Just Music schließt Filialen in Hamburg, München und Dortmund

@Be.eM

Dann sind wir uns damals vielleicht sogar begegnet, wer weiß? :)
 
Die beiden Jellinghaus-Filialen in Dortmund haben mich fast mein ganzes Leben begleitet.

Da schließe ich mich an.
Ich muss aber auch gestehen, dass seit der Übernahme durch Just Music da für mich viel von dem verloren gegangen ist, weswegen ich öfter dort war.
Jellinghaus hatte immer auch Zeug, dass man nirgendswo sonst kaufen konnte:
Ich erinnere mich an Modelle von Lakewood, die er mit seinem eigenen Holz hat bauen lassen, die dort als Sondermodelle teilweise absurd weit unter den Preisen vom Lakewood Custom Shop lagen.
Kurz nach der Übernahme durch JM hab ich eine 3/4 Konzertgitarre dort gekauft, die noch von Jellinghaus übrig war. Das war ein Prototyp den Jellinghaus hat bauen lassen, mit hochklassigen Hölzern, nach einer Vorlage einer Gitarre um 1900.
Klingt super und ich hab Ähnliches noch nirgendwo gesehen, weil 3/4 Gitarren normalerweise immer nur Billigst-Kinder-Einsteigergeräte sind.
Die Gitarre war von ursprünglichen 1500€ auf "300 und ein paar Kaputte" gesenkt, weil sie die nicht im JM-System einpflegen konnten und nur möglichst schnell loswerden wollten.

Was dann auch zu meinem "Problem" mit JM führt: Es gab einfach immer nur die absoluten Standards. Ja, eine gewisse Auswahl war da, aber halt eben das, was man überall kriegt.
Und hier im Ruhrgebiet ist es einfach nicht weit zu den Läden: Im Umkreis von einer Stunde hab ich noch Beyer's, mehrere Läden in Köln und bis hoch nach Münster ne Handvoll kleinerer Läden.
Kaum einer ist spezialisiert und zieht Kundschaft über "das biete nur ich an". Wie damals Tommy's in Viersen. Der hatte einfach Gitarren, die man in ganz NRW sonst nicht bekommen konnte. Das war ein Grund da hinzufahren und zu stöbern.
Ob ich die Standard-Fender nun bei JM für ne Stunde an nicht-mein-Amp-und-nicht-mein-Pedalboard ausprobiere.. dann kann ich sie auch online ordern und dann gemütlich im Bandsetting testen.
Das gilt genauso für alle Geräte wie Keys, Beleuchtung etc: Für alles das mit Fertigungstoleranzen aus der Fabrik rollt, brauche ich persönlich keinen Shop um das anzutesten. Das mache ich dann deutlich lieber in Ruhe zu Hause / im Proberaum.

Das womit die Läden bei mir punkten könnten wäre Service. JM hatte eine ganz gute Werkstatt. Das werde ich definitiv vermissen und muss mich da sicher bald nach Alternativen umsehen, wenn was ansteht.
Aber vom Verkauf her.. Die Beratung war jetzt nicht so, dass ich deswegen da hingegangen bin.
Auch solche Dinge wie der Hörraum für Nah-/Midfield-Monitore, den Jellinghaus noch hatte, war so ein Punkt: Ich kann zu Hause nicht mal eben zwischen 5-10 verschiedenen Monitorpaaren wechseln. Das geht nur im Shop vor Ort.
... wurde von JM wegrationalisiert.. zugunsten einer Beleuchtungsecke mit nem Dutzend Lampen, die ich eben im Netz deutlich günstiger kriege.. die leuchten dann genauso..

mMn hätten viele Shops deutlich mehr Fokus auf die Dinge legen müssen, die eben nicht zu Hause gehen: Einfache Vergleiche von viel Equipment: JM hatte nie son Umschaltboard, wo man eine Gitarre mal fix auf 10-20 Amps schalten kann um die zu testen.
Sowas hätte mich angezogen.
Und pfleglicher Umgang mit dem Zeug... Ich weiß noch, als JM in Dorstfeld diese zweite Decke eingezogen hat und dann auf die glorreiche Idee kam alle Akustik-Gitarren nach oben direkt unters Dach zu stellen. Mit ner Wetterstation die dann <20% Luftfeuchtigket zeigte.. ohne Befeuchter.. Da war alles ausgetrocknet... von den Gitarren hätte ich tatsächlich keine gekauft. Sobald die in normaler Umgebung stehen, klingen die drastisch anders. Und das ging deutlich über mehrere Monate so, bis sie dann so Mini-Luftbefeuchter aufgestellt haben..

