Knie, Rücken, Hüfte,.. nix geht mehr

  • Ersteller U D O B E S T
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@Reinhardt, wer im Chefsessel flätzt, spielt wohl nur The Boss.

So einen Bürostuhl habe ich auch, sitze aber ganz vorne - wenn ich nicht im Stehen spiele.
Meine Gitarre soll dann möglichst so positioniert sein, wie ich es eben vom Stehen her gewohnt bin.

Zur Fachkraft: Mehr als bezeichnend ist, dass diese Person deutlich adipös ist, permanent über schmerzende LWS inkl Bandscheiben klagt und andere Personen dann in Ergonomie belehrt und Betr. Gesundheitsmanagement bewirbt.
If you don't know it, teach it.
 
...und sitze dabei auf dieser Stehhilfe:
Sie Sitzfläche ist etwas nach vorne gekippt eingestellt. Meistens steht ein Fuß sicher und fest auf dem Boden und der Andere meist auf der Fußstütze. Diese Position tausche ich auch gerne mal aus oder ich stehe mit beiden Füssen auf dem Boden.
was mich interessieren würde (ohne ironie oder provokation): warum dann nicht gleich im stehen?


Ich hatte heute mal wieder eine Einweisung/Unterweisung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit.
...
Unterschenkel bilden mit Oberschenkel einen 90° Winkel, Rücken (als Gerade angenommen) ist auch fast 90° zum Oberschenkel, die Tastatur beginnt ca. 10 cm hinter der Tischkante, Unterarme bilden zu Oberarmen in Arbeitshaltung ebenfalls 90°. Der Monitor ist so eingerichtet, dass der Kopf auf der Sagitalebene um ca. 5° nach vorne geneigt werden muss.
die angaben kenne ich auch. aber mir hat bis heute noch niemand erklären können, warum ausgerechnet mathematisch präzise rechte winkel ergonomisch sein sollen. die evolution hat sicher nicht mit dem geodreieck gearbeitet, und unsere anatomie beruht wohl nicht auf den entdeckungen der alten griechen.
 
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Vielleicht ein paar grundsätzliche Anmerkungen (als ehemaliger Physiotherapeut... hab vor meinem Bachelor- und Musterstudium im Bereich BWL / Finanzen / ReWe tatsächlich mal ein paar Jahre einen seriösen Job gehabt :ugly:).

Grundsätzlich (in 90% der Fälle) sollte das längere Spielen im Stehen besser vertragen werden als das längere Sitzen. In der Regel sind chronische Rückenbeschwerden ein Flektionsproblem und eine längere unphysiologische Beugung der Wirbelsäule führt zu Problemen. Gerade wenn Probleme in der Hüfte dazukommen sollte längeres sitzen vermieden werden. Wenn schon im Sitzen gespielt wird, sollte die Sitzposition möglichst hoch sein, so dass der Beugewinkel der Hüfte (Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel) nicht kleiner als 120 ° wird.

Ich würde Dir auf jeden Fall eine leichte Gitarre empfehlen und dann auf jeden Fall einen Gurt nutzen. Hast Du schon mal leicht erhöht sitzend mit Gurt gespielt? Ggf. mal ausprobieren.

Evtl. - sofern Du wie ich es verstanden habe am Rechner spielst - eine Kombination aus Stehpult und Stehen / erhöhtem Sitzen probieren.

Ansonsten die übliche Empfehlung: Lass Dir von einem guten Therapeuten entsprechende Ausgleichsübungen zeigen (10 Min vorher und hinterher entsprechende Krankengymnastische Übungen machen - Rückentrecker, Mobilisation, Dehnungen). Sämtliche Zwangshaltungen führen auf kurz oder lang zu Problemen sofern man dies nicht mit der alltäglichen Bewegung ausgleichen kann. Das Alter und der dadurch bedingte Verschleiss machen das übrige.

Ich habe bspw. beruflich nun eine sitzende Tätigkeit und häng den ganzen Tag am Rechner und schau auf SAP / Excel. Dazu noch Vorlesungen vorbereiten und Gitarre spielen. Wenn ich nicht regelmäßig entsprechenden Ausgleichssport machen würde (Cross Trainer, Krafttraining, Funktionsübungen / Rückengymnastik) hätte ich bestimmt bereits arge Probleme.

