"Live In Studio"-Aufnahme. Wie steht Ihr dazu?

  • Ersteller Maxintiger
  • Erstellt am

Was hältst Du von dieser Technik bzw. diesem Vorhaben?

  • Gute Sache

    Stimmen: 7 43,8%
  • Der Versuch ist es Wert

    Stimmen: 8 50,0%
  • Reine Zeitverschwendung

    Stimmen: 1 6,3%

  • Umfrageteilnehmer
    16
M
Maxintiger
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Hallo liebe Musiker,
zunächst Mal, weiß jemand, wie man diese Aufnahmetechnik nennt, die ich frei mit "Live in Studio" betitelt habe? Es geht darum, eine Band nicht (wie üblich) "seriell" aufzunehmen (d.h. erst Schlagzeug, dann Bass, Gitarre etc.), sondern parallel, sodass alle Musiker + Amps in einem Raum stehen und aufgenommen werden, während sie das Stück zusammen spielen.

Wenn es dazu bereits einen Thread gibt, dann bitte ich um Verzeihung für diesen Spam ;)

Ich bin stolzer Besitzer eines kleinen Home-Studios und eine Band möchte nun, dass ich sie auf die oben beschriebene Art aufnehme, weil dadurch "das Feeling der Musik besser rüber kommt.". Wirklich überzeugt davon bin ich allerdings nicht, und zwar aus folgenden Gründen


  • Neue Umgebung => Die Bänd wird sich in einem Raum befinden, der sich akustisch weder mit dem Proberaum noch mit einer Live-Situation vergleichen lässt
  • Sie wird nicht in dem gewohnten Proberaum sein, in dem sie sich "wie zuhause" fühlen
  • Viele Takes werden nötig sein, bis einer dabei ist, der für die CD taugt
  • Nach dem zwanzigsten Take wird das Feeling des Songs auch nicht mehr so gut rüberkommen, wie beim ersten Mal (Ausdauer, Muße, Spaß etc nimmt ja auch irgendwann ab)
  • Es wird überall massive Übersprechungen geben => Nachbearbeitung wird schwieriger

Das sind natürlich alles nur Überlegungen und keine Erfahrungswerte. Was haltet ihr von der Sache? Habt ihr in dieser Richtung Erfahrung? Soll ich versuchen, es der Band auszureden oder mich lieber an die Arbeit machen?

Vielen Dank schonmal!
 
Eigenschaft
 
Hey,
deine Überlegungen sind da schon sehr richtig.
Mit meiner alten Band hatten wir uns Ähnliches überlegt - warum nicht eine "live-aufnahme" machen. Kostet weniger Zeit und der Song sitzt (und der saß wirklich :D)
Nunja, dann (nach ungefähr 3 Takes) ging es aber dann schon los, man merkte sofort, dass alles anders war. Der wahrgenommene Klang war sehr anders und auch das Feeling. Wir haben uns das dann noch ungefähr 1000000 mal anhören müssen um uns zu entscheiden und wollten danach dann doch lieber apart aufgenommen werden. Das hat dann deutlich mehr Zeit genommen, und hatte sicher auch die selbe Wirkung der Ermüdung auf uns, aber man hatte seinen Teil mehr unter Kontrolle und konnte sich so sein Gesamtpaket zusammenstellen, was deutlich von Vorteil war.
Es gibt ein paar Bands, die sich ihr kleines Studio im Proberaum eingerichtet haben und ihre Songs wirklich bis zum Erbrechen (auch unter Studiobedingungen) proben - also Klick, Mikrofonabnahme und so weiter. Wenn der Song da dann perfekt sitzt, kann es wirklich wahnsinnig gut klingen und einer gängigen Aufnahme mMn in nichts nachstehen.

mfg KG
 
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Hi,

ich hab vor 3 Monaten oder so in einem kleinen Studio geholfen, weil mich die Band gefragt hat.
Da haben wir das so ähnlich gemacht.

Die Band wollte aufgrund von Absprachen, Zeichen etc zusammen spielen während wir Aufnahmen.
Die Sängerin hat einen Pilottrack eingesungen, dann hat die Restliche Band darauf gespielt,
und zum Schluss die Sängerin ihren Track feiner aufgenommen.

Was aber bei diesem Studio möglich war:
Die Verstärker waren in anderen Räumen, somit wurde, in diesem Raum,
eigentlich nur das Schlagzeug abgenommen, die Verstäkrer extra, sowie mit DI Box nachher Reampt.

