Meinungen/Interpretationen zu diesem Text

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Hallo zusammen :)

Ich bin gerade an einem neuen Song dran, zu dem ich jetzt gefühlt ewig für diese wenigen Zeilen gebraucht habe. Es soll der Refrain für das Lied werden. Wie man wahrscheinlich merkt, ist es diesmal ein sehr persönliches, ernstes und trauriges Thema.

Ich weiß jetzt schon nicht, wie ich für dieses Lied noch zusätzlich zwei Strophen zusammen bekommen soll... Und da ich mir selbst beim Refrain noch sehr unsicher bin, wollte ich mal versuchen hier nach Rückmeldungen zu fragen, bevor ich wieder das fertige Lied reinstelle und sich im Nachhinein dann wieder so viele "Fehler" entpuppen.

Auf was es mir bei dem Text ankommt, ist zum einen, dass eine Atmosphäre geschaffen werden soll und zum anderen, dass nicht zu viel verraten wird, es aber dennoch nicht unlogisch auf den Hörer wirkt.

Daher würden mich jetzt eure Interpretationen interessieren.

Refrain:
Durch das Fenster scheint ein heller Tag, genauso wie es auch früher war.
Bunte Lichter tanzen durch den Raum (durch den Raum)
Ich sitz neben dir und dennoch fehlst du mir. Was damals einfach war, ist jetzt kompliziert.
Ich werd's nie kapier'n, denn du bist noch hier, doch wie konnt' ich dich so früh verlier'n?


P.S.: Auch wenn es an machen Stellen nicht so scheint, geht eigentlich alles gesungen gut auf und funktioniert dahingehend. Hab nur noch keine vorzeigbare Demo, da ich schon wieder erkältet bin... :sneeze:

LG Jay
 
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Da ich deine persönliche Situation etwas kenne, vermute ich zu wissen was du meinst. Ich bin deshalb etwas befangen und mein Blick ist schon gefärbt, aber ich finde du hast es gut umgesetzt.
Mit dem Textrhythmus komme ich nicht richtig zurecht, aber wenn du es schon auf Singbarkeit getestet hast, will ich mich gern davon überzeugen lassen.
Durch das Fenster scheint ein heller Tag, genauso wie es auch früher war.
Hier würde ich entweder das "so" oder das "auch" kürzen - aber nur wenn's dann noch in deinen Rhythmus passt.

Ja, die Strophen erfordern dann nochmal paar Entscheidungen. Es gibt bestimmt viel zu erzählen dazu, aber für einen Text sollte es nicht zu viel werden. Vielleicht kannst du dich auf einen Ort (das Zimmer) beschränken und dort in den Zeiten (damal-heute-bald) spazieren? Einzelne Bilder zeigen und vergleichen?
 
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Hi 2bad,
als Unvoreingenommener und nur den Text sprechen lassend, die Wirkung auf mich:
1) Für einen Refrain zu lang, zu kompliziert, zu erzählend.
(Mag im Gesamtkontext anders sein, dazu später mehr.)
2) Innere Kündigung einer Beziehung. Zwei Personen sind physisch da, doch zumindest aus Sicht der erzählenden Person ist die Beziehung (vermutlich Liebe) zur anderen erloschen, ging verloren. Das versucht das Lyrische Ich zu fassen, zu begreifen, sich zu erklären.

Vermutlich also funktionieren die Strophen aus Bruchstücken, die alle auf diesen Refrain als Zustandsbeschreibung hinauslaufen: möglicherweise Erinnerungen an schöne Zeiten, an vermutliche Bruchstellen oder Krisen oder eine Zukunft, in der die jetzt gefühlte Trennung vollzogen, vielleicht überwunden ist.

