Kontaktsperre-Lockerung-was nun?

Gemeinsames Musizieren bei fallenden Inzidenzen?

...

Das ist der Hintergrund, vor dem wir gerne wieder mit anderen zusammenkommen wollen, Musik und Leben teilen wollen.

Vielleicht sind wir hier ja ein bischen schlauer als die, die uns seit Q3-2020 durch zaudern, zögern und kreative Ausreden erst so richtig in die hohen Inzidenzen hineingeritten haben ...


Grüße vom datenliebenden Physker :cool:
Ich möchte keineswegs etwas wegleugnen oder relativieren. Die hohe Impfdichte in unserer Truppe kommt daher, dass ein großer Anteil bei uns in Schule, Krankenhaus oder Seniorenheim arbeitet. Der genesene Kollege weiß nicht, woher er es hatte, er war zu diesem Zeitpunkt ausschließlich daheim bzw. einkaufen.

Ich denke, dass mit tagesaktuellem Test bzw. vollständigem Impfschutz der Probenbetrieb verantwortbar ist - und hoffe natürlich, dass sich diese Einschätzung nicht nachträglich als falsch erweist...
 
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Zu unserer ersten Probe werden 5 von 6 entweder genesen sein oder den vollständigen Impfschutz haben, für den Gitarristen organisieren wir einen Schnelltest. Wie hoch ist dann das Infektionsrisiko?

Ich habe Respekt vor dem Virus und Long Covid, aber zumindest zu letzterem ist die Datenlage ja alles andere als gut, zu ersterem sollte man - ohne zynisch zu werden - schon einmal die Sterberaten der verschiedenen Alterskohorten anschauen.
 
Wie hoch ist dann das Infektionsrisiko?
Gering, aber leider nicht 0. Kurz zusammengefasst: Die aktuellen Zahlen sagen, dass die Chance trotz zweier Impfungen zu erkranken ca. 0,16% ist. Die Chance sich zu infizieren für Deinen Plan ist also wirklich gering. Wobei dabei folgende Fakten nicht eingepreist sind:

- Klinisch relevante Infektionen wurden unmittelbar nach zweiter Impfung gezählt. Es könnte also sein, dass Menschen nach 3 Tagen infiziert wurden. Der Impfschutz soll aber erst ab Tag 14 vollständig aufgebaut sein. Spricht also für eine niedrigere reale Wahrscheinlichkeit als die 0,16 % von oben.

- eine durchgemachte Corona-Infektion ist zwar ein guter Schutz, aber zeitlich manchmal nicht von Dauer. Es gibt zunehmend Studien zu Wiedererkrankungen wenige Monate nach Erstinfektion. Die verlaufen meist harmlos, können aber offensichtlich anstecken. Auch wenn das so von den Regelungen formuliert wird: Impfung ist nicht gleich durchgemachte Infektion.

- was Deinen Gitarristen betrifft, ist ein Schnelltest eine gute Idee. Aber ein Schnelltest erwischt eine Covid-19-Infektion an ca. 5 von 8 infektiösen Tagen einer Erkrankung. Befindet er sich gerade im "aufsteigenden" Erkrankungsweg, könnte er schon ansteckend sein und der Test trotzdem negativ, weil die Viruslast für die Infektion anderer reicht, aber noch nicht für einen positiven Schnelltest.

Anhand der Daten musst Du Deine Entscheidung natürlich selbst treffen. Ich hoffe das hilft Dir etwas bei der groben Einschätzung des Risikos.
 
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Danke!

Bis jetzt sind 133 Männer meiner Alterskohorte in Deutschland an COVID-19 verstorben, angeblich eine Fallsterblichkeitsrate von 0,06%.

Ich bin kein Covidiot und möchte eine Infektion vermeiden, schließlich gibt es auch schwere Verläufe und mögliche Folgeschäden bei jüngeren Menschen. Meine persönliche Kalkulation ist bei diesen Zahlen aber: proben, sobald es erlaubt ist.
 
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Danke!

Bis jetzt sind 133 Männer meiner Alterskohorte in Deutschland an COVID-19 verstorben, angeblich eine Fallsterblichkeitsrate von 0,06%.

