maple und rosewood griffbrett.

von m43rius, 01.12.06.

  1. m43rius

    m43rius Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.06   #1
    zum ersten: die suchfunktion hat bei mir nichts brauchbares rausgespuckt. allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass das nochniemand gefragt hat. also falls was nicht passt: sorry ;)

    so, nun zu meinen fragen:

    • was genau sind die unterschiede zwischen maple und rosewood griffbrettern?
    • ich hab bisjetzt nur rosewood gespielt - muss ich mich umgewöhnen auf maple?
    • warum gibt es viel mehr gitarren in denen rosewood im griffbrett verbaut wird als mit maple?
    • wie pflegt man ein maple griffbrett? das einzige was man so findet ist dieses lemon-öl zeugs, was ja aber nicht für maple geeignet ist.
    vielen dank schonmal
     
  2. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 01.12.06   #2


    • Das eine ist Ahorn, das andere Palisander :D

      Ahorn (v.a. komplett einteilige Ahornhälse, also kein Ahorn-Aufleimer) wird etwas mehr Spritzigkeit nachgesagt, allerdings gilt das nur auf ein- und derselben Gitarre. Ansonsten ist der Unterschied durch die natürlichen Schwankungen des Produktes Holz und der viel gewichtigeren Rolle der gesamten Konstruktion wohl kaum empirisch belegbar. Bei den modernen, recht dünnen "Veneer-Boards" (im Gegensatz zu den alten, dickeren Slab-Boards) sowieso.

      Die meisten enstscheiden da, völlig zurecht, nach Optik und evtl. Spielgefühl. Was den Klang angeht, sollte man dagegen lieber nach der ganzen Gitarre gehen. Und da kanns sein, dass eine mit Palisander viel spritziger ist als eine mit Ahorn.

      alte, dick lackierte Ahorngriffbretter können gewöhnungsbedürftig sein. imho sind die viel klebriger (aufgrund der glatten Lack-Oberfläche) als das unbehandelte, rauhere Palisander, wo die glatte Fingerhaut viel besser drübergeht.

      Die heute gern satin lackierten Ahorngriffbretter sind dagegen imho nicht viel anders als Palisander. Mag aber jeder subjektiv anders empfinden.

      Keine Ahnung. Liegt wohl schon mal daran, dass die berühmten einteiligen Ahornhälse ohne Griffbrett-Aufleimer empfindlicher sind als die mit Aufleimer (traditionell dann Palisander, evtl. auch Ebenholz und Co.)

      Die einteiligen sind empfindlich gegen Deadspots, aber auch gegen Verwindung, die sind bei weitem nicht so stabil.

      Einige Hersteller bieten dann zwar auch Ahorngriffbrett auf Ahornhals an, damit man 100% Ahorn hat, aber eben stabiler, aber so richtig durchgesetzt hat sich das nie. Keine Ahnung, wieso, ist nämlich ne gute Idee.


      Daneben gibt es natürlich zahlreiche Mahagoni-Hälse, und hier scheinen die meisten schon aus optischen Gründen lieber Palisander draufzuhauen als Ahorn.

      Gar nicht. Ob dick oder satin lackiert, in beiden Fällen würde jede Form von Öl und Wachs nur rumschmieren und evtl. in Ritzen zwischen Lack und Holz reinfliessen.

      Da geht man mit nem feuchten Lappen drüber und dann evtl. mit nem normalen Guitar-Polish, wie auch für lackierte Bodies.


      Unbehandeltes Ahorn (das gibts aber echt sehr selten) wäre ein Sonderfall. Das verdient etwas mehr Vorsicht.
     
  3. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 01.12.06   #3
    Deadspots und Verwindungen können bei allen Konstruktionen auftreten. Bei einteiligen Maple-Schraubhälsen genauso wie bei zig-teiligen Hälsen mit Rosewood, Neck-thru und x-teiligen Bodies. Ist letztlich immer "nur" das Geheimnis von Kombination und/oder Serienstreuung.

    Ich habe fast 20 Jahre eine US-Strat mit einteiligem Maple Neck als Main Guitar tausende von Stunden in stickigen Proberäumen und siffigen Clubs gespielt. In dieser Zeit hat dieser Hals keinen Schraubenzieher oder Inbus zu Gesicht bekommen. Kerzengrade und nicht die kleinste Lackabnutzung. Ich poste dazu gern mal Fotos. Dead Spots eh nicht. Ausschießlich daran gemessen wäre Deine Aussage 100% falsch.

    Allerdings ist ja keine Gitarre wie die andere...

