Komplizierter Halsbruch an Epiphone - Empfehlungen?

von tinydots, 07.09.19.

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  1. tinydots

    tinydots Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.19   #1
    Hallo zusammen,

    ich habe eine Epiphone, die eine heftigen Bruch erlitten hat.
    Es fehlen auch schon größere Stücke.

    Mein Plan wäre es die vorhanden Flächen zu verleimen/kleben und im Nachgang längs Holzsplinte einzusetzen um beste
    Stabilität zu erreichen und fehlende Bereiche zu füllen.

    Beim Leim habe ich an einen füllenden Kleber gedacht (da ich nicht weiss ob die Flächen exakt passen) und bin auf uhu holz max gestossen.
    Was würdet ihr empfehlen?

    Grüße
    Andre

    epiphone-wilshire-bruch - 1.jpg epiphone-wilshire-bruch - 2.jpg epiphone-wilshire-bruch - 3.jpg epiphone-wilshire-bruch - 4.jpg epiphone-wilshire-bruch - 5.jpg
     
  2. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.19   #2
    Auf keinen Fall Leim für diese Verbindung, sondern Epoxidharz.
     
  3. gearhead

    gearhead Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.19   #3
    Ich habe meine Dot an der Stelle geklebt. Ich empfehle UHU endfest 300 (falls es den - online? - noch gibt). Ist ein Epoxy-Kleber. Dass kleine Splitter fehlen, ist dabei nicht besonders tragisch - Epoxy bildet sowieso einen Spalt - Holz liegt da im idealfall nicht unmittelbar auf Holz. Das war zumindest damals das Ergebnis meiner Suche hier im Board und vieler hilfreicher Beiträge. Hat auch gut gehalten und die Gitarre läuft seither (18 Monate) stimmstabil und ohne Einschränkungen. Hat etwas gedauert, bis ich es mich getraut habe: Mittlerweile lager ich sie aber sogar hängend.

    Dieser Thread war mir damals Orientierung bei meinem Vorgehen:
    https://www.musiker-board.de/threads/doku-halsbruchreparatur-2.593492/

    Edit: Die m.E. einzige, das deinen Halsbruch verkomplizieren wird, ist der Trussrod: Du musst dir vorher etwas zurechtdrechseln, -biegen, ..., das den Epoxy-Kleber von der Schraube fernhält. Dies Teil dann erst rausziehen, wenn alles sitzt und der Kleber abzubinden beginnt.
     
  4. 25or6to4

    25or6to4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.19   #4
    gute dass die Pics schön scharf sind! ich habe den Eindruck, dass das Holz an der Bruchstelle insgesamt sehr „krank“ aussieht, so als wären die Fasern durch einen Pilz und Feuchte kmpl. zerfasert und teilweise schon etwas staubig zersetzt. Das kann gut ein grundsätzlicher Holzfehler vor der Produktion gewesen sein, denn nach Fertigstellung der Gitarre wird dort sicher nichts mehr eingedrungen sein. Ein „gesundes“ Mahagony wird meines Erachtens nach an der Bruchstelle viel scharfkantiger aussehen. So siehts aber so aus, als wären dort schon Holzfasern / Lignum zersetzt gewesen. Insofern schliesse ich mich meinen Vorrednern an und denke, das Leim keine gute Idee ist und dass, wenn überhaupt nur 2K Epoxy Kleber vernünftig Halt geben könnte, wie gesagt, wenn das überhaupt geht mit dieser faserigen Holzsubstanz.
     
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  5. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.19   #5
    Lose Fasern sollten soweit wie möglich entfernt werden allein schon um der ursprünglichen Geometrie so nah wie möglich zu kommen. Mein Eindruck anhand der Bilder war dass der Bruch schon älter ist und lange unbehandelt war.

    Möglich ist die Reparatur auf jeden Fall.

    Nur nichts übereilen. Falls es offene Fragen gibt, einfach fragen...
     
