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Kellerraum für Gesangsaufnahmen "brauchbar" machen

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broeschies
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Hi,



Ich richte gerade einen Kellerraum als meinen "Gesang-Raum" ein und möchte ihn akustisch ein wenig verbessern. Ich weiß es gibt schon eine Menge ähnlicher Threads von wegen Raumakustik für Gesangsaufnahmen, aber mein Fall ist recht speziell, da es sich um einen Raum mit offenem Durchgang zum Nebenzimmer und mit einer sehr großen Fensterfront handelt.

Mir geht es dabei wirklich ausschließlich um die Aufnahme von (unverstärktem) Gesang. Wenn ich mal Instrumente aufnehme, dann i.d.R. direkt über Tonabnehmer, wobei die Raumakustik ja ziemlich egal ist. Meine Anforderung sind brauchbare Home-Recording Gesangsaufnahmen, muss keine Studio-Qualität sein, sollte aber auch nicht nach "Badezimmer-Hall" klingen. Zudem wäre es schön, wenn ich die Schallisolation etwas erhöhen könnte, um meine Frau, die eine Etage höher schläft, nachts nicht aus dem Bett zu schmeißen, wobei mir bewusst ist, dass das ohne Raum-im-Raum-Geschichte nur in sehr geringem Maße möglich ist.

Für die Ist-Situation, habe ich mal folgende Skizze gemacht:
aufnahmeraum.gif
Die klangliche Ist-Situation ist ungefähr so:
Der Hall im Raum ist sehr stark, da er noch komplett leer steht. Zudem wirkt der über die offenen Durchgänge angeschlossene Raum (der ebenfalls leer steht) scheinbar wie ein riesiger Resonanzkörper. Auf Aufnahmen ist dementsprechend der Hall-Anteil deutlich zu hoch. Zudem bin ich aus irgendeinem Grund beim Singen offenbar bis auf den Dachboden hörbar, keine Ahnung ob das mit den starken Resonanzen zu tun hat oder ob die Decken einfach nur schlecht isolieren. Kommt mir allerdings komisch vor, weil der Schall dabei immerhin durch 2 Betondecken und eine Holzdecke muss.

Problematisch wäre möglicherweise, dass ich weder in den offenen Durchgängen noch an der Fensterfront Absorber anbringen kann/will (könnte höchstens einen Vorhang davor machen). Zudem sind die Ecken nicht groß genug für diese Bassfallen.

Wäre für alle Tipps zu klanglichen Verbesserung dankbar.
 
ThomasT
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Bestandsaufnahme:

Schallisolation -> vergiss es, oder liefere bessere Skizzen, auch Querschnitte usw. Vermutlich geht der Schall durch die Fenster oder durch den offenen Nachbarraum. Schade dass du den nicht mit skizziert hast.
Gesangsaufnahme -> praktisch kaum Anteile bei 100Hz. Kritischer Bereich für Klangverfärbungen um 300-500Hz. Fraglich ist der Anteils des diffusen Halls, länger -> natürlicher, angenehmer, trocken -> universeller
Bei der Fensterfront würde ich einen Vorhang gedanklich vorsehen, aber erst nach Hörtests wirklich einbauen. Denn vermutlich stört die Fläche nicht, wenn das Mikro davon wegzeigt. Rechts und links Absorber mit Minimum 10 cm Dicke. Da du keine expliziten Bassabsorber brauchts eher dickere Breitbandabsorber, die noch wirkungsvoll bei 200 Hz und auch darunter.

Hier würde ich an diesen orientieren: http://www.mbakustik.de/main.php?ta...lang=&userid=a8b9484a043870f92b2525290836f2d4
Wobei du mindestens so ca. 4 an jeder Wand brauchts.
Bei selbstbau ist es besser, diese von Boden bis Decke zu bauen. Geht einfacher.
Wie hier z.B. http://www.facebook.com/photo.php?f...38164219.97730.178803245475301&type=3&theater
Wobei ich da noch Diffusoren dazwischen habe.
 
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broeschies
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Vielen Dank schonmal. Das mit der Schallisolation hab ich mir schon gedacht, ist mir aber auch nicht ganz soo wichtig. Den Nebenraum zu skizzieren ist echt schwer, weil der total krumm geschnitten ist mit vielen schrägen Wänden und so, da müsst ich schon die Grundrisse rauskramen. Aber ich vermute auch, dass der Klang hauptsächlich durch den Nebenraum, dann über den Kellerflur ins Treppenhaus entweicht und nicht über die Decken übertragen wird.

Was die Frequenzen angeht habe ich eine recht tiefe Gesangsstimme und deshalb erfahrungsgemäß die größten Probleme so um 200-250 Hz, da habe ich häufig so ein "Wummen" auf der Aufnahme.

Selbstbau von Breitbandabsorbern geht in etwa so?