Von daher sind meine Erfahrungen ein bisschen zwiegespalten. Generell finde ich es schade, dass solche Shops geschlossen werden, weil es vielen Nachwuchsmusikern die Chance nimmt solche Erfahrungen zu machen, wie wir in unserer Jugend.
Aber ganz persönlich juckt es mich letztlich relativ wenig, weil die Zeiten in denen ich viel Equipment gekauft habe definitiv vorbei sind und die Dinge die noch auf meiner Liste stehen nicht in solchen Läden zu kaufen sind.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 6 Benutzer
mMn hätten viele Shops deutlich mehr Fokus auf die Dinge legen müssen, die eben nicht zu Hause gehen: Einfache Vergleiche von viel Equipment: JM hatte nie son Umschaltboard, wo man eine Gitarre mal fix auf 10-20 Amps schalten kann um die zu testen. Sowas hätte mich angezogen.
Hätte auch andere Leute angezogen. Die aber nicht unbedingt vor Ort gekauft hätten...

In London gab's mal einen auf Resos spezialisierten Laden. Das war wohl der einzige in ganz Europa, vielleicht sogar weltweit. Hat nach ein paar Jahren zugemacht; die Jungs waren sich ziemlich sicher, dass bei ihnen durchaus eine Menge Kaufentscheidungen getroffen wurden - was aber anscheinend die Meisten nicht davon abgehalten hat, woanders zu kaufen. Das war auch die Zeit, in der Geiz flächendeckend zu einer Tugend verklärt wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Und pfleglicher Umgang mit dem Zeug... Ich weiß noch, als JM in Dorstfeld diese zweite Decke eingezogen hat und dann auf die glorreiche Idee kam alle Akustik-Gitarren nach oben direkt unters Dach zu stellen. Mit ner Wetterstation die dann <20% Luftfeuchtigket zeigte.. ohne Befeuchter.. Da war alles ausgetrocknet... von den Gitarren hätte ich tatsächlich keine gekauft. Sobald die in normaler Umgebung stehen, klingen die drastisch anders. Und das ging deutlich über mehrere Monate so, bis sie dann so Mini-Luftbefeuchter aufgestellt haben..

Nur zur Ergänzung für alle die den store zu Jellinghauszeiten nicht kannten:

Der Laden in Dortmund-Dorstfeld - ganz in der Nähe meiner Werkstatt - wurde erst in den späten Achzigern in einem dortigen Gewebegebiet errichtet, während der Laden im Herzen der Stadt schon lange existierte.

Damals wurde alles was Krach macht nach Dorstfeld ausgelagert und es entstand dort ein tolles modernes "music-center" wo auch workshops / clinics und so stattfinden können - und jede Menge stattgefunden haben.

Da sind Legenden eingekehrt und haben ihre skills vorgeführt und neugierigen Nachwuchsmusikern Rede und Antwort gestanden.

Das wird es nicht mehr geben.

In Zukunft wird nur noch Captain Anderton und schlimmeren Rede und Antwort gestanden.

Empfindliche akkustische Instrumente, sowie auch Blechblasinstrumente und andere traditionelle Instrumente wurden jedenfalls zu Jellinghauszeiten nur in der Innenstadtfiliale verkauft.
 
Damals wurde alles was Krach macht nach Dorstfeld ausgelagert und es entstand dort ein tolles modernes "music-center" wo auch workshops / clinics und so stattfinden können - und jede Menge stattgefunden haben.

Da sind Legenden eingekehrt und haben ihre skills vorgeführt und neugierigen Nachwuchsmusikern Rede und Antwort gestanden.

Das wird es nicht mehr geben.
Stimmt, das fällt mir jetzt gerade erst auf/ein – die Clinics :-( Ich habe Nita Strauss, Jeff Waters und Marco Mendoza in der JustMusic-Filiale in Hamburg gesehen. Es hat riesig Spaß gemacht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Oh, das könnte dann knapp gerade nicht passiert sein. :gruebel:

Ich meine, dass ich 1992 gerade mit Gitarrenunterricht beim Oliver Mochmann angefangen hatte.
Er ist mit mir als blutigem Anfänger mehrmals zum Music Shop gefahren, unter anderem, um mir eine gescheite Gitarre auszusuchen.