  6. gesch

    gesch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.19   #6
    Wenn es nur ein kompletter Abruch wäre, also ohne das Holzteile fehlen, dann wäre ein verleimen mit zusätzlichen "Versteifungsstreifen" der Richtige Weg.
    Alles "rumdoktoren" an dieser Bruchstelle (wo Holzteile fehlen) ist nicht Zielführend und wird auf Dauer auch nicht Funktionieren bzw. wohl keine dauerhafte Stabilität bringen.

    Anders als bei Gibson ist die Kopfplatte und der Hals nicht aus einem Stück Holz gefertigt sondern, Epiphone-Hälse sind geschäftet - d.h. die Kopfplatte ist schräg mit dem Hals verleimt.
    Die Schäftung verläuft unterhalb des Sattels schräg zum Hals bis ca. 4-5 Bund.
    Professionell wäre es also, die Verleimung an der Schäftung zu lösen (dazu muss der Lack an der Halsrückseite runter, damit man überhaupt sieht wo die Schäftung verläuft) und eine komplett neue Kopfplatte anzuleimen.
    Das dürfte die Möglichkeiten eines Nichtfachmannes deutlich überschreiten - zumal ja auch eine neue Kopfplatte besorgt (hergestellt) werden muss. Also ab damit zum Gitarrenbauer.
    Ob allerdings die Kosten für diesen Spass nicht den Wert der Gitarre überschreitet darf angenommen werden.

    Gruiß
     
  7. Sartre

    Sartre Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.19   #7
    Was spricht denn dagegen, sich direkt einen neuen Hals zu kaufen ? Bevor ich da jetzt als Laie selbst dran rumpfusche, würde ich direkt eine anständige Lösung vorziehen. Außerdem ist das Holz morsch, da kann man eh nichts mehr retten. Die Stabilität wäre nicht mehr wie vorher.

    Epiphones sind doch im unteren Preislevel. Wie sieht´s denn mit einem Neukauf aus ?
     
  8. tinydots

    tinydots Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.19   #8
    Hallo,

    danke euch für die Antworten und danke für den verlinkten Thread, das macht Hoffnung.

    Es wurde wohl bereits einmal ein Versuch mit Leim unternommen. Das hat dann nicht besonders gut gehalten, da die Teile nicht 100% gepasst haben.
    Ich habe mit warmen Wasser schon etwas Leim entfernt. Deshalb sieht es an der Stelle nicht mehr so sauber aus.

    Es handelt sich um eine 1960er Epiphone (Quasi Gibson), deshalb ist es nicht angeschäftet sondern aus einem Stück.

    Ich säubere nun weiter. Dass Passform ist auch noch nicht optimal. Dann werde ich es mit Epoxy probieren. Und ja, wegen dem Trussrod muss ich aufpassen.

    Grüße
     
  9. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.19   #9
    Ist wieder voller Fachleute dieser thread!

    Epiphones gab es schon lange bevor sie durch Kauf von Gibson zu einer Billigmarke degradiert wurden.

    Die Bilder oben legen nahe dass es sich um genau so ein altes Exemplar handelt, also um eine erhaltenswerte "Vintage"-Gitarre.

    Natürlich ist entsprechend auch keine Schäftung vorhanden.
    --- Beiträge zusammengefasst, 08.09.19, Datum Originalbeitrag: 08.09.19 ---
    Da bist Du mir mit der Bestätigung dass es eine 60er ist zuvor gekommen.

    So schlecht sah Deine Passung auf den obigen Fotos ja schon nicht aus, so dass ich vermute dass Du das hinkriegst wenn Du noch ein paar störende Splitterchen entfernst.

    Mit Epoxy geklebt gibt das dann sicher eine dauerhafte Verbindung.

    Viel Erfolg!
     