Allerdings muss ich dazusagen, dass die Band aus lauter Profis besteht, die mehrere Studiojobs
getätigt haben (einzeln/gemeinsam) und damit ihr Geld verdienen.
Da war die unterschiedliche Situation und das ungewohnte Gefühl auch nicht so stark da.
Auch das Spielen mit Kopfhörer war für die kein Problem, da einige teilweise Live auch nur mit In Ear spielen.

Ich würde mit der Band reden und versuchen einzuschätzen wie die sich das Vorstellen.
Auch wie gefesstigt die Band ist und Erfahren, spielt dabei eine große Rolle.
Rein Live, direkt alle in einem Raum und Sänger/In Gitarren und so, da hast du Recht, da hätte ich auch
eher bammel wegen Übersprechen etc.
Wenn es aber so in die Richtung funktioniert, wie bei mir damals, und das von der Band her geht,
würde ich es versuchen.

LG Norbert
 
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Es ist denke ich durchaus machbar aber kommt wie ja schon mehrmals erwähnt sehr auf die Band und das gewünschte Ergebnis an!


Ich habe einmal eine Band so aufgenommen, sogar auf einer Bühne (ohne Publikum, ohne Konzert) allerdings alle Musiker zur Bühnenmitte gedreht, Mics + Monitore + Amps weg voneinander gerichtet um Übersprechen zu vermeiden. Das Ergebnis war auch ganz gut, dafür das man an einem Tag mehrere Songs aufgenommen hat. Aber du glaubst nicht wie ich geflucht hab weil soooo viel Hihat und Becken in der Vocalspur waren usw. usf.
Dazu muss man noch sagen, die Band hat sowieso alles auf Click eingespielt, da auch Samples mit im Spiel waren - das hat erst einiges möglich gemacht. Daher denke ich, wenn die Band nicht zum Click spielt (/spielen kann) oder der Song nicht 1000-prozentig sitzt wirds eher nichts.

Man könnte auch Live einspielen und trotzdem ein Übersprechen so gut wie möglich verhindern: Amps in nen anderen Raum oder Bass + Git ohne Amp einspielen (ersatzweise über einen Modeller?), alle über Kopfhörer und Sänger entweder extra oder in einem anderen Raum wenns möglich ist. Das nimmt halt schon wieder etwas von der angestrebten "Live-Atmosphäre" weg.


Du musst halt abwägen: Was soll mit der CD gemacht werden, ists nur eine Demo oder doch gleich n Album? Welche Ansprüche hat die Band an die Sound-Qualität (klar - die möglichst beste)? Dann den richtigen Mittelweg finden:

- Alles gleichzeitig in einem Raum einspielen: Abstriche in Qualität dank Übersprechen und schwerer editierbaren Fehlern, dafür gehts am schnellsten
- Gleichzeitig einspielen aber Soundquellen trennen: Weniger Probleme mit Übersprechen usw. , setzt halt die gegebenen Räumlichkeiten voraus
- Gleichzeitig einspielen und Gesang extra
- Getrennt.....: Aufwendiger, aber (was Soundqualität und "Sauberkeit" der Aufnahme angeht) mit wahrscheinlich besserem Endergebnis ;)
 
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Bei den normalen Hobbymusikern ist es ja schon so, dass die beim einzeln einspielen mehrere Takes brauchen. Wenn dann noch alle gemeinsam auf einem Take zusammentreffen müssen, potenziert sich der Aufwand natürlich umso mehr. Gerade bei Aufnahmen will man ja etwas für die Nachwelt festhalten. Mir geht es da immer so, dass ich dann ganz besonders genau hinschau, da ich mich im Zweifelsfall über jeden kleinen Fehler auch in fünf Jahren noch unsagbar ärgern werd. Auch Soundlich tut man sich durch eventuellen Bleed auf den Spuren keinen Gefallen.

mMn: wenn die Band nicht wirklich absolut top zusammenspielt, würde ich, ausser es gibt extrem gute Gründe, von einer solchen Aufnahmetechnik abraten.
Wenn es denn wirklich "Live-Feeling" sein soll, kann man ja auch ein Konzert mitschneiden. lassen

So Far...
Laguna
 
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Es kommt auf die Musik an. Ich komme z.B. aus dem Jazzbereich - da geht es kaum anders, denn einzelnes Einspielen würde die Musik erst gar nicht entstehen lassen.