Aber da warst Du dann vielleicht schon weg, und von der Werkstatt brauchte ich damals auch nichts. :)
Nur einen Engl Amp habe ich einmal zum Röhrenwechsel gebracht, das muss auch 1992 gewesen sein. :gruebel:
 
Siehste, genau das ist einer der Grund warum immer mehr kleinere Händler dicht machen. Auch Karstadt und Co schließen weil die Luft durch Firmen wie Amazon immer dünner wird.
Vielleicht sollten wir die Schuld nicht bei den Anderen suchen sondern unser Konsumverhalten überdenken!!!!!!!
Die Frage ist, mal abgesehen von den wenigen Musikgeschäften, was bleibt noch an innerstädtischen Leben wenn der Trend so weiter geht.
Ein kleiner Einzelhändler kann natürlich auch keine Preise machen wie Thomann bei den Produkten von HB und wer dort ständig kauft muss auch nicht schreien, wen regionale Händler dicht machen. Just Musik ist mehr oder weniger nur ein Opfer dieser Internetangebote.
Ich überdenke auch immer wieder mal mein Konsumverhalten, kaufe wenn möglich immer lokal. Meinen letzen Amp habe ich auch lokal gekauft. Es war ein kleiner Wohnzimmer Amp mit dem ich heute noch sehr glücklich bin. Ich kannte die Preise nicht und hab ihn einfach im Laden gekauft weil es einfach gepasst hat. Support your local dealer!

Zu Hause hab ich dann spasserhalben mal bei Thomann nachgeschaut und musste feststellen, dass ich im Laden satte 40% mehr gezahlt habe. Schön, es war ein wirklich kleiner Amp welcher so wie so nicht viel gekostet hat, aber so was? Das regt mich halt auch zum Nachdenken an. Ein Gitarristen Kollege hat in nem lokalen, wirklich kleinen Geschäft mal für ne Packung Elixir Saiten umgerechnet 37 Euro hingeblättert.

Seither mache ich 1-2 mal pro Jahr ne grössere Bestellung bei Thomann fürs Verbrauchsmaterial. Grössere Anschaffungen werde ich auch künftig im Laden vor Ort tätigen, werde mich aber vorher genaustens über die Preise informieren. Ich mache den erwähnten Geschäften keinen Vorwurf, die müssen auch leben und ich bin mit dem Amp glücklich. Mein Konsumverhalten wurde aber schon beeinflusst.
 
Ich überdenke auch immer wieder mal mein Konsumverhalten, kaufe wenn möglich immer lokal.
Ich kaufe viel gebraucht, schätze daher gerade Läden mit einem guten Gebrauchtangebot. Verbrauchsmaterial kaufe ich auch im Netz - gar nicht mal wegen der Preise, sondern eher auf Grund meines schrägen Geschmacks. D'addario 010er gibt es so ziemlich überall, bei Aquila-Saiten für die Quintbassgitarre sieht es anders aus. Allerdings sind viele meiner "Spezialitätenshops" kleine Familienbetriebe. (Wobei dies aber ja wohl auch auf Thomann zutrifft.) Und manche "Vollsortimenter" haben sich das Käuferverhalten auch herangezogen: Wenn die eben diese Saiten nicht führen und auch das Bestellen für einen vernünftigen Preis und / oder in einem normalen Zeitraum offenbar nicht machbar ist (mit der Antwort "das geht nicht"), dann lernt man als Käufer, sich des Netzes zu bedienen. Auch Thomann ist ja nicht "konkurrenzlos" - auch der hat viele solcher Spezialitäten nicht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Zu Hause hab ich dann spasserhalben mal bei Thomann nachgeschaut und musste feststellen, dass ich im Laden satte 40% mehr gezahlt habe.


Gut, das habe ich bisher vorher schon gemacht und den Preis im Hinterkopf behalten. Dann zu meinem regionalen Händler und mit ihm verhandelt.
Das hat mehr oder weniger funktioniert. Sogar bei einem relativ teuren Stage-Piano. Einfach ausprobieren. Kostet halt etwas mehr Zeit und ein paar Kilometer Sprit.
Auch die letzte Gitarre habe ich in Leipzig in einer Filiale von Korn gekauft. Natürlich dauert es ein paar Tage länger im Geschäft aber wir sind einfach verwöhnt und etwas faul geworden.
 