Vielleicht sind bewußt Anker im Refrain gesetzt, die durch die Strophen an Bedeutung gewinnen: Nicht "Wie konnte ich Dich verlieren" steht da, sondern "Wie konnte ich Dich so früh verlieren". Für einen Refrain sind mir zu viele Wiederholungen drin: Ich sitz neben Dir und dennoch fehlst Du mir und Ich werd´s nie kapieren, doch Du bist noch hier enthält beides die Information, dass die andere Person physisch da ist - und es scheint die gleiche Situation, die gleiche Zeit zu sein. Warum die Wiederholung?

Vielleicht erklärt es sich im Gesamtkontext.
Ohne diesen wäre ich versucht, es so lesen zu wollen und mache es gleich mal völlig anders:
Durch das Fenster scheinen hell die Tage.
Bunte Lichter tanzen durch den Raum (durch den Raum)
Was einfach war, das wird zur Frage.
Du fehlst mir so und bist doch hier.

Ich werde mit dem, was hier steht, ellenweit von dem weg sein, was Du geschrieben hast und schreiben wolltest: die spannende Frage ist: Was fehlt an Information, damit Refrain und Text als Ganzes funktionieren?

Vielleicht nicht das Feedback, das Du Dir erhofft hast, aber es ist halt mein Stochern im Nebel ...

Sozusagen ein Versuch, den Spiegel zu verbiegen, damit sichtbarer wird, was wirklich nötig ist.
es aber dennoch nicht unlogisch auf den Hörer wirkt.
Aus meiner Sicht ist wichtig, dass es stimmig ist. Manchmal ist Verworrenheit stimmig, manchmal Unlogik, manchmal scheinen Dinge auf den ersten Blick unlogisch, die aber auf einer tieferen Ebene oder nach einer gewissen Zeit folgerichtig sind.


x-Riff
 
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In mir entsteht der Eindruck, dass der angedachte Refrain zu viel enthält, sozusagen die Sache schon auf den Punkt bringt, und deshalb die Suche nach weiteren Strophen erschwert.

Falls das zutreffend ist, wäre er womöglich die erste Baustelle.
 
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Ich würde zunächst mal den verfügbaren Text anders strukturieren:

1.
Durch das Fenster scheint
der heller Tag,
so wie es früher war.
Bunte Lichter tanzen
durch den Raum (durch den Raum)

2.
Ich sitz neben dir
kann dich berühren
und doch fehlst du mir.
Was damals einfach war,
ist jetzt kompliziert.

Refrain
Ich werd's nie kapier'n,
du bist noch hier,
wie konnt' ich dich
so früh verlier'n?

3.
.......
.......
......
......

Refrain:
Ich werd's nie kapier'n,
denn du bist noch hier,
Wie konnt' ich dich
so früh verlier'n?

Bridge
........
......
.......

Refrain:
Ich werd's nie kapier'n,
denn du bist noch hier,
Wie konnt' ich dich
so früh verlier'n?


Und schon hätte ich Luft, mehrere Geschichten weiter zu erzählen. Da kann mir das LD plötzlich wie ein Fremder erscheinen. Oder aber ich vermisse das LD unsäglich. Es kann ein Lied an den Geliebten, einen Freund, einen nahen Verwandten oder ein Ideal sein. Je nachdem würden sich langsam Kulisse, Garderobe, Figuren und Handlungen ergeben.

So würde ich munter drauf los probieren - der Rest kommt von alleine. Vor. allem aber würde ich der Regel der Poesie folgen: Das Wichtigste darf nicht explizit gesagt werden - es muss sich wie von allein im Kopf des Hörers ergeben. Diese Chance bietet der momentane Refrain ;-)
 
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Vielen Dank für eure Rückmeldungen und die interessanten Interpretationen. :)

Es gibt bestimmt viel zu erzählen dazu, aber für einen Text sollte es nicht zu viel werden.
Genau das ist jetzt die Herausforderung. Ich will nämlich vermeiden, in den Strophen zu viel zu verraten. Es darf schon erahnt werden, was oder wer ungefähr gemeint ist, aber halt nicht zu offensichtlich.

