Sterben in Essen die Bands aus?

von mello, 05.12.16.

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  1. mello

    mello Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.12.16   #1
    Hallo zusammen,

    ich hoffe, das hier ist das richtige Forum. Ich würde oben stehende Frage gern mit euch diskutieren und etwas über den Tellerrand gucken.

    Ich selbst bin Musiker seit Ende der 90er. Damals und in den 2000ern gab es in Essen eine große Bandszene mit regelmäßigen Konzerten in Jugendhäusern. Einen Proberaum zu bekommen war sehr schwer, weil es eben so viele Bands und zu wenig Räume gab. Heute, in den 2010ern, ist das Ganze in Essen stark zurück gegangen: Proberäume stehen leer, Konzerte sind kaum besucht und finden seltener statt. Bei den Nachwuchswettbewerben gibt es immer weniger Bewerbungen von jungen Essener Bands.

    Es scheint, als ob kaum Nachwuchs kommt und generell die Szene total eingeschlafen ist.

    Meine Fragen an euch:

    - Kommt ihr auch aus Essen und beobachtet ähnliches oder vlt was ganz anderes?
    - Wie sieht es in anderen Städten im Pott aus? Ist die Situation überall ähnlich oder ist Essen die Ausnahme?
    - Was sind die Ursachen und was könnte / müsste man tun um die lokale Szene wieder zu befeuern / zu beleben?


    Eure Gedanken zum Thema würden mich sehr interessieren :-)
     
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  2. DerThorsten

    DerThorsten Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.12.16   #2
    Leider kann ich nicht mehr beitragen als ein verständnisloses Kopfschütteln über die allgemeine Wertschätzung von Musik. Dennoch: Abboniert.
     
  3. multiversum

    multiversum Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.01.17   #3

    Hallo, ich komme selbst aus Essen und kann leider nur sagen, dass du recht zu haben scheinst.

    Während es früher sehr viele Events gab, bei denen es primär darum ging, auch dem Nachwuchs mehr zu fördern (Rock in Essen war eine teilweise private Initiative in Essen, die durchaus vielversprechend auftrat und Sampler veröffentlichte), scheint mir die Szene heute am Scheideweg zu stehen oder in der Tat tot zu sein. In dem alten Bunker, in dem ich meinen Raum habe, ist zwar offiziell alles ausgebucht. Doch die Töne aus den jeweiligen Räumen sprechen irgendwie eine andere Sprache. Oder ich bin immer zur falschen Zeit da.

    Dann wurde ja noch vor etlichen Jahren das JZ an der Papestraße dem Erdboden gleich gemacht, somit war eine weitere Anlaufstelle für Nachwuchs nicht mehr vorhanden. Wie sich das ganze im Unperfekthaus darstellt, weiß ich nicht, aber viel hört man auch hier an Resonanz nicht.

    Ab und an tauchen auch wieder Bands auf, die sich schon lange in der Szene tummeln, aber dann halt mit hohem Aufwand vor 20 Leuten spielen müssen, das ist sicherlich auch demotivierend, beispiel hier die Dikers.

    Was man meiner Meinung nach tun müßte, ist selbst irgendwas auf die Beine stellen, um dem Aussterben der Szene entgegen zu treten und vielleicht mal Events anbieten. Eine Art von Konsortium. In der Freakshow in Essen macht jetzt nach 5 Jahre die "Open Stage Session" dicht. Hier konnten auch Leute ohne eigenes Equipment auftreten, da es halt dort fest gestellt wurde.

    Während das Ganze am Anfang noch wöchentlich lief, traf man sich hinterher nur noch einmal im Monat, auch das ist jetzt mit der heutigen Session zu Ende gegangen. Schade. Denn in den 90ern gab es wirklich eine große Anzahl an guten Bands in Essen.

    Schade!
     
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  4. cortexdk1

    cortexdk1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.17   #4
    Heißt es nicht immer man soll in seiner Stadt/Region erstmal viel spielen um bekannter zu werden?
    Andauerend gibt es Absagen, wir würden nicht genug Publikum ziehen. Wie soll man denn dann bekannt werden um erstmal genug Publikum zu finden?
     
  5. Mylittlepwny666

    Mylittlepwny666 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.17   #5
    Ich könnte mir vorstellen, dass Essen nicht die einzige Stadt ist, die mit solchen Problemen zu kämpfen hat. Wenn ich mir anschaue, wie viele Leute mit denen ich groß geworden bin (92er Jahrgang) ein Instrument gespielt haben und wahres Interesse an Musik hatten und ich das dann mit heute vergleiche, habe ich das Gefühl (subjektiv!), dass dies doch sehr stark zurückgegangen ist und sicherlich auch schon zu meiner Zeit weniger geworden ist, im Gegensatz zu den bspw. 80er Jahren.
    Man merkt es ja bereits am Konsumverhalten der heutigen Gesellschaft, dass Musik einen anderen Stellenwert als früher hat. Woran es nun liegt wird wohl so einige Gründe haben, aber schade ist es definitiv!

    Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich auch schon länger nichts mehr über Newcomer Bands oder generell "kleinere" Bands hier in Essen gehört, bezogen auf Flyer, Plakate, Mundpropaganda á la "Hey, im X tritt heute Band Y auf". Liegt vielleicht auch daran, dass eben viel über das Internet gemacht wird und wenn man dann nicht wirklich in bestimmten Facebookgruppen ist, Seiten abonniert hat oder sonstwie danach 'sucht', auch nichts finden wird. Die letzte Band, auf die ich zufällig gestoßen bin war "Breathe Atlantis".