Sofern Du aus dem Bremer Raum oder der Nähe kommst kann ich Dir gerne mal ein paar Tips geben.
 
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Moin,

was mich interessieren würde (ohne ironie oder provokation): warum dann nicht gleich im stehen?
Naja, es ist halt so KEIN Stehen. Ist so irgendwas zwischen stehen und sitzen. Wenn ich längere Zeit im stehen spiele jammert meine Bandscheibe, auf dieser StehHILFE halt nicht. ;)

LG Kay
 
was mich interessieren würde (ohne ironie oder provokation): warum dann nicht gleich im stehen?

Naja, es ist halt so KEIN Stehen. Ist so irgendwas zwischen stehen und sitzen.

Dieses hohe Sitzen ist ein Sitzen mit der Spannkraft des aktiven Stehens, aber mit geringerer (Dauer-)Belastung da man einen großen Teil seines Gewichtes dem Stuhl anvertrauen kann.
 
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@Reinhardt, wer im Chefsessel flätzt, spielt wohl nur The Boss.

So einen Bürostuhl habe ich auch, sitze aber ganz vorne - wenn ich nicht im Stehen spiele.
Meine Gitarre soll dann möglichst so positioniert sein, wie ich es eben vom Stehen her gewohnt bin.
Nein, ich spiele seit fast 50 Jahren Gitarre, davon 6 Jahre klassischen Einzelunterricht, kenne mich also mit der 'korrekten' Gitarrenhaltung aus.

Außerdem habe ich mit der nachfolgend beschriebenen Position auch meine selbstkomponierte CD mit 14 Titeln eingespielt.

Bei der E-Gitarre ist mir im Sitzen mit der Zeit die Kante der E-Gitarre erst auf dem linken, dann auf dem rechten Bein zu schwer geworden, sodaß nach mehrstündigem Spielen mein Bein taub wurde.

Daher habe ich die Lösung gefunden, die Gitarre auf der rechten Armlehne abzulegen, was nach erster Eingewöhnung wunderbar funktionierte.

Da der Sessel ja drehbar und überall einstellbar ist, ist so ein entspanntes, stundenlanges Gitarrespielen, sogar angelehnt an die Rückenlehne möglich...;-)

Die Gitarre hat man so direkt vor der Brust, das obere Horn der Strat zeigt auf die linke Brustwarze:D.
Ich weiß nicht, was daran ungewöhnlich sein soll, bzw. wer nur im Stehen spielen kann mit der Gitarre vor dem Sack, macht mMn. was falsch...;) :evil:

:hat:
 
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IMG_4416.JPG

Meine Gitarre hängt im Stehen so, dass die Federfachabdeckung etwa auf Höhe des Gürtels wäre.
 
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Sach ich doch...! :D
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Außerdem, wo ist Deine Maus, Tastatur und Bildschirm, wie beim TE gefordert?
 
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Sackhöhe wäre für mich gegeben, wenn der obere Rand der Gitarre auf der Weichteilzone pendeln würde.
Das Bild ist nicht aktuell, ca. 5 Jahre alt, der Computer hat für mich beim Spielen nur eine Rolle, wenn ich aufnehme.
 
Kann mir vorstellen, dass man so schon ganz gut spielen kann...
 
Hallo, mal ein kleines Update: Nachdem es meinem Knie im Frühjahr besser ging, habe ich es gewagt, doch noch mal Geld für ein neues Fahrrad auszugeben.
Gleichzeitig habe ich im Frühjahr angefangen, draußen im Hafen zu spielen. Die Sitzposition war eine andere, da die Stufen recht niedrig sind. Dort hatte ich kaum noch Beschwerden in der Hüfte.
https://goo.gl/photos/SHQAtoETuxYgF2eE6
Nachdem auch Fahrradtouren von 30km Länge keine größeren Beschwerden machten, war ich körperlich schnell wieder im Sportmodus und habe angefangen, mit Latexbändern ein wenig zu trainieren. Ging auch. Inzwischen bin ich wieder im Fitnessstudio und mache "irgendwas mit Muskeln". Jedenfalls macht das Hüftgelenk keine Beschwerden mehr, seit ich Sport machen.

