Kurze, schmerzlose Frage zu Klanghölzern ^.^

von gangstafacka, 07.07.05.

  1. gangstafacka

    gangstafacka Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.05   #1
    Setzt sich der Prozess des Lufttrocknens von den Hölzern einer Gitarre eigentlich
    über die ganze Lebenszeit einer Gitarre fort, oder reicht er nur bis zu dem
    Punkt, an dem die Hölzer vom Lagerungsprozess aus weiter verarbeitet
    werden (ich glaub', dann werden die doch nachdem sie zurechtgeschnitten
    werden lackiert oder so, k.a. ...) ?
     
  2. deXta

    deXta Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.05   #2
    das ist ne gute frage, aber ich denke, dass die Gitarren durch die Lackierung ja eine Art versiegelung bekommen, somit das Holz nicht mehr so atmungsaktiv ist und es nicht mehr sehr viel weiter austrocknet.

    Beim Griffbrett ist dies ja zum Beispiel anders, jeder der seinen Hals (Hals der Gitarre) mal der Sonne ein paar warmen Stunden im Sommer ausgesetzt hat, weiss, wovon ich rede!
     
  3. Test the Best

    Test the Best Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.05   #3
    bei akustik-gitarren heisst es ja oft, das sie nach einiger zeit besser klingen...
    bei e-gitarren ist das denke ich nicht so stark !

    TesT
     
  4. gangstafacka

    gangstafacka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.05   #4
    Hehehe, das macht neugierig :D
    Aber wenn es so wäre, dass das Holz - egal jetzt ob der Korpus, der Hals oder
    das Griffbrett - weiter lufttrocknet, hätte das ja zur Folge, dass es sich
    mit Gitarren so wie mit gutem Wein verhält: Je älter, desto besser :D
    Das muss geil sein ^.^
     
  5. MeatMuffin

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    Erstellt: 07.07.05   #5
    Holz arbeitet. Immer. Auch in der Gitarre. Deswegen sind extrem abgelagerte Hölzer auch sehr begehrt und selten.
    Auch ein Grund für die krasse Vintagewelle ist halt, dass das Holz sich je nach Alter und Spielintensität einschwingt. Das Holz einer original '59er Paula ist extrem eingeschwungen und so hat die wohl einen extrem geilen Klang. Ich persönlich bin noch nie in den Genuss gekommen so ein uraltes Instrument zu spielen.
     
  6. gangstafacka

    gangstafacka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.05   #6
    mhm, kann ich mir schon denken, weshalb das so ist ^.^
    Da stellt sich mir dann wiederum die Frage, ob es entsprechend langfristig
    betrachtet einen Unterschied macht, ob man sich nun eine Gibson SG
    Standard mit Klarlack zulegt, oder in ebony *grübel*... hmmm...
    aber ich glaub', da verarscht mich mal wieder meine neurotisch-perfektionistische
    Ader ;D ;D ;D
     
  7. gangstafacka

    gangstafacka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.05   #7
    Bist du sicher ? *denk denk grübel* YEAH, ich glaub, das ist das erste mal,
    dass ich mich auf den morgigen Tag als Praktikant einer Tischlerei freue xD
    "Kristallisieren die im Holz befindlichen Harze auch weiter, wenn das Holz
    versiegelt/lackiert wird ?" mmmmmh, wir dürfen gespannt sein ;D
     
  8. PerregrinTuk

    PerregrinTuk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #8
    Also,

    da die meisten Hölzer Harze sowie teils Öle enthalten, werden sie IMMER eine andere Struktur annhemen werden durch äußere Einwirkung.

    Auf Deutsch, durch die Schwingung der Saite wird das Harz angepasst, es formt also die Sch. nach. Dadurch entsteht ein sehr ausgewogener natürlicher Klang, die Gitarre kann dann richtig "singen", nicht bloß krächzen.

    Dieser Vorgang geht mehr den Hölzer unterschiedlich schnell. Erle und Esche sind darin recht flott, d.h. eine Strat (als Bsp.) ist bei täglichem 1h Spiel etwa nach 4-5Jahren schon sehr eingeschwungen, durch den hohen Harz Anteil. Mahagonie ist etwas langsamer aber ähnlich.

    Sehr lang dauert es z.B. bei Ahorn, Ebenholz und Linde.
     
