Mobile Gesangskabine - Wie am besten?

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Hallo,

ich suche für mein Arbeitszimmer eine schnell
auf- und abbaubare Gesangskabine.

Die beste Lösung werden wohl 3 Stellwände sein,
also links, rechts, und hinter mir,
und vielleicht oben an der Decke
noch was festschrauben.

Ich dachte da an Basotect-Platten 10 cm breit,
oder Rockwool. Bei Rockwool habe ich aber Bedenken,
ob es vielleicht langfristig gesundheitsschädlich sein könnte.

Die Frage wäre wie hoch die Stellwände sein müssen.
Sollten die am Fußboden anfangen und mindestens
über meinen Kopf ragen oder sogar noch deutlich höher?

Und sollten es sogar 4 Wände sein,
also hinter mir auch noch eine, oder reichen 3?
Beitrag automatisch zusammengefügt:

...und würde das dann reichen damit die Aufnahme ok ist,
oder brauch es noch Bassfallen und Molton-Vorhänge?
 
Basselch
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Hallo,

...ich würde erst mal probieren, ob es im Arbeitszimmer nicht auch ohne Stellwände o. ä. brauchbar funktioniert... normalerweise sind "normal" eingerichtete Räume gar nicht mal soo schlecht ;) Oder hast Du schon mal probiert und hast etwas am Klang gefunden, das Dir so gar nicht gefällt? Nur irgendwas in den Raum knallen kann mehr verschlechtern denn verbessern. Hast Du Flatterechos, klingt es schrill, dumpf oder sonstwie komisch?
Wie sieht der Raum aus (Größe, Möblierung) und wie stehst Du darin zum Aufnehmen?

Viele Grüße
Klaus
 
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Also der Raum ist ca. 8 m x 3 m.
Der Nachhall ist zu arg und klingt metallisch.
Es steht eine Hantelbank, ein Sofa,
ein großer Wandspiegel, ein Schreibtisch mit Computer drin,
hat ein Fenster und ein großen Kleiderschrank. Boden ist Laminat.

Ich hätte da schon gerne einen recht neutralen
fast trockenen Klang bei der Aufnahme,
damit man da noch viel verändern kann. z.B. anderer Hall,
und so weiter.
 
randy666
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Wenn du in dem Raum mischen magst, musst du ohnehin was machen. Gesangskabine macht leider selten Sinn.

Ansonsten... Sing in den Kleiderschrank. Ja, das funktioniert.


LGR
 
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adrachin
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Ich hatte mich vor einiger Zeit mit dem Thema befasst. In meinem Raum gab es verschiedene Herausforderungen. Vor allem Dämmung zu anderen Zimmern um Belästigungen zu vermeiden.

Das ist auch noch unter dem Dach, mit Schrägen, die von meinem Raum nach untern in andere Räume gehen. Die habe ich mit Schwerfolie, Trittschalldämmung, Steinwolle und als Abschluss Sperrholz dicht bekommen.

Für den Rest habe ich Produkte von Soniflex verwende. Zum einen soni WAVE Matten in 30 und 50mm. Dazu noch die Türdämmung. Ergebnis, voller Erfolg. Das klingt jetzt so, wie ein Tonstudio. Geht man in den Raum und macht die Tür zu gibt es diesen dumpfen "Wump" und es ist Stille..... (;
 
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Hallo,

...dazu noch ein Teppich aufs Laminat ;) - dann müßtest Du schon ziemlich weit kommen. Wenn das Fenster einen Vorhang hat (...sollte dick sein...), dann zieh' ihn davor, wenn Du aufnimmst, dann ist die glatte, reflektierende Fläche auch ausgeschaltet.
Tip: Schau mal in die Richtung, in die das Mikrofon sieht... schaust Du da auf eine glatte, reflektierende Fläche, ist das nicht so toll. Also dann eine Stellwand HINTER Dich! Hinter dem Mikrofon bringt eine Wand wenig bis gar nichts, da es ja üblicherweise in Nierencharakteristik betrieben wird. Und eine Niere ist nach hinten unempfindlich...

Viele Grüße
Klaus
 
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Ich schlage vor, die Suchmaschine zum Thema in verschiedenen Wortlauten zu benutzen, es gibt ne Menge guter Information zum Thema für allerlei Situationen.
 