Ich bin kein Covidiot und möchte eine Infektion vermeiden, schließlich gibt es auch schwere Verläufe und mögliche Folgeschäden bei jüngeren Menschen. Meine persönliche Kalkulation ist bei diesen Zahlen aber: proben, sobald es erlaubt ist.
Kann ich voll und ganz nachvollziehen. Es kann nicht der Sinn sein, das Risiko auf 0% zu reduzieren, sondern eine Risiko/Nutzenkalkulation aufzustellen. Wenn diese dann von allen Beteiligten geteilt wird, dann hat man einen gemeinsamen Nenner.

Mit gewissen Risiken kann und muss man einfach leben.
 
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Danke für Eure interessanten Antworten zum Thema. Nach einem kurzen Kommentar möchte ich auf einige Aspekte eingehen, die mindestens bei @Siebenstein83 anklingen.

schon einmal die Sterberaten der verschiedenen Alterskohorten anschauen.
Du meinst auf Covid bezogen? Sicher, es gibt noch wenig Daten, aber Intensivmediziner berichteten in den vergangenen Wochen immer wieder ohnmächtig, dass zunehmend junge bis jüngste Erkrankte dort landen ... und auch fast immer auf Intensiv versterben.

Zu unserer ersten Probe werden 5 von 6 entweder genesen sein oder den vollständigen Impfschutz haben, für den Gitarristen organisieren wir einen Schnelltest. Wie hoch ist dann das Infektionsrisiko?
Ok, nun ein paar Beobachtungen zu diesem Themenkreis. Sind wertfrei, führen mich aber in ihrer Gesamtheit eher zur Folgerung "lieber bleiben lassen".

1 ) Berechnen: Das ist dem Wesen nach immer eine Abschätzung. Im Grunde muss man zwei Fälle unterscheiden und entsprechend auch zwei Wahrscheinlichkeiten schätzen:
  • wie groß ist mein oder unser Risiko einer eigenen Ansteckung? (Erkrankung)
  • welches Verbreitungsrisiko stelle ich oder stellen wir dar? (Verbreitung)
Rechentechnisch geht das am einfachsten über die Gegenwahrscheinlichkeit: "Wie wahrscheinlich ist es, dass Niemand sich ansteckt, bzw. Niemand den Virus verbreitet?" Egal, welche große oder kleine Zahl dabei herauskommt, sie unterliegt der folgenden einfachen Gesetzmäßigkeit.


2 ) Wiederholung: Angenommen, man kann tatsächlich zwei plausible Wahrscheinlichkeiten schätzen. Nehmen wir 3 überschaubare Fälle zur Veranschaulichung: 99 %, 95 % und 90 % (dass sich 0 Leute anstecken ODER dass 0 Leute angesteckt werden). Ist doch klein genug, oder?

Das gilt dann für EINE Bandprobe. Was ist mit weiteren? Nun, dass ist wie bei der Kette: Es darf auf KEINER einzigen Probe schief gehen.

Nehmen wir zur Veranschaulichung 10 Bandproben. Wenn eine einzelne die o.g. Eintrittswahrscheinlichkeit hat, wie wahrscheinlich ist dann KEIN EINZIGER Fall nach 10 Proben? Nun: Werte multiplizieren, also:
  • 0.99^10 = 0.90 = 90 % // 10 % Erkrankte oder Verbreitete
  • 0.95^10 = 0.60 = 60 % // 40 % Erkrankte oder Verbreitete
  • 0.90^10 = 0.35 = 35 % // 65 % Erkrankte oder Verbreitete
(Den QM überrascht das natürlich nicht :cool: ) Also, selbst kleinste Wahrsscheinlichkeiten wirken sich nach genügend vielen Proben irgendwann aus. Das ist wie beim Würfeln vom Einser-Pasch. Es tritt mit 1/36 = 2,7 % auf, und irgendwann ist es halt so weit ... Oder kurz: Wer häufiger probt ist eher krank oder hat's weitergegeben ...

3 ) Umfeld: Nun darf man o.g. Berechnungen nicht im luftleeren Raum anstellen. Bei wenigstens einem Genesenen klopfte Covid ja bereits an die Bandtür ... vielleicht auch weitere Male? Das Kontaktumfeld und Kontaktverhalten aller Bandmitglieder geht schon kritisch in solche Betrachtungen ein. Beruf, Kinder, Einkäufe, Urlaube, Festivitäten ...