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  10. gearhead

    gearhead Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.19   #10
    Die Schlussfolgerung ergäbe, selbst wenn das eine geschäftete Kopfplätte wäre, keinen Sinn. Wenn selbst bei einer solchen Krafteinwirkung, wie sie offenbar geschehen ist, die Schäftung stabil bleibt, warum sollte man sie dann lösen? Der Bruch ist winklig genug, dass der Epoxy genug Fläche hat, um eine dauerhaft stabile Verbindung herzustellen.

    Ich habe den Markt von Vintage-Epiphones nicht im Blick. Wenn es natürlich um Werterhalt geht, wäre ein Besuch bei einem professionellen Gitarrenbauer keine dumme Idee. So eine Reparatur kostet auch keine Mittelklassewagen... ;-) Meine erwähnte Dot ist schwarz lackiert, da konnte ich ungehemmt mit Spachtelmasse rumschmieren. Das nicht deckend lackierte Mahagoni-Holz wird da etwas weniger dankbar sein.
    Stabilität sollte aber so oder so nicht das Problem werden.

    In jedem Fall viel Erfolg!
     
  11. Talentfrei

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    Erstellt: 08.09.19   #11
    Wie Du schon selbst gemerkt hast, kann man Verbindungen mit Leim wieder lösen, wenn man da mit Epoxi arbeitet ist diese Möglichkeit vorbei. Wenn Du nicht selber ein Holzwurm mit entsprechendem Werkzeug bist, würde ich das Schätzchen auf jeden Fall zum einem Gitarrenbauer bringen. Bei einem möglichen Verkauf ist eine Reparatur vom Profi auch immer von Vorteil. Das soll aber nicht heißen, das es mit etwas Holz Erfahrung, Geduld, Vorsicht, gutem Willen und dem richtigen Werkzeug nicht auch selber machen kann.
     
  12. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.19   #12
    Ich habe leider schon sehr viele Gegenbeispiele gesehen, also Reparaturen von Profis die nicht nur unzulänglich waren, sondern eine erhebliche Wertminderung der Substanz bewirkt haben.

    Im allgemeinen empfehle ich ja auch den Gang zum Gitarrenbauer, aber leider gibt es da eine sehr hohe Anzahl an schwarzen Schafen und durchaus einige Dilletanten.

    Es ist also nicht "immer" von Vorteil.

    Der TE @tinydots hat bisher einigen Sachverstand bewiesen und besonders eilig scheint es auch nicht zu sein.

    Also wäre mein Apell es entweder mit den passenden fachlichen Ratschlägen selbst zu machen, oder sich Hilfe bei denen zu suchen die wirklich was von diesem Handwerk verstehen, damit eine schöne alte Gitarre nicht unnötig entwertet oder verunstaltet wird.
     
  13. tinydots

    tinydots Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.09.19   #13
    Der Wert hält sich zum Glück in Grenzen. Die Gute hatte insgesamt drei Brüche (die anderen beiden sind stabil). Gebe sowas normalerweise auch gerne einen Gitarrenbauer.
    Aber in diesem Fall probiere ich mich mal aus.

    Der Uhu epoxy liess sich ja super verarbeiten, kein Gestank. Ist jetzt einen Tag ausgehärtet und fühlt sich vertrauenswürdig an. Ein paar stellen bessere ich noch aus für eine Glatte Oberfläche.

    Fotos folgen!
     
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  14. prover

    prover Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.19 um 09:45 Uhr   #14
    Bei komplett durchgebrochenen Kopfplatten ist es ratsam den Rücken über die Bruchstelle z.B. mit Glasfasergewebe zu verstärken.
    So sah es dann aus bei einer Epi mit einem Komplettbruch, die ich vor kurzem gerichtet habe:

    [​IMG][​IMG]

    Nach der Lackierung und dem Finish ist die Reparatur fast nicht mehr sichtbar und die Gitarre ist stimmstabil:

    [​IMG] [​IMG]
     
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