Melodisches Shouten

von utter_chao, 30.08.10.

  1. utter_chao

    utter_chao Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.08.10   #1
    Moin,

    ich, Sopran, seit nem knappen Jahr mit klassischen Gesangsunterricht, versuche mich seit ein paar Wochen im Shouten. Dabei geht es mir darum, eine Art Mischregister zwischen angerautem Gesang und nahezu atonalen Schreien zu erzeugen, vorzustellen etwa im Bereich von Doro bis Mille Petrozza. Reines Screamen muss nicht sein, darf aber. Meine Cleanstimme mit ihren Möglichkeiten soll mir dabei natürlich erhalten bleiben. ;)

    Jetzt hab ich mich natürlich vorm Schreiben erstmal schlau gelesen, wobei ich mit zwei Widersprüchlichkeiten konfrontiert worden bin:

    · Erstens ist mir die musikerboardübliche Definition von Shouts unklar. Das Meiste davon würd ich jetzt eher in die Grunter bzw. Screamerecke stecken. Shouten ist für mich eigentlich der Stil, der in alten Heavy/Thrash-Band vorwiegt und der ist eben nicht atonal, basiert schon noch auf der Singstimme, wird aber mehr oder weniger Geräusch überlagert. Also, bevor wir uns mißverstehen, was ich meine...

    · Zweitens liest man, dass die alten Blueser damit anfingen, um in den lauten Hallen, in denen sie auftraten, noch gehört zu werden (siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/Screaming_(music)#Blues), andererseits aber les ich nicht nur, sondern stell beim Experimentieren selber fest, dass meine eigentlich laute Stimme auf einmal sehr eng und leise wird. Ist das ne Übungsfrage, liegt es daran, dass wir heute sehr drauf achten, dabei die Stimme nicht zu ruinieren (und denen das damals egal war) oder ist da nochmal ne andere Stimmtechnik dahinter? Hab leider nix weiteres gefunden, vielleicht weiß aber der ein oder andere hier was dazu?
    Und - sollte das so sein und bleiben - wie stell ich die Mikrotechnik ein, wenn ich zwischen beiden hin- und herwechseln will und dabei krasse Lautstärkeunterschiede produziere?


    Jetzt zu mir:

    Also, ich üb da dran jetzt seit ca. vier Wochen, wobei ich drauf achte, die Grundstellungen, die ich von Singen als gesund kenne, beizubehalten (Gähnstellung, Spiegelhauchen, auf Lockerheit achten, im Bauch zentrieren...). Als ich damit angefangen hab, war ich unterwegs und ohne Internet, da kam ich dann neben dem, was ich jetzt als erste Grundübung fürs trockene Fry nachgelesen hab, auf eine Technik, für die ich aber Feuchtigkeit im Hals brauche. Das assoziativ gedachte feuchte Fry kanns wohl kaum sein, weil ich damit leichter melodische Sachen anstellen kann als mit der ollen Mieze und ihren Weiterentwicklungen und laut Bekundungen einiger hier ist es damit eher schwerer bis unmöglich. Außerdem pustets die Nasenräume frei - klappt aber nach paar Minuten nicht mehr, weil dann sämtlicher Schleim aufgebraucht ist (oder kipp ich aus der Technik raus?) Leider hab ich kein Mischpult, sonst würd ich mal ne Aufnahme posten...

    Mit den trockene-Fry-Übungen komm ich gut zurecht - nur ist das Ergebnis nicht mal ansatzweise das, was ich eigentlich wollte, nämlich schon irgendwie melodisch bleiben. Ist das vielleicht ein Anfängerproblem und ich überforder mich gerade?
    Überhaupt, sollte ich nicht vielleicht doch versuchen, meine Taschenfalten zu finden und darauf aufbauen?
    Viele Fragen zu denen ich mich jetzt gerne mal austauschen würde...
    Was sagt Ihr?

    Gruß
    das Chao
     
  2. Alexiel

    Alexiel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.08.10   #2
    nehme an du wirst mit den false chords herumexperimentiert haben (das was du meinst mit feuchtigkeit aber nicht feuchtes fry)

    verwenden rocksänger um gesang anzurauen in verbindung mit fryoder den restlichen gutturalen gesangstechniken hört sich das recht bestialisch mit normaler gesangstimme dazu eher rockig kraftvoll agressiv je nachdem wie mans klingen lassen möchte und wie das mischverhältnis zu singstimme und false chordsist

    also so hab ich es verstanden zumindest
     
  3. TheNameIsPascal

    TheNameIsPascal Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.10   #3
    So wie ich das verstanden habe willstu so nirvana/led zeppelin mäßige schreie machen ne?
    also im endeffekt brauchstu dafür nur hoch zu kommen und das ganze ein wenig mehr zu rufen.
    wenndu schon was extremer werden willst kannstu singen und dabei die false chords zum flattern bringen, nach 2 monaten übung kannstu das so steuern dass aus nem growl ne note mit vibration wird. die gesangsstimme kann natürlich trotzdme geschädigt werden also ich garantiere für nichts,
     
