Mein Sohn von neun will Horn lernen

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Ich wollte gerne wissen, ob jemand mir erzählen kann, wie schwer es für ein Kind von neun ist Horn zu lernen. Mein Sohn möchte dies nämlich gerne machen. In Prinzip finde ich es natürlich schön, dass er ein Instrument lernen will und außerdem eines, was nicht so ganz üblich ist, aber ich befürchte, dass gerade Horn ein Instrument ist, das leicht zu Frustrationen führen kann. Ich habe selber überhaupt keine Erfahrung mit Blechbläsern, aber spiele Klavier, Gitarre, Gambe, Blockflöte und Cajón.

Er ist an sich sehr intelligent und kann ausgezeichnet lesen, aber seine Körperbeherrschung ist nicht immer so gut. Deswegen hatte ich eher gedacht, dass Klavier das Instrument ist, das am besten geeignet ist. Allerdings glaube ich, dass man Klavier auch lernen, wenn man etwas später ist, und man gerade bei einem technisches schweren Instrument wie Horn früh anfangen kann. Er wohnt bei seiner Mutter - die kein Klavier hat - und nicht bei mir, aber ich möchte ihn schon so gut wie möglich unterstützen.

Ich würde gerne hören, ob ihr Erfahrungen in diese Richtung habt oder mir einen sinnvollen Rat geben könnt.
 
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Darüber würde ich an deiner Stelle mit einem Fachlehrer sprechen, z.B. aus einem regionalen symphonischen Orchester, dem Blasmusikverein oder einer (vermutlich eher öffentlichen) Musikschule.

Kinder sind bekanntlich sehr unterschiedlich entwickelt und auch die potentiellen Lehrer haben verschiedene Vorstellungen darüber, ab wann sie ein Kind bei welchen Blechblasinstrumenten unterrichten wollen.

Ale Blechblasinstrumente sind sehr anspruchsvoll, das Horn reiht sich da nahtlos ein.
Einen schönen Einblick in blastechnischen Unterricht kannst Du dir hier mit deinem Sohn anschauen. Obwohl in den Clips natürlich an professionellen Ansprüchen ausgerichtet sieht man doch, dass man sich bei Blechblasinstrumenten jederzeit mit den absoluten Grundlagen beschäftigen muss.
https://www.hornsociety.org/multimedia-mainmenu/caruso-method

Wenn es geht, würde ich das Wunschinstrument aus eigener Erfahrung eher unterstützen.
Als Kind wollte ich unbedingt Geige lernen und bekam statt dessen (natürlich erfolglos) das herumstehende Akkordeon des älteren Bruders aufgedrückt. Nach einem Jahr Generve durch Akkordeonunterricht war akives Musizieren für mich jahrelang kein Thema mehr.

Gruß Claus
 
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Wenn es geht, würde ich das Wunschinstrument aus eigener Erfahrung eher unterstützen.
Als Kind wollte ich unbedingt Geige lernen und bekam statt dessen (natürlich erfolglos) das herumstehende Akkordeon des älteren Bruders aufgedrückt. Nach einem Jahr Generve durch Akkordeonunterricht war akives Musizieren für mich jahrelang kein Thema mehr.
Noch danke für deine Antwort. Da hast du vollkommen recht. Der kleine Jan hat inzwischen schon seit ein Paar Wochen Hornunterricht und ist sehr begeistert. Ich bin auch ein Mal bei der Stunde dabei gewesen und fand den Lehrer sehr nett.
Der Klang ist schön, aber er erwischt nicht immer den richtigen Ton. Aber was kann man auch nach so kurzer Zeit erwarten. Das wichtigste ist aber, dass es ihm Spaß macht ein Instrument zu spielen.
 
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Der Jan mit seinem Horn!
 

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Dann wünsche ich dem Jan viel Spaß mit dem Horn. Die Trefferquote steigt mit der Zeit durchs Üben und keine Gedanken machen, wenn mal ein nicht ganz so richtiger Ton dabei ist. Das passiert jedem. Hauptsache Spaß ist dabei.
 
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Alles Gute dem Jan mit seinem Horn!
Ich denke, er sollte nicht nur auf die Töne achten, sondern auch auf seine Atmung, seine Körperhaltung, und - wenigstens immer wieder kurzzeitig - trainieren, das Horn aufrecht zu halten, es nicht auf den Beinen abzulegen.
 
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...trainieren, das Horn aufrecht zu halten, es nicht auf den Beinen abzulegen.
Ich würde einen Anfänger zunächst auch eher im Stehen spielen lassen.
Das erleichtert eine gute Haltung und den Aufbau der Atemtechnik. Außerdem wird man dan durch die Wirkung des Gewichts des Horns automatisch daran erinnert, mit vielen kleinen Pausen neben den Armen auch die Konzentration und den Ansatz frisch zu halten.

hornposture.jpg hornkid.jpg

Gruß Claus
 
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Für den jungen Hornisten zum selbst lesen viel zu früh, aber Bücher haben ja kein Verfallsdatum und wer weiß, wie lange das hochinteresante Werk im Handel erhältlich ist - wobei es immerhin eine zweite Auflage geschafft hat - hier bei Schmidt: Fergus McWilliam - Wie Du ins Horn bläst... und hier bei Köbl
Bei beiden Versendern ist auch die engl. Originalausgabe "blow your OWN horn - an anti horn-method" erhältlich.