4 ) Hygienekonzept: Auch ich nutze Handdesinfektion im Supermarkt und/oder Einmalhandschuhe. Wie trügerisch ist diese "Sicherheit"? Nun, natürlich kann man über Hand und Nahrungsaufnahme den Virus nach Innen befördern. Aber der Hauptausbreitungsweg ist halt ... die aus- und eingeatmete Luft.

Ist das Virus erst in der Lunge heimisch, wird diese irreparabel zerstört, mal mehr, mal weniger, und führt dann zu multiplem Organversagen. Wie gut Jemand da durchkommt, muss man wohl immer noch unter der Rubrik "Glück" einordnen ... Und wie glücklich man als Genesener mit verringertem Atemvolumen, Koordinationsstörungen oder Gedächtnisverlusten sein kann, sei dahingestellt. (Böse: gäbe 'ne interessante Band ...)

5 ) Atemluft: Gut, wir tragen Masken, möglicherweise auch auf der Bandprobe. Nun ist es leider so: je kleiner der Raum und je geringer der Luftaustausch und je länger man beisammen ist, desto mehr Viren gelangen möglicherweise in die Atemluft jedes Einzelnen. Ja, und kritisch sind dann die "paar Fälle", in denen Jemand Überträger ist, UND sich nicht krank fühlt (asymptomatisch infektiös) UND der Test nicht sensibel genug anspricht (wie es Schnelltest nun mal leider tun).

Prüfen kann man das leicht selbst:
  • sich an die Wolke beim Ausatmen im Winter erinnern
  • einen Raucher einen einzigen Lungenzug ausatmen lassen und ihn dann aus dem Raum entfernen ... dringt in jedes Eckchen vor
6 ) AHA-L: Abstand, Hygiene, Atemschutzmaske, Lüften ... funktionieren, und finden, wie eben beschrieben, schnell ihre praktischen Leistungsgrenzen: einfach eng, im kleinstem Zimmer, in hoher Personenzahl, lange, lüftungsfrei zusammenhocken; in einer großen Halle mit entsprechenden Abständen hat man's natürlich besser.

7 ) Covid-Verordnungen: "(...) proben, sobald es erlaubt ist. (...)". Ja, könnte man meinen.

Ich denke, Kommunen geben sich da echt Mühe. Sie handeln im Rahmen ihrer Landesregierung, womit ich Stadtstaaten ebenfalls meine. Ich denke, an die bundesregierende Mahnerin im letzen Sommer und Herbst erinnern wir uns noch, und ebenso an die Landesregierungen, die das im Ergebnis dann doch eher aussaßen und ignorierten. Bei exponentieller Lawine gilt nun leider:
  • wenn man's sieht, ist es fast schon zu spät (hätte man doch Logarithmus oder Quotienten betrachtet ...)
  • wer zögert, macht Alles für Alle nur noch schlimmer (wie beweisen wurde)
Beziehe ich dann noch das Verhalten meiner lieben Mitmenschen, etwa im Supermarkt mit ein, dann würde ich an das Zitat im Lichte der hier vorgestellten Nebenbedingungen doch wenigstens ein Fragezeichen setzen.

Zur Illustration: Nähme man den allseitigen (!) 1,50 m Abstand im Supermarkt ernst, bewegten sich alle wie Packman durch die Gänge. Seit nunmehr 15 Monaten erzeuge ich irritierte Blicke, wenn ich packmännisch durch die Regale streife ... Soviel zum Thema "Einsicht und Verständnis in einfache Zusammenhänge".

8 ) Entscheiden ... kann das im Grunde nur jede Band, jeder Musiker für sich. Vielleicht kommen ja genügend gute Bedingungen zusammen. Vielleicht auch nicht?

9 ) Ungeduld ... ist auch hier der "Killer". Wir haben es ja nun mehr als einmal erlebt: wer zu früh lockert ("Inzidenzen sind ja unter xyz! Auf, auf die Tür!"), der facht die Ausbreitung wieder an ("oops, wer konnte denn DAS schon wieder ahnen ...")


