Ich spiele seit gut 30 Jahren Tasteninstrumente (anfangs in den 80er Jahren Heimorgel, in den 90ern Keyboraords und Syth., jetzt Klavier), habe mich aber immer wieder zwischendurch an der Gitarre versucht. Das erste Mal mit 17. Habe damals sogar Unterricht genommen, was aber nicht viel gebracht hat, da Gruppenunterricht (als Azubi hatte ich es halt damals nicht so dicke). Habe die Gitarre damals verschenkt und mich wieder voll auf die Tasten konzentriert. Vor neun Jahren habe ich mir erneut eine Konzertgitarre zugelegt, keine allzu teure, aber auch keine allzu billige. Ich wußte ja nicht, ob ich dabei bleiben würde. Habe aber dann doch wieder aufgegeben. Grund: Der Barree. Ich behaupte mal, dass deshalb viele Einsteiger nach kurzer Zeit aufgeben. Bei mir kam noch hinzu, dass ich an den Tasten eine gewisse Spielfertigkeit erreicht habe die ich auf der Gitarre nun mal nicht so schnell erreichen konnte.
Das ist wohl das Dilemma vieler Einsteiger. Sie kaufen sich ein etwas minderwertiges, weil billiges, Instrument, das sich nicht gut sehr spielen lässt und spätestens beim Barree an die Grenze der Bespielbarkeit stößt. Es ist nun mal so, und da erzähle ich Euch nix neues, dass sich der Barree auf einer besseren (und teureren) Gitarre wesentlich besser greifen lässt. Wenn ich mal ein Musikgeschäft aufsuche, nehme ich meist die Gelegenheit war, diverse Gitarren anzutesten. Da zeigen sich denn doch Unterschiede. Wenn ich bedenke, wie viel Geld ich in den vergangenen 3 Jahrzehnten für meine Tasteninstrumente ausgegeben habe, hätte ich für den gleichen Gegenwert eine Spitzengitarre haben können. Es ist ja so, dass Keyboards technisch relativ schnell veralten. Und gute Keyboards sind richtig, richtig teuer! Eine gute Gitarre hingegen behält seinen Wert. Deshalb bin ich jetzt auch beim Klavier hängengeblieben. Es ist ebenfalls zeitlos. Ich hatte irgendwann keinen Bock mehr, mich immer wieder auf den neuesten Stand der Technik zu halten, und immer wieder Kohle ausgeben zu müssen. Gut, heutzutage gibt es die Möglichkeit, Keyboards upzudaten, wie es so schön auf neudeutsch heißt. Da ich aber weder Alleinunterhalter bin (da brauchste mit 'nem alten Kasten gar nicht erst anzutreten), noch in einer Band spiele, so wie früher, tangiert mich das wenig. Weder Gitarre noch Klavier brauchen Updates - nur ab und zu neue Saiten. Naja, Klavier seltener als Gitarre.
Soweit dazu. Wer sich also eine klassische Gitarre entscheidet, ist im Vergleich zu einem Keyboarder noch gut dran, was die Investitonen anbetrifft. Dann sollte der- oder diejeniger schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Notfalls verkauft man die Klampfe halt wieder, wenn man doch nicht weitermacht. Ich denke, dass sich für ein gutes Instrument immer Abnehmer finden. Manche Musikläden bieten sogar Mietkauf an, wie z.B. das Musikaus Tonger in Köln (von wo ich herkomme). Für noch unentschlossene eine sinnvolle Alternative. Hat man irgendwann keinen Bock mehr, gibt man das Instrument einfach wieder zurück. Man hat zwar Miete gelöhnt, aber dafür keine hohe Investition für eine gutes Instrument tätigen müssen.
Ach ja. Kürzlich habe ich meine Gitarre wieder ausgepackt. Diesmal bleibe ich hartnäckig, insbesondere was den Barreegriff angeht. Es klappt inzwischen schon recht gut, vor allem, seit ich mit Gurt spiele. Dieser ermöglicht mir einfach eine optimale Haltung. Ich überlege schon, mir demnächst eine etwas höherwertige Gitarre zu kaufen. Ich muß nur noch meine Frau überzeugen, die zwar ebenfalls Musikliebhaberin ist, aber von Instrumenten keinen blassen Schimmer hat. Für sie sind alle Gitarren gleich.