Es ist übrigens für jeden übenden und/oder lehrenden Musiker interessant, aufgrund des praktischen Teils natürlich besonders für Blechbläser.
Im folgenden Youtube Clip unterhalten sich die Hornisten (Kollegen bei den Berliner Philharmonikern) Sarah Willis und Fergus McWilliam über sein Buch:



Gruß Claus
 
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Danke! Ist bestellt, bin seeeeehr gespannt!!!
 
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Ale Blechblasinstrumente sind sehr anspruchsvoll, das Horn reiht sich da nahtlos ein.
Kleiner Kommentar dazu: Das F-Horn (Waldhorn, auch das Alphorn) hat eine deutlich größere Rohrlänge als z.B. Trompete und Tenorhorn. Man spielt in den höheren Lagen in einem Bereich, wo die Naturtöne sehr eng beieinander liegen. Da ist es eindeutig schwerer, den richtigen Ton zu treffen als bei anderen Instrumenten. Nicht umsonst ist das Waldhorn berühmt für das häufige "Kieksen" und wird als "Glücksspirale" bezeichnet. Und nicht umsonst werden Doppelhörner gespielt, wo der B-Teil nicht ganz so lang ist. Da ist zwar der Klang nicht so urtümlich, aber dafür kommen die hohen Töne sicherer.
 
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Nicht umsonst ist das Waldhorn berühmt für das häufige "Kieksen" und wird als "Glücksspirale" bezeichnet.

Also bitte, nicht von sich auf andere schließen...

"Warum kieksen Hörner so oft?"
"Da müssen Sie meine Kollegen fragen!"
 
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um es wieder auf eine sachliche Ebene zu bringen: Gibt es nicht vielleicht doch Unterschiede in der Schwierigkeit bei den Blechblasinstrumenten?
 
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Natürlich, das erkennt man doch schon an den vielen guten Posaunisten, die als Hornist nicht taugten:embarrassed:
 
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Nö, wieso denn ;-)

Im Ernst - Du hast doch schon einen Punkt erklärt, der gerne in dem Zusammenhang genannt wird.
Ich meine, es ist darüberhinaus besonders die Mensur des Horns, die die Ansprache der hohen Töne etwas heikler macht als bei den zylindrischen Blechblasinstrumenten - vielleicht kannst Du da die Zusammenhänge klären?!

Und was hätlst Du davon, diese Überlegungen eher als "Charakteristik" denn "Schwierigkeit" der Instrumente zu bezeichnen?
 
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Hohe Töne sind auch auf der Trompete heikel. Beim Kiekser kann die Artikulation eine Rolle spielen, sprich im Mundraum gestaute Luft im Moment der Freigabe des Tons durch die Zunge.
Test: den gleichen Ton nur aus der Atemstütze anstoßen, ganz ohne Beteiligung der Zunge.
Dass die Klangvorstellung und das Voraushören ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen beitragen, je schwieriger es wird, ist vermutlich eh klar.

Bei den täglichen Übungen kann man den Ton ohne Zungenstoß "ha" mit den beiden Zungenartikulation "da (bzw. ta)" und "ga (bzw. ka") relativ langsam abwechselnd üben.
Übungen dieser Art stehen im Heft von Konradin Groth, Etüden über neue Zungenstoß- und Atemtechnik.
Konradin Groth war lange Zeit erster Solotrompeter der Beriner Philharmoniker.

Gruß Claus
 
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Ich erinnere mich dunkel an eine Messung der charakteristischen Einschwingprozesse bei Blechblasinstrumenten. In meiner Erinnerung zeigte diese Messung beim Horn eine besonders stake/lange/hörbare Einschwingphase - mit fließendem Übergang zum Kiekser ;-)
It´s not a bug - it´s a feature!
 
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Danke, - mir ging es um den Anfänger. Als Horn-Anfänger kommst du schon ziemlich früh in Tonbereiche, wo es heikel ist. Als Trompeter eher erst als Fortgeschrittener, weil der "heikle Bereich" etwa eine Oktave höher liegt.
 
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Jein - das Gefühl (und Gehör) für saubere Töne und Ansprache muss man ja von Beginn an durch alle Lagen trainieren.
Da gibt es eben die "Naturtalente" die sich keine Gedanken darum machen müssen, die vielleicht eines Tages einen Schreck kriegen, wenn man ihnen erklärt wie schnell man kieksen kann und dann plötzlich Hemmungen bekommen...
Ich würde einfach empfehlen, sich von solchen Schwierigkeitseinstufungen frei zu machen und sich auf die Charakteristik des eigenen Instrumentes einzulassen. Mit Festigung der eigenen Klangvorstellung und Spielweise sollte man dann gewissenhaft seine eigenen Stärken, Schwächen und Problemchen analysieren und mit passenden Übungen unterstützen - das ist die Lebensaufgabe für uns alle und gelingt eben manchem besser, manchem schlechter.
 
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Voriger Woche hat der Jan zum ersten Mal bei einer Schüleraufführung gespielt. Er war der jüngste Teilnehmer und ich war natürlich sehr stolz.

 
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