  9. gangstafacka

    gangstafacka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #9
    So, ich hab' heute mal einen alten Tischler-Gesellen mit meiner Frage
    überfallen :D Der meinte darauf hin das, was MeatMuffin bereits sagte:
    Holz arbeitet, und das immer. Selbst wenn es versiegelt, lackiert und
    poliert ist. Die in dem Holz vorgehenden Prozesse, die dem Besitzer nur zu
    gute kommen ;) , laufen dann zwar langsamer ab, als im rohen Zustand des
    Holzes, aber sie laufen ab :)
    Lasst euch also mal durch den Kopf gehen, in Zukunft nicht wertvolle
    Weinflaschen als Wertanlage zu kaufen, sondern wertvolle Gitarren [​IMG] :D
     
  10. AgentOrange

    AgentOrange Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 08.07.05   #10
    Rat mal warum man für ne ´59er LP auch bis zu mehreren hundertausend dollar ausgiebt ;) U.A. wegen der PAFs, aber auch wegen der Eingeschwungenheit...
     
  11. Cursive

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    Erstellt: 08.07.05   #11
    Kommt auch darauf an was da für ne Lackierung drauf ist...wenn da jetzt so 3 cm. auf hochglanzpoliertes schwarzes finish drauf sind, dann atmet das Holz natürlich nich so gut wie bei hauchdünn aufgetragenem Lack, nich nur die Dicke, auch die Art des LAckes (was weiss ich wasses da alles gibt, Acryl, Oil, etc.)
    aber ansonsten, Es tut sich garantiert nicht soooo viel im lauf der zeit...
    wenn eine Gitarre heute scheisse klingt klingt sie nach 20 Jahren liegen garantiert nicht besser..außer man kann dann endlich spielen, aber dann lags ja nicht an der gitarre^^
    .greez.
     
  12. gangstafacka

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    Erstellt: 08.07.05   #12
    Aber ich glaub', dass neben der unterschiedlichen Verarbeitung vor allem auch
    die Geschichte des verwendeten Holzes ein Grund ist, weshalb zum Beispiel
    eine Gibson SG Standard nicht gleich Gibson SG Standard ist.
    Bei der Holzverarbeitung ist trotz gewisser Regeln auch alles an Hölzern
    anzutreffen: Da reicht das Spektrum bei der Anlieferung von 20 Jahre
    luftgetrocknet gelagerten Hölzern bis zu Hölzern, bei denen man noch die
    Äste abbrechen muss :D
     
  13. gangstafacka

    gangstafacka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #13
    Ihr merkt vielleicht, dass dieses Thema mich irgendwie fesselt und ich
    es einfach nicht sein lassen kann, nach immer mehr infos darüber zu
    recherchieren :D
    Ich hab' bis vor kurzem wohl diese Eingeschwungenheit einer Gitarre unter-
    schätzt. Demzufolge ist eine Gitarre nicht gleich der Oberhammer, nur weil
    sie und damit auch die verarbeiteten Hölzer schon 40 Jahre alt und
    entsprechend hart sind. Dies gilt nur, wenn sie auch 40 Jahre lang
    mindestens regelmäßig, wenn nicht sogar intensiv gespielt wurde ;)
    Hätt' man sie nämlich all die Jahre nicht gespielt, würde man heute vor einer
    harten, unveränderbaren, steifen und sturen Gitarre wie frisch aus dem
    Werk stehen. An einem Einspielen wär' da dann nicht mehr zu denken ;) .
    Interessant, interessant :) .
    Auch sehr interessant fand' ich, was ich unter diesem Link hier gefunden
    habe ...
     
  14. BiFi

    BiFi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #14
    wie lange ist "sehr lange"???
     
  15. Brick Stone

    Brick Stone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #15
    Zu dem Einschwingen oder Einspielen einer Gitarre und der daraus folgenden klanglichen Veränderung, gabs hier auch schonmal einen Thread.
    In dem ging es aber auch um eine Firma, welche die Dienstleistung erbringt, eine Gitarre künstlich in Schwingung zu versetzen um sie domit einschwingen zu lassen.
    Die ganze Prozedur ist natürlich nicht billig, und auch ein bischen Umstritten.
    Die Meisten wollen wohl ihre Gitarre lieber selber einspielen.:great:
     
