lydisch, dorisch, aeolisch????

von guitar@player, 29.01.08.

  1. guitar@player

    guitar@player Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.08   #1
    Also ich beschäftige mich seit einiger Zeit etwas mit Harmonielehre und es fallen immer Begriffe wie lydisch, dorisch, aeolisch, mixolydisch .....
    kann mir jemand erklären was es damit auf sich hat????


    Danke scho ma im voraus
     
  2. BenChnobli

    BenChnobli Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 29.01.08   #2
    Nimm mal eine einfache C-Dur Tonleiter, also C D E F G A H C. Und jetzt spielst du sie immer ab einem anderen Punkt. So kommen die Kirchentonleitern, auch Modi genannt, zu Stande. Und so sähe das dann aus:
    Code:
    C-Ionisch:     C D E F G A H C (das ist normales Dur)
    D-Dorisch:       D E F G A H C D
    D-Phrygisch:       E F G A H C D E
    F-Lydisch:           F G A H C D E F
    G-Mixolydisch:         G A H C D E F G
    A-Äolisch:               A H C D E F G A (das ist normales Moll
    H-Lokrisch:                H C D E F G A H
    Diese Darstellung ist jetzt unpräzise, z.B. ist lokrisch keine Kirchentonart im strengen Sinne, aber immerhin kann man damit mal arbeiten. Im Grunde machst du einfach aus dem Tonmaterial von C-Dur 7 Tonleitern, die jeweils ganz eigene Klangcharakteristika haben. Spiel sie mal so durch und fühl die Unterschiede, das ist richtig spannend. Der Rest steht in der Wikipedia, viel auch hier im Board :sufu:-> Kirchentonart oder Kirchentonleiter

    Gruss, Ben
     
  3. Zack ab!

    Zack ab! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.08   #3
    Interessanter wird's, wenn man die Skalenzusammensetzung mal intervallisch betrachtet, also aus welchen (relativen) Tönen die Skala jeweils besteht.

    Ionisch: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - maj7

    Dorisch: 1 - 2 - b3 - 4 - 5 - 6 - 7

    Phrygisch: 1 - b2 - b3 - 4 - 5 - b6 - 7

    Lydisch: 1 - 2 - 3 - #4 - 5 - 6 - maj7

    Mixolydisch: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7

    Äolisch: 1 - 2 - b3 - 4 - 5 - b6 - 7

    Lokrisch: 1 - b2 - b3 - 4 -b5 - b6 -7

    Davon hat jede Skala ihren ganz eigenen Grundklang.

    Man kann sie nicht nur zum Solieren benutzen, sondern kann auch ganz Songs basierend auf einer Skala basteln.
    Ein Song, der dem Phrygischen zuortbar wäre, klänge bspw. ''spanisch''.

    Ich würde mir die Skalen nicht (!) als Verschiebungen von Ionisch (auch bekannt als Dur) bzw. Äolisch(auch bekannt als moll) merken.
    Dennoch ist es wichtig zu wissen, auf welcher Stufe der zugrundeliegenden Skala, welche Skala zu spielen ist.

    Ein Beispiel:

    Ein Song steht in Ab-Dur.

    Folgenden Changes sind gegeben:

    Ab - Fbm7 - Bbm7 - Eb7 - Ab

    Es handelt sich um die Stufen:

    I - VI - II - V - I

    Schau dir jetzt nochmal die Reihenfolge der Auflistung oben an, diese Reihenfolge ist absolut verbindlich.
    Eine Stufe nach Ionisch kommt immer Dorisch, nach Äolisch kommt immer Lokrisch, usw.!

    Ionisch ist in unserem Beispiel dem Ab zuzuordnen.
    Fbm7 bildet zum Ab die große Sexte, liegt also auf der sechsten Stufe.
    Gehst du von Ionisch sechs Schritte aufwärts landest du bei Äolisch.
    Bbm7 bildet zum Ab die große Sekunde, liegt also auf der zweiten Stufe.
    Der zweiten Stufe ist Dorisch zuzuordnen.

    Aufgabe:
    Welche Skala gilt demnach für Eb7?

    Noch was zur Verwendung der Skalen.
    Du kannst über obige Akkordverbindung natürlich auch nur mit der Ab-Dur-Skala (also Ionisch) solieren.
    Aber wenn du die jeweiligen Akkordtöne besonders hervorheben willst, ist es wesentlich einfacher, wenn du von jedem der Akkordgrundtöne eine eigene Skala, inklusive der charakteristische Intervalle beherrschst.
    So ist für Dorisch beispielsweise die große Sexte besonders charakteristisch.