Wichtig ist, dass das Stück sitzt und die Band es halbwegs fehlerfrei spielen kann. Hilfreich ist natürlich auch, wenn man die Instrumente getrennt ohne Übersprechen aufnehmen kann, denn dann sind Fehler korrigierbar.

Beim Einspielen sollte man sich ein Limit setzen, wie viele Versuche es werden sollen. Meine Erfahrung sagt 3 Takes; wenn man unbedingt möchte, noch einen vierten - dann unbedingt zur Seite legen, was anderes spielen, und danach evtl. nochmals versuchen. Meistens war es nämlich auch so, dass, wenn meinetwegen 7 oder 8 Versuche unternommen wurden, es von 1-3 immer besser wurde, dann von 3-4 oder 5 gleich, nur anders wurde, und alles weitere dann wieder schlechter wird. Die Luft ist raus, Konzentration lässt nach, außerdem kommt der Frust zum Tragen. Sich verbeißen ist meiner Erfahrung nach reine Zeit- und Energieverschwendung.
 
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Also, ich habe diese Aufnahmesituation schon häufiger gehabt. Wenn man ein Homestudio hat und dort vernünftig klingende Aufnahmen eigener Musik im Ping-Pong Verfahren hinbekommt, kommen natürlich schnell Anfragen aus dem näheren musikalischen Umfeld, ob man selbst und die Technik nicht für eine Demo-CD oder ähnliches zur Verfügung steht. Ich habe das einige Male gemacht und muß heute sagen, daß man damit sehr vorsichtig sein muß. Nackenschläge sind dabei vorprogrammiert. Denn einerseits ist die Live-Aufnahmesituation in einem einzigen Raum (hoffentlich ist er Wenigstens groß genug und soundtechnisch ok) für alle sehr stressig, andererseits ist das Ergebnis halt nicht nur vom "Tonmann" und der Technik abhängig, sondern vor allem von den Fähigkeiten und dem Equipment der Musiker. Musiker ohne Tonstudioerfahrung würde ich nie wieder auf die Art verwursten, das Ergebnis wird nie befriedigend ausfallen, vor allem für die aufgeommenen Musiker, die oft ein hohes soundtechnisches Niveau erwarten, das sie aber selbst spiel- und soundtechnisch verhindern.
Aber Schuld am mangelhaften Ergebnis ist nachher immer die Technik/der Tonmensch.
Erfahrene Musiker mit Studioerfahrung, Top-Equipment und einer Menge absolut notwendiger Diziplin und Geduld können mit so einer Aufnahmesituation schon eher umgehen.
Ich habe letztes Jahr mit meiner eigenen Band mal probeweise Aufnahmen im Proberaum gemacht - mit meinem Homestudioequipment (Digitalpult über Firewire in Cubase/GUTE!!! Mikros). Aus diesen Probeaufnahmen ist letzendlich unsere aktuelle CD entstanden, die sich (zumindest soundtechnisch) nicht hinter guten Studioaufnahmen verstecken muß. Es geht also schon. Allerdings war dazu eine Menge Selbstdiziplin aller Beteiligten erfoderlich. Auch sind wir alle Musiker mit jahrzehntelanger Band-, Live- uind Studioerfahrung. Da die Songs sicher beherrscht wurden (absolut unabdingbar!!!), waren die Backingtracks meist im 2-3 Versuch im Kasten. Overdubs und Vocals haben wir dann später bei mir im Heimstudio gemacht. Ebenso das Mastering.
Innerhalb des Raums haben wir mit mobilen Trennwänden gearbeitet (und einer Menge Matratzen:)) um das Übersprechen zu minimieren. Außerdem hat jeder (außer dem Drummer) so leise wie möglich und nur so laut wie nötig gespielt (incl. leisem Pilotgesang als Orientierung). Keyboards nur als Mididateien. Für mich war das allerdings Stress pur, da ich ja gleichzeitig Gitarrist und Tonmann war. Geht aber auch.
Übersprechen ist trotz allem das Hauptproblem bei dieser Art der Aufnahme, vor allem bei späteren Korrekturen. Also sauber einspielen.
Zweites Problem war für mich der Raumklang, da unsere Proberaum leicht hallig ist, was wir auch nur eingeschränkt verhindern können. Da muß man im Vorfeld schon sehen, ob man mit diesem Sound, vor allem für die Drums, leben kann. Ich konnte es und könnte es wieder. Nur Vorsicht bei nachträglichen Hall- und Delayorgien, das beißt sich unter Umständen (zumal wir alles ohne Klick eingespielt haben).
Aller Schwierigkeiten zum Trotz würde ich das Ganze mit dieser Band jederzeit wiederholen, denn man wird mit einem sehr dichten, lebendigen "Live"-Sond belohnt. Das klingt einfach homogen, viel mehr nach "Band" als bei Ping-Pong.
Also: Falls das Aufnahmeequipment stimmt, die Songs sitzen und die Musiker ihren Kram beherrschen, geht es. Außerdem ist auch die Beziehung zu der aufzunehmenden Band wichtig, ebenso das Klären der Kompetenzen und Erwartungen im Vorfeld. Das ist für mich der gravierende Unterschied zu Studioaufnahmen, dort kann ich gute, saubere Aufnahmen erwarten, in unserem Fall aber nur bedingt. Es kann gut werden, muß aber nicht...
Dann ist wichtig: Werde ich als Tonmann für meine Arbeit bezahlt, oder ist es eine Gefälligkeitsleistung (wobei man sich über den Riesenarbeitsaufwand keine Illusionen machen sollte!!).
So, das ist was mir in Kürze;) und spontan zu dem Thema einfällt
LG Woodie
 