Vielleicht kannst du dich auf einen Ort (das Zimmer) beschränken und dort in den Zeiten (damal-heute-bald) spazieren? Einzelne Bilder zeigen und vergleichen?
Das is ne super Anregung. Danke dir! :)

Für einen Refrain zu lang, zu kompliziert, zu erzählend.
In mir entsteht der Eindruck, dass der angedachte Refrain zu viel enthält, sozusagen die Sache schon auf den Punkt bringt, und deshalb die Suche nach weiteren Strophen erschwert.

Falls das zutreffend ist, wäre er womöglich die erste Baustelle.
Ja, stimmt. Das trifft zu.
Da werde ich nochmal einiges umschmeißen.
Auch das mit den unnötigen Wiederholungen im Refrain werd ich noch versuchen durch was anderes zu ersetzen. :great:

Vielleicht sind bewußt Anker im Refrain gesetzt, die durch die Strophen an Bedeutung gewinnen: Nicht "Wie konnte ich Dich verlieren" steht da, sondern "Wie konnte ich Dich so früh verlieren".
Jap, das "so früh" ist auf jeden Fall entscheidend.

Vielleicht nicht das Feedback, das Du Dir erhofft hast, aber es ist halt mein Stochern im Nebel ...
Doch, doch. Das ist schon gut so. :great::) Ich bin ja froh, dass es tatsächlich ein Stochern zu sein scheint. Hatte schon die Befürchtung, dass ihr auf Anhieb drauf kommt, um was es geht. Hoffentlich enttarne ich mich dann nicht selbst mit den Strophen... Das ist jetzt die Challenge

Und schon hätte ich Luft, mehrere Geschichten weiter zu erzählen.
So würde ich munter drauf los probieren - der Rest kommt von alleine.
Interessante Strukturierung. Das hilft wirklich dabei, ein Gefühl zu bekommen, wo noch was reinpassen könnte.

Also, mein Kugelschreiber läuft schon wieder auf Hochtouren. Ich hoffe, ich kann bald neue Ergebnisse vorzeigen. Vielen Dank schonmal bis dahin. :)
 
Ich würde allem zustimmen, was hier von anderen bereits gesagt wurde.
Ergänzen würde ich nur ein paar Gedanken zu den Details des Refrains. Kein Richtig/Falsch, sondern Eindrücke von mir, wo du entscheiden kannst, ob dir die (bei mir) erzielte Wirkung gefällt oder nicht.

Durch das Fenster scheint ein heller Tag, genauso wie es auch früher war.
Bunte Lichter tanzen durch den Raum (durch den Raum)
Ich sitz neben dir und dennoch fehlst du mir. Was damals einfach war, ist jetzt kompliziert.
Ich werd's nie kapier'n, denn du bist noch hier, doch wie konnt' ich dich so früh verlier'n?

1. Der Refrain wirkt auf mich zweigeteilt. Die ersten beiden Sätze sind eher Atmosphäre schaffend und das "Äußere" betreffend, die Sätze danach ins Innere gehend und erklärend.

2. Vielleicht wär der Refrain prägnanter, wenn du dich auf eine Ebene beschränken würdest und die verschiedenen Erzählweisen für die Trennung zwischen Strophe und Refrain nutzen würdest.

3. Ganz ketzerisch gefragt:
Was würde dem Refrain fehlen, wenn du die ersten beiden Sätze komplett weglassen würdest?
Wahrscheinlich würdest du antworten: "die Atmosphäre".
Was diese Atmosphäre ausmacht, kommt für mich aber nicht rüber. Es klingt ein bisschen nach früher/heute, gut/schlecht, gleich und doch anders sowie der Überforderung und Verzweiflung, die daraus entsteht. Insgesamt bleibt die Aussage für mich aber diffus.
Wenn diese Sätze für dich eine konkrete Bedeutung und Wichtigkeit haben, dann arbeite das doch entsprechend aus.