Also, ich hoffe insbesondere @Siebenstein83 nimmt das als eher wertfreie Betrachtungen zum fundierteren Abwägen. Ich wünsche Dir, und uns Allen, eine glückliche Hand beim individuellen Entscheiden.

Grüße, Michael
 
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Bis jetzt sind 133 Männer meiner Alterskohorte in Deutschland an COVID-19 verstorben, angeblich eine Fallsterblichkeitsrate von 0,06%.
Ich bin kein Covidiot und möchte eine Infektion vermeiden,

Kann ich voll und ganz nachvollziehen. Es kann nicht der Sinn sein, das Risiko auf 0% zu reduzieren, sondern eine Risiko/Nutzenkalkulation aufzustellen.

0% Risiko wird es nirgends niemals nich geben. Und es ist prima, wenn jeder seine eigene Risikobetrachtung aufmacht. Aber das reicht nicht, man muss alle interessierten Parteien mit einbeziehen. Und dazu gehören auch die, die in einer Altersgruppe mit höherem Risiko für einen schweren Verlauf sind oder eine Vorbelastung haben. Wenn man die ansteckt, ist es ziemlich egal, ob man selber ohne oder mit wenig Symptomen davon kommt. Zumindest hoffe ich ich noch in einer Welt zu leben, wo man nicht nur an sich selbst, sondern auch andere denkt...

Gruß,
glombi
 
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Zumindest hoffe ich ich noch in einer Welt zu leben, wo man nicht nur an sich selbst, sondern auch andere denkt...
Ja, solche "romantischen" Gefühle hatte ich zu Beginn der Pandemie auch einmal ... Zum Glück gibt es immer noch Menschen, die so "romantisch" veranlagt sind ;)
 
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Zumindest hoffe ich ich noch in einer Welt zu leben, wo man nicht nur an sich selbst, sondern auch andere denkt...
Deshalb fügte ich in meinem Post ja noch folgenden Satz an:
Wenn diese dann von allen Beteiligten geteilt wird, dann hat man einen gemeinsamen Nenner.
Konkret auf mich bezogen sind alle Beteiligten diejenigen Personen, mit denen ich in der realen Welt noch Kontakt habe - und das sind derzeit nicht viele, da ich sämtliche indoor-Aktivitäten mit Bekannten (Bandprobe, Spielerunden, sonstige private Treffen) derzeit ruhen lasse und sämtliche Aktivitäten - wenn überhaupb - nur draußen stattfinden.
 
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... eventuell sollte man auch komplett umdenken , was bandproben angeht . ...... ich befürchte einfach , das man diesen mist virus ( und ev noch andere ) nicht mehr loswird und man sich irgendwie eine trotzdem vernünftige basis schaffen sollte .

ich denke , das mit diversen auflagen , irgendwann wieder das spielen vor publikum möglich ist ..... das wird sicherlich genau geregelt , wenn es soweit ist ( ich hoffe auch da , das menschlich und realistisch gedacht wird und nicht nur der pure gewinn einzelner im vordergrund steht ) .

man könnte ev dann die pandbroben ( im gegensatz zu früher ) reduzieren und gezielter ablaufen lassen ...... mehr vorbereitung zu hause , oder im kleinen kreis , das wäre zumindest schonmal etwas .

wichtig ist einfach nur " kontakte " reduziert zu halten und auf die vorsichtsmaßnahmen zu achten .
 
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Auch ich denke, so wie wir es mal hatten,
wird es nicht wieder sein. Das Virus ist
immer noch vorhanden mit zum Teil sehr
gefährlichen Mutationen (Indien,auch schon inUK) Wie wir damit umgehen wird
die Zukunft zeigen. Ob jeder nur noch im
Kämmerlein spielt und das Ganze dann an Bandkollegen/ginnen schickt, ob es wieder Auftritte gibt, nun es wird sich zeigen. Fazit:ich bleibe Vorsichtig, möchte Niemanden anstecken und auch selbst nicht angesteckt werden, ein Restrisoko habe ich trotzdem.
Bleibt gesund
 