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Hallo,
danke für eure Antworten, ihr habt mir damit schon ein gutes Stück weiter geholfen

Allerdings muss ich dazusagen, dass die Band aus lauter Profis besteht, die mehrere Studiojobs
getätigt haben (einzeln/gemeinsam) und damit ihr Geld verdienen.
Bei der besagten Band handelt es sich eher um Hobbymusiker, die allerdings ihr Hobby ziemlich ernst nehmen. Der Gitarrist spielt sogar mit dem Gedanken, ernsthaft Berufsmusiker zu werden.

Bei den normalen Hobbymusikern ist es ja schon so, dass die beim einzeln einspielen mehrere Takes brauchen. Wenn dann noch alle gemeinsam auf einem Take zusammentreffen müssen, potenziert sich der Aufwand natürlich umso mehr
Das ist exakt meine Befürchtung

Wenn es denn wirklich "Live-Feeling" sein soll, kann man ja auch ein Konzert mitschneiden. lassen
Es geht der Band nicht um das Live-Feeling, also dem Feeling auf der Bühne zu stehen und das Publikum jubeln zu hören etc, sondern um die Stimmung des Songs, die offenbar ihrer Meinung nach nur dann aufkommt, wenn sie ihn alle gemeinsam spielen

es von 1-3 immer besser wurde, dann von 3-4 oder 5 gleich, nur anders wurde, und alles weitere dann wieder schlechter wird.
Das finde ich sehr intressant

Musiker ohne Tonstudioerfahrung würde ich nie wieder auf die Art verwursten, das Ergebnis wird nie befriedigend ausfallen

Ich hab für sie schon ein paar Songs auf die konventionelle Art aufgenommen, aber das war's auch. Ich denke nicht, dass man da dann ernsthaft von "Tonstudioerfahrung" sprechen kann.

Eine Frage noch: Wie steht's denn bei dieser Technik mit Click?
Da ja dezente Tempowechsel auch ein künstlerisches Mittel sind, habe ich die Befürchtung, man würde mit einer mechanischen Click-Aufnahme vielleicht den Song zu sehr "einspannen". Ich meine dabei vor allem solche Tempowechsel, die man nicht unbedingt bewusst mitbekommt. Ist das ein Grund, auf dieses wertvolle Hilfsmittel zu verzichten?

Liebe Grüße
Max
 
Dezente Tempowechsel empfinde ich meistens als mangelndes Können der Band :D

Wenns mal gezielt ein Ritardando irgendwo gibt oder so mach ich immer am Beginn dessen den Click aus, damit der/die Musiker nicht verwirrt wird/werden.
Hab bei meiner aktuellen CD-Produktion aber auch einen Schlagzeuger gehabt der so drin war, dass er ein Ritardando flüssig hinbekommen hat ohne sich vom weiterlaufenden Click verwirren zu lassen...... gibts auch :D

Was ich leider selber schon spüren musste: Einen Song / eine CD aufzunehmen ohne Click kann funktionieren aber auch katastrophal enden (junge Musiker, die noch keine Virtuosen auf ihrem Instrument waren oder anders gesagt einfach noch nicht sooo gut spielten): du kannst kaum was editieren weil du nichts ersetzen kannst da ungewollter Tempowechsel vom Schlagzeuger (der das Tempo eben nicht halten kann) und auch nichts quantisieren: wenn der Bassist ein bisschen unsauber einspielt: sch***e gelaufen, nochmal bis zum abwinken und es sitz oder eben nicht.
 