4. Im Augenblick wirkt die Vermischung auf mich unentschlossen und überladen so als ob du alles an Erklärung reinpacken wolltest und anschließend für die "Tiefe" noch ein paar Bilder drumrum gebaut hast.
Wieder ganz ketzerisch gefragt:
Was würde sich am Text ändern, wenn du die tanzenden Lichter ersetzt durch irgendeine andere Beschreibung von Geräuschen oder Gerüchen, die irgendwie wahrnehmbar sind.
Falls es einen Riesenunterschied macht, dann ist dies ein Teil deines Textes, dessen Bedeutung sich mir nicht vermittelt. Falls es keinen Unterschied macht, wäre es ein Hinweis, dass das Bild relativ willkürlich gewählt und dadurch auch eher schwach ist.
Das an sich wäre noch kein Ding der Unmöglichkeit. Es gibt ja durchaus Texte, wo fast alles uneindeutig und interpretierbar ist. In deinem Text find ich es aber zumindest verwirrend, weil es im Gegensatz steht zu den folgenden Zeilen.

PS:
Das war mein erster Beitrag hier. Ich hoffe, ich hab es nicht gleich zu Anfang verbockt ;-)
 
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@hobz biz-zejt: Definitiv nicht verbockt. ;) Danke für dein Feedback!

1. Der Refrain wirkt auf mich zweigeteilt. Die ersten beiden Sätze sind eher Atmosphäre schaffend und das "Äußere" betreffend, die Sätze danach ins Innere gehend und erklärend.

2. Vielleicht wär der Refrain prägnanter, wenn du dich auf eine Ebene beschränken würdest und die verschiedenen Erzählweisen für die Trennung zwischen Strophe und Refrain nutzen würdest.
Die Idee gefällt mir. Dann hätte ich auch das Problem nicht, dass mir für die Strophen nicht genug Text einfällt. Zumindest wenn ich mich für den Refrain rein für das Atmospährische entscheiden würde.

Ich hab jetzt nochmal ein bisschen am Refrain rumgeschraubt. Es ist auf jeden Fall so, dass jede räumliche Beschreibung tatsächlich genau so ist und mir eben ein detailliertes Bild von dem vermittelt, wie es dort wirklich ist. Diese Zeilen lösen in mir genau das selbe Gefühl aus, wie wenn ich dort bin. Von daher möchte ich das auch unbedingt drin lassen.

Refrain:
Durch das Fenster scheint ein heller Tag,
fast genauso wie es auch früher war.
Bunte Lichter tanzen durch den Raum.
(durch den Raum)
Das Foto auf dem Schrank wirkt fern und unbekannt.
Und das obwohl es hier schon immer stand.
Ich sitz neben dir und dennoch fehlst du mir.
Sag, wie konnt ich dich so früh verliern.


Ich bin mir nicht ganz sicher. Bis auf die letzte Zeile ist ja jetzt alles atmosphärisch. Kommt dadurch die letzte Zeile zu abprupt und passt überhaupt nicht rein? Ich finde allerdings, ohne diese Zeile könnte man einen ganz falschen Eindruck von der Situation bekommen. (Es ist nur grade schwer, das zu begründen, ohne zu viel zu verraten. :confused:)
 
Was ich glaube all deinen Worten entnehmen zu können, ist ungefähr Folgendes:

Der Text ist dir sehr wichtig, eine echte Herzensangelegenheit, du willst nichts falsch machen, alles genau überlegen, dich zu Anfang nur auf den wichtigsten Teil (den Refrain) konzentrieren, es genau so beschreiben wie sich die Geschichte dahinter für dich in echt anfühlt und die Musik erst mal außen vor lassen.

Wenn ich jetzt einen einzigen Tipp geben sollte, dann wär es der, von alledem das genaue Gegenteil zu machen.

