Korpusdeckenverschönerung durch KFZ-Lackfolie

  • Ersteller Metal Golem
  • Erstellt am
Ich kenne die Orafol Folien. Gut zu wissen, dass die nicht "hochschnabeln". Ich hätte schon erwartet, dass es an den beanspruchten Stellen mit der Zeit Probleme gibt.
 
Also, was das "mit der Zeit" betrifft, kann ich keine Langzeitbewertung abgeben, da ich das Ganze erst gute zwei Monate habe. In der Zeit habe ich allerdings im Schnitt täglich zwischen 30 und 90 Minuten gespielt. (Allerdings meistenteils mit Fingern, wie sich rücksichtsloses Pick-Spiel mit durchschlagen bis auf den Korpus auf den Lack auswirkt, kann ich also nicht sagen.)

Vielleicht kannst du dir anhand dieser Angaben was "zusammenreimen". Sollten sich die Erfahrungen der letzten zwei Monate auf die nächsten zwanzig Jahre abstrahieren lassen, wäre ich unglaublich glücklich. Aber da bin ich erstmal VORSICHTIG optimistisch. ;-)

Sollten die ersten Probleme auftauchen, würde ich dies allerdings hier posten.
 
Zwei Monate sind doch schon recht viel. Die Folien sind eh nicht für 20 Jahre ausgelegt, je nach Folientyp sind da eher 7 - 10 Jahre realistisch. Wobei natürlich gut möglich ist, dass sie auf so einem Korpus wesentlich länger hält als z.B. auf einem Auto, da die Belastung durch Wetter oder direkter Sonneneinstrahlung ja doch wesentlich geringer sein sollte.
 
Ja, das trifft so ungefähr die Aussage des Folierers, der auch meinte, dass die Folie auf einem Instrument erwartungsgemäß eher länger halten sollte als auf einem Auto. Der Grund, warum er mir da keine ausdrücklichen Zusicherungen machen konnte, war eben der, dass er keine Erfahrungen/Rückmeldungen dazu hat.
 
Der Grund, warum er mir da keine ausdrücklichen Zusicherungen machen konnte, war eben der, dass er keine Erfahrungen/Rückmeldungen dazu hat.
Fairer Zug. :great: Es gibt auch Leute, die versprechen Dir das Blaue vom Himmel herunter und hoffen, dass Du heile zur Tür rauskommst.
Um die Folie selber würde ich mir wohl auch erstmal keine Gedanken machen, die sollte in der Tat für andere Belastungen durch Umwelteinflüsse ausgelegt sein. Was ich mir allerdings vorstellen könnte, wäre ein Schrumpfungsprozess durch Weichmacherverlust mit dem Effekt, dass an den Kanten doch Kleber freigelegt werden könnte. Wünschen wir Dir das Beste im Sinne einer langen Haltbarkeit. :)
 
bbkassel
  • Gelöscht von elkulk
  • Grund: Spam
Was ich mir allerdings vorstellen könnte, wäre ein Schrumpfungsprozess durch Weichmacherverlust mit dem Effekt, dass an den Kanten doch Kleber freigelegt werden könnte. Wünschen wir Dir das Beste im Sinne einer langen Haltbarkeit. :)

Daran hatte ich, zugegeben, nicht gedacht. Ich habe keine Relation über welchen Zeitraum das möglicherweise eintritt. Befördert werden dürfte sowas sicherlich durch trockene Luft, sowie Kälte, nicht wahr? Ich hatte meinen Raum bisher mehrfach aus Luftzirkulationsgründen offen gelassen, wobei der teilweise recht stark runtergekühlt ist. Das scheint der Folie nicht zugesetzt zu haben. Gibt es Pflegetipps, die du (oder jemand sonst) aus diesen Annahmen ableiten kann? Ich kenne die üblichen Elektronik- und Holzpflegetipps, aber weiß rein gar nichts zur Lackpflege.
 
Ich habe keine Erfahrung mit dieser Folie, daher frage ich. Den von mir beschriebenen Effekt kennt man ja von herkömmlichen Kunststoffaufklebern und mich würde halt interessieren, ob die von Dir verwendet KFZ-Folie in der Hinsicht überlegen ist. Eigentlich sollte sie es ja wegen der hohen zu erwartenden Beanspruchung sein.
 
Mit solchen Folien (allerdings nicht mit diesem Motiv) werden normalerweise Streifenwagen, Taxis oder andere Fahrzeuge beklebt. Da hält das Zeug sehr lange und ist großen Temperaturschwankungen, Wasser, Dreck, Reinigungsmitteln, mechanischen Belastungen und Vogelkacke ausgesetzt. Halten tut es trotzdem.
 
Hast du denn eine Formatvorlage? Das sieht ja mal geil aus und wäre ne Möglichkeit, meinen ersten Bass aufzuhübschen :)
 
Hmmm...sorry. Meine Emailbenachrichtigung war wohl ausgeschaltet.
Ich habe keine Formatvorlage im strengen Sinne. Die Pointe ist ja gerade, dass du die Folie an den Korpus deines Instruments anpassen musst.
Ich kann dir aber mein GIMP-Projekt anbieten, damit du siehst, wie ich das gemacht habe.
Dabei ist es sinnvoll die Abmaße des Projekts an die beiden voneinander entferntesten Punkte der Korpusoberfläche (jeweils auf der gedachten X- und Y-Achse) anzupassen.
Das klingt arg theoretisch, ist aber extrem einfach. (Und ich bin leider nicht mit mathematischen descriptive powers gesegnet, daher die umständliche Formulierung.)

