jw-lighting schrieb:
Mal ehrlich: Erleichtert einem das wirklich den Job? Oder ist das eher ein "haben-muss" und Luxus-Gut zum Angeben. Gerade bei Geräten mit dem Apfel beschleicht mich dieser Eindruck immer wieder.
Ernsthaft? Ja!
Alleine die Möglichkeit Konsolen am FOH vom Steiger aus beim einleuchten zu bedienen... Ein Traum!
Vorher wars doch in der Regel so dass ein zweiter Mann ans Pult abgestellt wurde und alle 5 Minuten mal nen' Fader bewegen durfte... effektiv ist anders.
Noch unschöner ist's wenn der zweite Mann nicht greifbar ist... zum FOH rennen, Lampe an, zum Steiger, hoch, einrichten, runter, zum FOH, nächste Lampe an, zum Steiger, hoch.... nein, macht absolut keine Laune.
Natürlich, viele Hersteller bieten hierfür auch entsprechende PDA's an... aber will ich wirklich
roundabout 300 € - 500 € für eine entsprechende Remotesteuerung ausgeben?
Vor allem wenn ich als bezahlter Lichtler das Pult nichtmal selbst im Lager habe?
Eben... und kaum eine Rentalcompany hat so ein Ding im Lager.
Winkelmesser, Wasserwaage, DMX-Adressierung und Co. ist nett, müsste ich aber nicht haben... sowas
sollte eh im Toolcase oder in der Birne vorhanden sein. ;-)
Anderes -für mich mehr als sinnvolles Feature- ist die direkte Kommunikation mit dem Google Kalender und die Möglichkeit vernünftig Emails zu lesen/bearbeiten.
Genauso spar ich mir das Navi wenn ich mal mit Fremdfahrzeugen unterwegs bin.
Natürlich, ein Netbook kann sämtliche dieser Aufgaben um
LÄNGEN besser, allerdings gehört so ein Gerät
für mich eher an den FOH.... am Gürtel -und damit
immer greifbar- möchte ichs nicht haben.
Allerdings muss ich zustimmen: Käuflich hätte ich das Gerät für knapp 550,- Steine nie gekauft, hat sich beim Vertragswechsel eben angeboten.
Und ja: Ich krieg auch jedes Mal die Krätze wenn irgendjemand schwer verliebt mit seinem Apfelhandy (von dem ich auch nicht sonderlich viel halte) vor deiner Nase herumwedelt und dir seine 150 Apps zeigt.
Lange Rede kurzer Sinn: Es geht auch ohne, wie viele Jahre davor auch - Aber es macht einiges doch ungemein leichter.
Und dann steht man da, und muss man beim Rigging wieder improvisieren - was ich ganz und gar nicht haben kann.
Generell improvisieren: Ja!
Beim Rigging: NEIN!
Sicherlich, auch ich habe irgendwo -wie wohl jeder- aus den Amateur/Semizeiten noch die ein oder andere Leiche im Keller liegen...
heute bin ich froh dass niemals wirklich etwas passiert ist, manche Sachen sind -nachträglich betrachtet- alles andere als feierlich gewesen und hätten ganz böse ins Auge gehen können.
Aber irgendwo gehts wohl auch jedem in dem Bereich ähnlich... man schustert sich was zusammen, kriegt mächtig einen auf den Deckel, lernt draus und machts beim nächsten Mal ordentlich.
Jetzt, einige Jahre später, ein wenig mehr Erfahrung im Gepäck und letztlich auch als "Hauptberufler" seh ich vieles anders als damals.
Ich reite zwar noch immer nicht auf jedem kleinstem Paragraphen rum aber überlege genau was ich selbst verantworten kann!
Letztendlich geht es eben nicht nur um Materialschäden... das kann man ersetzen, aber spätestens wenn über
Menschen geflogen wird (piepegal ob Künstler, Techniker oder Publikum) hört der Spaß auf.
Es wäre nicht das erste Mal dass ich mich auf die Hinterbeine stelle, wenn mir die Nummer zu riskant erscheint - zum
Großteil stößt man damit nach entsprechender Argumentation auch selten auf verschlossene Türen.
Wenn der Kunde dann nicht bereit ist dass zu zahlen was nötig ist damit
ich ruhigen Gewissens schlafen kann solls
eben jemand anders machen - Sorry...
WENN etwas passiert wirst du gefragt WARUM drei Mann nun die Tulpen von unten betrachten... und dann
versuch mal damit zu argumentieren dass mit den finanziellen Mitteln eben kein ordentlich gesichertes System drin war.
Einfach mal drüber nachdenken...
Edit: Der Beitrag ist auf niemanden gemünzt, also bitte, bitte nicht persönlich angesprochen fühlen!!