Das klingt erstmal blöd. Aber es wirkt, als ob du zu viel willst und dir dadurch selber im Wege stehst, so viel denkst und hinterfragst, dass dir Spontanität verlorengeht, so sehr an deiner echten Geschichte klebst, dass du aus den Augen verlierst, was für das Stück und fürs Publikum funktioniert, so sehr konzentriert auf einen Teilaspekt des Stückes (den Text des Refrains) bist, dass du diesen überlädst mit Inhalt und dem Refrain dadurch den Refraincharakter und dir selber die Ideen für den Rest des Stückes nimmst.

Ich würde erst mal alles sacken lassen und dann so vorgehen wie hier auch bereits vorgeschlagen.
Erst mal ohne Schere im Kopf ganz frei Ideen und Formulierungen zusammentragen. Dann Stück für Stück ordnen, schauen was (zufällig) entsteht und dich (wieder) freimachen, für Ideen und Formulierungen, die sich im Idealfall einfach mal so entwickeln.

Ich könnte mir vorstellen, dass dich das schneller weiterbringt als immer wieder mit dem Mikroskop in die Details des Refrains zu tauchen und dann ein, zwei Formulierungen hin- und herzuschieben.
 
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Der Text ist dir sehr wichtig, eine echte Herzensangelegenheit, du willst nichts falsch machen, alles genau überlegen, dich zu Anfang nur auf den wichtigsten Teil (den Refrain) konzentrieren, es genau so beschreiben wie sich die Geschichte dahinter für dich in echt anfühlt und die Musik erst mal außen vor lassen.

Der Text ist mir wirklich sehr wichtig, das stimmt.
Aber es ist jetzt nicht so, dass ich nur verbohrt an dem Refrain rumschraube. Ich habe bisher halt nur den hier gepostet, weil allein da halt noch viel zu tun ist. Parallel schreibe ich auch an der ersten Strophe und probiere da viel aus. Und das Instrumental dazu ist auch schon fast fertig. Ich will das diesmal nur, wie gesagt, Schritt für Schritt angehen.

Aber ja, ich verstehe was du meinst:
so sehr an deiner echten Geschichte klebst, dass du aus den Augen verlierst, was für das Stück und fürs Publikum funktioniert...
...diesen überlädst mit Inhalt und dem Refrain dadurch den Refraincharakter und dir selber die Ideen für den Rest des Stückes nimmst.
Das trifft wahrscheinlich auch zu. Ich hätte den Refrain auch gern noch allgemeiner, weiß eben nur noch nicht wie. So könnte ich dann in den in den Strophen mehr ins Detail gehen.

Was es mir halt grade hauptsächlich schwer macht, ist dass ich einerseits Freund von sehr direkten Texten bin, bei denen nicht großartig drum rum geredet wird. Ich will eigentlich schon ganz deutliche Bilder von Situationen oder Zuständen "malen". Andererseits will ich in diesem speziellen Fall, durch den persönlichen Bezug aber auch genau das vermeiden. Für irgendwas werd ich mich aber wohl entscheiden müssen. :nix:
 
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Es darf schon erahnt werden, was oder wer ungefähr gemeint ist, aber halt nicht zu offensichtlich.
Also für mich (das musst du jetzt natürlich nicht öffentlich bestätigen oder auch dementieren - lass es ruhig einfach so stehen) klingt es nach einem engen Familienmitglied (für mich war es ein Elternteil des Lyrischen Ichs, könnte aber auch ein Partner sein), der entweder an Alzheimer leidet oder im Koma liegt; gefühlsmäßig für mich eher ersteres (einfach weil ich die Situation mit der Mutter einer guten Freundin miterleben musste; vielleicht projiziere ich auch einfach zu viel von jener Erfahrung in deinen Text). Eine geliebte Person, die körperlich noch da ist - noch nicht sterben durfte - aber geistig nicht mehr.
 