Ist mit im Gitarre&Bass-Newsletter über den Weg gelaufen:

https://www.gitarrebass.de/stories/...len_in_Hamburg,_München_und_Dortmund_05092020

Zusammengefasst: Da schließt JustMusik in den nächsten Monaten die Läden in Hamburg, München und Dortmund, um sich auf Berlin und das Versandgeschäft zu zentrieren.





Klar betrifft mich das von hier aus wirklich nicht direkt, aber insgesamt ist es schon eine herbe Sache für Musiker aus diesen Städten.
 
Reine Neugier veranlasst mich zu der Frage, welches Auto die Familie denn hatte?
Wenn ich mich recht erinnere, war's ein 5-er BMW Kombi: Das Einsteiger-Set hätte locker in den Kofferraum reingepasst. Bei 'nem Kleinwagen hätte ich das "Argument" eventuell nachvollziehen können.

wurde erst in den späten Achzigern in einem dortigen Gewebegebiet errichtet, ... Damals .... entstand dort ein tolles modernes "music-center" wo auch workshops / clinics und so stattfinden können - und jede Menge stattgefunden haben. Da sind Legenden eingekehrt und haben ihre skills vorgeführt und neugierigen Nachwuchsmusikern Rede und Antwort gestanden.
Das liest sich wie die Geschichte von "sound aktuell" in Regensburg, wo ich 10 Jahre ständiger Gast war und viel / gerne eingekauft habe. Clinics mit Martin Engelien und Wolf Simon (damals Klaus Lage Band), Frank Itt, Markus Deml, Dennis Hormes, usw.
"sound aktuell" hat vor etwa einem Jahr auch die Segel gestrichen. Schade drum... :weep:
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Es geht ja hier eigentlich mehr um die Just Music Läden und weniger um die Grundsatzdiskussion warum so viele Ladengeschäfte schließen müssen. Trotzdem kurz meine Erfahrungen dazu:
Ich versuche öfters lokal zu kaufen, ärgere mich aber immer wieder darüber. Drei kleine Beispiele meiner letzten Einkäufe:
Ich habe bewusst mein (vorletztes) Smartphone in der Innenstadt und nicht online gekauft. Zuhause angekommen merke ich, dass der Lautsprecher defekt ist. Fazit nach einigen Telefonaten mit dem Geschäft: Ich musste zurück in den Laden (tatsächlich recht weit entfernt), die haben mein Handy zur Reparatur eingeschickt und ich habe nach 2 Wochen ein repariertes Handy zurück bekommen (für das ich den Neupreis bezahlt und auf das ich 2 Wochen gewartet habe). Umtausch gegen ein Neues vollkommen ausgeschlossen. Amazon hätte das Neue schon losgeschickt, bevor ich das Kaputte wieder verpackt hätte.
Dann habe ich in der Vorweihnachtszeit in der Innenstadt ein Geschenk gekauft und an der Kasse gefragt, ob es möglich wäre, das Teil einzupacken. "Wir haben im Nachbargebäude einen kleinen Einpackstand, da können Sie mal schauen, ob Sie was zum Verpacken finden." Das war dann 5 Minuten Fußweg. Da hätte ein Einpackservice (gerne auch für einen €) schon zur Kundenbindung beigetragen.
Und mit unserer Band haben wir im Musikladen (mit großem Onlineshop) vor Ort ein Gerät gekauft. Zuhause haben wir dann gemerkt, dass es nicht passt. Vollkommen naiv sind wir dann die 70 km zurück zum Laden, um es ungeöffnet zurück zu geben, gerne auch gegen Gutschein. Das war aber nicht möglich. Hätten wir es beim gleichen Händler online statt im Laden gekauft, hätten wir ein Umtausch- bzw. Rückgaberecht gehabt.
In allen drei Fällen haben die Läden nichts falsch gemacht, alles ganz legitim. In Allen drei Fällen wäre ich mit einer Onlinebestellung aber besser gefahren. Läden müssen nun mal mit dem Internet konkurieren. Und das Internet hat tolle Vorteile. Wenn man sich dann halten will, würde es doch helfen, einen Mehrwert im Vergleich zum Onlineshop zu bieten. Das geht es meiner Meinung nach auch mehr um Kleinigkeiten, die keinen großen finanziellen Aufwand bedeuten müssen. Es muss nicht immer der niedrigste Preis sein, aber vielleicht mal ein Kakao, ein Schwätzchen, eine Geschenkverpackung, Aktionen im Laden, Kulanz,...
Ich höre sehr häufig, wie über den Onlinehandel geschimpft wird, sehe aber sehr selten, dass das Problem aktiv angegangen wird (abgesehen von Einsparungen um dem Preisdruck standzuhalten). Als dann jetzt die Läden wegen Corona zwangsgeschlossen wurden, kamen aber doch einige sehr kreative Lösungen auf, die auch sehr gut angenommen wurden. Sowas sollte man auch zu normalen Zeiten etablieren.
Bitte nicht falsch verstehen. Ich verstehe die Sorgen und die Existenzängste der Läden und kann mir sehr gut vorstellen, dass jeder Euro zählt und es nicht einfach ist. Ich denke nur, dass kein Laden mit dem Internet mithalten kann. Also macht es keinen Sinn, das zu versuchen und alle Serviceleistungen zu streichen, um die gleichen Preise halten zu können. Dann ist der Preis zwar der gleiche, aber es gibt keinen wirklichen Grund mehr, in den Laden zu gehen. Und die Rettung der kleinen und großen Läden vor dem Internet ist nur eine kurzfristige Motivation für den Kunden. Damit alleine wird sich nichts langfristig halten können. Ich persönlich fände da die Flucht nach vorne erfolgversprechender: Ja, bei uns ist alles 5-10% teurer. Dafür könnt ihr bei uns aber auch x,y,z und unsere fähigen Mitarbeiter werden fair bezahlt, haben Spaß an ihrer Arbeit und zeigen das auch im Umgang mit den Kunden.
Damit spricht man natürlich eine große Zahl potentieller Kunden nicht an, aber vielleicht erschließt man sich eine ausreichend große Gruppe. So wie es momentan läuft mit zunehmenden Sparmaßnahmen und am Ende doch vielen Schließungen, funktioniert es ja offensichtlich auch nicht.