    Tendenziell ist die Kombination verschiedener Hölzer und Maserungsverläufe in Hals und Body vorzuziehen (von den Placebo-Fotoauflagen reden wir mal nicht, das ist reine Augenwi-s-cherei). Weil damit einseitig verlaufende Schwingungen vermieden werden können. Und diese Gefahr ist halt etwas größer bei einteiligen Konstruktionen. Insofern also leise Zustimmung.

    Aber eben nur sehr tendenziell... Hängt letztlich vom Gitarrenbauer oder reinen Zufallsergebnissen in der Massenproduktion ab. 6 Hölzer und Laufrichtungen können geil sein oder überhaupt nicht. 2 absichtlich oder zufällig von der Maschine kombinierte Hölzer (Hals + Body) können eine Gitarre zum Brennholz oder zu einem endlos zuverlässigem Begleiter machen.

    Kurzum: Instrumente entziehen sich - für manche sicher verwirrend ;)- dem Zeitalter des digitalen Denkens (0 oder 1). Es gibt keinerlei katalogisierbaren Aussagen, wann welcher Hals aus welchen Holz wie mit welchem Korpus funktioniert. Das kann man bei den Millionen von jährlich produzierten Gitarren immer nur an jedem Einzelfall festmachen.


    .
     
  4. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.06   #4
    Ja, wenn man nur die lackierten betrachtet. Es gibt aber jede menge unlackierte Ahornhälse, z.B. MusicMan Teile.

    Da ist Leinenöl und Waffenöl am besten geeignet, die Hersteller selber machen es damit und empfehlen es dementsprechend so.

    3-4 mal im Jahr reicht völlig, mehr als das ist in der Regel zu viel und kann u.U. schädlich sein.

    @thread: die Unterschiede sind vor allem klanglicher Natur, Ahorn klingt "knackiger" und "glockiger" mit mehr höhen und schnellerer Ansprache, während Rosewood etwas "weicher" und "wärmer" klingt und weniger Anschlagdynamik bietet im Vergleich.

    Typischer Ahornhals-sound hat z.B. Eddie VanHalen, er spielt nichts anderes.

    Von der Handhabung her sind die völlig identisch, bis auf dass die meisten Ahorn-Griffbretter lackiert sind (schade, da unlackiert meines erachtens noch besser vom Klang her).
     
  5. martze

    martze Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.06   #5
    Also ich komm mit Rosewood nahezu garnicht klar, ich mag diese kleinen Rillen nicht im Griffbrett.
    Dieses glatte Maple gefällt mir um einiges besser und ich hatte bis jetzt noch keine Gitarre ohne Maple außer meine Akustik, aber da fällt das nicht so auf wegen den dicken Saiten und meißtens sowieso nur Akkordgeklimper.
    Ich kann aber nicht sagen ob das bei allen Rosewood Griffbrettern der Fall ist, hatte bis jetzt noch keine richtig hochwertige Gitarre mit Rosewoodgriffbrett in der Hand leider.
     
  6. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.06   #6
    ist es nicht, Rosewood gibt es in verschiedenen Variationen/Qualitätsstufen. Aber glatt oder nicht, die haben alle einen ähnlichen soundcharakter, da Rosewood ölhaltig ist, was die Dämpfung beeinflusst.
     
  7. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 01.12.06   #7
    Es ist allerdings ne Binsenwahrheit, dass zweiteilige Hälse stabiler sind. Es reicht schon, einfach oben ein Griffbrett rauszusägen und einfach wieder draufzupappen. Ein und dasselbe Teil. Und schon ist dein Hals steifer.

    Ausnahme ist, wenn Hölzer gegeneinander arbeiten. Bei den ersten Palisandergriffbrettern von Fender war das ja so, da die dicken Slabboards gegen das Ahorn rebellierten. Mit den Veneers war das Problem dann aber ziemlich gegessen.

    Und es ist auch kein Wunder, dass man bei durchgehenden Hälsen bevorzugt sperrt (3-7-fach), weil die Deadspotgefahr sinkt. Und grade bei durchgehenden Hälsen ist die ja enorm hoch.


    Dass letzten Endes immer die Gesamtkonstruktion zählt (die Qualität der Einzelteile und die Harmonie der Einzelteile zusammen) steht natürlich ausser Frage.


    Deshalb würde ich auch keinem raten, er solle sich einen Hals X kaufen, weil der theoretisch stabiler ist oder weil man ihm mehr Höhen nachsagt. Was sowieso kaum einer durch ne komplette Effektkette hören würde, und wenn, dann nur im direkten A/B-Vergleich.

    Insofern: drauf geschissen, kaufen, was gefällt :D
     
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