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Auch ich denke, so wie wir es mal hatten,
wird es nicht wieder sein.
Das kommt mir etwas schwarzseherisch vor. Ich gehe schon davon aus, dass - wenn alle durchgeimpft sind - das meiste wieder möglich und auch risikoarm möglich sein wird ... (was bei dieser Überlegung allerdings noch außen vor ist, sind diejenigen, welche eine Impfung ablehnen -> eine durchgeimpfte Gesellschaft wird es also nicht geben)

Was eventuelle Mutationen angeht, so geht der Tenor doch auch eher in die Richtung, dass das alles mit modifizierten Impfungen in den Griff zu bekommen ist, die man sich dann eben - wie bei einer Grippeimpfung - bei Interesse jedes Jahr aufs neue abholen kann.
Der Hauptunterschied von Corona zu einer Grippeepidemie ist meines Wissens ja, dass die Grippe seit Jahrtausenden kursiert und jedes Immunsystem schon über einen gewissen Stamm von Abwehr-Informationen verfügt - wobei wir bei Covid19 eben alle noch jungfräulich waren und daher auch eher stärker erkranken. Nach abgeschlossener Impfung sind ALLE Geimpften auf das Virus vorbereitet. Aktuell geht man davon aus, dass Geimpfte weiterhin an den aktuellen Mutationen (z.B. der indischen Variante) erkranken können - allerdings wird ein SCHWERER VERLAUF ausgeschlossen -> Und das ist es ja worauf es ankommt.
 
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Der Hauptunterschied von Corona zu einer Grippeepidemie ist meines Wissens ja, dass die Grippe seit Jahrtausenden kursiert und jedes Immunsystem schon über einen gewissen Stamm von Abwehr-Informationen verfügt - wobei wir bei Covid19 eben alle noch jungfräulich waren und daher auch eher stärker erkranken. Nach abgeschlossener Impfung sind ALLE Geimpften auf das Virus vorbereitet. Aktuell geht man davon aus, dass Geimpfte weiterhin an den aktuellen Mutationen (z.B. der indischen Variante) erkranken können - allerdings wird ein SCHWERER VERLAUF ausgeschlossen -> Und das ist es ja worauf es ankommt.
Vollkommen richtig. Wir werden Covid-19 in den nächsten Jahrzehnten nicht los werden. Aber es wird eine gewisse Herdenimmunität eintreten, die die Erkrankung in der Schwere ihrer Verläufe mit der Zeit immer weniger gefährlich machen wird. Und vermutlich werden wir jährlich geimpft werden, so wie das bei Grippe schon seit Jahren geschieht. Und wer sich gegen die Impfung entscheidet, hat natürlich das Recht darauf. Aber er entscheidet sich damit bewusst für eine Infektion mit Covid-19. Also braucht es nicht eine Impfquote von 100%, da die Ungeimpften früher oder später eine Infektion durchmachen werden und danach einen Immunschutz entwickeln.

Aber zumindest die exponentielle Dynamik von Erkrankungsfällen in Clustern dürfte sich massiv entschleunigen, wenn wir eine Quote von Geschützten (Genesens plus Geimpfte) von ca. 60-70% entwickeln. Schon jetzt dürfte der langsame Rückgang auf die mittlerweile ca. 35% Geimpften zurückgehen.
 
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was bei dieser Überlegung allerdings noch außen vor ist, sind diejenigen, welche eine Impfung ablehnen -> eine durchgeimpfte Gesellschaft wird es also nicht geben

Aber er entscheidet sich damit bewusst für eine Infektion mit Covid-19. Also braucht es nicht eine Impfquote von 100%, da die Ungeimpften früher oder später eine Infektion durchmachen werden und danach einen Immunschutz entwickeln.
Das sieht der Herr Drosten auch so. Ein interessanter Artikel dazu:

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-drosten-immun-impfung-100.html
 
Das kommt mir etwas schwarzseherisch vor.
Stimmt, so ganz schwarz wird's nicht kommen. Aber ein bischen länger als bis zur Bundestagswahl oder bis zum nächsten Sommer wird's wohl schon dauern.

Um es einzuordnen: Dass wir, "die Welt", jetzt schon massenhaft impfen können, das ist eine echte Leistung. Dass es da etwas holpert, ist halt Leben. Wir werden schrittweise Besserungen erleben, aber vielleicht erst "übermorgen".