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Als Stichworte

Bassfalle, basstrap
Vorhang (immer etwas weg vom Hintergrund)
Mülleimertechnik
Multibandabsorber
Regale als Diffusoren
Teppiche, Sofas und Bilder als Absorber

LGR
 
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Welche Variante würdet ihr für den Gesang nehmen?
Ich tendiere zu 3. Und dann noch an der Zimmerdecke 1 oder 2 Stück installieren.
Ein Teppich leg ich dann auch noch rein.


unbenannt-png.90058
 
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Regale als Diffusoren
Regale taugen allein nicht als Diffusoren. Im allerbesten Fall zerstreuen sie etwa Schall.
Das hier wären Diffusoren:
http://engineer.bplaced.net/img_4_diffusers_a/diffusers.html

@TE: Wenn Absrober was bringen sollen, müssen sie so groß sein, dass die Wellen sich nicht um sie herumbiegen, also auch keine Lücken haben.
Du wirst das Mikro also schon weitgehend einbauen müssen. Tiefe Frequenzen bekommst du aber mit 10cm Baso nicht in den Griff.
 
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...Schall zerstreuen, genau das macht ein Diffusor 😉
 
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..Schall zerstreuen, genau das macht ein Diffusor 😉
Ja, aber das tut er in einer dedizierten Weise, indem er den Schall nach Frequenzen aufgespaltet verteilt. Einfach nur ein Objekt in den Raum zu stellen, führt nur dazu, dass:
a) alle Wellenlängen die deutlich kleiner sind, als das Objekt reflektiert werden
b) alle, die deutlich größer sind, drum herum gehen
c) alles was in der Größenordnung liegt, einer Mischung aus Beugung und Reflektion unterliegt

... und dies gilt materialabhängig, soforn das Material bei dieser Frequenz schallhart genug ist.

Ein Regal liefert im günstigsten Fall einen Frequenzteiler - zudem steht da oft genug was drin, was die Wellen zerstört. Die meisten Regalsituationen sind schlicht Absorber.

Akustische Diffusion basiert auf Welleninterferenzen, also einem Zusammenbau neuer Wellen(-richtungen) infolge partiell veränderter Druckgradienten = Schalldruckrichtungen. Diese ergeben sich aus den Überlagerungen versetzt reflektierter Wellen. Bei dem klassischen Schröder kann man das gut sehen. Ich habe hier eine 2D-Ansicht, wie sich in Abhängigkeit der relativen Frequenz 0,5 .. 1.0 die Interferenzen überlagern:
http://www.96khz.org/oldpages/diffuserfunction.htm

Man sieht dort die Druckmaxima und -minima, die am Ende dazu führen, dass sich für eine bestimmte Frequenz ein ganz bestimmter Reflektionswinkel ergibt, der sich für eine theoretisch von 90° direkt von vorne einfallende ebeneWelle, über die gesamte Oktave von -180° ... + 180° bewegen würde. Dies würde sich für die anderen Oktaven darüber und darunter auch wieder so fortsetzen, weil auch dann der Wellenversatz für eine andere Wellenlänge wieder zueiander passt. Für eine von unten nach oben steigenden Frequenz werden also alle Wellen wie bei einem Fächer rotierend von links nach rechts geworfen (bzw. je nach Design auch von der Mitte nach Aussen) und fangen bei jeder Oktave wieder neu von vorn an. Ist wie ein Leslie, der jede Frequenz woanders hinwirft.

Aufgrund der Beugungen und dem Sachverhalt, dass eine bestimmte Elementebreite (die sog. "wells") nur für eine einzige Wellenlänge optimal sein kann, funktioniert es in der Realität dann nur für die Frequenzen rund um die Designfrequenz wirklich perfekt. Darüber und darunter schächt sich das zunehmend ab. Auch schräg einfallende Wellen "sehen" einen anderen relativen Wellenversatz.

Daher ist es wichtig, den Diffusor so auszurichten, dass er aus großer Entfernung und möglichst gerade angestrahlt wird und zudem auch der Hörer wieder in einem Abstand sitzt, dass die Wellen auch gut genug entstehen können. Bei mehreren Diffusoren muss das Muster geometrisch zusammenpassen, also die Widerholung stimmen und an der richtigen Stelle sitzen.

Nach meiner Auffassung ist es darüber hinaus zweckmäßig, 2 unterschiedlich große Diffusoren zu nehmen, die wenigstens eine Oktave (besser 2) auseinander liegen und damit einen weiten Frequenzbereich qualitativ hochwertig abdecken. Die aus meiner Sicht diesbezüglich beste Lösung ist es, den unteren Teil einer Wand mit der einen Sorte- und den oberen Teil der Wand mit der anderen Sorte zu gestalten.