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Also für mich (das musst du jetzt natürlich nicht öffentlich bestätigen oder auch dementieren - lass es ruhig einfach so stehen) klingt es nach einem engen Familienmitglied (für mich war es ein Elternteil des Lyrischen Ichs, könnte aber auch ein Partner sein), der entweder an Alzheimer leidet oder im Koma liegt; gefühlsmäßig für mich eher ersteres (einfach weil ich die Situation mit der Mutter einer guten Freundin miterleben musste; vielleicht projiziere ich auch einfach zu viel von jener Erfahrung in deinen Text). Eine geliebte Person, die körperlich noch da ist - noch nicht sterben durfte - aber geistig nicht mehr.

Ich dachte, dass es "einfach nur" um eine verlorene Liebe geht. Find ich aber gar nicht wichtig, was für dich der Auslöser war.
Wenn es im Kopf des Hörers was auslöst und der seine eigene Geschichte draus machen kann, ist alles gut.
 
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Refrain:
Durch das Fenster....
...
Sag, wie konnt ich dich so früh verliern.


Ich bin mir nicht ganz sicher. Bis auf die letzte Zeile ist ja jetzt alles atmosphärisch. Kommt dadurch die letzte Zeile zu abprupt und passt überhaupt nicht rein?

Weil ich gerade über den Thread gestolpert bin, nur ganz kurz:
Von der Sache her ist der Text ja nicht schlecht, für mich funktioniert er aber nicht als Refrain.
Was unterscheidet denn den Refrain von der Strophe? Ich würde sagen er bewegt sich einfach auf einer anderen Ebene als die Strophe;
und wenn beispielsweise in den Strophen die Situation beschrieben wird (also die äußere Ebene), so passt es im Refrain die persönlichen Schlußfolgerungen / Gefühle / Fragen etc. (also die innere Ebene) gegenüberzustellen.

Du machst allerdings beides gleichzeitig: Die Beschreibung der außeren Situation bzw. Ebene ("atmosphärisch") und in der letzten Zeile dann die innere Ebene des Schmerzes (auch wenn der Schmerz nur als Frage ausformuliert ist).
In meinen Augen funktioniert diese Ebenenvermischung nicht gut. Und ja, du hast es ja intuitiv schon selbst gemerkt mit deiner Frage, ob die letzte Zeile passt.
Ich denke, der Refrain muss auf einer höheren Ebene als die Strophen einfach auf den Punkt kommen. Warum willst du denn auch noch so viel atmosphärische Situationsbeschreibung in den Refrain packen? Hast du dafür in den Strophen kein Platz?

@Jongleur hat es mit seinem Vorschlag ja super geschafft, die Ebenen zu trennen: Im Refrain die schmerzliche, innerliche Frage nach dem Warum, und in den Strophen die persönliche Beschreibung der äußeren Situation.
 
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Hallo zusammen :)

Ich bin gerade an einem neuen Song dran, zu dem ich jetzt gefühlt ewig für diese wenigen Zeilen gebraucht habe. Es soll der Refrain für das Lied werden. Wie man wahrscheinlich merkt, ist es diesmal ein sehr persönliches, ernstes und trauriges Thema.

Ich weiß jetzt schon nicht, wie ich für dieses Lied noch zusätzlich zwei Strophen zusammen bekommen soll... Und da ich mir selbst beim Refrain noch sehr unsicher bin, wollte ich mal versuchen hier nach Rückmeldungen zu fragen, bevor ich wieder das fertige Lied reinstelle und sich im Nachhinein dann wieder so viele "Fehler" entpuppen.

Auf was es mir bei dem Text ankommt, ist zum einen, dass eine Atmosphäre geschaffen werden soll und zum anderen, dass nicht zu viel verraten wird, es aber dennoch nicht unlogisch auf den Hörer wirkt.

Daher würden mich jetzt eure Interpretationen interessieren.

Refrain:
Durch das Fenster scheint ein heller Tag, genauso wie es auch früher war.
Bunte Lichter tanzen durch den Raum (durch den Raum)
Ich sitz neben dir und dennoch fehlst du mir. Was damals einfach war, ist jetzt kompliziert.
Ich werd's nie kapier'n, denn du bist noch hier, doch wie konnt' ich dich so früh verlier'n?


