Laserschutzseminar am 23.04.2016 bei Thomann

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Ah ja, mal wieder ein Sparseminar...

Nichts für ungut, aber ich erlaube mir mal, darauf hinzuweisen, dass in so einem Seminar niemand "zum Laserschutzbeauftragten" ausgebildet wird. Als LSB wird man bestellt, und das erfordert eben auch einen entprechenden Sachkundenachweis, der hier angeblich Ergebnis des Seminars ist.

Egal, was da nachgewiesen und bescheinigt wird, mit Sachkunde hat das nichts zu tun, das geht nicht in 5h inkl. Prüfungsblock. Ich zitiere mal die einschlägige Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaften, BGV B2 Anhang 3 "Anforderungen an die Inhalte von anerkannten Kursen zur Ausbildung von Laserschutzbeauftragten":
Die Kursdauer sollte aber mindestens einen Tag betragen und sich generell in folgende Themenbereiche aufteilen (Zeitanteile in Klammern):–Theorie (1/3)–praktische Anwendung (1/3)–Lasersicherheit (1/3) Der Seminarblock „Lasersicherheit“ sollte mindestens 6 Lehreinheiten zu je 45 min Dauer umfassen. In keinem Fall sollten hier 4 Lehreinheiten unterschritten werden.
Das bedeutet: mindestens 4,5h sind allein für den Block "Lasersicherheit" vorgesehen (bei dem obigen Seminar gerade einmal 30(!!) Minuten), der wiederum "nur" ein Drittel des Gesamtseminars umfassen soll.

Die BGV sieht also mindestens rund 12-14h vor, und das sind die Anforderungen, die einen betrieblichen LSB befähigen sollen. Auch das ist schon reichlich kurz bemessen, aber immerhin.
So ein LSB im Betrieb hat im wesentlichen die Aufgabe, sich um die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften in Unternehmen zu kümmern, wo Laser zum Einsatz kommen - meist in Maschinen, die wiederum mit Sicherheitseinrichtungen versehen sind, und wo jeder einzelne Bediener vor Ort nochmal gesondert eingewiesen wird.

So, und jetzt soll so ein Mini-Seminar einen Menschen befähigen, die Sicherheit bei Veranstaltungen zu garantieren, bei dem mit dem Laser munter in Räumen herumgeleuchtet wird, wo sich Menschen aufhalten? So einen Zettel würde ich als Verantwortlicher direkt der Rundablage zuführen.

Ich sag jetzt mal, wie es ist: bei 4:30h Seminardauer wird eine knappe halbe Stunde am Ende auf das wichtigste, nämlich Lasersicherheit eingegangen. Der Rest wird wahrscheinlich durchsetzt sein mit Marketing des Herstellers. Am Ende zahlt man also fast 200€, um sich eine Werbeveranstaltung anzuhören.
 
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Mal zum Vergleich - das hier ist ein Programm eines eintägigen Seminars des Bayrischen Laserzentrums von vor 2 Jahren. Diese Aufteilung und dieser Umfang ist m.M.n. das absolute Minimum dessen, was so ein Kurs vermitteln sollte (und auch damit ist man noch lange nicht fach- und sachkundig, sondern hat nur einen Zettel, der besagt, dass man das schonmal gehört hat):

45min Grundlagen Laser: Erzeugung & Eigenschaften von Laserstrahlung • Aufbau und Funktion eines Lasers • Lasertypen
90min Primäre Gefährdungspotentiale: Gefahren für Auge und Haut • Grenzwerte • Laserklassen
60min Sekundäre Gefährdungspotentiale: menschliche Faktoren • Störungen aus dem Umfeld • inhärente Gefahren
60min Rechtliche Grundlagen: praxisrelevante Normen und Vorschriften
150min Laserschutzbeauftragter & Schutzmaßnahmen • technische, bauliche, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen • Aufgaben und Pflichten des Laserschutzbeauftragten

Auch das sind schon nur knapp 7h, aber wenigstens mit einem deutlichen Fokus auf der Sicherheit, und dem was ein LSB nachher tun soll, um diese zu gewährleisten. Schon ein Unterschied, wie ich finde. ;) Referenten waren dort übrigens ein Dr. Ing und ein studierter Physiker, beide seit 15 Jahren hauptberuflich befasst mit der Zertifizierung und Prüfung von Laserschutzeinrichtungen, industrieller Laserbearbeitung etc.
Was in so einem Seminar dann natürlich fehlt, sind die spezifischen Anforderungen und Gefahren bei Showlasern - das würde dann sinnvollerweise in einem Aufbauseminar von nochmal einem Tag vermittelt, denn allein das, was dann für Veranstaltungen noch dazu kommt, füllt locker nochmal 8h.

Ganz nebenbei: kein einziges solcher Seminare qualifiziert einen Teilnehmer, die erforderlichen Berechnungen und Prüfungen durchzuführen, die nötig sind um z.B. sicher stellen zu können, dass beim Audience Scanning die zulässigen MZBs eingehalten werden. Dafür sollte es dann schon ein einschlägiges Studium sein - ein spezialisierter Sachverständiger kann und darf das beurteilen.
 
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