Ein geschriebenes Arrangement kann ich mir auch nur extra angefertigt vorstellen, allerdings widerspräche das für mein Gefühl ziemlich dem Geist dieser Rockmusik.
Bei der Verwendung von Noten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Stück musikalisch ohne Energie rüberkommt. Mehr als einen Zettel mit dem Ablauf und Akkordsymbolen sollte es da nicht geben.
Vor vielen Jahren war ich Bassist in einer Band, die sich recht spontan gefunden hatte. Es funktionierte ganz gut an und das lag kaum an den durchschnittlichen Fähigkeiten.
Der Grund war vielmehr der gute Draht der Musiker zueinander, der durch die Proben kam plus ein wenig Originalität. Das Repertoire aus recht einfachen bekannten Stücken wie. z.B. Beast of Burden wurde in den Proben gemeinsam erarbeitet. Die Arrangements beruhten komplett auf den Absprachen, die in den Band-Proben getroffen wurden. Wir nahmen uns die "letzte Version" natürlich auf, damit man sich beim Üben daheim gewisse Stellen anhören und Gedanken machen konnte.
Der Vorteil des Vorgehens war, dass die Stücke dadurch ordentlich geübt wurden. Das sorgte für Sicherheit und Unangestrengtheit beim Spielen. Außerdem spukten Stücke aus der Probe unter der Woche immer wieder mal im Kopf herum, was eigenen Ideen gut tat.
Hält man sich an ausnotierte Arrangements, kann diese Intensität fehlen, die Noten sind schließlich eine Stütze. Da braucht es vergleichsweise mehr Ausbildung oder zumindest einen musikalisch erfahrenen Bandleader in den Proben, damit das Spielen der Band auch bei Rock oder R'n'B überzeugt.
Gruß Claus