  4. Sj

    Sj Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.10   #4
    Gehen wir jetzt von angerautem Gesang Marke Mille Petrozza aus? Also grundsätzlich haben die Sänger alter Schule sicherlich weniger mit dem Shouten zu tun, da hast du vollkommen recht. Das ist wohl am ehesten das, was Melissa Cross mit "Heat" meint, also das angeraute im Gesang. Vielleicht hilft dir das ja weiter.. ich bin nicht so ein Fan davon, zu sagen "Da nimmst du den linken unteren Fortsatz der rechten Taschenfalte, drückst etwas im rechten Beckenbodenbereich während du mit einer Hand an der Klingel deines Dreirades hantierst und schwupps ist der Ton da!". Gerade autodidaktisch würde ich, als gelernte Sängerin, mich auf visuell-audiale Eindrücke verlassen. Hoffe, die Nennung des Unterkapitels hilft dir was weiter!:)
     
  5. utter_chao

    utter_chao Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.09.10   #5
    Nö.
    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil ;) :

    Jepp. Wobei ich gerne 'ne ganze Kleinigkeit melodischer bleiben, bzw variieren können möchte. Ich schmeiß mal noch den Namen Chuck Billy von Testament rein. Der ist teilweise sehr melodisch, fast clean und am anderen Ende der Fahnenstange logiert des pure Growlen. Sicher, der hat ne *ganz andere* Tonlage und ich muss eh meinen eigenen Weg finden (hehe, weibliche Vorbilder in genau dieser Schiene - ich kenn keine :D) , aber so als kleine Verfeinerung meiner groben Angaben werf ich das jetzt mal noch in den Raum.

    Tja, ich frag halt nach, weil ich diese Deutung so bisher nur von hier kenne. Tante Wiki meint das z.B. ganz anders: http://de.wikipedia.org/wiki/Shouten#Shouting und auch so im Allgemeinen find ich es immer wieder mit den Gesangsstilen Petrozzas, Arayas oder vielen der Bay-Area-Thrash-Bands assoziiert.
    Letztlich isses mir aber auch egal, wie das nun genau genannt wird, die Hauptsache, wir verstehen voneinander, worum es uns geht. :D

    Nee. So ohne weitere Konkretisierung jedenfalls nicht.

    Von deren DVDs hab ich hier zwar schon öfter gelesen, zögere aber, die mir anzuschaffen. Lohnen die sich denn wirklich so toll? Ich meine nämlich, mal gelesen zu haben, dass sie fast nur Fry behandelt und auch eigentlich nicht gerade anfängertauglich ist.

    Word!
    Ich versuch ja, mich ganz vorsichtig ranzutasten. Bin mit dem seltenen Glück versehen, eine durchaus robuste Stimme zu haben, aber sofort zu spüren, wenn etwas nicht guttut. Allerdings ist "ich üb da jetzt immer mal wieder für paar Minuten am Stück dran" doch noch etwas anderes, als wenn man es bandtauglich einsetzen möchte.

    Was mich halt auch vor verschiedene Fragen stellt, ist, dass ich sehr krasse Einstellungsunterschiede hab. Ich lern ja wie gesagt auch noch auf (klassischen) Gesang. Wenn ich ganz locker entspannt bin und nur ein paar Atemübungen in petto hab, komm ich ziemlich gut ins Dirty-Singen-Shouten-Whatever rein, sobald ich aber ein paar Töne clean gesungen hab, hab ich viel zu viel Spannung im Bauch und es kommen nur noch klare Töne oder ich müsste drücken. Da macht der Hals einfach zu. - Da frag ich mich schon, ob mein Dirtystyle wirklich 'nen guten Sitz und Stütze hat.
    Desweiteren ist es mir enorm wichtig, nach ner Weil Dirty kontrollehalber clean durch die Lagen zu gehen, um zu checken, obs auch wirklich keine Probleme macht. Danach komm ich aber wie gesagt nicht mehr so einfach zurück - irgendwie zu fest das alles. Und mich da "durchdrücken" steht gar nicht erst zur Debatte. ;)

    Gruß
    das Chao
     
  6. xshadow

    xshadow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.10   #6
    diese DVDs „Zen of screaming“ bringen nur bedingt etwas. DVD 1 ist für Anfänger, die kannst du dir sparen, weil dort die basics, die du schon kannst, erklärt werden und kein bisschen geshoutet wird. Die DVD 2 fand ich auch enttäuschend, aber irgendwie hat sie mir doch was gebracht. Es werden drei Arten von shouts vorgestellt, wobei eigentlich nur das Fry wirklich erklärt wird und die zwei anderen im Vorbeigehen abgehandelt werden. Das „Fry“ kannst du als shout vergessen, es eignet sich nur als Vorübung, um eben diese Gähnstellung und die Bauchzentriertheit des shoutens zu üben. ​
    Nachdem ich das fry ordentlich geübt hab, fällt mir das „richtige shouten/screamen“ leichter, weil ich es mehr aus dem Bauch mache und mich dabei mehr ‚öffne‘. ​
    Aber ich denke, du möchtest eher das Rotzige/Grunge-ige erlernen. Versuch doch als Vorübung wie March Simpson zu reden, also dieses hohe, nasale, rauhe Sprechen. Ansonsten probieren… Kann dir leider auch nicht weiterhelfen. Aber es hört sich ja schon gut an, dass du die Techniken des cleanen Singens beherrschst, sodass du wahrscheinlich keinen Blödsinn mit deiner Stimme machen wirst beim Ausprobieren.​
    Ich wünsch dir viel Erfolg! ​
     
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