Löten DIY

von Leitgeb, 18.06.18.

  1. Leitgeb

    Leitgeb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.06.18   #1
    Hallo!
    Ich frage mal hier bei den Trompeten, in der Hoffnung, hier lesen die meisten...

    Also: Nachdem ich meine Scheu abgelegt habe an (Dreh-) Ventilen rumzudoktern überlege ich ernsthaft, mich auch mal mit einfachen Lötreparaturen zu beschäftigen...
    Dabei ginge es im Ernstfall um wirklich alte, geschundene und nicht (mehr) lackierte Instrumente, abgelöste Stützen.
    "Übeschrott" wäre auch vorhanden.

    Wieso gibts denn dazu kein Videotutorial ;-)

    Ernsthaft: Hat jemand Tipps zum Einlesen, anschauen,... Was genau bräuchte ich?

    Danke und Grüße!
     
  2. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 18.06.18   #2
    Die schlechte Nachricht zuerst, wie heute in einer guten Fachwerkstatt genau gelötet wird weiß ich leider nicht.
    Ich kenne auch nur Jahrzehnte alte Fachliteratur wie Bahnert et al., in der z.B. Flußmittel noch alchemieverdächtig selbst angerührt werden.
    Wollte ich derart wie Du am Instrument basteln, dann würde ich wohl erst einmal ein Werkstattpraktikum machen oder gleich einen Workshop besuchen.
    http://trompetenmacher.de/de/historisches/seminar-video/

    Weich gelötet werden mit Brenner und Lötzinn bei Temperaturen bis zu 200° jene Verbindungen, die lösbar bleiben sollen, also Verbindungen des Korpus zu Stegen und Stützen und die Rohrverbindungen.
    Der Klassiker unter den Lötzinnen Sn60Pb40 hat den Vorteil einer Löttemperatur knapp unter 200° und dank seines Bleianteils den einer langlebigen Verbindung.

    Mehrteilige Stege und Stützen sind in sich hartverlötet (Silberlot, sog. Schlaglot), ebenso das Schallstück und Teile der Ventile und Maschine.

    Beim Löten ist neben der richtigen Temperatur natürlich zu beachten, dass sich beim lokalen Erhitzen des Werkstücks keine anderen Lötverbindungen in der Nähe der Reparaturstelle ungewollt lösen oder dass sich gar die Statik ändert.
    Durch diverse Klammern und Lehren stellt man sicher, dass der Korpus spannungsfrei bleibt.

    Unter dem folgenden Link gibt es eine Bilderserie, die einen Einblick in die Produktion der alten Kanstul-Werkstatt bietet.
    Kanstul ist ein sehr guter amerikanischer Hersteller und baut neben eigenen Modellen auch White Label Blechblasinstrumente wie die im Link.
    Das Schöne an den Bildern ist, dass man einen Eindruck von der Arbeitsweise sowie von den eingesetzten Werkzeugen bekommt.
    http://www.zacharymusic.com/Zachary_Music/Factory.htm

    Gruß Claus
     
  3. voiceintune

    voiceintune Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.06.18   #3
    klasse anfrage
    klasse beantwortung von Claus

    ein thema das mich auch seit einiger zeit interessiert.
     
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