Kopfstimme und Falsett

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Vocalis
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Zuerst zu mir: Ich bin 15, musikbegeistert, spiele Violine und singe sehr viel und gerne (seit diesem Jahr mit Umterricht) Ich mache auch Homerecording, und im letzten Jahr fing ich an, mich immer mehr für Backing-Vocals zu interessieren. Ich habe mich damit beschäftigt uns viel rumprobiert. Hier kommt mein "Problem" ins Spiel:

Ich bin ein Bass (-Bariton), gebeltet bringe ich höchstens e' - f' zustande, und unten höet der brauchbare Bereich etwa beim E auf. Da meine Gesangsmelodien meistens in der kleinen Oktave stattfinden bleibt nicht mehr viel Raum für Backing-Vocals.Zu diesem Zeitpunkt fing mein Interesse für die Kopfstimme an. Doch musste ich schnell feststellen, dass diese sehr dünn klingt und ich ÜBERHAUPT keinen automatischen Übergang mache, da ich vorher nie in Kopfstimme gesungen habe. Nun versuche ich dies seit ca. einem halben Jahr, bemerke schon kleeeeine Fortschritte aber die sind seehr bescheiden. Dazu kommt, dass meine Kopfstimme weg ist sobald meine Stimme ein wenig erschöpft ist.

Wie kann ich meine Kopfstimm verbessern? Kann es sein, dass ich nie eine anständige Kopfstimme kriege?

Als Hörbeispiel ein Cover von mir, der kleine Männerchor im Hintergrund bin auch ich, aber eben leider max vierstimmig:

http://www.youtube.com/watch?v=vUJn638mPKQ

danke fürs lesen, anhören und antworten :)

Lg Daniel
 
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Aloha,

ich bezweifle dass mit 15 deine stimmliche Entwicklung abgeschlossen ist. Du klingst nicht wie ein Bass-Bariton. Mach' nicht den Fehler, an der (noch) fehlenden Range dein Stimmfach (das bei Popmusik eh wurscht ist) festzumachen. Bei dir ist noch Platz nach oben, und im Grunde bist du bei dem (sehr anständig gesungenen) Beispiel nach meinem Verständnis nicht hart am belten.
Setz' dich mit deiner Stimme auseinander, davon hast du mehr als krampfhaft deiner Kopfstimme hinterherzurennen (die du beim mischen längst einsetzt, wenn auch nicht massiv). Ich dachte auch immer, ich sei Bariton und mittlerweile haue ich das a' locker raus. Experimentiere mit deiner Kopfstimme - das ist mein Rat. Wenn du den Umgang mit ihr nicht (sanft) übst, kann sie nicht kräftiger werden; und "dünn" bedeutet dabei einfach, dass die Stütze nicht passt und dass du nicht die richtigen Resonanzräume nutzt.
Wenn du unbedingt Übungen haben willst, würde ich auf die Gesangslehrer hier warten...die können dir das sicher besser vermitteln.
 
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Danke für die Antwort :)

Zum Hörbeispiel, ich denke auch nicht dass ich dort am belten bin, ist ja auch nicht besonders hoch und dadurch nicht sehr anstrengend. Das Hörspiel ist vorallem da um einen Eindruck meiner Stimme zu vermitteln, den du ja gut aufgenommen und analysiert hast :) Wie würdest du mich denn nach Gefühl einordnen? Zur Info, der gesprochene (so halb gesungen halb gesprochen) Teil des Liedes ist nicht in meiner normalen Sprechlage, nur falls dieser Eindruck entstanden wäre...

Das mit dem "Mischen" wollte mir mein Gesangslehrer schon etliche Male verklickern, aber irgendwie verstehe ich das nicht :( Für mich sind die Kopfstimme und die Bruststimme (bis jetzt) getrennte Bereiche, denen ich nicht wie bei einem Mix-Poti mehr oder weniger Anteil geben kann... könntest du mir eine Zeitangabe in meinem Video geben, wo du diese "Mischung" vielleicht besonders raushörst?

Danke noch mal für die kompetente und ausführliche Antwort
Daniel
 
Es ist gut möglich, dass du deine Register als komplett getrennt empfindest (ist bei mir auch so) und deswegen mit dem Begriff "mischen" nichts anfangen kannst. Eigentlich geht es dabei vor allem um eine klangliche Annäherung und bezieht sich auf die Resonanzräume. Du kannst auch die "Brust"stimme so verwenden, dass der Ton im Kopf resoniert und die du die "Schwere" der unteren Töne nicht mit nach oben nimmst. Das ist im Wesentlichen mit mischen gemeint. :)