Eine einfach zu bauende aber sehr effektive Variante sind sog. "Superchunks". Hierbei werden handelsübliche Mineralwollplatten in Dreiecke geschnitten und in die Ecke gestapelt. Davor ein einfaches Gerüst aus Latten und davor Stoff getackert. Auch wenn ein solcher Absorber oft "Bassabsorber" genannt wird, ist er dennoch eigentlich ein Breitbandabsorber, der aber sehr tief geht. D.h. er absorbiert auch Höhen und Mitten. Möchte man dies vermeiden, dann packt man unter den Stoff am besten in dicke Folie oder dünne Holzplatten.


Wobei es bei mir halt keine Dreiecke wären, sondern das ganze flach an die Wand kommt.

Wie würde ich denn idealerweise das Mikro positionieren? Und wie sieht es mit dem Nebenraum aus? Würde da auch ein Vorhang Sinn machen? Im Nebenraum selbst kann ich keine Akustikmaßnahmen ergreifen, weil der anderweitig genutzt werden soll.
 
ThomasT
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Der Unterschied zwischen Superchunks und Breibandabsorbern ist lediglich ihre Form und die Position. Breitbandabsorber sind sozusagen flach (aber nicht zu flach!!!) an den seitlichen Wänden. Superchunks sind dicker und in den Ecken und Kanten.
Superchunks sind aber eigl. (ohne härtere Abdeckung) auch Breitbandabsorber die nur weil sie in der Ecke steht zusätzlich stark auch Bässe absorbieren.
 
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broeschies
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Ahh, ok, gibts irgendwie ne Faustregel, wie viel Wandfläche man mit Absorbern vollmachen sollte? Ich hab noch nen paar alte Regale im Keller und überlege gerade, die rechte und linke Wand einfach komplett damit zuzustellen, dann halt Mineralwolle rein und von außen verkleiden, ähnlich wie hier:

http://www.valve-records.com/images/studio.jpg
 
ThomasT
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Das könnte man eigentlich anhand der gewünschten Nachhallzeit rechnen (Sabinsche Formel). Aber das wäre eh zu grob und mindestens Faktor 2 zuviel.
Als groben Richtwert an den du dich rantasten solltest, kannst du etwa eine Seitenfläche nehmen. Also so ca. 10 m².

Aber du hast ja noch den Nebenraum. Dieser muss unbedingt mit betrachtet werden. Wenn du keine Trennwand einbaust.
 
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broeschies
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In wiefern müsste ich den mitbetrachten, könnte ich einfach die Menge der Absorber entsprechend erhöhen? Der andere Raum ist ein wenig größer als der, den ich Umbauen will. Wenn ich jetzt also so 25 qm Absorber in den einen Raum einbaue, gleicht das den Effekt des anderen Raumes mit aus? Wäre doch wahrscheinlich dann sehr asymmetrisch der Hall (ist er ja sowieso schon, weil von der Raum-Seite wesentlich mehr Hall kommt als vom Fenster).

Ich hab mal versucht die Skizze um den angeschlossenen Raum zu ergänzen, ist aber nicht sehr genau, nur um eine etwaige Vorstellung zu bekommen. Zwischen den Räumen würde ich wahrscheinlich ohnehin einen dicken Vorhang einbauen, was aber zur Schallisolation wohl nicht wirklich viel bringt.
aufnahmeraum2.gif
 
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In wiefern müsste ich den mitbetrachten

Du bist spassig. Naturlich weil es ein Raum ist. Du kannst doch nicht einfach einen Strich auf den Boden malen und annehmen dass wäre jetzt dein Raum (im akustischen Sinne).

Wäre doch wahrscheinlich dann sehr asymmetrisch der Hall (ist er ja sowieso schon, weil von der Raum-Seite wesentlich mehr Hall kommt als vom Fenster).

Wie kommst du darauf? Das Fenster reflektiert doch.

einen dicken Vorhang einbauen, was aber zur Schallisolation wohl nicht wirklich viel bringt.

Schallisolation kannst du vergessen. Ein Vorhang wurde den Raum tatächlich auch nur für hohe Frequenzen "verkleinern".
 
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Du bist spassig. Naturlich weil es ein Raum ist. Du kannst doch nicht einfach einen Strich auf den Boden malen und annehmen dass wäre jetzt dein Raum (im akustischen Sinne).
Ja, das ist mir schon klar. Ich drücke es mal anders aus: Ich habe einen Raum, kann aber nur in der einen Hälfte des Raumes akustische Maßnahmen ergreifen. Macht es jetzt z.B. Sinn in dieser einen Hälfte die gesamte Absorption für den Raum aufzubauen oder lieber nur die Hälfte und auf die andere Hälfte halt verzichten?

Wie kommst du darauf? Das Fenster reflektiert doch.
Ja klar, aber da kommt weit weniger Hall zurück als von dem angeschlossenen Raum, zumindest meinem Empfinden nach.

Schallisolation kannst du vergessen. Ein Vorhang wurde den Raum tatächlich auch nur für hohe Frequenzen "verkleinern".
Ja, das habe ich befürchtet.
 

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