MIDI Switcher/Looper bauen...

von bemymonkey, 26.11.07.

  1. bemymonkey

    bemymonkey Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.07   #1
    Hey Leute...

    Ich moechte einen MIDI Switcher/Looper bauen, hab' aber leider von MIDI ueberhaupt keine Ahnung. Vielleicht kennt hier ja irgend jemand ne Seite, wo man hierzu mehr Infos her kriegt, oder sogar nen Schaltplan?

    Ich moechte das Geraet gerne ueber mein GT-8 per MIDI ansteuern, und es sollte folgendes koennen:

    3 Stereo Schaltbuchsen
    1 Stereo Tasterbuchse
    2 Loops fuer Effekte

    Rein Schaltermaessig (Also, mit Fussschaltern z.B.) waere das kein Problem, da kann ich das sogar alles selber bauen ;)... Aber wie gesagt habe ich halt keine Ahnung, wie ich das alles MIDI-gesteuert bekomme...

    Irgendwelche Vorschlaege? :)
     
  2. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.11.07   #2
    Hi,

    Zum Looper:
    Die Looper-Schaltung solltest Du so aufbauen, wie unter diesem Link beschrieben: http://www.jimkim.de/html/guitar03_03.htm
    Dadurch, dass das zweite Relais das Signal wärend des Schaltvorgangs erdet, gibt es kein Knacken.

    Zum Switcher:
    Dabei geht es ja um kein Audio-Signal. Von daher reicht eine einfache Relaisschaltung. Ob Taster oder Schalter, spielt bei der Hardware keine Rolle. Die Unterscheidung geschieht später in der Software.

    Zur MIDI-Geschichte:
    Naja, ich nehm AVR-µC (Mikrocontroller) für meine Sachen. Die lassen sich in C programmieren und sind in der Lage, serielle Daten via der USART-Schnittstelle zu empfangen oder zu senden. Ganz ohne ist es aber trotzdem nicht. Zum Einen handelt es sich bei µC um Mikrochips, die eigentlich in einen gescheiten Sockel gehören und der widerrum eigentlich seinen Platz auf einer eigens angefertigten Platine hat (entweder Lochraster oder geätzt) und äußerst empfindlich gegenüber Strömen sind (MIDI muss vom µC-Chip galvanisch getrennt sein und noch vieles mehr) - zum Anderen musst Du eine Programmiersprache lernen, die einem ein wenig mehr abverlangt, als das was man früher in der Computer AG der Schule gelernt hat.

    Einfach gesehen funktioniert es so:
    µC empfängt MIDI-Signale am USART-Eingang, wertet intern in der Software die Signale aus und schaltet je nach Ergebnis die Ausgänge entsprechend durch - um die Relais anzusteuern.
    Dazu kommen noch Dinge, die nicht wichtig sind, aber zum MIDI-Standard gehören oder in einem Setup eigentlich selbstverständlich sind: MIDI-Thru, MIDI-Merging, etc.

    Der Gedanke ist zwar interessant, aber all das lohnt sich für die paar Aufgaben nicht, die Du am Ende damit erledigen möchtest. Neben den Materialkosten sind noch Entwicklungswerkzeuge erforderlich: µC-Programmer (10-60 EUR), regulierbarer Lötkolben und kein Baumarktkolben (20-100 EUR), Ätzmaschine oder sonstiges für die Platine (> 50 EUR)

    Ich habe mir auch eine Looper- und eine Switcherplatine gebaut. Aber nur, weil ich an einem midi-fähigen Rack-CryBaby arbeite und es sich angeboten hat, eben noch zusätzlichen Spielkram mit an den µC zu hängen + weil ich jemanden habe, der aus beruflichen Gründen sämtliches Equipment bei sich im Keller stehen hat. Für die Switcher-/Looperschaltungen alleine wärs die Arbeit aber nicht Wert gewesen. Zumal sehr viel Freizeit verloren geht und man mit seiner Konzentration kämpfen muss.

    mfg. Jens
     
  3. bemymonkey

    bemymonkey Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.07   #3
    Hi Do-John...

    Erst mal vielen Dank fuer den ausfuehrlichen Post... *bewert*

    Was das MIDI-Gedoens angeht:

    1. Wie viel kostet denn so ein Mikrokontroller? Gibt's da vielleicht auch einen etwas unempfindlicheren?
    2. Ich lerne eh momentan C++ (1. Semester E-Technik an der FH), von daher wird's wohl kein grosses Problem sein, mir ein Wenig mehr anzueignen... da mir das vermutlich eh irgendwann spaeter im Studium viel bringen wird (mache Automatisierungstechnik...)
    3. Was die Anschaffungskosten angeht... naja, ich hab' schon nen halbwegs anstaendigen Ersa Loetkolben mit wechselbaren Spitzen (leider nicht regulierbar, aber an sich ist's quasi der gleiche Loetkolben, soweit ich weiss...), und Platinen kann man auch mit ner UV-Lampe, Overhead-Projektor-Folie und nem Laserdrucker aetzen (die richtigen Fluessigkeiten vorausgesetzt, natuerlich) ;).

    Von daher waere ich fuer mein Projekt bei Materialkosten von ~40 Euro fuer Buchsen & Gehaeuse, dann noch der Mikrokontroller und den Programmer.

    Koenntest Du mir vielleicht ein paar Produktbeispiele verlinken, was den Mikrocontroller und den Programmer dazu angeht? Gibt's da auch mehr auswahl als das AVR-Teil? Ist AVR oder steht das nur fuer Auto Voltage Regulated (meine ich schon mal gehoert zu haben...)?

    Danke nochmal!
     
  4. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.11.07   #4
    Zu 1: Die AVRs sind billig. Je nach Modell irgendwas zwischen 2 und 10 EUR.

    zu 2: Alles klar. Dann ist die Programmiersache nicht ganz so wild.

    Zu 3: Jepp, es gibt viele Möglichkeiten sich Platinen herzustellen. Aber es gibt bei jedem Verfahren Vor- und Nachteile, was die Materialien und die Beständigkeit angeht.


    Zum Programmieren eines AVRs kann man z.B. das hier nehmen:
    http://cgi.ebay.de/STK-kompatibel-A...ryZ12949QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem

    Das ist allerdings das absolute Minimum mit am wenigsten Luxus. Auch kann man diesen Programmieradapter nur mit der älteren Version des AVR Studio nutzen (Version 3) und nicht mit der aktuellen Version 4. Entweder die 3er Version nehmen oder eine andere Software wie WinAVR.

    Oder gleich einen hochwertigeren Programmieradapter kaufen, kostet dann aber etwas mehr und gibt es z.B. bei Reichelt.de.

    Mit Auto Voltage Regulated haben die AVRs nichts zutun. Schau mal hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Atmel_AVR

    Es gibt noch jede Menge Alternativen zum AVR:
    -Conrad C-Control (Das aber bitte nicht verwenden! Das kann zwar auch viel, ist aber eher ein Modulsystem für Automationstechnik in Häusern oder im Modellbau. Für selbst entwickelte Geräte absolut nicht zu empfehlen)
    -PIC (Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/PICmicro - ich habe keinen Draht zu den Teilen, die AVRs gefallen mir besser)

    Neben den genannten Sachen wäre ein Entwickler-Bord für AVRs und ein Steckbrett sinnvoll. Dann kann man vor dem Anfertigen einer Platine schon nach dem Baukastenprinzip Schaltungen testen. Auch einfach mal bei Reichelt.de schauen.

    Bitte bitte :)
     
  5. bemymonkey

    bemymonkey Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.07   #5
  6. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.11.07   #6
    eBay ist zwar in vielerlei Hinsicht toll und µC können die verrücktesten und größten Aufgaben übernehmen, aber µC der AVR-Serie zählen eher als Ersatzteil (vom Preis her)...da kommst Du bei jedem Elektronikhändler günstiger weg, als wenn Du Dir soeinen Chip in eBay schießt.
    Was für einen AVR Du brauchst, hängt von der Größe Deines Projektes ab. Jeden Port kannst Du als Ein- oder Ausgang nutzen (man legt in der Software fest, was ein Port sein soll). Mit jedem Port lässt sich ein Relais schalten, eine LED ansteuern oder einen Schalter/Taster abfragen - und noch vieles mehr.
    Auf die Schnelle überflogen würde ich sagen, dass man den ATmega-32 von Deinem Link für Deine Verwendung einsetzen kann.

    http://www.nobels.de/cgi-bin/products/show.pl?d_ms-4
    und
    http://www.nobels.de/cgi-bin/products/show.pl?d_alex-1

    :o
     
  7. bemymonkey

    bemymonkey Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.07   #7
    Ich hab' mich eben mit nem Komilitonen in Verbindung gesetzt, der meint, er wuerde PIC Prozessoren fuer Lau bekommen und haette auch ne Programmierstation dafuer - mal sehen ob ich mir das Zeugs mal ausleihen kann :)...

    Was die Nobels Sachen angeht - den MS4 kannte ich schon... aber den Alex-1 nicht - das waer' ja wohl mal ne Ueberlegung wert, ob ich mir das Zeugs nciht einfach zu Weihnachten anschaffe - weniger Arbeit, und man hat was, was 20 Jahre haelt, ohne dass man's 2x im Jahr aufschrauben muss (will) um's zu reparieren (modifizieren)... :D

    Vielen Dank nochmal fuer Deine Hilfe - ich werd' wohl mal konkreter schauen, ob es sich rein finanziell lohnt, so ein Teil zu bauen, statt die beiden Nobels Teile einfach zu kaufen... Nur schade, dass der Alex-1 kein MIDI kann, da ich ja eigentlich alle 4 Schalter vom MS-4 benoetigen wuerde... Aber man kann ja nicht alles haben ;)...
     
  8. Schinken

    Schinken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.11.07   #8
    Also ich hab mir fürs AVR Programmieren einen "AVR Dragon"-Programmer geholt. /Kostet ca. 50 euro /

    Das lohnt sich aber auch nur wenn man mehr auf solchen systemen programmieren will.
    Dieser AVRDragon unterstützt ISP (In-System Programming)/JTAG (Da kann man Live die Hardware anhalten und debuggen (nutz ich sehr gern)) und HV Prog falls man mal die "Fuses" (damit wirste dich auseinandersetzen müssen) kaputt gemacht hat...

    Ansonsten... elektronik-kentnisse sollten von deiner seite auch da sein ... das Relais z.b. zwischen + und - an der Spule eine Diode brauchen solltest wissen, dann brauchste noch transistoren, weil mit den Microcontroller direkt kannste das Relai net schalten (ein ATMega16/32/644 bringt afaik 20mA am port bei maximal 5 volt (wird von der Vcc (eingangsspannung) abgeleitet)

    Dann brauchste noch n quarz ... und 2 kleine Kondensatoren in pF Bereich für den Quarz....

    einen 7805 (Ein Festpannungsregler der fest auf 5V runterregelt (für den µC)) dann am µC noch einen abblockkondensator... sind immer glaub 220nF wenn ich net irre..

    joah... dann halt am besten n paar midibuchsen noch und da weiss ich etz net was du beschaltungstechnisch brauchst.. ggf n paar Pullup/Pulldown widerstände etc...

    Also da kommt schon einiges zusammen ...

    Und nen Oszilloskop zum betrachten der übertagung is auch immer ganz gut ;)
     
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