P.S.: Auch wenn es an machen Stellen nicht so scheint, geht eigentlich alles gesungen gut auf und funktioniert dahingehend. Hab nur noch keine vorzeigbare Demo, da ich schon wieder erkältet bin... :sneeze:

LG Jay

Für mich hat der Refrain eher Strophencharakter. Eher eine sehr persönliche und einleitende Erzählung. Zuviel erzählender Text als das man sich nach dem Song noch an Text richtig erinnern kann. Wenn du Storytelling schreibst, dann wird das schon so passen. Bedenke aber das du so keine Verbindung zum Hörer aufbaust. Und gerade dazu ist dieser hervorstehende, mindestens zweimal wiederholende Teil des Song gedacht. Der Refrain ist oft ein Zusammenfassung der Hauptthematik oder ein Kommentar dazu. Die Story findet in den Strophen statt. Nicht weil es jeder das so macht, sondern weil in der Strophe viel mehr Luft zum mitdenken bleibt. Der Refrain ist meist emotional stärker. Rhytmisch, muskalisch, texlich anders. Allgemeiner.

Dein Refrain veranlasst eher zum mitdenken/ausmalen, gerade bei diesem Thema könntest du auch in direkter Sprache emotionaler werden? Warst du irgendwie, wütend? Vielleicht auch auf dich selbst ? Wie beschissen verzweifelt, wie aufgeblasen und leer. Und, ... vielleicht stolperst du über ein Detail das fast schon etwas zum schmunzlen wäre ... das finden andere dann evtl. sympathisch, weil du relavtivierst oder was auch immer.

Ich denke es geht hier typisch um ein Paar, das sich auseinandergelebt hat. Zu Anfangs relativ offen, ABER an dem Wort "kompliziert" mache ich es fest. In "Beziehungen" redet man von kompliziert. Und sagt "ah das ist kompliziert" , weil man nicht mehr drüber reden möchte.
 
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@lil, @hobz biz-zejt & @Ikone
Vielen Dank auch für eure Interpretationen!

Was unterscheidet denn den Refrain von der Strophe? Ich würde sagen er bewegt sich einfach auf einer anderen Ebene als die Strophe
Der Refrain ist oft ein Zusammenfassung der Hauptthematik oder ein Kommentar dazu. Die Story findet in den Strophen statt.
Danke für eure Tipps, ich verstehe was ihr meint. Dann weiß ich jetzt wo ich ansetzen muss, damit sich der Refrain vom Rest abhebt.

Dein Refrain veranlasst eher zum mitdenken/ausmalen, gerade bei diesem Thema könntest du auch in direkter Sprache emotionaler werden? Warst du irgendwie, wütend? Vielleicht auch auf dich selbst ? Wie beschissen verzweifelt, wie aufgeblasen und leer.
Das ist auch ein guter Impuls. Ich werde mal schauen, wie ich das ganze umsetzen kann. Ich bleib jedenfalls weiter am Ball. :great:
 
Hallöchen - ich wieder... :D

Hab jetzt nochmal den Refrain überarbeitet und würde mich wie immer über Rückmeldungen freuen.

Durch das Fenster scheint ein heller Tag,
fast genauso wie es auch früher war.
Bunte Lichter tanzen durch den Raum. (durch den Raum)
Es ist nur ein Moment, der uns von Damals trennt.
Was mir vertraut war ist nun plötzlich fremd.
Fast alles ist wie immer,
aber nichts ist mehr wie früher.


LG Jay

Ach, und bei der Gelegenheit wünsch ich gleich mal fröhliche Weihnachten in die Runde. :D
 
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Habe inzwischen auch die erste Strophe fertig, die sich nach meinem Emfpinden auch ganz gut mit dem aktuellen Refrain "verträgt". Was denkt ihr?