Alles schwierig und traurig für die betroffenen Filialmitarbeiter.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 12 Benutzer
"sound aktuell" hat vor etwa einem Jahr auch die Segel gestrichen.
Nein, die Gitarrenabteilung gibt es noch. Uwe hat sich mit soundaktuell Guitars selbstständig gemacht und ist mit dem Laden als Untermieter in ein Klavierhaus gezogen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich persönlich fände da die Flucht nach vorne erfolgversprechender:
"Mein" Stammladen verschafft sich eine solche "Fluchtlücke" auch dadurch, indem er gebrauchte Instrumente aufmöbelt und verkauft. Da gibt es kaum Vergleich zu Webshops, und auch für mich, der ich bis auf weiteres eigentlich (hmm...) nichts mehr brauche, gibt es immer wieder Besuchsanlässe.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Nicht meine Region, aber sicher auch eine Folge dieser tollen Einstellung "im Laden ausprobieren und dann billiger im Internet bestellen"! :rolleyes:

Mit Sicherheit ist das auch viel passiert.
(Kurzer Disclaimer: Unten stelle ich ein paar Überlegungen zum Ladensterben in der Musikbranche an. Ich bin nicht wirklich ein Insider, habe aber durch Familie und auch Beruf Einblick in diverse Branchen und versuche ein paar Überlegungen zu übertragen. Falls jemand von Euch Genaueres weiß, korrigiert mich gerne!)

Ich habe immer versucht, dem dann entgegenzuwirken, wenn ich kann. Alleine schon, weil meine Eltern beide im weiteren Sinne (auch) Einzelhandel betreiben - wenn auch jeweils mit auch anderen Zweigen oder in Sektoren, die noch gut funktionieren. Uch bin aber sensibilisiert für das Einzelhandels-Sterben. Sprich ich werde nicht einfach da kaufen, um da zu kaufen, aber immer wenn ich eine neue Gitarre gesucht habe, habe ich auch im Bunker in HH gekauft. Das waren über die letzten 6 Jahre immerhin 3 Non-Budget Gitarren (2014 war das eine Fender Mex 60 Classic Player Strat, 2016 eine Gibson Les Paul Classic und gerade erst vor 1,5 Monaten eine Martin D10e. Im gleichen Zeitraum auch 1-2 Effekte, ab und zu Kleinkram.