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Hi,
ich stimme da Black-Thunder zu, mit der Aussage:
Dezente Tempowechsel empfinde ich meistens als mangelndes Können der Band :D
Bin auch kein Fan von unkontrollierten Tempowechsel, kontrolliert sieht die Sache schon anders aus!

Allerdings gibt es Bands, die mit Click absolut nicht zurechtkommen. Weil sie nie mit Click gespielt haben und sich dann bei der Aufnahmen
zu sehr um den Click kümmern und so das "Live-Feeling" komplett vergessen.
So haben wir damals bei einer Demo CD mit einer durchwegs professionellen Band, die allerdings nie nach Click spielt,
einmal Mit, einmal ohne Klick aufgenommen. Der Take ohne Click war vom Feeling her besser, nicht so verkrampft,
der Take mit Click war halt vom Timing her super, allerdings fehlte diese Unverkrampftheit.
Da da kein Zeitdruck dahinter war, haben wir uns Zeit gelassen, und nach Click spielen geübt ;)

Da kommt es jetzt auf die Band darauf an. In 90% der Fällen wird bei mir auch immer Click durchgegeben,
bei Tempowechsel die x Takte der Click abgeschalten und dann wieder ein, damit die Band wieder "auf Time" ist.
Wobei es von Band zu Band verschieden ist, ob den Click nur der Drummer bekommt, oder die ganze Band.

Ich weiß nicht wie viel Zeit und Muse du und die Band haben, aber ich würd halt probieren,
die ganze Band Click, nur dem Drummer Click, oder eben gar keinem.
Schaun ob der Drummer da draufspielt, und dann schaun ob die Band da mitzieht.

LG Norbert
 
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Es kommt auf die Band, die Musik und letztendlich auch auf das Studio selbst an. Wenn die Band gut aufeinander eingespielt ist, über genügend Livererfahrung verfügt und die Stücke arrangementtechnisch stehen, dann kann man es auf jeden Fall versuchen. Und wenn das Studio die nötigen Voraussetzungen mitbringt, guter Techniker, Trennwände, gutes Equipment etc, dann kann man wertvolle Studiozeit im wahrsten Sinne des Wortes auskosten. Wenn nur einer von diesen Parametern nicht funktioniert, wird´s ungemütlich. Das fängt mit der Organisation des Aufnehmens (Aufbauen, Reihenfolge der Stücke, Pausen, Abhören, etc) an und hört mit "Wacklern und Knistern" in den Kopfhören auf.
Viele Takes werden nötig sein, bis einer dabei ist, der für die CD taugt
Das kommt halt darauf an, wie gut das jeweilige Stück vorbereitet ist
Nach dem zwanzigsten Take wird das Feeling des Songs auch nicht mehr so gut rüberkommen, wie beim ersten Mal (Ausdauer, Muße, Spaß etc nimmt ja auch irgendwann ab)
*Wer glaubt das ein Aufenthalt im Studio nur aus purem Vergnügen besteht, sollte besser erst gar nicht ein Studio betreten. Das ist Arbeit. Mitunter harte Arbeit. Aber wie in allen Bereichen kann Arbeit Spaß machen. Sie macht dann keinen Spaß, wenn nach dem 20.Take der Bassmann immer noch denselben Fehler macht, weil er es einfach nicht besser kann. Die Veränderung von Take zu Take kriegt man beim Aufnehmen oft gar nicht mit. Letztendlich wird aber das Zusammenspiel dadurch besser. Und es ist immer die Frage welchen Anspruch man dann als Band hat. Verzeiht man "kleine Fehlerchen"? Oder will man eine perfekte Aufnahme? Darüber sollte man sich vorher im klaren sein und nicht im Sudio anfangen zu diskutieren.
*Wichtig ist Geduld zu haben und die Fähigkeit zu haben das Tempo desjenigen in der Band zu akzeptieren, der für die meisten Takeabbrüche verantwortlich ist. Das ist mit das Schwerste!