Generell ist es sinnvoll, die Kopfstimme ruhig auch mal isoliert zu trainieren. Davon profitiert das untere Register automatisch mit. Der Vokal u eignet sich gut, ggf. auch als Silbe "ju". Du solltest dabei darauf achten, die Stimme nicht zu überhauchen, sondern wirklich klare Töne in der Kopfstimme zu produzieren. Falls deine Atemanbindung dafür nicht noch nicht trainiert genug ist, verweise ich auf den Thread https://www.musiker-board.de/faq-workshop-voc/238361-atmung-stuetze-luftsaeule.html in unseren FAQ. :)



Achja, und last but not least: das Stück, das du auf YT gestellt hast, finde ich auch gut gesungen. :) Ich sehe es wie Buddy Polly, dass du sicher noch Luft nach oben hast, was deine Range angeht. Nach nem Bass-Bariton klingst du nicht, aber ein (heller) Bariton könnte schon sein, oder halt Tenor. Aber du bewegst dich in der kleinen Oktave definitiv sehr geschmeidig, was dafür spricht, dass deine Stimme da auch irgendwo ihr Zentrum hat.
 
Danke, ich werde mir die FAQ mal ansehen:)

Zu deiner Einteilung in Bariton oder Tenor (habs mit dem Zitieren noch nicht so raus): Das verstehe ich nicht, denn so müsste ich doch theoretisch mit Sinatra, Josh Groban oder Elton John mithalten können, nicht? Bei mir ist, selbst mit Anstrengung, beim E' Sense, aber diese Typen singen da noch einiges drüber ;)
 
Danke für die Antwort :)

Zum Hörbeispiel, ich denke auch nicht dass ich dort am belten bin, ist ja auch nicht besonders hoch und dadurch nicht sehr anstrengend. Das Hörspiel ist vorallem da um einen Eindruck meiner Stimme zu vermitteln, den du ja gut aufgenommen und analysiert hast :) Wie würdest du mich denn nach Gefühl einordnen? Zur Info, der gesprochene (so halb gesungen halb gesprochen) Teil des Liedes ist nicht in meiner normalen Sprechlage, nur falls dieser Eindruck entstanden wäre...

Das mit dem "Mischen" wollte mir mein Gesangslehrer schon etliche Male verklickern, aber irgendwie verstehe ich das nicht :( Für mich sind die Kopfstimme und die Bruststimme (bis jetzt) getrennte Bereiche, denen ich nicht wie bei einem Mix-Poti mehr oder weniger Anteil geben kann... könntest du mir eine Zeitangabe in meinem Video geben, wo du diese "Mischung" vielleicht besonders raushörst?

Danke noch mal für die kompetente und ausführliche Antwort
Daniel

Ich seh dich als hohen Bariton oder gar Tenor, so wie Foxx das auch tut. Aber nochmal: Löse dich wirklich von dem Stimmfach-Quatsch. Du kannst durchaus als Bariton ein a' raushauen, das sich gewaschen hat. Schau dir nur mal Elvis Presley an, der klingt in der Höhe ganz anders als in der Tiefe!
Wenn du unsicher bist, solltest du deinen Lehrer fragen und nicht irgendwelche Hanseln (wie mich :D) im Internet :) Bisher scheint er seinen Job gut zu machen, so wie es klingt. Gib deiner Stimme Zeit sich zu entwickeln; über Nacht geht gar nichts und du bekommst auch durch jahrelanges Training keine andere Stimme, sondern verbesserst einfach deine Fähigkeiten. Sobald du das akzeptierst, wirst du viel souveräner.
Ich empfinde die Register bei mir nicht als getrennt, ich habe sogar durch Einsing-Übungen zum ersten Mal bewusst den "Bruch" (eigentlich ein Gleiten) wahrgenommen, der so um e'/f' passiert. Ich nutze meine Range (nach oben) auch in der Sprechstimme ziemlich aus, darum ist bei mir das untere Drittel/Viertel meiner Range nicht unbedingt gut entwickelt wie bei anderen Menschen - ich benutze es sehr selten. Entsprechend kann es bei dir sein, dass du nur nicht weißt, wie du kraftvoll in der Höhe agieren sollst. Langsam hochtasten und nicht mit Gewalt herumdrücken ist da die Devise.
Unser Basser hat eine ziemlich tiefe Röhre, wenn der hoch singt, ist er immer piepseleise. Dabei könnte er die Töne locker raushauen, wenn er besser stützen würde. Mir fällt es auch schwerer ab einer gewissen Höhe. Das ist normal. Wie gesagt: Bleib dran und gib deiner Stimme Zeit!
 
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Hast ja Recht;)

Ich mache einfach weiter so wie bis anhin, komme dann mit 20ig nochmal und gebe mein Range durch :D

Wenn euch die Aufnahme gefallen hat, es sind jetzt noch zwei weitere, eher balladenartige dazugekommen, und weiteres ist in Arbeit:) Freue mich über jeden Zuhörer :)
 

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