Mittelaltersound durch Kirchentonleitern, wie genau?

von whitie, 13.11.07.

  1. whitie

    whitie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.11.07   #1
    Okay, ich weiß dass es hauptsächlich Kirchentonleitern sind, die diesen einzigartigen klang ausmachen..

    ich hab zu der frage noch keinen beitrag gefunden bzw. wollte keine threads von 2005 aufgabeln

    also ich hab selber ein paar sachen versucht zu komponiern à la Ensiferum oder teilweise auch Blind Guardian... Folk Metal zeugs eben... auch Falconer sehr gern...

    hab alle tonarten durch, aber irgendwie klingt nicht jede der Modi gleich "doll" nach mittelalter...
    es sind wohl nur ganz bestimmte halbtonschritte, die diesen klang zum vorschein bringen??

    z.b. weiß ich aus quellen, dass Lydisch einen klagenden charakter hat und einige Folk Songs in lydisch stehn, aber trotzdem klingt nicht alles was ich darin komponiere nach mittelalter...

    der rhythmus machts wohl auch aus?

    kann mich bitte bitte jemand aufklären... ich möchte unbedingt melo-läufe erstellen, die schön mittelalterlich klingen..

    danke euch
    cheerrrzzz
    white
     
  2. dixo

    dixo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.07   #2
    ja der rhytmus is schon sehr wichtig. und meistens wird bei solchen songs auch fingerpicking verwendet.
     
  3. whitie

    whitie Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.07   #3
    mir gehts gar nich ums picking... ensiferum spielen in den melo-läufen sicher kein fingerpicking :)
    und blind guardian auch nich...

    naja es geht ja gar nichma um akustik gitarre...

    gehts vielleicht etwas detaillierter? :D
     
  4. Guendola

    Guendola Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.07   #4
    Du solltest dich mal etwas über mehrstimmigen Tonsatz informieren und z.B. auch Noten für alte Choräle genauer ansehen. Es reicht nicht, einfach die passende Tonleiter zu verwenden, man muß sie auch richtig einsetzen. Als Stichworte eignen sich auch "Fux", "Palästrina" und "Species" bzw. auf Deutsch "Gattungen". Das ist natürlich die strenge Variante, die ist aber auch in der Volksmusik verankert, davon lebt die "ernste Musik" ja (heute eher von Popmusik).

    Mit etwas Fingerspitzengefühl kommst du natürlich auch weiter, wenn du viel Musik in dieser Richtung hörst und das auf der Gitarre nachempfindest. Das wird auch erforderlich sein, um den Rhythmus kennenzulernen.

    Aber die Frage lautete ja "wie genau", da heißt es auch lesen, studieren und forschen.
     
  5. whitie

    whitie Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.07   #5
    naja ich selber höre solche musik streng genommen nicht, sondern eben nur einflüsse dessen im Folk Metal...

    was ich auch herausgefunden habe ist, dass solche tonreihungen die eben nach mittelalter klingen, oftmals durch einen sehr geringen ambitus erreicht werden und oft mit anschlägen auf einer note angehalten wird...

    also zum beispiel aus 6 tönen einer kirchentonart kann man ne richtige melodie erstellen...

    schließlich zeichnen sich kirchenmodi ja auch durch eine gewisse einfachheit aus (im gegensatz zum heutigen dur/moll schema)

    danke für die bisherigen tipps, vielleicht fällt einem dazu ja noch irgendetwas ein??
    wenn ja, hier rein :D

    bin über alles dankbar!
    cheeerrzz
    whitie
     
  6. Hans_3

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    Erstellt: 14.11.07   #6
    Das ist natürlich Unfug ;) Die Modi (zu denen ja auch ionisch Dur und äolisch Moll gehören) haben die selbe Anzahl an Tönen. Es sind also nicht die Modi, sondern die Motiv- und Melodiebildung, die die Einfachheit ausmachen (immer nur kurze Auf-/Abbewegungen, tonale Ruhepunkte, keine Intervallkaskaden, Rhythmik ruhig schreitend usw.)

    Tipp: Hör Dir mal bei youtube Aufnahmen von Mittelalterfolklore und auch von irischem Fok (celtic, keltisch) an, damit Du die Sachen ins Ohr und in den Bauch bekommst. Das blinde Experimentieren mit Skalen bringt Dir nix, wenn Du nicht weißt, was Du von Dir hören willst. Du klingst ja auch nicht automatisch wie Santana oder Steve Lukather, nur weil Du einen dorischen Modus nimmst... Das geht halt nur, wenn Du Dich mit der jeweiligen Musik und seinen typische Bestandteilen auch auseinandersetzt.

    Eine der häufigsten Formen für solche Themen besteht aus einer Reihung von vier Motiven, die nach folgendem Muster laufen

    1 Takt Motiv
    1 Takt Antwort
    1 Takt Variation von Motiv 1 (oder identisch)
    1 Takt Antwort (Variation)

    Dieser Aufbau hat sich im Prinzip bis auf den heutigen Tag über die Klassik bis zum Rock erhalten und bildet nach wie vor eines der wichtigsten Gerüste auch für die Entwicklung von Riffs. Berühmtes Beispiel "Smoke on the Water"

    1 Motiv da da da
    2 Antwort da da da da
    3 Motiv (wie 1)
    4 Antwort (variiert) da da

    Nehmen wir das Ganze nun mal als Konstrukt für ein einfache Melodie, die etwas mittelalterlich klingen soll. Tonart E-Moll, Skala E-Moll (also nix mit weiteren Kirchenmodi !), so wie es (klanglich stark verrockt) auch von Ensiferum stammen, in keltischer Folklore vorkommen oder einem sinfonischen Werk orchestral und majestätisch langsam vorkommen könnte:

    Takt 1: Motiv (jeweils Achtel, letzte Note 1/4)

    ------------------------
    -----------------------
    -------2--4---------------
    2-4--5------5--4------------
    --------------------
    -----------------

    Takt 2: Antwort (2 x 2 Achtel, 2 x 1/4 Note)

    ------------------------
    -----------------------
    --------------------------
    2-5--4----2--2------------
    --------5------------
    -----------------

    Takt 3: Motiv 2 = Variation von Motiv 1 (jeweils Achtel, letzte Note 1/4)

    ------------------------
    -----------------------
    --4--2-------------------
    2-------5--4--2--4---------
    -------------------------
    -----------------

    Takt 4: Antwort auf Takt 3 und Variation von Takt 2 (2 x 2 Achtel, 2 x 1/4 Note)

    ------------------------
    -----------------------
    -------------------------
    ---2--4-----2---2------
    5--------5-------------
    -----------------


    In Rock und Folk wird das Ganze natürlich noch mit Akkorden unterlegt (halbtaktig wechselnd), die natürlich aus leitereigenen Harmoniestufen bestehen. Beispiel:

    e h / h e / e h / h(1-2) a(3) e(4) /
     
  7. whitie

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    Erstellt: 14.11.07   #7
    hui auf so eine antwort hab ich gewartet!!

    danke dir, ich denke das führt mich einen schritt näher ans verständnis und ans richtige benutzen der skalen an sich...

    oh man ich finde diese melodie einfach sehr sehr seeehr schön... ich weiß auch nicht... wie lange hast du dafür gebraucht??
    boah das is echt genial :D
     
  8. Hans_3

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    Erstellt: 15.11.07   #8
    Solange, wie man braucht, sie zu spielen. Deshalb mag ich das Tippen von Tabs nicht besonders - in der Zeit kann man schon wieder neue Sachen spielen.
     
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