Sollte es von dir oder auch anderen ein Bedürfnis dazu geben, könnte ich in diesem Thread ein Kurztutorial mit Screenshots posten, um den rein planerisch-gestalterischen Teil am PC zu erklären. (Wie passe ich die Folie so an, dass ich am Rand nichts überstehen habe? Wie sorge ich dafür, dass wichtige Motivmerkmale [z.B. ein hübsches Gesicht] nicht vom Mörderhumbucker-Pickup verdeckt werden? Etc.)

Da ich Bildbearbeitung jeglicher Couleur nur Hobbymäßig betreibe und kein Geld dafür ausgeben möchte, arbeite ich mich Freeware. Vor allem nutze ich GIMP. Kostenlos downloadbar, etwas unkonventionell in der Handhabung, aber kann im Wesentlichen alles, was die teure Konkurrenz kann.

Für die, die es interessiert:
https://www.dropbox.com/s/3oaspocbvecgnze/Folienanpassung.xcf?dl=0

Das Projekt besteht aus drei Ebenen: Der Korpusumriss muss immer oben bleiben. Wenn man das Motiv ändern will, dann muss man einfach die Reihenfolge der anderen Ebenen ändern. Und was auch klar sein sollte: Das Ganze ist in der Ausführung relativ grob. Es dient nur der Planung.
Wie gesagt: Bei Fragen, fragen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hole aus aktuellem Anlass diesen alten Thread wieder nach oben, und das auch noch als allerersten Beitrag hier. Zunächst mal vielen Dank an Metal Golem für das sehr interessante Thema. Ich hoffe, du liest das hier und kannst mir meine Frage beantworten: Ich würde gerne wissen, wie du die Folie faltenfrei über die abgerundeten Kanten des Korpus gezogen bekommen hast. Hast du da mit dem Fön o. ä. nachgeholfen, oder ist die Folie so flexibel, dass sie sich von allein zurechtzieht?
Ich habe vor, meiner Danelectro-Gitarre mit Folie eine neue Farbe zu verpassen und habe diese bestellt: https://www.foliencenter24.com/oracal-farbfolie-951-premium-cast-196-nachtblau-metallic
Preis mit Versand ca. 26 Euro. Die Originalfarbe der Gitarre ist "peach" (Pfirsich), das fand ich vor 20 Jahren mal toll, ist mir jetzt aber zu, ähm, hippiemäßig. Mitternachtsblau soll es werden. Ich könnte sie jetzt so zuschneiden, dass sie genau an der Kantenrundung aufhört. Dann würde eine Art peachfarbenes Binding entstehen. Dazu müsste ich natürlich sehr genau schneiden. Eleganter fände ich es, wenn sie bis runter an die dunkelbraune Zarge reicht, aber dazu muss ich sie eben über die Rundung ziehen. Ist das verständlich?

Falls du, Metal Golem, oder jemand anderes damit Erfahrung ha(s)t, würde ich mich über Tipps freuen.

Danke!
Morte
 
Also ich hatte ebenfalls die Wahl, ob ich die Folie bis gewissermaßen an die "Oberkante" der Krümmung ziehe oder bis über die abgerundete Kante selbst. Ich habe die Folie bis über die Kante gezogen, glattgestrichen und dann am Korpus selber abgeschnitten. (Die Folie war also nicht vor dem Applizieren zurechtgeschnitten.)

Ohne Fön oder Ähnliches. Durch die Krümmung ergab sich eine Minimale Knautschzone, sodass mit einem gleichmäßigen sehr geringen Faltenwurf zu rechnen ist. Den kann man aber mit den Fingernägeln fast komplett glatt streichen. Das war zumindest meine Erfahrung.
 
Super, das war genau die Information, die ich brauchte. Danke!
Was sind nun deine Erfahrungen mit der Folie nach mehreren Jahren, was Haltbarkeit, Ästhetik usw. betrifft?
 
Haltbarkeit stellt gar kein Problem dar. Selbst groberer Umgang (häufigeres Anstoßen des Randes an einem Tisch oder Ähnlichem) hat keine Schäden/kein Abblättern zur Folge gehabt.
Auch Ästhetisch hat sich rein gar nichts verändert. (Wobei man dabei sagen muss, dass ich nicht der größte Tageslichtfanatiker bin und entsprechende lichtbedingte Ausbleicheffekte woanders höher ausfallen können.)

Ich habe meinen Bass allerdings gerade verkauft. Wegen der Coronasituation kam ich einfach nicht mehr zum Spielen mit Band und habe mich daraufhin mehr und mehr meiner Klassikgitarre zugewandt. Bis zu dem Punkt, wo ich meine Bässe (schweren Herzens) verkauft habe. Deshalb habe ich unmittelbar vorm Verkauf die Lackfolie entfernt, was erstaunlich einfach ging, keine Lackschäden hinterlassen hat und selbst die Kleberreste waren unglaublich einfach zu beseitigen.

Letzteres ist vielleicht auch noch einmal eine nützliche Erfahrung.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen! Ich bin gespannt, wie es bei mir wird. Das Verfahren scheint also wirklich eine gute Alternative zu sein zum Neulackieren - und viel günstiger. Und rückgängig machbar! Wenn ich dazu komme, mache ich ein paar Fotos von meinem Folienprojekt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben