Leslie-Abahme mit Mikro

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Mollo89
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Hallo Gemeinde,

Wie muss ich ein Leslie auf der Bühne abnehmen?
Müssen es besondere Micros sein?

Vielen Dank
 
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Ich würde mal sagen es müssen nicht unbedingt besondere Mikros sein, besser wäre es aber.

Ich habe vor einigen Jahren mal mein 760er Leslie einfach oben mit einem SM 58 und unten auch abgenommen. Mit so einer Lösung geht sehr viel vom Leslie Sound verloren, aber immerhin - es geht und es gibt zumeist keine Mehrkosten (denn von solchen Mikros ist immer eines übrig). Sagen wir so: auch im Publikum ist damit die Orgel zu hören und es muss nicht sagenhaft schlecht klingen. Der Mehraufwand, dass du ein echtes Leslie mit geschleppt hast anstelle einer guten Simulation, lohnt sich für das Publikum in meinen Ohren nicht. ABER: für dich selbst auf der Bühne natürlich schon.
Die meisten Profis verabscheuen so eine wenig ambitionierte Lösung.

Ich kann folgendes empfehlen: zwei Sennheiser E604 Mikros für den Rotor und ein anderes (hatte da glaube ich auch ein SM58 oder sowas) für den Bass. Schau mal bei YouTube nach, da führt einer die Abnahme mit diesen beiden Mikros vor und das hatte mich überzeugt. Und: es funktioniert wirklich und liefert tolle Ergebnisse.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen, beste Grüße!

Marian
 
Empfehlen kann ich 2 Sennheiser e604 für den Rotor und ein Electro Voice N/D-468 für den Bass. Die Sennheiser lassen sich praktisch ans Gehäuse anklippen und der Klang ist sehr gut.

SM57/SM58 funktioniert selbstverständlich auch - gar nicht schlecht eigentlich - aber wenn man schon extra was anschaffen will, sind die e604 den kleinen Mehrpreis auf jeden Fall wert.
 
Ich empfehle ein Stereomikro wie zb. das MXL V67Q (Kleinmembraner - Aufnahmeabstand ca. 30cm) für den Hochtonbereich und für den Bass ein Grenzflächenmikro (z.B. Sennheiser E901), das ganz einfach vor oder hinter dem Leslie auf den Boden gelegt werden kann. Nachteil: Du brauchst drei Kanäle und alle drei müssen fantomgespeist werden. Vorteil: grandioser Klang. Andere Möglichkeit: 2x Sennheiser E906 (606 gehen auch - sind aber etwas weniger voluminös - Aufnahmeabstand 5-10cm) und 1x AKG D112. (evtl. auch ein günstiger Nachbau). Nicht verwenden solltest Du Großmembraner für den Bass - mit denen klappt´s nur im Studio - da allerdings hervorragend. Auf der Bühne fängst Du Dir damit aber jede Menge Nebengeräusche ein (Bass, Bassdrum, Gitarren), die deinen Leslieklang dann verwässern. Vorteilhaft ist es natürlich, wenn Dein Mischer die Möglichkeit bietet, den Bass ab ca. 800Hz nach oben, die Hochtönermics bei gleicher Frequenz nach unten steilflankig zu beschneiden ! Wichtig ist auch, die Mics immer so zu positioniern, dass sie das Schlagzeug im Rücken haben !
 
Ich habe am Horn zwei alte Beyerdynamic M201TG. Die klingen verdammt gut am Leslie. Am Bassrotor steht ein AKG D112. Ich nehme das Horn durch die Louvers ab, ein Mikro an der Seite und eines hinten (90° zum anderen). Das Bassmikro steht auch hinten. Beim Aufstellen des Seitenmikros darauf achten, daß das Horn außermittig im Gehäuse sitzt - so einrichten, daß der Abstand beider Mikros gleich ist!
Der Abstand der Mikros wirkt sich entscheidend darauf aus, wie stark und in welcher Form (stärkere oder schwächere Amplituden-, Frequenz- oder Phasenmodulation) der Dopplereffekt im Sound zum Tragen kommt.
Im Studio klingt (für mich) ein Abstand von ca 30-40cm am besten. Live nehme ich aus Gründen der Übersprechung einen kleineren Abstand von ca 20cm (Hand spreizen, soweit Daumen und kleiner Finger auseinander gehen und das muss dann zwischen Mikro und Leslie passen).

Hier sollte natürlich der persönliche Geschmack entscheiden. Nimm Dir am besten mal einen Tag zeit und mach mit Deinem Leslie ein paar Testaufnahmen mit verschiedenen Mikros und Positionen...


PS: Um nochmal auf die Mikrofone zurückzukommen: Die besten Erfahrungen im Studio habe ich mit dem Sennheiser MD 421 N (alte Version 60er Jahre) an allen drei Positionen gemacht. Am Horn klingt es ohnehin fantastisch, das werden viele wissen. Überrascht war ich jedoch vom Klang am Bassrotor. Im Vergleich mit dem D112 klingt das 421 bei gleicher Basswiedergabe sehr viel klarer und nicht so "mumpfig". Gerade im Mix profitiert der Leslie sound enorm davon. Der Druck im Bass ist der gleiche, aber es klingt wesentlich aufgeräumter und besser aufgelöst.
Leider besitze ich selbst keine drei M421. Die neuen sind zu teuer und klingen anders...
 
Deine Ergebnisse mit dem MD 421 kann ich bestätigen. Hab da auch schon viel ausprobiert.
Klingen für Horn und Bass sehr gut.
Im Moment nehm ich sie allerdings für den Bass her und hab 2 MD441 am Horn.
Letztendlich spielen jedoch so viele Faktoren eine Rolle, dass man sicherlich mit verschiedensten Mikrokombinationen, Leslies und Orgeln zu sehr guten Ergebnissen kommen kann. :D
lg
 
hallo,

habe mit Beyer M201, Shure SM57 und E604 gute Erfahrungen gemacht.
Falls mal weniger Kanäle zur Verfügung stehen:
Selbst mit einem SM57 unten und nur einem SM57 oben habe ich
gute Erfahrungen gemacht.
Wie Manne schreibt ist es nicht unwichtig die Freq im Mischpult
entsprechend einzustellen.
Trennung bei 800Hz zwischen hoch und tief. Ich habe dann meist
noch bei 80-100hz nach unten und 8-10khz nach oben beschnitten.
Mit der Position musst du ein wenig experimentieren.
Die Ständer sind meist immer irgendwie im Weg, von daher
sind die E604 zum Anklippen ganz praktisch, haben an meinem
3300 gut gehalten.
Gruss
Markus
 
Ich schließe mich Andi85 an...

Für den Treble Rotor verwende ich auch 2 Sennheiser E 604 - die lassen sich bequem mit ihrer Halterung in die Louvres (Schallaustrittsöffnungen) des Leslies klemmen. Ist grade für kleine Bühnen interessant, da man so den Platz für 2 Mikroständer einspart....

In Ermangelung eines anderen (bassfrequenztypischen) Mikros verwende ich für die Basstrommel auch ein E 604 - nicht grad die "Idealbesetzung" aber geht schon, da wir als Rockband nen Bassisten haben und so die richtig tiefen Frequenzen der Hammond nicht sooo wichtig sind. Außerdem spare ich mir so den 3. Mikroständer, da ich das Mikro auch einfach in die Louvres klemme.

Als wir mal ne Demo-CD aufgenommen haben, hat der Studiomensch für den Hochtonrotor übrigens auch zwei E 604 verwendet - scheint also echt keine schlechte Wahl zu sein....


Schönen Gruß Martin
 
In Ermangelung eines anderen (bassfrequenztypischen) Mikros verwende ich für die Basstrommel auch ein E 604 - nicht grad die "Idealbesetzung" aber geht schon, da wir als Rockband nen Bassisten haben und so die richtig tiefen Frequenzen der Hammond nicht sooo wichtig sind. Außerdem spare ich mir so den 3. Mikroständer, da ich das Mikro auch einfach in die Louvres klemme.
das E604 ist auch für den Bassbereich nicht verkehrt, denn der Basslautsprecher in den Leslies geht zumeist bis 800 Hz. Bei den Clones sogar bis 1500 Hz - das sind dann Frequenzen, die zu den unteren Mitten gehören. Ich habe auch schon ein Bass(drum)micro probiert aber die machen eine Anhebung von tieferen Frequenzen, die hier nicht sinnvoll ist.

Gruss Helmut
 
Weder 800 Hz und schon gar nicht 1500 Hz gehören zu den unteren Mitten. Man nehme das eingestrichene "a" = Kammerton = rund 440 Hz (je nach Einsatz), das sind schon ausgemachte Mitten. Bei 800 Hz liegen wir also fast noch einmal eine Oktave höher und nähern uns allmählich einem Bereich, den man auf dem Flügel Diskant nennt. Vielleicht wird damit jedem klar, dass unten richtig gute, breitbändige Mikros stehen sollten.
 

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