Klavierspielen ohne Noten zu kennen möglich?

  • Ersteller Schneller Mozart
  • Erstellt am
Paulchen Panther schrieb:
Falls du dich auch auf mich beziehst:
Nicht nur, aber auch. Mag ja sein, dass ich da was in den falschen Hals bekommen habe, aber dieser Satz ...
Paulchen Panther schrieb:
Ich spiele jetzt so ca. 9 Jahre und bin an einem Punkt angekommen, wo ich einfachere Stücke (fast) komplett ohne zusätzlichen Notennamen spielen kann.
... treibt einem ja die Tränen in die Augen. Du spielst 9 (in Worten: neun!) Jahre und hast immer noch Notennamen auf dem Blatt stehen?! :eek:

PS: Und bloß weil im Unterricht Noten dran sind, heißt das ja nicht, dass die Musikalität leidet. Ein guter Lehrer bringt beides rüber.
 
Jay schrieb:
PS: Und bloß weil im Unterricht Noten dran sind, heißt das ja nicht, dass die Musikalität leidet. Ein guter Lehrer bringt beides rüber.

Stimmt, aber Theorie kann schon ganz schön lästig sein und einem schnell den Spaß an der Musik verderben. Vor allem bei kleinen Kindern, die früh anfangen.
 
JKnoxMC schrieb:
das hat mit der Anfangsfrage nicht mehr viel zu tun
also zumindest zur Überschrift passt's noch :p

JKnoxMC schrieb:
Dabei sind die Meinungen doch nur subjektiv
genau, deshalb nun meine ausdrücklich subjektive Meinung zu dem Thema :) :

Ich kann aus eigener (leidlicher) Erfahrung jedem nur dazu raten, so früh wie möglich (auch) nach Noten spielen zu lernen!

Bei mir war es so, dass ich viele Jahre lang keine einzige Note lesen konnte und mir mein Vater das Klavierspielen nur durch passagenweises Vorspielen gelernt hat. (Das ging dann viel schneller und hat auch wesentlich mehr Spaß gemacht, weil man so gleich "in der Musik drin war". Ich bin ihm heute noch für die viele Mühe dankbar, die er da aufgewendet hat :) .) Irgendwann war ich dann aber an einem Punkt angelangt, wo mein Vater mir technisch nicht mehr viel beibringen konnte und ich (so mit 12) bei einem "richtigen" Klavierlehrer weitermachen sollte. Die ersten zwei konnten mit der Situation überhaupt nicht umgehen, die hatten entweder absolute Anfänger, die sowohl erste Handgriffe am Klavier als auch Noten lesen lernen mussten oder Fortgeschrittene, die es gewohnt waren, die Sachen grundlegend vom Blatt spielen zu können. Einige haben mir nun versucht, mit Heften wie "meine erste Klavierschule" grundlegend das Notenlesen beizubringen (nachdem ich zu der Zeit z.B. Beethoven-Sonaten und Rachmaninov-Stücke auswendig spielen konnte (ok, der Begriff "spielen können" ist dehnbar... ;) ), waren Stücke a la "der Kuckuck und der Esel" musikalisch natürlich nicht gerade der Hit und die pure Notwendigkeit, mich da nur des Notenlesens wegen durchzukämpfen, habe ich als Kind natürlich überhaupt nicht einsehen wollen.) Das hat mich erst mal so frustriert, dass ich fast die Lust am Klavierspielen verloren hätte. Irgendwann war der Drang neue Stücke zu können dann so groß, dass ich angefangen habe, mit Abzähl-Entzifferungstechnik Note für Note neue Sachen zu "dechiffrieren". So konnte ich beim nächsten Unterrichtsanlauf dann soweit Noten lesen, dass ich zuhause zumindest eigenständig Musikstücke zusammensuchen konnte - an ein mehr oder minder freies "on the fly" anspielen auch nur ansatzweise komplizierterer Stücke war aber immer noch nicht im Traum zu denken. Nachdem ich dann im Studium (Musik Nebenfach) für Musiktheorie-Zeugs viel zum Notenlesen und -schreiben gezwungen war, wurde es dann zwar notgedrungener Weise mit dem flüssigen, vorausschauenden Notenlesen etwas besser, so richtig toll bin ich da aber auch heute noch nicht, weswegen ich nach wie vor ewig brauche, bis ich ein neues Stück allein notenmäßig halbwegs "draufhabe". Deswegen ist mein "Repertoire" (wenn man das überhaupt so nennen kann) immer noch lächerlich gering und Musik wird wohl auf ewig nur ein nettes Hobby von mir bleiben, was vielleicht anders gelaufen wäre, wenn ich diesen dummen "Notenlesebruch" nicht drin gehabt hätte (ja ich weiß, hättewärewenn... ;) ). Von daher mein Rat: Tut euch die Mühe an und lernt das Notenlesen gleich zum Klavierspielen dazu (bzw. haltet eure Kinder dazu an), früher oder später kommt ihr nicht drumrum und später ist es immer wesentlich schwieriger. (Dass man die Stücke ausserdem auswendig lernen sollte, um sich dann später voll auf die Interpretation konzentrieren zu können, ist denke ich trotzdem mehr als hilfreich. Und das gehörmäßige Nachspielen und passende Umsetzen von interessanten Melodiefragmenten ist für Bandmusiker aber auch für Leute, die ihre eigenen Stücke schreiben wollen je nach Kontext eine gute Übung bis unerlässlich!)

NothanUmber
 

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