folgendem Prinzip:
    Man fügt einer heptatonischen Tonleiter einen Ton hinzu und erhält somit eine Achttonleiter. Sinn und Zweck dieser Vorgehensweise ist es beim Spielen von Tonleitern, oder aber auch nur Tonleiterausschnitten, das Gefälle Spannung -> Auflösung immer gegenwärtig zu haben. Für gewöhnlich spielt man den Spannungston auf den Downbeat und den darauf folgenden Auflösungston auf den Upbeat. Diese Vorgehensweise verstärkt das Spannungsgefälle.

    Beispiel:

    C Dur Ionisch:

    C D E F G | A B |_ C D E F G etc.
    A S A S A |(A S)| A S A S A etc.

    A = Auflösung
    S = Spannung

    Du siehst dass es bei einer Siebentonleiter (Heptatonik) immer irgendwo eine Stelle gibt wo zwei Auflösungstöne hintereinander kommen. Um dieses zu vermeiden, fügt man eben an bestimmter Stelle einen chromatischen Durchgangston ein.

    C D E F G G# A B C D E F G etc.
    A S A S A S _A S A S A S A etc.

    Im letzten Beispiel alternieren Auflösungs- und Spannungston auch über die Oktave hinaus.

    Bei der so genannten Dorischen Bebopskala würde es meiner Meinung nach mehr Sinn machen den chromatischen Durchgangston zwischen b7 und 1 einzufügen, damit 1, b3, 5 und b5 alle auf den Downbeat fallen, aber da Dorisch in unmittelbarem Zusammenhang mit Mixolydisch steht (II-7 V7 Kadenz) hat man bei der Dorischen Bebopskala den Tonvorrat der Dominant Bebopskala genommen um so über beide Akkorde „eine“ Tonleiter zu haben.

    Das gleiche Prinzip könnte man nun auch auf die restlichen Modi von Dur und Melodisch Moll anwenden.

    Z.B.:
    Phrygisch + chromatischer Durchgangston zwischen b7 und 1.
    Lydisch + chromatischer Durchgangston zwischen 5 und 6.
    Aeolisch + chromatischer Durchgangston zwischen b7 und 1.
    Lokrisch + chromatischer Durchgangston zwischen b7 und 1.


    CIAO
    CUDO
     
  5. mnemo

    mnemo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.04.05   #5
    Danke! Super! Hab ich doch alles richtig aufgeschrieben!