Der Tip an alle geplagten lautet also: Bewegung!! Gelenke werden nur geschmiert, wenn sie bewegt werden. Ruhe hilft gar nichts. Und nicht die Hoffnung verlieren, auch wenn man glaubt, alles ist kaputt, es wird nicht mehr besser. Doch, das wird es.
Ich empfehle den Hüftgelenk-Geplagten, jeden Tag ein paar Kniebeugen zu machen, ohne Gewicht, wie Opa das gelernt hat. Arme nach vorne und 12 mal in die Hocke gehen.
 
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Schön zu hören, wenn es wieder bergauf geht. Ich für meinen Teil bin grad weiter unten mit Bandscheibenvorfall und lauten Kniegelenken. Ich unterstütze dein Bewegungskredo, allerdings verstehe ich das mit den Kniebeugen nicht. Treppenlaufen ist was tolles, leichtes Beinpressen auch, aber Kniebeuge sind doch so ziemlich das Krasseste für die Knie oder nicht?
 
Die Bandscheiben sind bei mir auch das Schlimmste. Aber auch da ist bewegen besser als ruhen, würde ich sagen. Kniebeuge mit eigenem Körpergewicht ist funktionales Training, man übt einfach ganz normale Bewegungsabläufe, wie man sie im Alltag braucht. Die sollten für das Knie nicht schädlich sein, wenn es nicht zu sehr beschädigt ist. Kniebeugen mit 160kg wie sie z.B. Radsprinterin Kristina Vogel macht, sind da schon was ganz anderes, da kann man sich brutalst verletzen.
Ich schreibe das aber als Laie, bitte frag lieber einen Fachmenschen. Jemand mit einem bunten Potpourri an selbst verursachten Beschwerden ist vielleicht auch nicht der optimale Ratgeber ;).
 
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Jemand mit einem bunten Potpourri an selbst verursachten Beschwerden ist vielleicht auch nicht der optimale Ratgeber ;).

Hey freut mich das es dir besser geht.

Und ja der Mensch ist zum Bewegen geboren. Aber auf die individuelle Dosierung kommt es an.
Denn das

Meine persönliche Theorie ist ja, das Qualität oft aus dem Exzess entsteht.

trifft so mMn nicht zu. Exess ist Maßlosigkeit, das Maß stark überschreitend
und das führt langfristig zu allem, was du leider hinter dir hast.
Gute Gitarristen wie z.B. Eric Johnson haben sicher sehr viel geübt. Aber
sicher auch genauso auf Schmerzsignale ihres Bewegungsapparates gehört.
Also Pausen, Ruhephasen, Entspannung was auch immer eingebaut.
Bei meinem ehemaligen Lehrer, der Vollprofi ist, war das jedenfalls genau so.

Also halte Maß und spiele mit sowenig Kraftaufwand wie eben möglich.
Weiter gute Besserung für deine Finger und alles andere :)
 
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Ja, das Statement von @Dr Dulle würde ich genau so unterschreiben und das gilt nicht nur fürs Gitarre spielen, sondern auch für den Sport an sich, also in Maßen und nicht überstrapazieren. Das ist ja nun auch einer Gründe, wenn ich so das Eingangspost lese, warum es körperlich so schlecht wurde. Wenn ich mir nun aber das Video so aus Post #6 anschaue und Dein aktuelles (!?) Avatar sehe, dann scheinst Du es aber auch schon wieder ganz schön dolle anzugehen!? Ich hoffe nun nicht wieder ZUUU doll! ;) :great:

