Logic Pro X: Ungewollte Panoramaverschiebung

Strato Incendus
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Bei einer meiner mit Logic Pro X erstellten Cover-Versionen ist mir heute nach langer Zeit nochmal etwas mir Unerklärliches passiert:

Die Vocals verschieben sich an einer Stelle (dem Empfinden nach) stärker aufs rechte Ohr, obwohl sie vom Panoramaregler her die ganze Zeit genau in der Mitte sind (0).

(bei 0:24, das Wort "sheets")


Ich dachte erst, das läge am Hall (Space Designer) oder Delay (Stereo Delay), dass der Effekt auf einem Ohr zeitlich versetzt vor dem anderen kommt. Es trat allerdings auch bei Abschalten von beidem auf. Die Vocals-Spur selbst ist jedoch mono, also liegt es nicht am aufgenommenen Material.

Wenn ich Reverb oder Delay auf Mono umstelle, tritt es ebenfalls trotzdem noch auf.

Das Nervigste ist aber vor allem, dass der Fehler innerhalb von Logic schwer zu reproduzieren ist: Wenn ich mehrfach abspiele, tritt dieser Klangeindruck manchmal auf, manchmal nicht.

Ich habe sogar versucht, zu kompensieren, indem ich per Automation das Panorama an der betreffenden Stelle in die Gegenrichtung geändert habe - also nach links. Dann klang es aber immer noch nach rechts verschoben, wenn das Phänomen auftrat; wenn nicht, dann natürlich nach links. Allerdings geht die gefühlte Rechtsverschiebung deutlich weiter nach rechts als die entsprechende Automation nach links. Für mich macht es wirklich den Eindruck, als würde die Stimme auf dem linken Ohr kurz ganz verschwinden. Wenn ich jedoch den Kopfhörer halb aufsetze, also nur auf dem linken Ohr höre, ist da auf jeden Fall noch was zu hören - es wird allerdings unmittelbar nach dem Wort "sheets" lauter. Wenn ich dagegen nur rechts höre, merke ich den Unterschied nicht so stark (da müsste das Wort "sheets" ja plötzlich lauter klingen).

Habt ihr eine Idee, woher das kommen könnte? Ist es vielleicht nur eine auditive Illusion?
 
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Hab (noch) nicht in das Beispiel reingehört, aber

- handelt es sich um gedoppelte und im Panorama verteilte Spuren?

- passiert das auch, wenn die Vocal-Spur(en) solo laufen?
 
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Das Nervigste ist aber vor allem, dass der Fehler innerhalb von Logic schwer zu reproduzieren ist: Wenn ich mehrfach abspiele, tritt dieser Klangeindruck manchmal auf, manchmal nicht.
Zusätzlich zu den Tests von Signalschwarz solltest Du auch probieren, ob der Fehler nicht unabhängig von Logic ist.
Folgende Alternativen bieten sich an:
Vocal-Spur als Solo exportieren, in anderer Software (Quicktime-Player, Finder-Quickview) abspielen und:
- anderen Kopfhörer verwenden
- Statt Audiointerface den eingebauten Audioausgang verwenden
- evtl. andere Kabel verwenden
 
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An den Abhörbedingungen liegts nicht. Ich hör das bei mir auch, sowohl auf den Monitoren als mit Kopfhörer.

Ich vermute es liegt an den breiten gezupften "Violas" unter den Gitarren. Vermutlich findet an dieser Stelle, wegen eines ungüstigen Zufalls der Phasenlagen, beim Summieren links eine Auslöschung statt, rechts eine Addition.

Das kannst du einfach testen, indem du die Vocals Solo anhörst. Wie Signalschwarz schon angemerkt hat.

Die gezupfte Viola ist ein Softwareinstrument, nehm ich mal an? Bounce diese Spur mal in eine Audiodatei, bevor du weitere Schritte vornimmst. Das könnte der Grund sein warum es beim abspielen mal auftritt, mal nicht. Gut möglich dass da ein Humanizer aktiv ist, der per Zufallsprinzip unterschiedliche Samples abspielt. Das ist nach dem Bouncen nicht mehr der Fall, dann wirds immer exakt gleich abgespielt.
Das Problem könnte bereits behoben sein - wenn nicht - nochmal bouncen:D Falls mehre Anläufe doch nicht zum Ziel führen sollten, dann kannst du mal versuchen in den Vocals das Wort "Sheets" freizuschneiden, und es im Millisekundenbereich in der Timeline leicht nach vorn oder hinten zu verschieben.
 