    Experimentier einfach mal ein bischen mit den verschiedenen Klangfarben rum.

    Viel Spass.
     
  4. guitar@player

    guitar@player Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.08   #4
    Für Eb7 müsste dann Mixolydisch gelten oder?
     
  5. Zack ab!

    Zack ab! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.08   #5
    Ganz genau.
     
  6. guitar@player

    guitar@player Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.08   #6
    aaaaha gut dann werd ich mal ein wenig experimentieren
     
  7. mickyxxx

    mickyxxx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.02.08   #7

    WOW!!! Du bist meine Retter!!! Jetzt ist mir grade zum erstenmal ein Licht aufgegangen was die Modes und deren Anwendung betrifft !!!
     
  8. Ramarro

    Ramarro Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.02.08   #8
    Ja, sehr schön erklärt, nur ist statt Fbm7 sicherlich Fm7 gemeint.

    Rolf
     
  9. mickyxxx

    mickyxxx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.08   #9
    Frage:

    Ich habe folgende Changes : C7--F7--G7. Also ein Blues in C.

    Jetzt könnt ich wie du gesagt hast über C die Inonische,über F die Lydisch,etc.. spielen.

    Aber eigentlich fehlen da ja noch die 7th Töne.Also bei C7 die Note Ais,bei F7 die Note dis,etc...etc..

    -Kann man da nicht noch eine andere Skala anwenden,die halt diese 7th Töne hatt???

    -Im Netzt habe ich mal das gleiche Bsp in der Tonart A(A7--D7--E7) gesehen.
    Derjenige hatt dann zu A7-A Mixylodisch,zu D7--D Mixylodisch und zu E7--E Mixylodisch gespielt. Geht das???
     
  10. akkpiadruman

    akkpiadruman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.08   #10
    Für einen Blues bietet sich die Bluestonleiter an, die die charakteristischen
    Bluenotes ("7th Töne") enthält. Also die b3, b5 und b7.
    Bluestonleiter allgemein: 1 - b3 - 4 - b5- 5 - b7 - (1)
    Am Beispiel C: C - Eb - F - Gb - G - Bb - (C)


    Mfg
     
  11. mickyxxx

    mickyxxx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.08   #11
    Es ging mir jetzt eigentlich nicht darum,was sich hier anbietet oder gut anhört,sondern mehr darum ob,was und warum mein obriges Beispiel möglich ist.

    gruss
     
  12. akkpiadruman

    akkpiadruman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.08   #12
    Wenn du bei der Bluestonleiter in C die Töne anschaust, fällt auf, dass die
    Bluenotes größtenteils mit den Septimen übereinstimmen.
    C7 => Bb
    F7 => Eb
    G7 => F

    D.h. alle Septimen sind in der C-Bluestonleiter vorhanden.


    Mfg
     
  13. mickyxxx

    mickyxxx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.08   #13
    Ja,stimmt.Das hab ich verstanden.
    Mir gings irgendwie mehr um die Mods (obwohl ja äolisch,bzw. Moll-penta auch dazugehört).
    Kann man noch eine andere Skala drüberspielen??



    Was ist denn damit?? Ist das möglich??

    GRUSS
     
  14. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 20.02.08   #14
    Du kannst über diese Septakkorde natürlich auch mixolydisch spielen, gerne auch mit zusätzlicher Chromatik. Hier mußt du natürlich über jedem Septakkord dein Tonmaterial anpassen -- im Unterschied zur Blues-Skala, die du bedenkenlos über jeden Akkord spielen kannst.

    Gruß
     
  15. mickyxxx

    mickyxxx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.02.08   #15

    Und genau da versteh ich halt den Zusammenhang,bzw. die Begründung nicht.Also warum kann man das????
    Hier nochmal das Beispiel:
    Tonart A(A7--D7--E7)
    Derjenige hatt dann zu A7-A Mixylodisch,zu D7--D Mixylodisch und zu E7--E Mixylodisch gespielt. Geht das???


    Die Tonart ist doch hier A.Also wäre das A-Ionisch.Und das würde doch bedeuten man könnte nur E-Mixylodisch benutzen,und nicht auch bei A (was ja die Tonika/ionisch ist) und bei D (was ja Lydisch ist)

    Wieso ist denn aber möglich über die I-IV-V Akkorde von A7,zu jedem einzelnen Mixylodisch zu benutzen.Dann wäre man ja hier in 3 verschidenen Tonarten,oder??