LG Kay
 
Bei meiner Theorie dachte ich an so Leute wie Hendrix, die im Exzess bahnbrechendes geleistet haben, dafür aber mit dem Leben bezahlen mussten, weil es eben zu hart war. Ein Hendrix oder meinetwegen auch Lemmy K. ohne Drogenexzeß hätte vielleicht nie herausragendes geleistet und wäre vielleicht nie bekannt geworden.
Andererseits sind aber auch nicht alle gesund Lebenden mittelmäßig. Oder doch? Naja egal.
Beim Bodybuilding ist das so, wenn man fast 30 Jahre trainiert hat, dann ist das für den Körper Normalzustand. Wenn man nicht mehr trainiert, baut man sehr schnell Muskelmasse ab, aber die "Infrastruktur" bleibt erhalten. Wenn man dann wieder anfängt zu trainieren, braucht man eigentlich nur die Disziplin bei der Ernährung, dann kann man sich in 3-6 Monaten wieder auf den alten Maximalzustand zurückfressen, jedenfalls wenn einem ein paar Fettpolster egal sind. Das Training ist gar nicht so entscheidend, wie gemeinhin angenommen wird.
Das Avatarbild ist von September nach 12 Wochen Sport.
 
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@U D O B E S T : Ich hab ab und zu ein Zwerchfellkrampf , Ja du liesst richtig , nicht vom Lachen , sondern ein Krampf der sich genau quer über den Rücken zieht , ich muss mich dann auf den Bauch legen und meine bessre hälfte muss mit den Füssen dann den Rücken Massieren , manchmal kommt auch so ein gefühl des Erbrechens dazu , oft ist es wenn ich lange mit der Akustischen gespielt habe .
Ich kann mir das nur so Erklären dass die Haltung mit der Gitarre daran "schuld" ist , aber seit ich wieder mehr Gewichtheben und Eigengewichtstraining mache (hier mal 30 Liegestütze , da mal 20 Curls etc. , hauptsächlich Rückenübungen, ist es etwas besser geworden , der letzte "Anfall" war vor zwei Wochen .
Also gerade im Alter will der Körper beschäftigung , man muss natürlich auch drauf achten es nicht zu übertreiben .

Ich hab mal eine Doku über Jimmy Page gesehen , darin sprach eine Rücken Orthopädin , dass eines Tages ein älterer Herr zu ihr kam und einen Ziemlich kaputten Rücken hatte , er hatte schon tränen vor Schmerzen in den Augen , das war Jimmy , der sich mit seinen Les Pauls auf Kniehöhe und der Double SG in Jahrelangen Bühnenshows und schlechter Haltung , den Rücken Ruiniert hat , ok ihm konnte dann geholfen werden , aber das sind dann die Schattenseiten des Ruhmes , Es sah zwar immer Cool aus wenn Herr Page (Eines meiner 3 Absoluten Idole !..klar:hail:) die Gitarre so Tief hängen hatte ...aber bei komplexeren Sachen kann man da Absolut nicht Optimal spielen , was ja auch manchmal zu hören war an seiner , gut manche sagen schludrigen Spielweise .
Vielleicht wäre es besser gewesen , die Axt etwas höher zu hängen , muss ja nicht gleich Kinnhöhe sein :rofl:..
Ok er hatte lange Arme ..
 
Meine Les Paul hatte ich schon mit Anfang 20 nach wenigen Jahren wieder verkauft, weil sie mir zu schwer und unergonomisch war. Statt dessen hatte ich mir eine fast schwerelose ibanez S540 angeschafft, das Leichteste was ich finden konnte. Sound war nebensächlich. Ne trainierte (Rücken-)Muskulatur hilft schon enorm dabei, überhaupt erst mal wieder eine aufrechte gesunde Haltung einzunehmen. Außerdem lernt man kontrolliertes An- und Entspannen, was eben bei jeder Art von Verspannung hilft. Außerdem wird das Körpergewicht dann erheblich von der Muskulatur getragen und die Bandscheiben werden entlastet. Man kann ja auch ohne Gewichtsbelastung Einiges trainieren, Klimmzüge für Rücken, Dips für Brust, dabei hängt man und die Wirbelsäule wird entlastet. Manche Leute werden fast nur noch von der Muskulatur gestützt und dürfen eigentlich gar nicht mehr aufhören, die Beschwerden kommen dann eben erst wenn man nichts mehr macht und verschwinden wieder, wenn man sinnvoll trainiert.
Generell verhält es sich sehr ähnlich wie beim Gitarrespielen, es ist im Grunde auch ne Art Sport, die den gleichen Gesetzmäßigkeiten unterliegt.
 
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Wie wärs mit Umsteigen auf eine Lap Steel Guitar?

 

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