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Gute Idee, es tritt allerdings auch beim Hören der Vocals solo auf (also mal ja, mal nein). Zudem sind die Spuren aber eigentlich mit Freeze-Funktion eingefroren, sollten also eigentlich auch konstant sein.

Die Streicher sind Softwareinstrumente (Garritan Personal Orchestra 4), das ist korrekt. Auch diese Spuren sind aber eingefroren, damit sie weniger Speicher brauchen.

Beim Delay oder Hall habe ich gesehen, dass manchmal der linke und rechte Kanal zeitlich versetzt ausschlagen, manchmal gleichzeitig. Aber wie gesagt, der Effekt tritt auch auf, wenn ich Delay und Hall als Mono-Effekte auf den Bus lege.
 
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Also wenn die Vocal Spur Mono ist, du diese Solo anhörst und Hall/Delays ausgeschaltest, und trotzdem tritt der Panorama-Versatz auf, bin ich ratlos. Das muss ein Bug sein, ist ja nix mehr da was das Panorama beeinflussen könnte. Wie schlägt denn der Masterkanal, bzw Korelationsmeter im Masterkanal aus? Das müsste da ja sichtbar sein.
 
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Nachdem das Phänomen nicht auf naheliegende Zusammenhänge zurückzuführen ist und es sich wohl auch um keinen generellen Logic-Bug handelt, denn sonst wären wahrscheinlich mehr Meldungen diesbezügliche bekannt, ist es nun am TE die Fehlerursache durch systematisches Vorgehen zu aufzuspüren, ich bezweifle stark, dass ein Außenstehender hier eine Lösung bieten kann.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Der TE kann dann ja die Ergebnisse aus seinen Tests hier mitteilen, vielleicht bringen sie jemanden auf eine Idee.
 
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Okay, ich glaube, ich habe das Problem gefunden: Es lag nicht am Anfang der Signalkette, sondern am Ende:

Die geschlossenen HiHats mit Akzenten am Anfang sind das einzige, was den Limiter am Schluss überfährt, dafür aber ganz gehörig. Da der Adaptive Limiter stereo ist und das HiHat natürlich leicht zu einer Seite gepanned (in meinem Fall links, also wie aus Schlagzeuger-Perspektive), wird dann links stärker abgesenkt als rechts.

Beim Solo-Test der Vocals sollte das zwar eigentlich keine Rolle spielen; ich bin mir jetzt aber auch nicht mehr sicher, aber ich habe diesmal ein Preset genommen, das generell am Ende ziemlich viel boostet.

Hauptproblem für mich ist jetzt, dass dieses Schlagzeugset keinen eigenen Output-Kanal fürs HiHat hat, sondern das HiHat maßgeblich über die Overheads mit abgespielt wird. Aber da am Anfang ja praktisch nichts anderes als das HiHat zu hören ist, senke ich jetzt einfach mal die Overheads am Anfang per Automation ab. :)
 
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Die HiHat triggert bei dir den Limiter? Und welchen Limiter verwendest Du?
 
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Den Adaptive Limiter von Logic Pro X. Und da kann ich eben sehen, dass die Verschiebungen auf ein Ohr zeitlich damit korrelieren, dass auf dem Ohr, wo die Vocals verschwinden, der Gesamtpegel in dem Moment über den Limiter hinausschießt. Das passiert nur auf den akzentuierten geschlossenen Hits, weil da die Transienten eben besonders laut sind. Nur diese Akzente überlappen eben ziemlich mit den Akzenten der Vocals. Da werden die Vocals also quasi unfreiwillig einem Sidechaining unterworfen - wenn das HiHat trifft und im linken Kanal über die 0 dB hinausgeht, werden die Vocals mit abgesenkt.

Das offene HiHat habe ich deutlich leiser gespielt, bewusst, aber die Akzente sollten ja gerade laut sein.

An einer Stelle passiert etwas ähnliches in meiner neuen Version immer noch mit der Rhythmusgitarre (1:35), aber da ist es zu verschmerzen. Beim Gesang fällt es halt einfach direkt auf.


Die alte Fassung habe ich auf privat gesetzt, d.h. im Startpost kann man sie immer noch anhören - als mahnendes Beispiel für alle, die mit dem Saturator am Ende der Kette vor dem Brickwall Limiter zu gierig werden :D .
 
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Man könnte, falls noch nicht geschehen, alle Instrumentengruppen in Mixbusse routen. Hier könntest Du ja dann speziell das Drum bearbeiten. Zunächst die Spitzen der Hihat mit nem EQ auffangen, komprimieren und letztendlich mit nem Limiter begrenzen.
 

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