Mic bei Gesangsaufnahme zu leise

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dayle85
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Hallo,

ich bin seit kurzem in einem Jugendtreff, der ein kleines Tonstudio hat, für die Technik verantwortlich. Da ich selbst nur wenig Ahnung von Aufnahme habe, aber der Einzige bin, der sich überhaupt mit Technik auskennt, stehe ich nun immer mal wieder vor einigen Fragezeichen. Die Leute, die das Studio eingerichtet haben und sich mit der Technik einigermaßen auskannten, sind weg und ich fuchse mich so langsam ein.

Zur Ausstattung:
Mic: Audio Technica AT2050
Soundcard: Scarlett 18i8
Software: Windows - Cubase 5

Nun zu meinem Problem:
Das Mic im Studio ist grundsätzlich (für meine unwissende Einschätzung entschuldige ich mich schon mal) ziemlich leise. Erst wenn ich den Eingang fast völlig aufdrehe, kommt so viel Ton aus der Kabine an, dass Cubase bei der Aufnahme überhaupt sichtbar ausschlägt. Leider ist das genau an der Stelle, wo das Scarlett schon bei der kleinsten Berührung des Reglers einen deutlichen Sprung macht (zwischen ca. 90% und 95%), was eine Einstellung der Aufnahmelautstärke zu einem übelsten Gefummel macht. Dreht man zu weit, übersteuert das Micro nämlich sofort. Nur wenn einer aufnimmt und ein Zweiter ganz vorsichtig am Regler dreht, kommt man irgendwann zu einer Audiospur, die auch weiter genutzt werden kann. Auch die LED an der Scarlett leuchtet erst bei über 90% Lautstärke grün. Schließe ich dagegen eine E-Gitarre an reichen 50 % völlig aus.
Meine Erwartung wäre irgendwie eher, dass man den Eingang (am Scarlett) ungefähr auf 50% stehen hat und dann ggf. ein bisschen lauter oder leiser drehen kann, aber das geht gar nicht - auf Mitte passiert in Cubase nichts sichtbares auf der Audiospur (auch wenn man im Scarlett MixControle den Ausschlag durchaus sieht und man den Ton am Ende in der Aufnahme auch hört - wenn auch sehr leise).

Meine Frage:
Kann ich irgendwas machen, dass das Mic lauter wird (ich weiß, dass es eine -10dB Einstellung am Mic selbst gibt, aber die habe ich bereits deaktiviert)?
Muss ich die Stimme durch Software verstärken (Veränderungen im Scarlett MixControl wirken sich ja nicht auf Cubase aus). Und wie viel Qualität geht mir dadurch verloren?

Vielen Dank schon mal für eure Unterstützung.
 
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Pars_ival
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Hallo Dayle85 und herzlich Willkommen im Board.

Das AT2050 ist ein Kondensator Mikrofon. Diese Bauart benötigt eine sogenannte Phantomspannung (+48V) um zu funktionieren. Deiner Beschreibung nach zu urteilen, hast Du diese nicht aktiviert. Dafür musst Du am entsprechenden Eingang den Knopf vorne drücken. Aber Vorsicht: Vorher alles auf ganz leise runterregeln. Dabei ist noch wichtig, dass das Mikro mit einem XLR-XLR Kabel angeschlossen wird (beide Seiten XLR). Ist auf einem ein Klinkenstecker, wirst Du Dir ein neues Kabel besorgen müssen.
 
Olli G
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Kann mich den Vermutungen von Pars_ival nur anschließen. Sollte es daran aber auch nicht gelegen haben:

- Kannst du ein anderes Mikro ausleihen und testen? Ist das auch zu leise? (Ausschlussverfahren für "Mikro defekt")
- Hast du das Mikro an einen anderen Eingang mal angeschlossen? Ist der auch so leise? (Ausschlussverfahren für "Eingang defekt")

Tippe aber auch mal ganz stark auf die fehlende Phantomspeisung …
 
GuywithBass
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ich bin seit kurzem in einem Jugendtreff, der ein kleines Tonstudio hat, für die Technik verantwortlich.

Erstmal herzlich willkommen und Herzlichen Glückwunsch, das Du zu dem Thema gekommen bist.

Die Kollegen haben sicherlich schon eine gute Idee gehabt.

Du solltest aber selber, unabhängig von der Fehlerlösung mit Brainware aufrüsten:

Ein Guter Titel ist: http://www.gccarstensen.com/buecher/fact3/fact3.html

der zwar nicht neu aber gebraucht für um die 10 Euro, Dir einen Guten einstieg vermittelt.

Angebot: Wenn Dein Jugendtreff im Großraum Berlin ist, kann ich ggf. aber auch vorbeikommen und Dir Vorort helfen.
 
