Sharkai
Registrierter Benutzer
- 20.04.26
- 09.05.16
- 1.024
- 16.500
- Waiblingen, BW
Ich habe bei einem Gig wieder über ein Thema nachgedacht, das wahrscheinlich schon oft besprochen wurde, mich aber trotzdem interessiert.
Unsere Vorband hat mit klassischen Gitarrenverstärkern gespielt, wir selbst mit Modeling direkt ins Pult und komplett über In-Ear. Im Video von dem Abend wirkten deren Gitarren deutlich präsenter und mehr „im Raum“. Das hatte sofort mehr Rock-Charakter. Bei uns kam das im Vergleich etwas braver rüber.
Mir ist klar, dass so ein Video nicht die absolute Wahrheit ist. Kameraposition, Handy-Mikro und der Platz im Raum spielen da sicher ordentlich mit rein. Ich habe deshalb auch Leute aus dem Publikum gefragt. Die meinten zwar ebenfalls, dass es einen Unterschied gab, aber nicht, dass unser Sound schlechter gewesen wäre. Eher einfach anders.
Was mich an dem Thema zusätzlich beschäftigt: Ich war vor einiger Zeit bei Thomann und konnte dort in einem schallisolierten Raum zum ersten Mal einen Soldano anspielen. Und ganz ehrlich: Da ging bei mir komplett die Sonne auf. Das war nicht einfach nur ein kleiner Klangunterschied. Das Spielgefühl, die Reaktion, die Lebendigkeit, auch solche Sachen wie Feedback – das war sofort da. Als ich danach zu Hause versucht habe, das mit dem Helix nachzubauen, war das schon gut, keine Frage. Aber so gezündet wie mit dem echten Amp hat es nicht.
Ich will damit ausdrücklich nicht sagen, dass Modeller heute nichts taugen. Im Gegenteil. Die Dinger können brutal viel und sind inzwischen auf einem extrem hohen Niveau. Dass große Acts live mit Fractal, Kemper, Quad Cortex oder ähnlichem unterwegs sind, kommt ja nicht von ungefähr. Und ich bin mit meinem Sound im Proberaum auch grundsätzlich zufrieden. Aber seit diesem Soldano-Moment weiß ich halt, dass da noch etwas anderes gibt, das mich ziemlich angefixt hat. Manchmal wünschte ich fast, ich hätte diesen Moment nie gehabt.
Ich glaube auch, dass man aus einem Modeller wahrscheinlich noch deutlich mehr rausholen kann, wenn man sich richtig tief damit beschäftigt. Genau da liegt aber bei mir das Problem: Sobald ich anfange, an solchen Details herumzuschrauben, falle ich ins Rabbit Hole. Und wenn ich dann irgendwann fertig bin, habe ich zwar einen Sound, doch der hat mit der ursprünglichen Grundidee oft nicht mehr viel zu tun, und im Bandkontext sind solche Sounds dann nicht selten ziemlich unterirdisch.
Deshalb kam mir der Gedanke, ob eine kleine zusätzliche FRFR-Box auf der Bühne vielleicht helfen könnte. Nicht als zweites Hauptsystem, sondern einfach als leise Ergänzung. Sie müsste nicht laut sein, sondern einfach nur ein Stück weit dieses direkte „Amp im Raum“-Gefühl zurückbringen. Gerade in kleinen Läden könnte das vielleicht schon reichen.
Wir spielen komplett mit In-Ear, und das will ich mir auch nicht wieder kaputtmachen. Ich will also keinen geileren Sound für mich haben. Mir geht es vielmehr darum, ob so eine zusätzliche Schallquelle auf der Bühne dem Sound für das Publikum etwas mehr Direktheit und Lebendigkeit zurückgeben kann – eben dieses „in your face“-Ding. Und ganz nebenbei wäre es auch nicht verkehrt, wenn man im Notfall nicht komplett taub dasteht, falls mal ein In-Ear rausfällt oder aussetzt.
Beim Bass wäre das natürlich die nächste Frage. Da würde ich es aber noch vorsichtiger sehen. Tiefe Frequenzen brauchen wir auf der Bühne eigentlich nicht zusätzlich, die kommen bei uns sowieso aus dem Sub. Wenn überhaupt, dann nur mit Lowcut und sehr kontrolliert. Wenn überhaupt, dann nur mit Lowcut und sehr kontrolliert.
Vielleicht noch als Kontext: Wir sind nur zu dritt unterwegs, also Drums, Gitarre und Bass, und singen alle drei. Monitoring läuft komplett über IEM. Das macht die ganze Überlegung mit einer kleinen zusätzlichen Box auf der Bühne vielleicht etwas nachvollziehbarer, als wenn da ohnehin schon eine halbe Backline herumsteht.
Mich würde einfach interessieren, wie ihr das seht:
Habt ihr auch den Eindruck, dass Modeling über PA im Raum oft etwas braver oder weniger präsent wirkt als ein echter Amp?