    Ich kappiere das einfach net,und werd noch echt verrückt!!!!:confused:
     
  16. Ramarro

    Ramarro Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.02.08   #16
    Mixylodisch ist gut, hehe ... :-)
    Also, Du gehst fälschlicherweise davon aus, dass A7 zu einer normalen A-Dur Tonleiter (ionisch) gehört, das ist aber mitnichten der Fall, denn diese enthält doch gar keine kleine Septime! Für die erste Stufe würde da allenfalls Amaj7 passen, was Dir aber vermutlich zu jazzmäßig klingen dürfte. Daher hatte man Dir ja auch freundlicherweise eine Blues-Skala angeboten.
    Bin da aber kein Experte und ebenso für weitere Erläuterungen dankbar.

    Grüße,
    Rolf
     
  17. mickyxxx

    mickyxxx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.02.08   #17
    Ich hoffe echt das jemand das erklären kann.
     
  18. akkpiadruman

    akkpiadruman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.02.08   #18
    Hallo!

    Ramarro hat es ja schon gesagt: D und E sind zwar die 4. und 5. Stufe von A,
    Jedoch nicht D7 und E7. Das wären Dmaj7 und E7.
    Nach der Stufentheorie ist die 1. Stufe Major, die 4. auch und die 5. Dominantsept.
    Der Blues macht hier eine Ausnahme (siehe dein Beispiel).

    Warum es möglich ist, über die oben genannten Akkorde jeweils die Mixo-
    lydische Skala derselben Tonart zu spielen:

    Gehen wir mal von A7 aus.

    Tonvorrat von A-Mixolydisch = Tonvorrat von D-Dur (weil A7 die 5. Stufe von D-Dur ist.)
    D.h. A-Mixo = A H Cis D E Fis G

    Wenn du dir die Töne genau anschaust, fällt auf, dass alle Töne Töne des A7
    Akkords sind, sobald du den reinen A7 erweiterst (sog. Upper Structure).

    Töne des A7: A - Cis - E - G erweitert => A- Cis - E - G - H - D - Fis

    Dieser erweiterte Akkord ist ein A13. Du hast also außer der Septime noch
    die 9, die 11 und die 13.

    ok? :)


    Mfg
     
  19. MaBa

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    Erstellt: 21.02.08   #19
    Noch ein Erklärungsversuch, auch wenn das meiste schon gesagt wurde :)

    Anhand der Eigenschaften des Blues kann man sich ungefähr vorstellen, wie der Blues entstanden ist.

    Ausgangspunkt: Die Schwarzen mit ihren meist moll-pentatonischen Gesänge werden hineingepreßt in die stark dur-tonal geprägten Welt der Weißen. Durch diesen Dur-Moll-Konflikt entsteht dieser typische des Bluesklang.

    Erweitert man die typischen Durakkorde der westlichen Musik mit den Tönen der Moll-Pentatonik, ergeben sich auf allen Hauptstufen die Septakkorde. Das ist das, was akkpiadruman auch schrieb - jetzt nur historisch betrachtet.

    Diese neu entstandene Harmonik mit den Septakkorden auf allen drei Hauptstufen beeinflußte wiederum die Melodik. Daraus resultieren die mixolydische Skalen über allen drei Hauptstufen - die Durdreiklänge mit kleiner Septime weisen auf mixolydisch.

    Bis hier hin erst einmal...

    Gruß
     
  20. mickyxxx

    mickyxxx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.08   #20
    Ist aber doch richtig,daß wenn man über A7-D7-E7 jeweils "AMixo-D Mixo-EMixo" spielt,daß man dann, wenn man ´die Skalen spielt sich in der jeweils individuellen Tonart befindet,und nicht mehr in einer gesammten,wie wenn man z.b. die A-Blues Penta über alle 3Akkorde spielt???

    Geht das nur beim Blues,oder überall????

    Noch eine letzte Frage:
    Gibt es eine Übersicht über Akkorde die sich auf die jeweiligen Skalen beziehen??
    Wie z.b.
    Septakkord = Mixolodisch
    Sus4 = ??????
    SUS2= ???????
    dur6 = ???????
    etc.= etc...etc
    etc.= etc...etc


    Danke für Eure Geduld!!!!!:great:
    mfg
     
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