Dabei war die Beratung eigentlich immer gut, wenn man jemanden anspricht, allerdings habe ich vor allem beim letzten Kauf bemerkt, dass die Stimmung echt gedrückt war. Da haben wohl Leute schon was gewusst oder zumindest geahnt.

Ich erzähle das nicht, um mir dafür auf die Schulter zu klopfen, sondern weil ich glaube, dass es durchaus noch andere Leute gibt, die gerne lokal Instrumente antesten und dann auch dort kaufen (!). Ich glaube wo eher der Hund begraben liegt ist die Tatsache, dass zum Einen die Verhandlungsposition und somit Margen wohl deutlich schlechter sind, wenn man nicht in Thomann-Größenordnungen kauft. Man hat ja immer mal wieder gehört, dass sich die großen Herstellern lieber auf die großen Retailer (Thomann, in USA Sweetwater & Co.) konzentrieren und oft gar nicht so viel Interesse an den kleinen bis mittleren Dealern haben.

Zum Anderen glaube ich, dass man unterschätzt, dass die großen Anschaffungen (Instrument, Verstärker, PA, Lichtanlage, Mischpult, ...) oft gar nicht das Entscheidende für die Händler sind. Pro Einkauf ist die Marge sicher absolut gesehen höher, relativ gesehen kann man da aber eher etwas draufschlagen, als bei den großen Anschaffungen, wo Leute den Preis lange vergleichen. Mit attraktiven Angeboten dafür bekommt man Aufmerksamkeit, Leute in den Laden und eine gewisse Loyalität durch guten Service an diesen Käufen. Wenn man es aber nicht schafft, genügend Saiten, Kabel, Gurte, Plektren, Röhren, Pflegemittel etc zu verkaufen, vermute ich mal, dass man wirtschaftlich schwer auf einen grünen Ast kommt.

Sprich wenn ich ein Instrument zu 800 Euro verkaufe und daran dank des enormen Preisdrucks nur 100 Euro verdiene, dann sind die 100 Euro schön und gut - aber da hat dann ein Verkäufer auch, ich sag mal 30 Minuten in Beratung, Verkauf, Einstellung des Instruments investiert, das darf ich da dann noch abziehen (von Miete, Nebenkosten, Versicherung, Werbung etc rede ich jetzt gar nicht - die fallen ja global an und nicht bezogen auf das Instrument).

Zubehör ist meist weniger beratungsintensiv, es muss nicht eingestellt werden und relativ gesehen bleibt sicher mehr hängen. Wer hier Händler ist oder mehr weiß, mag mich gerne korrigieren, aber wenn ich bei einem Instrument pro 100 Euro vielleicht 15 Euro verdiene, würde es mich nicht wundern, wenn es bei Zubehör 30 Euro sind.

Und gerade für Zubehör bemühe ich dann doch eher Thomann, weil ich für ein paar Saiten und ein neues Kabel nicht unbedingt zum Händler fahren möchte.

