Little Blues Book: Verständnisfrage zu einer Turnaround-Übung

Luckie

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[Englische Tonbezeichnungen in diesem Beitrag]
Hallo, ich habe eine Frage zu einer Übung aus dem Little Blues Book. Es geht um Übung #12 "Blues Intros in E". Nehmen wir das erste Beispiel:

Unbenannt.JPG

Die Tripplets folgen ja dem Dreieckschema, wobei die Note auf der B-Saite nicht gespielt wird. Was ich weiß ist, dass es sich um eine Akkordumkehrung handelt. Wenn ich raten müsste die dritte, da der Grundton auf der hohen E-Saite liegt.

Meine Fragen:
  1. Warum folgt das abschließende E in dem Lauf am Anfang des zweiten Taktes nicht den Dreieckschema?
  2. Wenn ich das ganze nach A transponieren will, ist es richtig, dass ich einfach alles nur 5 Bünde höher spielen muss?
 
Dr Dulle

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zu 2) ja

zu 1) du spielst zuerst die Quinte und die Terz von E Dur. Dann geht es chromatisch runter Quinte/Terz von EbDur, dann von D Dur
und was ist ein Dreieckschema ???
 
minoruse

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Zu Frage 1: so wie es dasteht sind es große Sexten. Diese kannst Du aber als Vertreter eines E7 nach Eb7 nach D7 hin zum E (Takt 2, Zählzeit 1) sehen. Das ist ein typischer Turnaround im Blues. Dein "Dreiecksmuster" wäre kein E, sondern ein Db7.

Zu Frage 2: Genau, einfach im 9. Bund beginnen und der Turnaround führt zum A.
 
startom

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  1. Das sind halt ganz einfach Triolen, mit welchen der erste Takt gefüllt wird, danach geht es 'straight' weiter. Ich rate von 'eigenen' Bezeichnungen wie Dreieckschema ab, auch wenn die Tabulaturen so aussehen. Und mit Akkordumkehrungen hat das auch nicht sehr viel zu tun, das ist einfach ein typischer und häufig vorkommender Blues-Turnaround, welcher einen sehr chromatischen Charakter hat.
  2. Ja, aber die Leerbünde musst du dann natürlich auch spielen. Am besten spielst du genau dieses Muster mit Kapodaster im 5. Bund und du hast einen A-Dur Blues.
 
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Luckie

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und was ist ein Dreieckschema
Oh. Ich dachte, das wäre ein geläufiger Begriff. Siehe hier:


OK. Punkt 2 wäre geklärt. Danke. :great:

Zu Punkt 1: Das ist also eigentlich "nichts", sondern nur eine rein chromatische Verschiebung, die "gut klingt"?
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich rate von 'eigenen' Bezeichnungen wie Dreieckschema ab, auch wenn die Tabulaturen so aussehen.
Das ist nicht auf meinem "Mist" gewachsen. ;) Siehe verlinktes Youtube Video.

Ja, aber die Leerbünde musst du dann natürlich auch spielen.
Ja, das ist klar.
 
startom

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@Luckie
Das Dreieckschema im verlinkten Video hat nichts mit deinem Blues-Turnaround zu tun. Da geht's explizit um maj7 Akkorde. Und der Begriff "Dreieckschema" ist nach wie vor ein sehr proprietärer Begriff und nichts offizielles.

Zu Punkt 1: Das ist also eigentlich "nichts", sondern nur eine rein chromatische Verschiebung, die "gut klingt"?
Es ist nicht "nichts", was einfach per Zufall gut klingt. Es ist ein chromatischer Auftakt mit dem Ziel, die erzeugte Spannung mit dem Akkord E7 aufzulösen. Start und Ziel ist hier ganz klar E7 als Dreh- und Angelpunkt. Ein E7 beinhaltet die Töne E, G#, B und C#, wovon in der ersten Triole bereits ein C# und ein G# gespielt werden. Dieses Muster wird dann einfach chromatisch verschoben und mit einem E Dur wieder aufgelöst. Dann wird sogleich wieder Spannung aufgebaut mit dem Einsatz eines B7.

Tja, und dann sind alle so kribbelig geworden, jetzt kann der ganze Blues starten. :D
 
Luckie

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Es ist nicht "nichts", was einfach per Zufall gut klingt. Es ist ein chromatischer Auftakt mit dem Ziel, die erzeugte Spannung mit dem Akkord E7 aufzulösen.
Ja. Ich meinte, es gibt keinen speziellen Begriff dafür. Dass es nicht per Zufall gut klingt, sondern ein "Plan" dahinter steckt, dachte ich mir schon. :)

Aber viel wichtiger war mir eigentlich erst mal Frage 2. Das Warum ist mir an diesem Punkt meiner Karriere noch nicht so wichtig. Im Moment bin ich mehr so der Bauarbeiter, der einfach die Bewehrung in den Betonträger legt ohne wirklich zu wissen, warum der Bauingenieur genau 8'er Stahl gewählt hat usw. :rolleyes:
 
minoruse

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DerZauberer

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Blues-Turnarounds sind eine Wissenschaft für sich, bzw. eben genau manchmal auch keine Wissenschaft sondern einfach das, was gut klingt und/oder tausendfach so gemacht wurde.

Zur Wissenschaft mal ein Happen: https://en.wikipedia.org/wiki/V–IV–I_turnaround
...und hier etwas Praxis mit ein paar einfachen Beispielen: https://www.guitarworld.com/lessons...-turnarounds-bars-11-and-12-delta-blues-style

Geht auch komplexer: https://www.guitarplayer.com/technique/guitar-essentials-the-top-20-blues-turnarounds
 
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Vielen Dank für die Links.
 

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