Je nach musikalischem Niveau sollte/kann die Band mit Klick spielen. Ihr glaubt ja nicht, was für Fähigkeiten Gitarristen haben zu treiben*;) Natürlich kann man auch ohne Klick spielen und es gibt tatsächlich auch Bands die kontrolliert das Timing ändern können. Ansonsten gibt es neben den "normalen" Spielfehlern nichts schlimmeres, als wenn die Band unkontrolliert schneller oder langsamer wird (naja, meistens schenller :))
Für eine Liveaufnahme ist eine sehr gute Vorbereitung die halbe Miete. Alle Soundexperimente sollten abgeschlossen sein, keine neuen Saitenstärken mehr ausprobieren, usw. Jedem muss klar sein, was der andere spielt.
Und wie bereits gesagt. Macht euch einen Plan. Vorallendingen achtet auf regelmäßige Pausen. Versucht den Aufnahmeprozeß so stressfrei wie möglich zu gestalten. Keine Freunde oder Freundinnen ins Studio einladen. Nur die Leute, die mit der Aufnahme beschäftigt sind. Und:
Handys aus :D
 
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Wir waren vor ein paar Wochen zum ersten Mal im Studio, haben mit Click, aber getrennt aufgenommen und ich bin sehr froh dass wir das so gemacht haben. Denn obwohl ich dachte, wir hätten die Songs alle ziemlich gut drin (haben sie wirklich oft geprobt und auch schon oft live gespielt) gabs doch die eine oder andere kleine Überraschung. Hätten wir live aufgenommen, wären wir wohl verzweifelt :D
 
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Abgesehen von der Tatsache, dass ich persönlich serielle Aufnahmen bevorzuge, weil ich mich dann einfach besser konzentrieren kann, ist es in meinen Augen auch eine große Frage des Sounds. Egal ob die Band es jetzt drauf hat eine Liveaufnahme in den Kasten zu bekommen oder nicht. Viele Bands nicht nur aus dem Jazzbereich mögen einfach den etwas ungeschliffeneren Sound der gefühlt rüber kommt. Es klingt eben mehr nach Liveband und nicht nach statischer Studioproduktion wo alles zu 150% sitzt. Sowas kann viel Charme versprühen oder einfach nur grausam klingen und daher würde ich im Zweifelsfalle immer die serielle Methode wählen. Lieber etwas geschliffener rüberkommen anstatt für 45 Minuten Garagengetröte viel Geld rauszuwerfen. :) Das mit der neuen Umgebung würde ich aber so nicht unterschreiben. Bei Gigs ist man meist auch in ungewohnter Umgebung und kann trotzdem noch unfallfrei spielen.
 
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Danke für eure Antworten :)

Black Thunder schrieb:
Dezente Tempowechsel empfinde ich meistens als mangelndes Können der Band
was ja auch meistens stimmt. Zumindest am Anfang. Allerdings gibt es natürlich auch Beispiele für Songs, wo ein winziger Tempowechsel die ganze Sache einfach lebendiger macht.
Mit meiner Ex-Band haben wir zum Beispiel den Song Bad Company von der gleichnamigen Band gecovert und als wir mit dem Instrumentalteil am Ende einfach nicht zufrieden sein wollten, haben wir festgestellt, dass im Original da ein (für uns damals) quasi unhörbarer Tempowechsel drin war, der dem ganzen die Würze gegeben hat.
Oder man nehme z.B: den Song "After The Ordeal" von Genesis. Da wechseln sie alle paar Takte das Tempo um ein paar BPM und man kann von Rutherford, Collins und co. nicht behaupten, sie würden nicht wissen, was sie da tun :)
Selbstverständlich versuche ich hier gerade frevelhafterweise eine der besten Prog-Rock-Gruppen mit einer Band aus fortgeschrittenen Anfängern zu vergleichen, aber ich denke, es ist klar, was ich meine.

unbedingt!
 
Wenn die Band es drauf hat ist die Methode des Live-einspielens durch nichts zu ersetzen :)

Man muss aber echt vorsichtig sein. Ich habe mir auch schon mehrere Aufnahmen damit versaut, dass ich der Band mehr zugetraut habe als sie eigentlich konnten.
Die einzigen Situationen in denen ich das Live-Einspielen für gar nicht sinnvoll halte sind bei Aufnahmen von Musik, die sowieso hinterher aufs Raster geschnitten wird, wie zB bei einer Deathmetal Produktion.
 
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