Mic Tube Preamp an Transistor-Amp Input?

von Fischfried Otter, 04.05.16.

  1. Fischfried Otter

    Fischfried Otter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.16   #1
    Hallo,

    habe Basstracks mit angenehmer, röhriger Klangfärbung gehört, die mit günstigen Mikrofon-Preamps ala ART oder Presonus gemacht wurden.
    Also Bass --> Preamp --> Soundkarte.

    Kann man ein solches Gerät folgendermaßen verwenden: Aktivbass --> Effektboard --> Mic Tube Preamp --> Tranistor-Bassverstärker (Input)?
    Also quasi am Ende der Kette zu den Bodeneffekten packen? Oder kann so ein Mikrofonpreamp diese Pegel nicht gebrauchen?
    Brauche nur die reine Anwärmung des Klanges wobei ich dann den EQ der Tansistor-Vorstufe weiter verwenden könnte.

    (Nein, aktuell möchte ich keine Vollröhre kaufen und die SansAmp-Geräte gefallen mir nicht :-))
     
  2. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.16   #2
    du überschätzt die Wirkung solcher Geräte... die werden nicht ohne Grund als 'Alibi-Röhre' bezeichnet ;)
    das was eine echte Röhrenvorstufe auszeichnet haben sie nicht: hochwertige Übertrager
    (in denen entsteht der grösste Teil von dem, was man gemeinhin als Röhrenwärme bezeichnet)
    eine Röhre selbst hat fast keinerlei Klangbeeinflussung
    es gibt high-end Schaltungen, die praktisch identisch in Transistor- und Röhrenausführung existieren
    die sind klanglich nur am unterschiedlichen Eingangsübertrager marginal zu unterscheiden
    (bei einer top Studio Abhöre)
    das sind alles Marketing Legenden, die aus gutem Grund aufrecht erhalten werden

    in deinem Beispiel setup geht die Rechnung aber aus einem anderen Grund nicht auf:
    aktiver Bass + Effektkette haben das Signal schon geprägt - da ändert sich der Charakter nicht mehr

    meist werden Vorstufen von Ampeg oder Fender bzw die entsprechenden Grundschaltungen (als clone) mit passiven Bässen benutzt, wenn es um 'Röhrensound' im weitesten Sinn geht...
    du scheinst ja mit deinem Sound nicht unzufrieden zu sein - und schliesst Bassman und klassischen Ampeg explizit aus :gruebel:
    aber es ist korrekt, dass man mit einer guten DI (die Funktion der eingangs genannten Röhrenteile) sehr gute Aufnahmen machen kann... aber da kenne ich eher andere Vertreter, und keineswegs zwangsweise mit Röhren im Signalweg
    andererseits sind inzwischen teilweise erstaunlich gute Hi-Z Eingänge in Interfaces verbaut, so dass man sich die zusätzliche DI tatsächlich oft sparen kann

    cheers, Tom
     
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  3. Fischfried Otter

    Fischfried Otter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.16   #3
    Danke schonmal für die Antort, Tom!

    Und danke auch für den Hinweis mit den Alibi-Röhren.

    Mein Sound gefällt mir grundlegend dahingehend, dass das Clean-Blend-Zerre-Gemisch, der Zerrcharakter selbst und davor leichte Kompression und EQ optimal zum Gesamtsound meiner Band passen. Es klingt über meinen Billigtransistor echt okay, aber wenn live z.B. ein Ampeg bereit steht natürlich 4,5x geiler, (wenn man auf die schnelle beim Soundcheck den Mumpf rausgeregelt bekommt, also richtigen Filter wählen und nicht zu viel Bässe)

    Bassman und Ampeg Topteile schließe ich aktuell nur aus Kostengründen aus, ich dachte daher an eine simple Preamp-Lösung.

    Hier bin ich etwas stutzig:
    Aktiver Bass und Effekte lifern mir ein Signal, dass aber doch wohl ganz sicher von einer Röhrenvorstufe noch einmal beeinflusst werden würde... Sonst wäre ja die gesamte Amp-Diskussion seit jeher hinfällig... Oder meintest du, dass ein Billig-Pseudo-Mikrofonpreamp dort keine Färbung mehr einbringen kann?
     
  4. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.16   #4
    Hallo,

    ich stimme Tom zu: In der von Dir gedachten Kette, wird der MicPreamp nicht mehr viel an dem Signal positiv ändern. Ich sehe da vielmehr einen "Rauschgenerator" :D
    Was allerdings nicht uninteressant sein könnte, wäre die Verwendung des MicPreamps hinter dem Line Out des Amps und vor dem Input eines Pultes, falls Du das so überhaupt machen willst.
    Grüße
    Markus
     
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  5. Telefunky

    Telefunky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.16   #5
    am Ende der Effektkette liegt üblicherweise ein hochpegeliges, niederohmiges Signal
    der Preamp erwartet (als DI geschaltet = Hi-Z) ein hochohmiges Signal mit eher niedrigem Pegel
    wobei der Pegel bei Instrumenten bekanntlich von 50-1000 mV reichen kann
    (was in manchen Interface-Vorstufen zu den bekannten Übersteuerungs-Problemen führt)
    wie sich eine 'falsche' Impedanz konkret auswirkt, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersehen

    ich habe zB (spezielle) DIs, die ohne Last nicht richtig klingen, dort werden am Ausgang mindestens 300 Ohm erwartet
    ein Line-Eingang mit 22kOhm liefert bereits ein suboptimales Ergebnis, ein Hi-Z wäre noch ungünstiger
    das hängt aber vom individuellen Schaltungs-Design ab - solche Anpassungs-Differenzen werden gern übersehen
    (das Beispiel habe ich nur wegen dem Prinzip erwähnt, es kann... aber muss nicht immer so sein)

    für die live Anwendung ist aber imho kein echtes Thema: da haben Box und Raumakustik viel grösseren Einfluss
    ich habe eine sehr gute SAD 1x12 Box, die mit einem Jazzbass top klingt...
    mit Preci gefällt sie mir gar nicht, da wäre die alte Genz Neox 1x12 der absolute Idealkandidat (wird nicht mehr gebaut)

    cheers, Tom
     
  6. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.16   #6
    Hallo,

    bei den aktiven "Röhren"-Preamps kann ja auch sowohl eingangs-, als auch ausgangsseitig der Pegel angepasst werden. Wichtig wäre dann aber, nicht via XLR in das Pult/Interface zu gehen, sondern via TRS, sonst hat man/frau zwei Preamps hintereinander :rolleyes:
    So einen Pseudo-Röhren-Preamp habe ich im Einsatz bei einem Instrument. Da macht es den Sound nicht besser, aber anders und dieses anders gefällt mir in diesem speziellen Fall :)
    Für Live ist das nix. Da sind die Boxen um ein vielfaches mehr für den jeweiligen Sound prägend. Nur mal die Unterschiede zwischen zB 2x10 und 1x15 bei gleichem Volumen.
    Aber hier liegt eventl. doch eine interessante Kombinationsmöglichkeit vor: Einerseits das DI-"Röhren"-Signal aufnehmen und dazu ein Mikro vor einer Box der Wahl.
    Grüße
    Markus
     
  7. Sebi Knetzgore

    Sebi Knetzgore Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.16   #7
    Prinzipiell sind die Dinger eigentlich dafür gemacht pegel anzupassen, d.H. auch wenn da aus Marketinggründen eine Röhre drin ist will man eher einen möglichst unverfälschten Klang haben.

    Ich hatte auch mal so einen Preamp (Behringer MIC200 tube Ultragain) der hatte sogar verschiedene Preamp Modi zur Klangfärbung, die Welt haben die aber nicht ausgemacht. Das Gerät war an sich wirklich Brauchbar, aber halt nicht um schnell mal günstig einen Röhrensound zu zaubern, sondern als neutraler Mikrofonvorverstärker mit Phanthomspeisung im unteren Preissegment.

    Wenn deine Soundwünsche einen Ampeg haben wollen, aber der Geldbeutel keinen Ampeg hergibt, dann würde ich ggf. mal den Ampeg SCR DI antesten, das ist ein Preamp/DI mix, vor dem Amp geschalten kann das schon in die gewünschte Richtung gehen, aber teste das Teil vorher auf jeden Fall mal an, eine Blindbestellung kann eine Enttäuschung sein (bzw. kannst du ja zur Not das Moneyback nutzen).
    Wenn der Sound gefällt ist das Teil zumindest sau praktisch, weil DI, Kopfhörerausgang, Aux in, Link out usw. also sehr Variabel, die Buchsen die mir an meinem Darkglass fehlen hat der SCR halt gleich mit am Bord.


    Mein Vater hat immer gesagt, dass er zu wenig Geld für Billiglösungen hat, zu meinem Leidwesen lag er da richtig, ich habe früher oft irgendwelche Sachen ausprobiert und unterm Strich wäre auf das Richtige sparen billiger gewesen :D


    Grüße Sebi
     
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