Wenn man das alles nicht berücksichtigt, kriegt man nur einen irgendwie gearteten Absorber = Scatterer. Dann lautet die Empfehlung ganz klar, Absorber vor die Regale zu stellen, oder Basotect drüber zu hängen.
 
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Da hast du natürlich Recht. Wir reden aber von einem Hobbyhomestudio und nicht von abbey road...


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Immer wieder ein spannendes Thema, zumal da die Meinungen extrem weit auseinander gehen.
Ich hab neulich mal ein Video mit Steve Albini gesehen (auch wenn es da eigentlich um Drum Mikrofonierung ging): eine riesige Halle aus Ziegelsteinen, und so gut wie keine sog. "akustische Optimierung". Zumindest nicht für den Laien direkt erkennbar. Andererseits hatte der auch noch einen "dead room".
Kleiderschrank soll ja mehr Sound töten als Sinn stiften. Keine Ahnung, noch nie in einem oder in einen hinein gesungen.
Ich habe ziemlich gute Erfahrungen mit dickeren Vorhängen und hie und da etwas aufgehängtem Molton gemacht. Aber gut, ich bin ja so gar kein Profi, und vielleicht klingt bei mir auch alles poop.
Kannst du ausschließen, dass "metallisch" an Stimme oder Mikro liegt? Kann etwas vibrieren? Hantelbank z.B.? Dann evtl. Auflageflächen abkleben.
Oder metallizer aus der Effektkette nehmen (jocus!).
Wie gesagt, Meinung eines bemühten Amateurs, nichts weiter.
 
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@Cerno: Die "große Halle" ist insofern kein Problem, weil erst mal keine Reflektionen kommen und wenn, diese in Summe auch leise sind -> Diffusfeldradius. Oberdrein wird das Schlagzeug oft genug mit Hall beaufschlagt, um "Größe" zu bekommen - und dies besonders in den Höhen. Weite zischende Becken ist sehr beliebt und der helle steinige Hall mit ausgeprägtem Höhenanteil passt da gut. Allerdings geht es da ja um Aufnahme und hier reden wir vom kleinen Studio, das aufgrund der Wände Probleme mit zu frühen Reflexionen macht, um die man sich eben kümmern muss.
 
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@TE: Wenn Absrober was bringen sollen, müssen sie so groß sein, dass die Wellen sich nicht um sie herumbiegen, also auch keine Lücken haben.
Du wirst das Mikro also schon weitgehend einbauen müssen.

Aber vor dem Mikro braucht man eher keine hinstellen oder wie?
Also nur hinter mir, rechts und links?
 
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Hinter dem Mikrofon bringt eine Wand wenig bis gar nichts, da es ja üblicherweise in Nierencharakteristik betrieben wird. Und eine Niere ist nach hinten unempfindlich...
Also HeadBoothes und Gesangskabinen könnten theoretisch hinter dem Mikrofon auch offen sein?
Sind nur komplett zu, damit möglichst keine Umgebungsgeräusche mitaufgenommen werden?
 
Basselch
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Hallo,

...ach, bei den "einfachen" Sachen ist auch immer fürchterlich viel Marketinggeschwurbel dabei. Gute Gesangskabinen - und die gibt es tatsächlich! - kosten gehobene vierstellige bis weit in den fünfstelligen Bereich reichende Beträge.
Eine gute Veranschaulichung, kurz, prägnant und fachlich (allerdings anhand eines Reflexion Filters) findest Du hier: KLICK
Mobile Stellwände, die man ja auch zerlegbar bauen kann, ein Beispiel wurde oben genannt, sind da erheblich effizienter.

Viele Grüße
Klaus
 
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Ok. Hab jetzt 18 x Basotect bestellt. 10 cm X 50 cm X 100 cm

Daraus bau ich jetzt eine mobile Kabine.
2 Platten an die Decke mit Deckenhaken und Schnüren.

Und dann je 4 Platten vorne, hinten, links, rechts.
Falls man die nicht stapeln kann, ohne das sie umfallen,
bau ich aus Holzlatten ein kleines U und leg sie einfach da rein.

Ja vorne sind sie anscheinend unnötig,
aber ich will auf Nummer sicher gehen,
dass alles schön gedämmt wird, ich will einen sehr trockenen Klang,
den ich später noch mit Reverb und so verändern kann.
ich glaube es wird mich auch klanglich irritieren,
wenns nach vorne noch hallt, auch wenn es
nicht mit ins Mikro aufgenommen wird.

Falls ihr die vorne für schwachsinnig haltet, schick ich sie zurück.
Hab halt 0 Ahnung von Raumdämmung.

Hoffe das passt jetzt so.

Insgeamt 500 €
 
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