Schon jetzt dürfte der langsame Rückgang auf die mittlerweile ca. 35% Geimpften zurückgehen.
Ja. Das glauben die Experten zwar noch nicht, aber ein seit März konstant anhaltender Rückgang - wenn man richtig guckt - der ist nicht zu erklären mit "erschrockenden und nun verantwortungsvollen Bürgern", "kurzzeitig eingeschränkter Mobilität" usw.

Würden wir nicht dem Virus Vermehrungsmöglichkeiten nehmen, hätten wir heute tägliche Neuinfektionen im Maximum von etwa 70 - 80.000 pro TAG. Nur 'mal zum Vergleich, wie dankbar und demütig wir eigentlich in diesem Geschehen sein müssten oder könnten, denn es kam nach Ostern "aus heiterem Himmel" über uns ;)
 
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Danke für Eure interessanten Antworten zum Thema. Nach einem kurzen Kommentar möchte ich auf einige Aspekte eingehen, die mindestens bei @Siebenstein83 anklingen.


Du meinst auf Covid bezogen? Sicher, es gibt noch wenig Daten, aber Intensivmediziner berichteten in den vergangenen Wochen immer wieder ohnmächtig, dass zunehmend junge bis jüngste Erkrankte dort landen ... und auch fast immer auf Intensiv versterben.
Naja, die Zahlen sind vom 11.05., also relativ aktuell (Link).
2 ) Wiederholung: Angenommen, man kann tatsächlich zwei plausible Wahrscheinlichkeiten schätzen. Nehmen wir 3 überschaubare Fälle zur Veranschaulichung: 99 %, 95 % und 90 % (dass sich 0 Leute anstecken ODER dass 0 Leute angesteckt werden). Ist doch klein genug, oder?

Das gilt dann für EINE Bandprobe. Was ist mit weiteren? Nun, dass ist wie bei der Kette: Es darf auf KEINER einzigen Probe schief gehen.

Nehmen wir zur Veranschaulichung 10 Bandproben. Wenn eine einzelne die o.g. Eintrittswahrscheinlichkeit hat, wie wahrscheinlich ist dann KEIN EINZIGER Fall nach 10 Proben? Nun: Werte multiplizieren, also:
  • 0.99^10 = 0.90 = 90 % // 10 % Erkrankte oder Verbreitete
  • 0.95^10 = 0.60 = 60 % // 40 % Erkrankte oder Verbreitete
  • 0.90^10 = 0.35 = 35 % // 65 % Erkrankte oder Verbreitete
(Den QM überrascht das natürlich nicht :cool: ) Also, selbst kleinste Wahrsscheinlichkeiten wirken sich nach genügend vielen Proben irgendwann aus. Das ist wie beim Würfeln vom Einser-Pasch. Es tritt mit 1/36 = 2,7 % auf, und irgendwann ist es halt so weit ... Oder kurz: Wer häufiger probt ist eher krank oder hat's weitergegeben ...
Nehmen wir die Zahl von Anfängerfehler zur Wahrscheinlichkeit einer Infektion zwischen Geimpften: 0,16%. Leider konnte ich das selber nicht nachrecherchieren, die 0,16% ist aber die Rate der vollständig Geimpften unter den Infizierten.

Die Argumentation mit dem Würfeln habe ich auch bei scilogs schon gelesen und sie leuchtet ein. Spielen wir sie doch mal mit den 0,16% durch:

  • 0,9984^10 = 0,98 = 98% --> 2 % Erkrankte oder Verbreitete
Ich hoffe, ich habe keine Rechenfehler eingebaut, war nicht der Beste in Mathe...

Die Weitergabe des Virus bei Geimpften ist wohl um knapp 50% geringer als bei Nichtgeimpften (Link), also nach zehn Proben eine etwa 1% große Chance, dass ich oder ein anderes Bandmitglied das Virus weiter gibt. Und ja, ich bin mir bewusst, dass diese Rechnungen nur stimmen, wenn man sich sonst komplett isoliert.

Wie gesagt wäre theoretisch die erste Probe Mitte Juni, ich hoffe dann auf eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 bei uns im Kreis. Ab welcher Inzidenz würdet ihr wieder zusammen musizieren?
 