Sprich: So wenig fair es auch ist, dass Leute vor Ort das Instrument ausprobieren und dann woanders kaufen - Solange sie regelmäßig kommen um "zu daddeln", dabei dann aber jedes Mal für 20 Euro Zubehör mitnehmen, wäre das ja noch okay. Gerade das Zubehör, an das man zuerst vielleicht gar nicht so denkt, spielt aber vermutlich eine größere Rolle, als man zuerst denkt. Ähnlich wie die Getränke im Restaurant.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Gerade das Zubehör, an das man zuerst vielleicht gar nicht so denkt, spielt aber vermutlich eine größere Rolle, als man zuerst denkt. Ähnlich wie die Getränke im Restaurant.
Aber das passende Zubehör muss auch da sein (oder zumindest vernünftig erhältlich, nach Vorbestellung per Mail) - genau so, wie das Jever in der Kneipe. Das Köpi trinke ich nicht, ggf. gehe ich an der Kneipe vorbei. Beim Zubehör: Bei Ständern ignoriere ich fast immer alles andere als K&M. Vielleicht können andere Firmen das auch, aber für den Langzeit-Test möchte ich kein Geld ausgeben. Wenn ich Black Nylons für den Bass suche, suche ich die und keine xyz Roundwound, egal wie gut das Angebot ist. Beim Cliptuner möchte ich meinen Peterson und keinen Snark oder Korg oder... Beim Koffer für die Akustik geht Hiscox. So einfach ist das Leben...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Der Zubehör- und Verschleissteileverkauf ist ein interessanter Punkt. Ich könnte mir vorstellen, dass neben der Bequemlichkeit, Kleinkram in 1-2 Tagen nach Hause geliefert zu bekommen, gerade auch die günstigen Hausmarken der Großen ein Bestellgrund sind. Der Händler um die Ecke kann nur Standard-Mitnehmware vorrätig haben, also vielleicht K&M Stative und Cordial Kabel, und das vielleicht sogar zum gleichen Preis wie Online-Marktbegleiter. Allerdings gibt es online die Sachen auch von Fame oder Millenium zum halben Preis. Für viele Hobbyisten kommt es beim Metronom, Stimmgerät, Kabel oder Gitarrenständer einfach nicht auf die möglicherweise bessere Qualität der "Markenprodukte" an und wenn man nur das Angebot betrachtet, ist der Laden dann vielleicht doch einfach wieder doppelt so teuer.
Das könnte rein spekulativ auch ein Grund sein, warum die Leute dann eben doch nicht bei jedem Daddelbesuch Zubehör für 20€ kaufen.
 
Ich könnte mir vorstellen, dass neben der Bequemlichkeit, Kleinkram in 1-2 Tagen nach Hause geliefert zu bekommen, gerade auch die günstigen Hausmarken der Großen ein Bestellgrund sind. Der Händler um die Ecke kann nur Standard-Mitnehmware vorrätig haben, also vielleicht K&M Stative und Cordial Kabel, und das vielleicht sogar zum gleichen Preis wie Online-Marktbegleiter. Allerdings gibt es online die Sachen auch von Fame oder Millenium zum halben Preis.
Zustimmung! Übrigens auch zum vergleichbaren Preis bei K&M!
Für viele Hobbyisten kommt es beim Metronom, Stimmgerät, Kabel oder Gitarrenständer einfach nicht auf die möglicherweise bessere Qualität der "Markenprodukte" an
Beim Kauf oft nicht. Allerdings muss ich diesen "Hobbyisten" (die dann aber bspw. auch ein Kirchenmusikerstudium oder eine jahrelange private Musikausbildung etc. hinter sich haben) dann regelmäßig meine Teile leihen, weil sich deren Zeugs dann nach dem zehnten Gig in die Bestandteile auflöst:-/
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Vielleicht nur Randnotiz, deshalb kein oT..

ich hab früher auch einiges neu im lokal erreichbaren Laden gekauft. Gab ja auch nix anderes, war aber ok. Zentral war ne Kaffetheke, alles bzw. massgebliches was
da war, war auch zum antesten bereit..zugegeben, war erheblich weniger als heute.

Nach langer Pause geh ich heutzutage in einen grossen regional gewachsenen Anbieter, alles nette Typen...1. Stock, haufenweise Gitarren...schon auf der Treppe welche.

Nun ist es so, dass an mind. 2/3 oder eher mehr aller Gitarren, entweder direkt an einzelnen oder für die ganze Reihe ein deutliches Schild zu verlesen ist : "Bitte nicht berühren!"
Gibt auch ne günstigere Ecke, das eine Drittel, da steht das dann nicht. Es gibt auch einen verschlossenen Glasraum für 50 besondere, versteh ich...

In den einzelnen Kabinen für die Amps ist es so, dass sehr wenig bis null Effekte mal zum austesten angeschlossen sind.
Die befinden sich im EG alle in einer Glasvitrine...

Einerseits verstehe ich, dass man sich sowohl vor Diebstahl als auch unsachgemässem Umgang schützen will..
andererseits bin ich als neugieriger aber vielleicht eher zurückhaltender Interessent doch eher abgeschreckt.

Steht da.." bitte nicht berühren" bei ner Fender American Standard Strat, hab ich schon mich widersetzt wenn ich bloss mal die Saiten im Hängen anstreiche..
Lieber nix anfassen, gräbt sich dann recht schnell in die Tiefe..

Letztlich kauf ich dann meine Saiten, Plektren, mal ein Kabel und lauf dann ohne was in die Hände genommen zu haben wieder raus...
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben