Mikrofonierung Orgelkonzert

von rumbaclave, 17.03.08.

  1. rumbaclave

    rumbaclave Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.08   #1
    Wie würdet ihr denn ein Orgelkonzert in einer Kirche mikrofonieren?

    Ich denke mal an zwei Kleinmembrankondensatormikrofone in A/B, ORTF oder XY - aber dann:

    - Der Zuhörer hat üblicherweise die Orgel im Rücken; soll ich die Mikros auch zum Altar schauen lassen? Dann nehmen sie ja aber überhaupt keinen Direktschall auf.

    - Die Ohrhöhe des Zuhörers dürfte üblicherweise so etwa in 1,5 m Höhe liegen - sollen die Mikros auch so weit runter oder lieber auf 2 - 5 m Höhe?

    - Gefühlsmäßig würde ich die Mikros etwa in Kirchenmitte aufstellen - oder lieber näher zur Orgel oder lieber weiter weg?

    mfg
     
  2. paulsn

    paulsn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.08   #2
    2 mikrofone sind aber kein paar ohren an einem kopf... das kann man so nicht vergleichen. ich würde die mics auf jeden fall richtung orgel schaun lassen. wo du sie hinstellst kann man genau so wenig sagen. so eine kiche ist ja ein akustisches unikat und da vermutlich noch niemand hier in genau dieser kirche war, kann man dir auch nicht helfen ^^ ... generell wirds plätze geben wo man super ergebnisse bekommt und keine störenden reflektionen, an anderen plätzen wirds vielleicht nach A*sch klingen. einfach durchgehen und hinhören wo's am besten klingt und die mic dann dort aufstellen.
     
  3. Pfeife

    Pfeife Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.08   #3
    Sollte es sich um eine symmetrische Kirche handeln, kann man mit dem Experiment etwa in der Mitte der Bankreihen starten. Sollten sich auch Leute in den Bänken befinden(was ja bei einem Konzert mitunter vorkommen soll :D ), dann empfiehlt sich ein Hochstativ. Wenn möglich, kann man, in Abhängigkeit von der Raumhöhe die Mikros durchaus auch auf 5 m und höher hängen. Kleinmembran und offener Winkel sind auf jeden Fall nicht falsch.
    Das sind aber halt nur Tips, da Paulsn schon ganz richtig schreibt, keiner deinen Tempel kennt.
    Obacht, falls es mehrere Orgelprospekte gibt, dann wird's richtig spannend. Bei uns im Dom Hauptspieltisch und Hauptwerk am Westgiebel und ein weiteres Prospekt im hohen Chor, fast 'ne ganze Sekunde entfernt....:cool:
     
  4. morry

    morry Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 18.03.08   #4
    Servus,
    Ich nehm dafür 2 Kleinmembran-Kondensator-Mics in AB-Technik und in die Mitte ein Großmembran-Kondensator zur Unterstützung, alles in Richtung Orgel. Hat sich bewährt, kann ich empfehlen.
    Die Entfernung sollte je nach Zweck gewählt werden. Für viel Raumklang die Mics weit weg. Optimal für Aufnahmen, die direkt vor Ort verkauft werden sollen, weil die individuelle Kirchenakustik gut eingefangen wird. Für Aufnahmen, bei der die individuelle Aufnahmelocation unwichtig ist werden die Mics näher ran gestellt und nachträglich Hall hinzugefügt.

    Außerdem empfehle ich, die Sitzplätze um die Mics herum abzusperren, weil doch immer eine ganze Menge Deppen rumlaufen und während der Aufnahme aus Versehen gegen die Mikroständer treten. Und das gibt ein schönes sattes "Bumm" auf der Aufnahme.

    Viele Grüße
    Moritz
     
  5. Pfeife

    Pfeife Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.08   #5
    Aber bei Orgel prinzipell mindestens die doppelte Länge der größten Pfeife. Also, wenn ein Subbaß 32' im Brustwerk steht so gut 20m Entfernung, sonst klingts partiell recht dünn. Rein theoretisch reicht schon der erste Schwingungsknoten also ca. 9m, aber klingen tuts nicht immer gut. Es sei denn natürlich eine kleine Orgel in einer Holzkirche....
     
  6. Fish

    Fish HuF User & Mod PA/E-Tech Moderator HFU

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    Erstellt: 18.03.08   #6
    Hallo,

    allso ich würde auch in richtung Orgel Microfonieren. Alls Aufnahmeverfahren würde ich ORTF wählen. Die Plazierung würde ich bach Gehör vornehmen. Lauf bei aktiver Orgel enfach mal durch die heiligen Hallen und lausche wo es am besten klingt. Evtl. kann dir der Kirchdiener, Pfarrer(in) oder Kantor auch wertvolle Hinweise geben. Hast Du mehr als 2 Kanäle zur verfügung? Nimm doch an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Verfahren auf.

    gruß

    Fish
     
  7. rumbaclave

    rumbaclave Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.08   #7
    Gute Idee! Mir stehen acht Kanäle zur Verfügung, da kann ich z.B. A/B mit zwei Kugeln machen und ORTF mit zwei Nieren, usw.

    mfg
     
  8. Fish

    Fish HuF User & Mod PA/E-Tech Moderator HFU

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    Erstellt: 18.03.08   #8
    Was auch absolut genial (über Kopfhörer) zum anhören ist: Kunstkopf!

    gruß

    Fish
     
  9. anonym

    anonym Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.08   #9
    Gute Ergebnisse hatte ich mit einem AKG3000B auf der Empore direkt neben der Orgel (auf der den Manualen abgewandten Seite, weil sonst die Tastenanschläge und das Pedalgetrampel mit drauf gekommen wären, in ca. 3 Metern Entfernung von der Orgel) und 2 Opus 53 rechts und links vom Altar für den Raumklang sowie einem weiteren Opus, welche von der Empore herab Richtung Altar ausgerichtet war. Ein SM58 befand sich in der Orgel selber, in der Nähe der hohen Pfeifen.
    Ein Soundfile davon versuche ich nachher mal hochzuladen...
     
  10. rumbaclave

    rumbaclave Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.08   #10
    Warum soll man an einem Schwingungsknoten stehen - da schwingt ja nichts?

    mfg
     
  11. nichtrauscher

    nichtrauscher Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.08   #11
    Naja, an einem Knotenpunkt, also da, wo sich keine Luft bewegt, "schwingt" statt dessen der Luftdruck.
    Ein Druckgradientenempfänger (ein Nierenmikrophon zum Beispiel) nimmt hier nichts auf, ein Druckempfänger (eine Kugel) sehr wohl.
     
  12. rumbaclave

    rumbaclave Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.08   #12
    Wusst' ich's doch - dass ich was übersehen hatte. Danke!

    mfg
     
  13. Pfeife

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    Erstellt: 19.03.08   #13
    Ich präzisiere:
    Natürlich nicht exakt auf den Schwingungsknoten, das wäre, wenn überhaupt möglich, klanglich äußerst fatal.
    Im Prinzip ist das eine Fausformel für alle Blasinstrumente, da sich erst in einer Entfernung größer Rohrlänge der komplette Klang aufbauen kann. Und um einen möglichst homogenen Schwingungsbrei zu erhalten, hat sich größer doppelte Rohrlänge als recht brauchbar erwiesen.
     
  14. rumbaclave

    rumbaclave Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.08   #14
    Für Aufnahmen in einem wohlklingenden Raum ist das ja alles machbar.

    Was man da aber live bei der Instrumentenabnahme macht ist dann ja eigentlich nicht gut - ein Clipmikrofon direkt an den Trichter von Saxophon oder Trompete oder Posaune.

    mfg
     
  15. Pfeife

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    Erstellt: 19.03.08   #15
    Eigentlich ja, aber uneigentlich geht es da ja nicht anders. Es wird auch kein Studiotechniker auf die Idee kommen mit Clipmikros zu arbeiten.
    Und bei einer Orgel gehen wir ja mal pauschal von einem klanglich passendem Raum aus, da der Orgelbauer die Orgel ja exakt auf diesen Raum geplant und abgestimmt haben sollte.

    Außerdem bräuchte man verdammt viele Clipmikros... :D:D
     
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