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Hallo, dayle85,

...da Du selbst schreibst, das ganze Metier sei Dir noch recht neu, nur der Vollständigkeit halber ein weiterer Anfängerfehler, den wir hoffentlich ausschließen können ;): Das Mikrofon wird aber schon von der richtigen Seite her (nämlich da, wo das Firmenlogo drauf ist) besungen?
Das ist anfangs ganz, ganz schnell mal passiert, daß man die falsche nimmt... und wenn das Mic dann auf "Niere" steht, besingt man gerade die unempfindliche Seite...
Ich würde auch für den Anfang empfehen, die Richtcharakteristik auf "Niere" zu belassen, damit wirst Du in den aller-allermeisten Fällen in Deinem Umfeld "Jugendtreff" hinkommen.
Ich hoffe, unsere Tips können Dir weiterhelfen!

Viele Grüße
Klaus
 
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Ok, der bassige Elch war schneller, denn der Gedanke mit der Einsprechrichtung kam mir auch direkt auf den Schirm!
 
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Nur Wegen der Vollständigkeit: Zwischen AT2050 und dem Interface wird eine Kanel XLR - XLR benutzt?

GGf. machst Du mal ein paar Bilder vom Mikrofon und Interface, welches die Schalterstellung zeigt.
 
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dayle85
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Hi, danke für eure Antworten.
Phantomspannung ist aktiviert (ohne macht das Mic gar nix - hatte ich auch schon).
Kabel stimmt auch, auf beiden Seiten XLR. In die Richtung des Firmenlogos wird eigentlich gesungen.
Ich habe auch schon einen anderen Eingang versucht, das macht keinen Unterschied.
Ich habe noch ein Shure SM 58 Mic, das zwar keine Phantomspannung benötigt, aber etwa ähnliche Ergebnisse liefert.

Man könnte das Problem also schon mal an der Scarlett festnageln. Da alle Eingänge das Gleiche machen und es im Grunde ja eigentlich funktioniert, würde ich ungern von einem Defekt sprechen.
Ist es möglich irgendwas vor das Mic zu stecken um es lauter zu machen oder die Scarlett noch zu pushen? Im Scarlett MixControl lässt sich der Eingangspegel nicht einstellen.

PS: Unser Jugendtreff ist in Dresden.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Du solltest aber selber, unabhängig von der Fehlerlösung mit Brainware aufrüsten:

Das verstehe ich leider gar nicht. Was ist denn Brainware und was sollte ich damit aufrüsten? Auf Thomann finde ich kein Brainware und auch sonst sind die Google Ergebnisse nicht allzu aussagekräftig...
 
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Was ist denn Brainware und was sollte ich damit aufrüsten
Guywithbass meint damit wohl, dass du dein Wissen ein wenig erweitern solltest.

Man könnte das Problem also schon mal an der Scarlett festnageln
Klingt für mich, als wäre da global irgendwas falsch eingestellt oder defekt. Ich kenne die Focusrite Mix Control Software nicht, aber ist irgendwo eventuell in der Mix Control Software etwas "verstellt"? Wer kann hier weiterhelfen?
 
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Ich habe noch ein Shure SM 58 Mic, das zwar keine Phantomspannung benötigt, aber etwa ähnliche Ergebnisse liefert.

Die beiden bei Dir vorhandenen Mikrophone sind bauartbedingt absolut nicht miteinander vergleichbar, entsprechend sehe ich deine Schlussfolgerung hinsichtlich des Audio-Interfaces als kritisch.
 
GuywithBass
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... Ich kenne die Focusrite Mix Control Software nicht, aber ist irgendwo eventuell in der Mix Control Software etwas "verstellt"? Wer kann hier weiterhelfen?

Ich habe das 18i8 auch. Die Fehlermöglichkeit kann ich mir auch vorstellen, dazu müsste amn sich da aber auch mal genau vorort anschauen. Nur Dresden ist mir dann aber zu weit.




Das verstehe ich leider gar nicht. Was ist denn Brainware und was sollte ich damit aufrüsten? Auf Thomann finde ich kein Brainware und auch sonst sind die Google Ergebnisse nicht allzu aussagekräftig...

Das Wort Brainware wird hier gerne genutzt auf Wissenspecher (Fachliteratur) abzustellen. Es gibt einige durchaus brauchbare Bücher, die einem beim Selbststudium zum Thema Homercoding gut unterstützen können, ohne einem

Ohne Wissensaufbau in dem Bereich wird das unterfangen Recording von noch mehr Hürden begeleitet. Letztendlich ist bei aller Technik es immer noch der wissende Anwender der über den Erfolg oder Frust entscheidet.
 
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Das Wort Brainware wird hier gerne genutzt

Ich glaube bis auf dich habe zumindest ich noch niemanden hier gesehen der diesen Begriff genutzt hat. :D Was ist denn ein "Wissenspecher"? Ist keine dumme Anmache, ich kenne das Wort wirklich nicht, ist das vielleicht Mundart?
 