1. Strophe:
Wir war'n hier schon so oft und haben stundenlang geredet.
Deine Worte war'n so machtvoll und jetzt hoff ich, dass ich sie verstehe.
Manchmal scheint alles wie immer, du sitzt wo du immer saßt.
Und dann schließ' ich kurz die Augen
und stell mir vor, du bist der, der du mal warst.
Wenn auf den ersten Blick alles wie früher ist,
dann riskier' ich nie mehr wieder einen zweiten Blick.
Wenn du es wirklich bist, der hier neben mir sitzt,
sag, wie kann es sein, dass ich dich dann so sehr vermiss'?
 
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Zur ersten Strophe: ich glaube dass ist Stoff für 3 Strophen, die ich thematisch z.B. so unterteilen würde (Reihenfolge ist jetzt wahllos):

Sitzen
Manchmal scheint alles wie immer, du sitzt wo du immer saßt.
Wenn du es wirklich bist, der hier neben mir sitzt,
sag, wie kann es sein, dass ich dich dann so sehr vermiss'?

Reden
Wir war'n hier schon so oft und haben stundenlang geredet.
Deine Worte war'n so machtvoll und jetzt hoff ich, dass ich sie verstehe

Blicken
Und dann schließ' ich kurz die Augen
und stell mir vor, du bist der, der du mal warst.
Wenn auf den ersten Blick alles wie früher ist,
dann riskier' ich nie mehr wieder einen zweiten Blick.

Müsstest du natürlich noch füllen und anpassen, aber ich würde nicht zu viel in eine Strophe packen.
 
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ich glaube dass ist Stoff für 3 Strophen
Ich dachte mir auch schon, dass es recht geballt ist und ich springe dabei irgendwie von einer Situation zur nächsten, was es vielleicht ein bisschen wirr macht (?) :nix:
Blöd ist nur, dass ich noch mindestens genauso viel Stoff für eine weitere Strophe hätte. Wenn ich das alles nochmal aufteile, dann kommt ich auf 5-6 Strophen oder so. :ugly:
 
Vielleicht erstellst Du erst mal so ne Art Stichwortliste oder Dinge, die Du unbedingt drinne haben willst.

Ich persönlich tue mich schwer damit, Teile eines songtextes aufzunehmen und Feedback zu geben, weil ich noch nicht den gesamten Kontext kenne. Insbesondere wenn es um "Soll das drin bleiben oder soll das raus?"-Fragen geht.

Mir fällt auf, dass Du erstens viel zu sagen / mitzuteilen / zu erzählen hast, und dass zweitens in den songtextteilen, die Du hier gepostet hast, vieles doppelt vorkommt, gleicher Inhalt nur modifiziert ist.
Wenn ich vor so etwas stehe, dann benutze ich folgende Methoden:
  1. Besonders wenn ein Schreibflow vorhanden ist, schreibe ich einfach drauf los.
    Ich kümmere mich nicht um Längen, um Wiederholungen, um Zuspitzungen. Alles, was mir in den Sinn kommt, schreibe ich auf. Sehr assoziativ, kaum um Form oder das Einhalten von Zeilenlängen oder Reimen etc. bemüht - eher kommt es darauf an, diese zu verlassen, weil der Gedanke wichtiger ist.
    Später schaue ich es mir an, finde meistens ein paar Kerne, die wichtig sind, ein paar Bilder oder Formulierungen, die ich behalten möchte - und dann beginnt die Arbeit und der Ernst des Schreibens: Weglassen, Verdichten, in Form bringen.
  2. Wenn ich einen Ablauf, eine Entwicklung habe, schreibe ich das wie einen roten Faden auf.
    Tatsächlich wie die Zusammenfassung einer Diplomarbeit oder eines Romans. Oder sowas wie die Zusammenfassung eines Drehbuchs.
    Später hangel ich mich daran entlang und fülle auf.
x-Riff
 
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