Naja, die Zahlen sind vom 11.05., also relativ aktuell (Link).
Entscheidend ist der Trend: Die unteren Altersgruppen sind neu ... und wären noch vor Ostern exponentiell lawiniert ...

Ich hoffe, ich habe keine Rechenfehler eingebaut, war nicht der Beste in Mathe...
Richtig gerechnet. Fraglich ist, wie gut der Eingangswert von 0.16 % in allen Lebenslagen ist und bleibt ... Ein schwarzes Schaf reicht ja immer ... Ansonsten besteht die Gefahr des "sich schön Rechnens" ...

Wie gesagt wäre theoretisch die erste Probe Mitte Juni,
Da sollten wir in den Fallzahlen schon deutlich unter dem heutigen Niveau liegen ... falls alles so bleibt, wie es aktuell ist ...

Ab welcher Inzidenz würdet ihr wieder zusammen musizieren?
Ich würde es an der Fallzahl festmachen, denn die wird offenbar weniger verrechnet.

Außerdem würde ich eine stabil niedrige Lage erst einmal einige Zeit sehen wollen. Wie lange, das kann man ja aus den Anstiegsflanken der ersten, zweiten, und den dritten Wellen entnehmen.

Für mich ist es im Moment unüberschaubar, wie sich die epidemologische Lage weiterentwickelt. Wir können in 3-4 Wochen sicher ca. 50 - 60 % Erstimpfungen vermuten, und nachziehende Zweitimpfungen. Unkluges Verhalten unserer Mitmenschen wird man nicht verhindern können, wo doch der empfundene Leidensdruck sooo hoch ist (man befrage einmal seine Großeltern zur Flucht ...). Neue Mutanten sind bereits bekannt, unterwegs und teilweise auch angelandet. EIn Viruscluster reicht (Patient Zero).

Diese Impfphase zwischen wenig und vollständig immunisierter Population gilt unter Virologen als die gefährlichste: Der Evolutionsdruck auf das Virus ist nie wieder so hoch, wie in diesen Wochen. Wirte werden "spürbar" knapper, und es muss sich "etwas einfallen lassen", sprich im Eigennutz mutieren ...

Für mein Handeln heißt das:
  • bei absehbarer Gefahr SOFORT dagegen handeln (exponentiell verzeiht kein Zögern)
  • System brauchen Zeit, um sich einzupendeln: also lieber eine Weile länger beobachten und sich fernhalten als zu Erkrankender oder als Überträger ...
 
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Hat sich eigentlich eure Musikalität auch im Verlauf der Pandemie verändert? Ich nehme meine Klampfe vielleicht noch 1x pro Woche in die Hand, meine Bandkollegen berichten mir Ähnliches. In unserer Band spiele ich Bass, den habe ich nun schon seit gefühlt einem 1/2 Jahr (oder länger??) nicht mehr aus dem Koffer geholt...und auch der (Whatsapp)Kontakt zu den Mitgliedern wird irgendwie weniger, von manchen hört man garnichts mehr. Inzwischen habe ich schon ein bissel Bange, dass sich das - je länger es sich hinzieht (und es wird sich noch lange hinziehen) - irgendwo auch auf das Bandgefüge auswirken wird??
Ich hoffe einfach mal, dass sich das nicht in so einer Art "musikalischer Entfremdung" auswirken wird....die Proben seit Pandemiebeginn in vollständiger Besetzung kann ich an einer Hand abzählen.

Habt ihr da bandintern bessere Erfahrungen sammeln können?
 
Ja ,hat sich geändert, früher ,also vor der Pandemie ging ich eimal die Woche
in den Proberaum , manchmal war auch noch ein Kumpel dabei. Heute, inzwischen
bin ich in Rente, spiele ich zu Hause , erst mit dem Behringer Transistor,das war auf die
Dauer nicht sehr befriedigend, also habe ich mir einen Engl Fireball 25 mit Box und ein
TC Multieffekt geholt, nehme die Gitarre fast jeden zweiten Tag zur Hand und spiele
Covers oder eigenes Zeug, habe nun auch Zeit mehr Musiktheorie zu lernen.
 

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