Und wenn ja: Hat jemand von euch schon mit einer kleinen FRFR-Box auf der Bühne als Ergänzung gearbeitet, ohne sich damit die Vorteile von Modeling und In-Ear wieder kaputtzumachen?
Unsere Vorband hat mit klassischen Gitarrenverstärkern gespielt, wir selbst mit Modeling direkt ins Pult und komplett über In-Ear. Im Video von dem Abend wirkten deren Gitarren deutlich präsenter und mehr „im Raum“. Das hatte sofort mehr Rock-Charakter. Bei uns kam das im Vergleich etwas braver rüber.
Mir ist klar, dass so ein Video nicht die absolute Wahrheit ist. Kameraposition, Handy-Mikro und der Platz im Raum spielen da sicher ordentlich mit rein. Ich habe deshalb auch Leute aus dem Publikum gefragt. Die meinten zwar ebenfalls, dass es einen Unterschied gab, aber nicht, dass unser Sound schlechter gewesen wäre. Eher einfach anders.
Was mich an dem Thema zusätzlich beschäftigt: Ich war vor einiger Zeit bei Thomann und konnte dort in einem schallisolierten Raum zum ersten Mal einen Soldano anspielen. Und ganz ehrlich: Da ging bei mir komplett die Sonne auf. Das war nicht einfach nur ein kleiner Klangunterschied. Das Spielgefühl, die Reaktion, die Lebendigkeit, auch solche Sachen wie Feedback – das war sofort da. Als ich danach zu Hause versucht habe, das mit dem Helix nachzubauen, war das schon gut, keine Frage. Aber so gezündet wie mit dem echten Amp hat es nicht.
Ich will damit ausdrücklich nicht sagen, dass Modeller heute nichts taugen. Im Gegenteil. Die Dinger können brutal viel und sind inzwischen auf einem extrem hohen Niveau. Dass große Acts live mit Fractal, Kemper, Quad Cortex oder ähnlichem unterwegs sind, kommt ja nicht von ungefähr. Und ich bin mit meinem Sound im Proberaum auch grundsätzlich zufrieden. Aber seit diesem Soldano-Moment weiß ich halt, dass da noch etwas anderes gibt, das mich ziemlich angefixt hat. Manchmal wünschte ich fast, ich hätte diesen Moment nie gehabt.
Ich glaube auch, dass man aus einem Modeller wahrscheinlich noch deutlich mehr rausholen kann, wenn man sich richtig tief damit beschäftigt. Genau da liegt aber bei mir das Problem: Sobald ich anfange, an solchen Details herumzuschrauben, falle ich ins Rabbit Hole. Und wenn ich dann irgendwann fertig bin, habe ich zwar einen Sound, doch der hat mit der ursprünglichen Grundidee oft nicht mehr viel zu tun, und im Bandkontext sind solche Sounds dann nicht selten ziemlich unterirdisch.
Deshalb kam mir der Gedanke, ob eine kleine zusätzliche FRFR-Box auf der Bühne vielleicht helfen könnte. Nicht als zweites Hauptsystem, sondern einfach als leise Ergänzung. Sie müsste nicht laut sein, sondern einfach nur ein Stück weit dieses direkte „Amp im Raum“-Gefühl zurückbringen. Gerade in kleinen Läden könnte das vielleicht schon reichen.
Wir spielen komplett mit In-Ear, und das will ich mir auch nicht wieder kaputtmachen. Ich will also keinen geileren Sound für mich haben. Mir geht es vielmehr darum, ob so eine zusätzliche Schallquelle auf der Bühne dem Sound für das Publikum etwas mehr Direktheit und Lebendigkeit zurückgeben kann – eben dieses „in your face“-Ding. Und ganz nebenbei wäre es auch nicht verkehrt, wenn man im Notfall nicht komplett taub dasteht, falls mal ein In-Ear rausfällt oder aussetzt.
Beim Bass wäre das natürlich die nächste Frage. Da würde ich es aber noch vorsichtiger sehen. Tiefe Frequenzen brauchen wir auf der Bühne eigentlich nicht zusätzlich, die kommen bei uns sowieso aus dem Sub. Wenn überhaupt, dann nur mit Lowcut und sehr kontrolliert. Wenn überhaupt, dann nur mit Lowcut und sehr kontrolliert.
Vielleicht noch als Kontext: Wir sind nur zu dritt unterwegs, also Drums, Gitarre und Bass, und singen alle drei. Monitoring läuft komplett über IEM. Das macht die ganze Überlegung mit einer kleinen zusätzlichen Box auf der Bühne vielleicht etwas nachvollziehbarer, als wenn da ohnehin schon eine halbe Backline herumsteht.
Mich würde einfach interessieren, wie ihr das seht:
Habt ihr auch den Eindruck, dass Modeling über PA im Raum oft etwas braver oder weniger präsent wirkt als ein echter Amp?
Und wenn ja: Hat jemand von euch schon mit einer kleinen FRFR-Box auf der Bühne als Ergänzung gearbeitet, ohne sich damit die Vorteile von Modeling und In-Ear wieder kaputtzumachen?