  16. gangstafacka

    gangstafacka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #16
    Ja, ich denk' mir auch, dass das besser ist.
    Klar, wenn man salopp drüber nachdenkt, ist das natürlich 'ne tolle Sache:
    Ab zum Gitarrenbauer, seinen Schatz abgeben, sich anderwaltig für ein
    paar Tage beschäftigen (Däumchen drehen, Löcher in die Luft starren,
    sich von Verlustängsten ablenken xD ), und anschließend eine super
    eingespielte Gitarre sein eigen nennen können.
    Aber da steckt bereits der Teufel im Detail; eine Maschine spielt die
    Gitarre ein und passt sie somit auf ihre Spielweise ein.
    Somit erhältst du eine allgemeingültig gute Gitarre, aber keine Gitarre,
    die sich an deinen Stil angepasst hat. Hinzu kommt ja noch, dass es
    einem doch ein viel schöneres Gefühl bereitet, wenn man selbst die
    Ursache für die Eingeschwungenheit einer Gitarre ist :rolleyes: ;)
     
  17. wary

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    Erstellt: 08.07.05   #17
    nun, da stellt sich die Frage ob es einen allgemeinen optimalen Zustand für eine Gitarre gibt, oder ob ihre "Eingeschwungenheit" quasi maßgeschneidert auf den Spieler passen muß.
    Will sagen, ist das Ziel des Einschwingens nicht das die Gitarre einfach "sauber" schwingt und somit alle Frequenzen ausgweogen und optimal überträgt? Spräche das nicht dafür das eine Gitarre entweder gut eingeschwungen ist oder nicht, und das unabhängig von dem der ihr dann die Töne entlockt...

    wie war der O-Ton im Aussensaiter Thread*... entvoodoisierung ist gewünscht

    *der btw. mal wieder ein Paradebeispiel höflicher und dennoch klar artikulierter Diskussionsbeiträger ist
     
  18. Lasse Lammert

    Lasse Lammert HCA Amps und Aufnahmetechnik HCA

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    Erstellt: 08.07.05   #18
    durfte schon 58paula und 55gold (nicht top, sondern kompülett spielen), der oberhammer!!!(die von peter weihe)
    die frage ist nur, inwieweit lässt man sich bei der beurteilung durch die "mystik" beeibflussen?;)

    das das holz sich "einschwingt" und besser klingt hat übrigens nichts mit der trocknung zu tun, sondern damit, dass sich die harze die die zellen verkleben durch die schwingungen mehr an den zellwänden ablagern.
    das holz wird somit "resonanzfreudiger"

    allerdings kann kein mensch alte und neue gitarren klanglich wirklich direkt auf's holz bezogen vergleichen, da einfach zu viele klangbeeinflussende faktoren beteiligt sind.
     
  19. Cursive

    Cursive Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.05   #19
    Naja ich denk schon dass das geht.
    wenn du die gitarre mit den gleichen saiten bespannst, mit dem gleichen kabel in den gleiche (möglichst linear eingestellten) amp gehst und das gleiche mit dem gleichen Pic in der gleichen geschwindigkeit mit dem gleichen Mikrophon aufnimmst, dann hört man sicher einen Unterscheid, der garantiert gering ist und den man garantert auch hören "will".
    aber ich bin mir sicher der lässt sich auch "aufzeichnen"...
    also z.B im vergleich eine 59 Paula und eine paula von heute frisch aus dem werk (okay krasser unterschied^^)
    Nur die Frage, welche besser klingt, die muss dann jeder für sich entscheiden..
    .greez.
     
  20. gangstafacka

    gangstafacka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.05   #20
    Interessante Sichtweise, ich glaube, da hast du sogar recht :)

    Naja, fest steht allerdings, dass die Eigenresonanz des Holzes um so höher ist,
    je härter das Holz ist. Und das wiederum wird ja durch Lufttrocknen
    härter, da dadurch in ihm die Harze kristallisieren.
    Aber überhaupt spielen viele Faktoren mit herein, wenn man langfristig
    und regelmäßig mit einer Gitarre spielt, und somit regelmäßig die Schwingungen
    der Saiten auf das Holz wirken:


    • Die feinen Fasern legen sich in die Kapillaren des Klangholzes, wodurch der
      Resonanzraum in den Kapillaren größer wird bzw. weniger im Holz gedämpft
      wird
    --- > Weniger Dämpfung/bessere Resonanz
    • Dann kommt da noch der Punkt hinzu, den du bereits erwähnt hast:
      Die durch die Schwingungen bedingte Ablagerung des Harzes an den Wänden
      der Kapillaren des Holzes
    --- > Weniger Dämpfung/bessere Resonanz
    • Dann wäre da noch die Kristallisierung des Harzes die sich - vorrausgesetzt
      die bereits genannten Punkte treffen zu - ebenfalls positiv auswirkt, da dann
      das eingeschwungene Holz an Härte gewinnt, wodurch die Resonanz
      verbessert wird
    --- > Weniger Dämpfung/bessere Resonanz
     
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