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Ich glaube bis auf dich habe zumindest ich noch niemanden hier gesehen der diesen Begriff genutzt hat. :D Was ist denn ein "Wissenspecher"? Ist keine dumme Anmache, ich kenne das Wort wirklich nicht, ist das vielleicht Mundart?
Wissensspeicher :)
 
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GuywithBass
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:D Was ist denn ein "Wissenspecher"? Ist keine dumme Anmache, ich kenne das Wort wirklich nicht, ist das vielleicht Mundart?
Sorry, ich bin mit Buchstaben manchmal etwas sparsam:embarrassed:, bzw. klemmen die Finger wenn schnell gehen soll.:w00t:
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich glaube bis auf dich habe zumindest ich noch niemanden hier gesehen der diesen Begriff genutzt hat.

Den Begriff "Brainware" habe ich allerdings hier im Board aufgeschnappt und gefällt mir im Dreiklang mit Software und Hardware einfach.:mmmh:
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
OT:

Das Wort Brainware habe ich unteranderen zum erstenmal hier gelesen, in einem Beitrag von @Astronautenkost

Es ist also nicht meine Erfindung, aber frei nach dem Motto "gut geklaut ist besser als schlecht selber gemacht" verwende ich es gerne.:D
 
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Muss ich die Stimme durch Software verstärken (Veränderungen im Scarlett MixControl wirken sich ja nicht auf Cubase aus)
Ist das so? Ich kenne das Interface nicht, aber bei allen mir bekannten Interfaces regelt man mit der zugehörigen Software die Mikrofonverstärkung. Und die wirkt sich auf das aufgenommene Signal aus, ist also auch in Cubase entsprechend lauter.
Irgendwie trau ich dem Braten noch nicht ganz. Kannst du denn sagen, wie hoch der Pegel der aufgenommenen Spur in Cubase ist?
 
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Ist das so? Ich kenne das Interface nicht, aber bei allen mir bekannten Interfaces regelt man mit der zugehörigen Software die Mikrofonverstärkung. Und die wirkt sich auf das aufgenommene Signal aus, ist also auch in Cubase entsprechend lauter.
Irgendwie trau ich dem Braten noch nicht ganz. Kannst du denn sagen, wie hoch der Pegel der aufgenommenen Spur in Cubase ist?
Ja, das ist so.
An quasi allen Interfaces wird die Mikrofonvorverstärkung physisch durch Drehen eines Potentiometers geregelt - beim Focusrite Scarlett/Saffire/Clarett ist das nicht anders.

In der MixControlSoftware kann man nur den Pegel im Software Mixer verändern - das beeinflußt aber nicht den Datenstrom den Cubase ausliest, lediglich zB den Kopfhörermix.
 
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Pars_ival
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Was ich insgesamt merkwürdig finde: Dass der Versuch mit dem SM58 ebenfalls nicht zufriedenstellend geklappt hat. Mir fallen dazu zwei Sachen ein: Kabel evtl. kaputt ? Hast Du Cubase 5 selber installiert und eingerichtet? Es gibt im Cubase Mixer auch noch die Möglichkeit den Input zu regeln. Die Kanäle sollten, sofern sie in der Ansicht eingeblendet sind, ganz links zu sehen sein.

An quasi allen Interfaces wird die Mikrofonvorverstärkung physisch durch Drehen eines Potentiometers geregelt - beim Focusrite Scarlett/Saffire/Clarett ist das nicht anders.

Und was ist mit Interfaces mit digital gesteuerten Vorverstärker ? :redface: Bei meinem RME Interface habe ich z.B. keine Potis zum Einstellen der Mikrofonvorverstärkung:rolleyes: Das mache ich über die Totalmix Software oder mit einem Drehknopf in einem Menü am Gerät.:D
 
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es kann auch eine schlichte optische Täuschung sein...
speziell bei einer 24bit Aufnahme ist der reale Dynamikbereich so gross, dass die Skalierung für die paar Hundert Pixel der Bildschirmanzeige eben (fast) 'nichts' anzeigt.
Deswegen muss die Aufnahme keineswegs unbrauchbar sein.
An der Stelle greift dann der vom TE selbst erwähnte 'digitale gain': man addiert einfach 20dB (oder was immer für den Fall passend ist).
Im Gegensatz zu Bildern treten dabei keine Artefakte auf.
Die Bildschirmverhältnisse bei Cubase kenne ich selbst nicht, hatte aber selbst schon Aufnahmen, bei denen in der Ausgangsdarstellung gerade mal ein Strich mit Ausschlägen von 5 Pixeln zu sehen war.
Nach entsprechender 'Hochskalierung' völlig einwandfrei.

cheers, Tom
 
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Und was ist mit Interfaces mit digital gesteuerten Vorverstärker ? :redface: Bei meinem RME Interface habe ich z.B. keine Potis zum Einstellen der Mikrofonvorverstärkung:rolleyes: Das mache ich über die Totalmix Software oder mit einem Drehknopf in einem Menü am Gerät.:D
Drum auch das "quasi".
Klar, es gibt völlig digital gesteuerte Preamps, besonders im Live-Bereich bei digitalen Stageboxen, auch die grausligen Avid Preamps sind soweit ich weiß steuerbar.
Ändert aber nichts an der Tatsache dass Interfaces für den Amateur-, Hobby- und Homestudiobereich mit derartigem Luxus nicht ausgestattet sind.
 

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